Sonderveröffentlichung

Wirtschaft
Energiewende: Akzeptanzsteigerung durch finanzielle Anreize

Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Eckpunktepapier zum Bau von Windenergieanlagen (WEA) veröffentlicht. Es geht um Optionen zur finanziellen Beteiligung der Kommunen an den Erträgen von neugebauten WEA. Ziel ist es, die Akzeptanz für diese Projekte bei den Bürgern vor Ort zu erhöhen.

Montag, 08.06.2020, 11:57 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 11:59 Uhr
Foto: West Wind Energy

Dem Papier zufolge sollen Betreiber von Windparks für neue Anlagen eine verpflichtende jährliche Abgabe von mindestens 0,2 Cent pro Kilowattstunde an die Standortkommune zahlen. Das Ministerium rechnet mit rund 20.000 Euro pro Anlage und Jahr, über das die Kommunen frei verfügen können. Gezahlt werden muss so lange, wie auch die Ökostromförderung fließt. Bei Regelverstößen sollen die Windparkbetreiber über eine Kürzung der Förderung sanktioniert werden.

Bürger, die Windräder in ihrer Nachbarschaft akzeptieren und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglichen, sollen zusätzlich finanziell belohnt werden können. Den Windparkbetreibern wird freigestellt, günstige Bürgerstromtarife anzubieten, entweder selbst oder über Stromanbieter wie Stadtwerke. Diese sollen höchstens 90 Prozent des örtlichen Grundversorgertarifs betragen. Stromkunden könnten so 100 bis 200 Euro pro Jahr sparen. Wenn 80 oder mehr solcher vergünstigter Stromlieferverträge zustande kommen, soll sich die Mindestzahlung der Windparkbetreiber an die Kommunen um die Hälfte, auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde reduzieren.

Immer wieder verzögern oder verhindern Proteste von Anwohnern den Bau von neuen Anlagen. Durch diese Maßnahmen soll nun die Akzeptanz der von WEA direkt betroffenen Bürger gegenüber den Windrädern erhöht werden. Deutschland braucht den schnellen Ausbau der Windenergie, um die Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Der derzeitige Stillstand beim Ausbau der Windkraft gefährdet das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Strom von 45 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen.

Der Niedersächsische Windenergieproduzent WestWind ENERGY hat schon vor längerem angeregt, Bürger im 1.000 m-Radius zu Windrädern von den Netzentgelten, der EEG-Umlage und der Stromsteuer zu befreien. Das Unternehmen legt bei der Umsetzung seiner Windparks großen Wert auf die Akzeptanz der Anwohner und fördert zahlreiche Projekte vor Ort. Zudem bietet WestWind ENERGY bei einigen Vorhaben die Möglichkeit an, sich über Sparbriefe an den WEA zu beteiligen. Bei Sparbriefen handelt es sich um eine mittel- bis langfristige Geldanlage mit gleichbleibendem Zinssatz. Das Geld liegt mündelsicher bei der Bank. Die Sparbriefe die WestWind ENERGY herausgibt haben eine Laufzeit von 10 Jahren und eine Verzinsung von 4 bis 5 Prozent. Die Mindestinvestitionssumme beträgt 1000 Euro. „Unsere Sparbriefe sind eine kostenfreie und vor allem auch sichere Anlageform, die nichts mit Genussscheinen zu tun haben“, sagt Christian Meindertsma, Prokurist bei WestWind ENERGY. Dadurch sollen „die Leute vor Ort mitgenommen werden“, das Motto lautet “Anreize schaffen statt Bauverbote erlassen!“

Die allgemeine Zustimmung zur Windenergienutzung ist in Deutschland hoch. Dort, wo die Interessen der Bürger unmittelbar und direkt durch WEA berührt werden, steigt die Akzeptanz mit der Möglichkeit der Partizipation. Anwohner wirtschaftlich profitieren zu lassen, ist eine faire und probate Möglichkeit die klimafreundliche Energieversorgung voranzubringen.

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