IHK-Chef Thomas Niehoff: „Corona verschiebt vieles nach hinten“
Lücke bei Ausbildungsverträgen

Bielefeld (WB/in). Die regionale Wirtschaft stemmt sich gegen die Corona-Krise und setzt weiter auf die duale Ausbildung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. „Eine positive Botschaft ist, dass kaum ein Betrieb bereits abgeschlossene Ausbildungsverträge wieder aufgelöst hat“, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff.

Dienstag, 07.07.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 05:00 Uhr
IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff. Foto: Bernhard Pierel

Die von der Bundesregierung angekündigte Ausbildungsprämie sei speziell für kleine und mittlere Betriebe eine gute Maßnahme und könne sie motivieren, auch unter schwierigen Bedingungen ihre Ausbildungsanstrengungen aufrecht zu erhalten. Sie wirke aber nur in Verbindung mit anderen Aktivitäten . In den Sommermonaten komme es entscheidend darauf an, noch suchende Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, etwa über virtuelle Speed Datings der Kammern oder andere digitale Formate. Niehoff: „Vieles verschiebt sich durch Corona nach hinten.“

Das werde auch daran deutlich, dass nach der IHK-Umfrage knapp zwei Drittel (59 Prozent) der Firmen ein persönliches Bewerbungsgespräch vor der Einstellung bevorzugten, was coronabedingt in den vergangenen Wochen schwer gewesen sei. Daher gebe es auch einen Rückgang bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zum 30. Juni um 15,4 Prozent – im NRW-Durchschnitt sogar um 18,4 Prozent. Zugleich seien aber etwa in der IHK-Lehrstellenbörse für 2020 noch über 330 Ausbildungsstellen frei.

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