Bielefelder Dr. Wolff-Gruppe erfolgreich mit Desinfektionsgel
Produktion steht trotz Pandemie nicht still

Bielefeld (WB). Die Corona-Pandemie ist nicht nur Ursache für viele Krisen – sie bietet dem einen oder anderen Unternehmen auch Chancen. Eine dieser Chancen hat die Bielefelder Pharma- und Kosmetikgruppe Dr. Wolff ergriffen und den für diesen Sommer geplanten Produktionsstart eines neuen Desinfektionsgels auf den 5. März vorgezogen. Seitdem wurden nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Eduard Dörrenberg sechs Millionen Fläschchen abgefüllt.

Mittwoch, 01.07.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 07:16 Uhr
Eduard Dörrenberg mit dem neuen Produkt Linola-Sept. Foto: Wolff

Das Linola-Handdesinfektionsgel eliminiert Dörrenberg zufolge nicht nur 99 Prozent aller Bakterien, sondern auch die allermeisten Viren, das Corona-Virus, eingeschlossen. Der Bielefelder Familienunternehmer geht davon aus, dass die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln auch dann, wenn Corona einmal besiegt ist, hoch bleiben wird. Schließlich gebe es noch viele andere ansteckende Krankheiten, gegen die sich die Menschen durch eine bessere Hygiene schützen sollten. Noch in diesem Sommer soll ein weiteres Produkt zur desinfizierenden Hautpflege hinzukommen.

Dr. Wolff steigert Umsatz im ersten Quartal um 6,6 Prozent

Nicht zuletzt wegen Linola Sept konnte die Dr. Wolff-Gruppe ihren Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 87,7 Millionen Euro steigern. Dabei war das Auslandsgeschäft auf Grund der Einschränkungen durch Corona bereits rückläufig. Das traf Dörrenberg zufolge vor allem die Marke Alpecin und Alcina. Alpecin litt unter den Exporteinschränkungen, Alcina wurde von der wochenlangen Schließung der Friseursalons in Deutschland geroffen. Beide Marken verloren zwischen ein und zwei Prozent des Umsatzes. Umgekehrt profitierte Dr. Wolff auch von Hamsterkäufen in Deutschland.

Was die weitere Entwicklung 2020 betrifft, so hielt sich Dörrenberg am Dienstag mit Prognosen zurück. Die Ausfuhren nach China erholten sich langsam. Dagegen seien die Verkäufe im bisherigen Hauptexportland Großbritannien weiterhin stark unter Druck.

Im vergangenen Jahr konnte Dr. Wolff nach den am Dienstag vorgelegten Zahlen den Umsatz nur leicht um 1,4 Prozent auf 313,4 (Vorjahr: 309,6) Millionen Euro erhöhen. Den stärksten Zuwachs erzielten gynäkologische Produkte, insbesondere Vagisan, mit plus elf Prozent. Plantur, die Marke für Frauen-Haarpflege und nach Alpecin zweitgrößter Umsatzbringer, legte drei Prozent zu. Alpecin selbst wuchs um ein Prozent. Die Zahnpflege-Produkte, bei denen Dr. Wolff Fluorverbindungen durch mineralische Stoffe ersetzt, blieben stabil. Die Linola-Hautpflege büßte ein Prozent, Alcina sogar zwei Prozent ein. Insgesamt entwickelte sich die Pharmasparte mit plus 3,5 Prozent besser als die Kosmetik, deren Umsatz auf Vorjahresniveau verharrte.

Arznei gegen übermäßiges Schwitzen in Vorbereitung

Neben den Hygiene- und Hautpflegeprodukten setzt Dr. Wolff bei den Neuentwicklungen auf ein selbst entwickeltes neues Arzneimittel gegen starkes Schwitzen. Inzwischen seien alle für die Zulassung notwendigen Untersuchungen bis auf die letzten Sicherheitstests erfolgreich abgeschlossen. Die Markteinführung ist für spätestens 2022 geplant. Neu war 2019 auch ein Plantur-Shampoo, das das Wachstum längerer Haare fördern soll. Die Farbe Rosa zeigt an, dass das Unternehmen bei den Kunden besonders junge Mädchen im Blick hat.

Die Wolff-Gruppe beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter. Kurzarbeit beschränkte sich auch in der Pandemie auf wenige Beschäftigte im Vertrieb. 15 Stellen seien derzeit in Bielefeld unbesetzt; wie im Vorjahr wurden elf neue Ausbildungsplätze eingerichtet.

Globalisierung bleibt, Digitalisierung geht weiter

Eduard Dörrenberg, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Wolff-Gruppe, glaubt, dass der von der Pandemie ausgelöste Digitalisierungsschub fortdauern wird. An eine Rücknahme der Globalisierung glaubt er nicht.

Von sich selbst sagt Dörrenberg: „Seit Februar bin ich jeden Morgen und Abend und an jedem zweiten Tag auch mittags zu Hause. Und das ist gut.“ Dörrenberg geht davon aus, dass die Reis

 

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