Mini-Job in der Corona-Krise:
Was gilt es beim Zuverdienst zu beachten?

In der aktuellen Corona-Krise haben viele Unternehmen Kurzarbeit als Mittel des eigenen Überlebens erwählt. Für viele Mitarbeiter bedeutet dies jedoch, dass ihnen trotz Kurzarbeitergeld deutlich weniger Geld im Monat zur Verfügung steht. In der Folge greifen immer mehr Menschen auf einen Neben- oder Mini-Job zurück, um das monatliche Gehalt aufzubessern. Dies ist auch grundsätzlich erlaubt, trotzdem sollte auf ein paar Dinge geachtet werden.

Mittwoch, 08.07.2020, 04:28 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 11:32 Uhr
Foto: Colourbox

Wie wirken sich Mini-Jobs auf das Kurzarbeitergeld aus?
Die Aufnahme eines Mini-Jobs ist während der Kurzarbeitsphase generell möglich. Wichtig ist allerdings, dass die Tätigkeit sowohl dem Chef als auch der Arbeitsagentur gemeldet wird. Für den Chef geht es vor allem um die Frage, wie viele Stunde zusätzlich gearbeitet wird. Übersteigt die wöchentliche Arbeit im Haupt- und Nebenjob die frühere wöchentliche Stundenzahl, dann bedarf es einer Erlaubnis durch den Arbeitgeber.

Die Meldung für die Arbeitsagentur ist relevant, da sie sich eventuell auf die Berechnung des Kurzarbeitergeldes auswirken kann. Bis Ende Mai galt dabei, dass die zusätzlichen Einnahmen die Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld reduzieren, außer es handelt sich um einen Beruf in einem sogenannten systemrelevanten Bereich wie dem Gesundheitswesen oder der Landwirtschaft.

Diese Bestimmungen hat die Regierung Anfang Mai bis zum 31. Dezember außer Kraft gesetzt. Nun kann jeder Arbeitnehmer in Deutschland einen Mini-Job aufnehmen und muss nicht befürchten, dass sein Kurzarbeitergeld reduziert wird. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der verbleibenden Haupt- und der neue Nebenverdienst nicht den früheren Verdienst überschreiten. Wer also beispielsweise vorher 2.000 Euro in seinem Hauptberuf verdient hat und nun nur noch 1.000 Euro bekommt, kann durch Nebentätigkeiten bis zu 1.000 Euro verdienen, ohne eine Reduzierung des Kurzarbeitergeldes befürchten zu müssen. Erreicht das neue Gesamteinkommen dagegen mehr als 2.000 Euro, wird der Nebenverdienst auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Die Steuerfrage
Neben dem Kurzarbeitergeld kann sich ein Mini-Job auch steuerlich auswirken . Generell sind in Deutschland Mini-Jobs von 450 Euro steuerfrei. Der tatsächliche jährliche steuerfrei Betrag ist mit 9.408 Euro im Jahr 2020 sogar noch ein Stück größer. Solange diese Einkünfte nicht überschritten werden, fällt für den Nebenjob keine Einkommenssteuer an. Da der Mini-Job in vielen Fällen aktuell aber als Zuverdienst genutzt wird, liegt das Gesamteinkommen häufig über der steuerfreien Grenze. Dies bedeutet, dass nun das gesamte Einkommen inklusive des Nebenjobs steuerpflichtig ist. Es fallen also sowohl Steuern für das Gehalt des Hauptberufs als auch für den Mini-Job an.

Wichtig ist dabei, dass bei Mini-Jobs häufig keine Einkommensteuervorauszahlungen abgeführt werden. Stattdessen müssen alle Einkünfte bei der jährlichen Steuererklärung angegeben werden, was anschließend zu einer größeren Nachforderung durch das Finanzamt führen kann. Auch können die zusätzlichen Einkünfte dafür sorgen, dass sich die Steuerklasse ändert, was ebenfalls eine Mehrbelastung bedeuten würde.

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