Wirtschaft
Jetzt Eigentum kaufen oder doch noch warten?

Die Corona-Pandemie hat den Immobilienmarkt völlig gelähmt. Hierdurch kam es zu einer merkbaren Unsicherheit bei Verkäufern und Käufern — allerdings zeigten sich die Immobilien als äußerst wertstabil.

Dienstag, 09.06.2020, 12:39 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 12:46 Uhr
Foto: Colourbox.de

Ungewissheit im Immobilienmarkt 

Zuletzt gab es im 2. Weltkrieg einen derartigen Eingriff in den Immobilienmarkt. Es wurde bundesweit untersagt einem Mieter zu kündigen, insofern er die Miete aufgrund der derzeitigen Krise nicht zahlen kann. Vermieter mussten durch die Verordnung den Mietern bis Ende Juni — demnach drei Monatsmieten — stunden.

Sofern das Hilfspaket-Gesetz verlängert wird, dann sogar bis Ende September. Dies ist ein Fall, welcher durchaus noch eintreten könnte. Weiterhin befinden sich viele Unternehmen in Kurzarbeit, denn die Auftragslage ist noch überschaubar. Vor allem in der Zuliefererkette für die Automobilindustrie gibt es derzeit kaum neue Aufträge. Einzig beim US-Automobilhersteller Tesla gibt es grüne Zahlen.

Durch die Kurzarbeit und den darauffolgenden Ausfällen an Mieteinnahmen kommt es zu einer Verzerrung, denn kaum einer hat noch Geld für Konsum. Ein neues Auto zu kaufen ist während der Corona-Krise beinahe unmöglich. Besonders hart trifft es insbesondere die Vermieter von Gewerbeimmobilien.

Selbstverständlich kommt es dadurch zu einer Ungewissheit im Immobilienmarkt. Käufer wollen jetzt noch nicht kaufen, denn eventuell könnten die Preise noch fallen und Verkäufer sind sich unsicher, ob überhaupt jetzt verkauft werden sollte. Eventuell könnte es doch noch zu Problemen kommen.

Immobilien zeigen sich aber wertstabil

City Immobilienmakler haben jetzt allerdings wieder viele Aufträge, denn die Immobilien zeigen sich wertstabil. Ein erwarteter Preisverfall in Deutschland blieb bisher aus und mittlerweile rechnet kaum noch einer damit. Insbesondere in Großstädten wie Hannover, München, Berlin oder Stuttgart ist der Zuzug weiterhin groß. Selbst wenn die Corona-Krise überwunden sein wird, wird sich am Immobilienmarkt nur geringfügig etwas tun, meinen Experten.

Es kann aber auch sein, dass die Experten die momentane Lage falsch einschätzen und es tatsächlich zu einem Zusammenbruch kommt. Damit zu rechnen ist angesichts der neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts kaum noch. An Deutschland ist das Coronavirus beinahe vorbeigegangen — insbesondere aber deshalb, weil das Gesundheitssystem standgehalten hatte.

Wer kann sich jetzt noch eine Immobilie leisten?

Ein Arbeitnehmer, welcher sich derzeit in Kurzarbeit befindet, aber einen unbefristeten Arbeitsvertrag besitzt, könnte womöglich trotzdem ein Kredit bei der Hausbank erhalten. Anders sieht es vor allem bei Menschen aus, welche von Job zu Job springen müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern. 

Weiterhin unberührt bleiben Menschen mit Unternehmen oder Sicherheiten, welche kaum Auswirkungen durch das Coronavirus verspürt haben. Eine Immobilie zu kaufen ist daher noch immer kein Privileg der Reichen — auch nicht während der Krise.

Kaufen zum Vermieten?

Wer jetzt aber vorrangig eine Immobilie kauft, um diese zu vermieten, müsste aber mit geringeren Einnahmen rechnen. Derzeit sind es vor allem Luxus-Objekte, welche kaum nachgefragt werden. Eine höhere Miete zu leisten fällt beinahe auch gänzlich weg — kaum einer kann sich das in der ländlichen Region noch leisten. Zu groß ist vor allem in Süddeutschland die Abhängigkeit der Automobilindustrie. Weiterhin gefragt sind aber Immobilien, welche für eine Familie erschwinglich sein könnten. Ein Makler kann dabei helfen, die Lage besser einzuschätzen. So lässt es sich wesentlich besser planen.

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