Börse in Frankfurt
Maue Konjunkturdaten verpassen dem Dax einen Dämpfer

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat aufgrund wieder aufgeflammter Konjunkturbefürchtungen seinen jüngsten Erholungskurs verlassen und schwächer geschlossen.

Dienstag, 07.07.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 18:24 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Der Dax endete mit einem Minus von 0,92 Prozent bei 12.616,80 Punkten. Am Montag hatte der Leitindex noch um gut 1,6 Prozent zugelegt. Der MDax verlor letztlich 0,56 Prozent auf 26.909,23 Punkte.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,85 Prozent auf 3321,56 Punkten. Der Cac 40 in Paris verbuchte ein Minus von rund 0,7 Prozent, der FTSE 100 in London büßte rund 1,5 Prozent ein. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um rund 0,7 Prozent niedriger.

Ausgelöst wurden die jüngsten Konjunktursorgen von tendenziell enttäuschenden Daten zur deutschen Industrieproduktion. Diese hatte sich im Mai nicht so deutlich von dem scharfen Einbruch in der Corona-Krise erholt wie von Analysten erwartet.

Die Aktien des Agrochemie- und Pharmakonzerns Bayer waren mit einem Minus von knapp 5 Prozent der Tagesverlierer im Dax. Das mit der jüngsten Milliardeneinigung eigentlich abgehakt geglaubte Thema der US-Rechtsstreitigkeiten um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ist plötzlich wieder aktuell. Ein US-Bundesrichter, der einem Teil der Einigung noch zustimmen muss, äußerte sich in einem Gerichtsdokument kritisch.

Die Anteilsscheine des nach einem Bilanzskandal ums Überleben kämpfenden Zahlungsdienstleisters Wirecard schnellten im späten Handel steil nach oben und schlossen als Dax-Spitzenreiter rund 23 Prozent höher.

Für Teile des Zahlungsabwicklers gibt es offenbar reges Interesse unter den Investoren. Für das Kerngeschäft mit der Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten sowie davon unabhängige Geschäftsbereiche des Konzerns hätten sich zwischenzeitlich bereits mehr als 100 Interessenten gemeldet, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit.

Die Jenoptik-Aktien profitierten von einem positiven Analystenkommentar der Commerzbank und gewannen rund 3 Prozent. Mit der Übernahme von Trioptics ergänze der Technologiekonzern sein Produktportfolio, schrieb Analyst Michael Junghans. Der Zukauf dürfte nicht gerade günstig gewesen sein, sollte sich aber unmittelbar wertsteigernd auf Jenoptik auswirken.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1299 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1290 Dollar festgesetzt. Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,01 Prozent auf 145,13 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,45 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund-Future gab um 0,11 Prozent auf 175,89 Punkte nach.

© dpa-infocom, dpa:200706-99-687196/11

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