Risiken bleiben
Chinas Exporte legen trotz Corona-Pandemie weiter zu

Überraschend stark können Chinas Ausfuhren im Juli zulegen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erholt sich. Das macht Hoffnung auch für deutsche Unternehmen.

Freitag, 07.08.2020, 12:52 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 12:54 Uhr
Produktion in einer Textilfabrik in der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Foto: -

Peking (dpa) - Trotz der globalen Corona-Krise sind Chinas Exporte im Juli unerwartet stark gestiegen. 

Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,2 Prozent zu, wie die Pekinger Zollverwaltung berichtete. Leicht schwächer fielen dagegen die Importe aus, die um 1,4 Prozent schrumpften. 

Unterm Strich wuchs der Außenhandel damit um 3,4 Prozent auf einen Wert von rund 413 Milliarden US-Dollar (gut 349 Mrd Euro). Zwar laufen die Geschäfte wieder an, seit Januar gerechnet muss China aber noch immer ein Minus beim Außenhandel von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. 

Im Dezember waren die ersten Fälle des Coronavirus in China entdeckt worden. Das bevölkerungsreichste Land der Welt dämmte die Pandemie mit strikten Maßnahmen ein. Es gibt heute kaum noch neue Infektionen, sodass sich das Leben und die Wirtschaft wieder normalisieren.

Dass es langsam wieder aufwärts geht, machten im Juli bereits dieWachstumszahlen deutlich: Im zweiten Quartal war die chinesischeWirtschaft um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Wegender Corona-Pandemie hatte China einen historischen Einbruch um 6,8 Prozent erlebt. Zuletzt hatte die Stimmung bei chinesischen Industrie-Unternehmen laut Umfragen aber deutlich angezogen. 

«Die Stabilisierung des chinesischen Außenhandels setzt wichtige Impulse für eine Erholung des Welthandels. Davon profitieren auch deutsche Unternehmen», sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Deutschen Industrie, laut einer Mitteilung. 

Dennoch sei die Weltwirtschaft nach dem Corona-Einbruch im ersten Halbjahr noch lange nicht über den Berg. China habe als erstes Land die Folgen der Pandemie zu spüren bekommen und scheine nun als erste Volkswirtschaft das konjunkturelle Tal durchschritten zu haben. 

«In anderen Ländern und Kontinenten wie Indien, Afrika und Lateinamerika steht uns wahrscheinlich das Schlimmste noch bevor», sagte Lang weiter. Um längerfristig einen wachsenden Außenhandel zu sichern, müsse die EU weiter auf faire Bedingungen im Wettbewerb mit China hinarbeiten. «Dafür erwarten wir klare Schritte der Marktöffnung in China und entsprechende Zusagen in den Verhandlungen für ein umfassendes Investitionsabkommens zwischen der EU und China.»

Trotz des spürbaren Aufschwungs in den vergangenen Monaten müssen sich Chinas Exporteure Beobachtern zufolge weiter auf schwer kalkulierbare Risiken einstellen. Experten nennen Streitigkeiten zwischen den USA und China im Handel und im Technologiesektor sowie einen möglichen weiteren Rückgang der Weltwirtschaft. 

© dpa-infocom, dpa:200807-99-75342/3

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