Immer noch suchen viele Firmen Azubis und junge Leute einen Job
„Die Aufholjagd läuft“

Bielefeld (WB). Die Corona-Krise und ihre Folgen haben den Ausbildungsmarkt in der Region gehörig durcheinandergewirbelt. Immer noch sind Ausbildungsstellen unbesetzt. Immer noch suchen viele junge Leute den Einstieg ins Berufsleben. Doch allmählich entspannt sich die Situation.

Donnerstag, 03.09.2020, 03:09 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 03:20 Uhr
Dieser junge Mann ist im ersten Lehrjahr als Industriemechaniker tätig. Er kümmert sich darum, dass alle Maschinen und Anlagen in einem Betrieb reibungslos funktionieren. Auch in OWL gibt es viele Maschinenbauunternehmen. Foto: dpa

Zum Stichtag 1. September am Dienstag hat laut Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen (IHK) in vielen Unternehmen das neue Ausbildungsjahr begonnen. In normalen Jahren seien zum Monatsbeginn September etwa 90 Prozent der Ausbildungsverträge unterschrieben.

Doch 2020 sei – auch für den Ausbildungsmarkt – kein gewöhnliches Jahr. Das Coronavirus habe dazu geführt, dass Bewerber und Stellen schwerer zueinander gefunden hätten als sonst, betonte die Kammer am Mittwoch. Bewerbungen und Vorstellungsgespräche hätten vielerorts mit etwa acht Wochen Verzug stattgefunden. Daher herrsche in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt noch mehr Bewegung als üblich.

770 Verträge im August

770 Ausbildungsverträge hat die IHK allein im August 2020 eingetragen – im Vorjahr waren es 753. „Die Aufholjagd läuft. Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr deutlich mehr Ausbildungsverträge als sonst noch nach dem 1. September geschlossen werden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke.

Im landesweiten Vergleich steht der IHK-Bezirk Ostwestfalen der Kammer zufolge gut da und liegt bei den Eintragungen in diesem Jahr um zwei Prozent besser als der Landesdurchschnitt. Pigerl-Radtke: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Eintragungszahlen weiter steigern können, weil eine Ausbildung bis Ende des Jahres immer noch begonnen werden kann.“ Wer jetzt erst in die Ausbildung einsteige, habe keine Nachteile. „Denn der verpasste Stoff kann mit Hilfe der Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen aufgeholt werden. In die Abschlussprüfung geht es dann wie geplant.“

93 Stellen für 100 Bewerber

In ganz Ostwestfalen-Lippe gibt es auf 100 Bewerber 93 Stellen. Mit Blick auf die einzelnen Kreise und die Stadt Bielefeld offenbaren sich jedoch große Unterschiede im Angebot. Während im Kreis Paderborn auf eine freie Stelle genau ein Bewerber kommt, sind es im Kreis Herford nur 0,78 Stellen pro Bewerber, im Kreis Lippe 0,69 und in Bielefeld 0,8 Stellen. Im Kreis Gütersloh ist es andersherum: Hier kommen 1,3 Stellen auf einen Bewerber. Junge Leute haben hier also eine größere Auswahl. In den Kreisen Höxter und Minden-Lübbecke liegt der Faktor bei jeweils 1,o9.

In ganz Nordrhein-Westfalen sind aktuell noch 28.727 gemeldete Ausbildungsstellen frei und 23.535 junge Menschen suchen eine duale Berufsausbildung. Bewerber um eine Ausbildungsstelle hätten daher „in diesem Herbst noch viele Chancen für einen guten Einstieg in das Berufsleben”, sagt Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW.

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