Autozulieferer aus Lippstadt erwartet stabilen Umsatz im neuen Geschäftsjahr
Hella trotz Verlust optimistisch

Lippstadt (WB). Nach dem bereits angekündigten Abbau von 900 Stellen bis 2023 beim Autozulieferer Hella in Lippstadt haben die negativen Zahlen im Geschäftsjahr 2019/20 (31. Mai), die der Vorsitzende der Geschäftsführung, Rolf Breidenbach, am Freitag bei einer Telefonkonferenz vorgetragen hat, nicht mehr sehr überrascht. Demnach ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich um eine Milliarde Euro oder 14,3 Prozent auf 5,8 Milliarden gesunken. Rechnet man den Umsatz des verkauften Großhandelsgeschäfts ein, betrug der Rückgang sogar 16,6 Prozent.

Freitag, 14.08.2020, 09:40 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 16:42 Uhr
Hella-Zentrale in Lippstadt Foto: dpa

Zu den wachsenden Problemen der Automobilbranche kam nach Angaben Breidenbachs die Corona-Krise, die Hella wegen ihrer Werke in China besonders früh zu spüren bekam. In der Folge ist auch das operative Ergebnis (Ebit, bereinigt) von 572 auf 233 Millionen Euro zurückgegangen.

Unter Einbeziehung von allerdings nicht zahlungswirksamen Wertminderungen, die Hella aufgrund der mittel-und langfristig erwarteten geringeren Nachfrage notwendig erscheinen, steht unter der Jahresbilanz sogar ein dickes Minus von 343 Millionen Euro – nach einem Gewinn von 808 Millionen, in den allerdings Einnahmen aus dem Verkauf der Großhandelssparte eingeflossen waren. Der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag lag bei minus 431 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatten die Lippstädter, deren Aktien im M-Dax notiert sind, noch einen Überschuss von 630 Millionen Euro erwirtschaftet.

Demzufolge wird die Unternehmensleitung der Hauptversammlung am 25. September vorschlagen, diesmal keine Dividende für das vergangene Geschäftsjahr auszuzahlen.

Autoproduktion weltweit eingebrochen

„Die globale Fahrzeugproduktion ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 18 Prozent eingebrochen. Damit sind etwa 16 Millionen weniger Fahrzeuge produziert worden als im Jahr zuvor“, sagte Breidenbach. „Ein wesentlicher Grund hierfür ist die weltweite Covid-19-Pandemie. Doch die Märkte waren auch vorher schon rückläufig.”

Trotz des negativen Ergebnisses zeigte sich Breidenbach daher mit der Bilanz noch zufrieden noch zufrieden. Das Geschäftsfeld Automotive habe mit 4,9 Milliarden Euro den weitaus größten Anteil am Umsatz. „Durch frühzeitiges und konsequentes Handeln konnten wir insbesondere auf der Kostenseite die Geschäftseinbußen teilweise kompensieren“, erklärte Breidenbach.

Solides Finanzpolster von zwei Milliarden Euro

Die Liquidität sei gesichert. „Hella ist mit einem Finanzpolster von rund zwei Milliarden Euro gut aufgestellt, um den derzeitigen Marktherausforderungen erfolgreich zu begegnen“, erklärte Breidenbach.

Insgesamt sei die Unsicherheit aber weiterhin hoch – „sowohl mit Blick auf die allgemeine Branchenentwicklung als auch die Entwicklung der Covid-19-Pandemie“. Gleichwohl erwartet Hella für das neue Geschäftsjahr einen stabilen bis leicht steigenden Umsatz von 5,6 bis 6,1 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge aus dem operativen Geschäft soll zwischen vier und sechs Prozent liegen und damit über den 4,0 Prozent des vergangenen Geschäftsjahres.

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