Sonderveröffentlichung

Wirtschaft
Shisha-Fans werden den Rückzug antreten

Die Fans der Shisha vermissen das Aroma des Tabaks und das Zusammensein offensichtlich ebenso sehr wie andere Menschen Freunden und Bekannten aus dem Verein, dem Fitnesstraining oder der Musikgruppe hinterhertrauen, die sie aktuell nicht uneingeschränkt sehen können.

Dienstag, 02.06.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 11:18 Uhr
Das Shisharauchen in einer Bar könnte bald der Vergangenheit angehören. In Österreich greift hier das Nichtraucherschutzgesetz. In Hannover wurden bereits über 40 Shisha-Bars mit einem Rauchverbot belegt. Aktuell ist es beispielsweise in Dortmund nicht erlaubt, eine Shisha im Freien zu rauchen. All diese Gründe könnten zu mehr privaten Shisha-Treffen führen. Foto: pixabay.com © Anestiev

In allen Bereichen des öffentlichen Lebens kam es bereits zu Verstößen gegen die im März gestarteten Auflagen, die verhängt wurden, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. So kam es bereits Anfang April zur Schließung von zwei Shisha-Bars, da diese trotz der Corona-Ausgangsbeschränkungen geöffnet hatten. Am 9. April versiegelte das Dortmunder Ordnungsamt die Bars. Eine Einrichtung befand sich in der Nordstadt in Dortmund, der zweite Shisha-Betrieb wurde in Hörde geschlossen.

Nun – mit den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen – zieht es die Freunde der Shisha offensichtlich ins Freie. Am Osterwochenende waren die Freunde der Shisha in Phoenix-West gesichtet worden. Nun erließ die Stadt Dortmund zu Beginn der Woche das Verbot, in der Öffentlichkeit Shisha zu rauchen. Was nun passieren könnte, ist der Rückzug der Shisha-Fans aus der Öffentlichkeit. Welche Regeln dann gelten (sollten), verrät dieser Beitrag.

Abbildung 1: Das Shisharauchen in einer Bar könnte bald der Vergangenheit angehören. In Österreich greift hier das Nichtraucherschutzgesetz. In Hannover wurden bereits über 40 Shisha-Bars mit einem Rauchverbot belegt. Aktuell ist es beispielsweise in Dortmund nicht erlaubt, eine Shisha im Freien zu rauchen. All diese Gründe könnten zu mehr privaten Shisha-Treffen führen.

Grundsätzlich ist das Shisha-Rauchen ab 18 Jahren erlaubt

Dieses Gesetz wird auch von den speziellen Krisenregularien nicht verändert, wohl aber werden sich kurz- und vermutlich auch langfristig die Rahmenbedingungen für das Shisharauchen ändern. Was nun (zumindest in Dortmund) gilt, ist das Shisha-Rauch-Verbot in der Öffentlichkeit.

In den privaten Räumen gelten aktuell zudem diese Auflagen des Landes Nordrhein-Westfalen: Seit „11. Mai 2020 ist es möglich, dass sich Angehörige zweier Haushalte im öffentlichen Raum treffen. Die allgemeine Abstandsregelung von 1,5 Metern gilt fort, auch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in bestimmten Bereichen. Ausnahmen: Zwingende berufliche Zusammenkünfte und zulässige sportliche Betätigungen.“

Das heißt auch, dass sich die Angehörigen zweier Haushalte privat treffen dürfen und dabei beispielsweise auch eine Shisha rauchen dürften. Was verboten ist und bleibt ist das Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum – und auch das Rauchen einer Shisha im Park. Bars, Diskotheken sowie Clubs bleiben geschlossen, vereinzelt erwachen Betriebe aus der Corona-Starre, wie etwa der Beach-Club, der sich in Herford auf die Öffnung vorbereitet. Natürlich werden dort keine Shishas gedampft, was auch heißt: Shisha-Fans werden sich Alternativen suchen.

So funktioniert das sichere Shisha-Rauchen unter Angehörigen zweier Haushalte

Es steht zwar nirgends ausformuliert geschrieben, welche Regeln für das private Rauchen einer Shisha gelten, doch der menschliche Sachverstand sollte auch hier der Maßstab der Dinge sein. Deswegen macht es Sinn für alle jene, die mit der der Anschaffung einer privaten Shisha-Ausrüstung liebäugeln, beim Kauf einer Shisha darauf zu achten, Modelle mit mehreren Schläuchen anzuschaffen. Im Handel gibt es Shishapfeifen, an die bis zu vier Schläuche angeschlossen werden können.

Nehmen nur vier Mitglieder der zwei Haushalte an der privaten Shisha-Session teil, kann jeder einen Schlauch mit seinem eigenen Mundstück nutzen, was das Infektionsrisiko deutlich minimiert. Gehören mehrere Menschen zur privat gegründeten Shisha-Gruppe, sollte zumindest jeder Raucher ein eigenes Mundstück verwenden. Alternativ könnte mit dem Wechsel des Aromas auch das Zubehör der Shisha-Pfeife gereinigt und ausgetauscht werden, was im  direkten Kontakt mit den Menschen ist. Das bedeutet auch: Das Mundstück und im besten Fall den Schlauch zu wechseln, ist oberstes Gebot der Stunde, wenn die private Shisha-Session in die heutige Zeit fällt.

Tipp: Wer vor der Neuanschaffung steht, sollte beim Erwerb auf waschbare Shisha-Schläuche achten. Diese sind zwar noch selten verfügbar, bieten aber den Vorteil, dass sich keine Drahtspirale im Inneren befindet, die das gründliche Reinigen quasi unmöglich macht. Für die Drahtspiralen-Konstruktion rieten die Händler bis dato dazu, die Schläuche nicht zu waschen, sondern sie nur mit Luft zu reinigen. Das ist aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens eine eher ungünstige Situation. Darüber, wie viel Viren sich im schlechtesten Fall beim Shisharauchen übertragen könnten, gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Befunde.

shisha-4749223_1920

Das Shisharauchen ist eine Aktivität, die nur wenige allein ausüben. Aktuell haben Shishafans es allerdings doppelt schwer: Bars haben geschlossen und auch langfristig könnte der Schutz der Nichtraucher es für Shisha-Bar-Betreiber schwierig machen. Was ihnen bleibt, ist die Organisation von private Shisha-Treffen, die aktuell auch mit Blick auf den Infektionsschutz abgehalten werden sollten. Foto: pixabay.com © Peggy_Marco

Wird der Rückzug aus der Öffentlichkeit ohnehin erfolgen?

Zu dieser Annahme kommen Beobachter der Szene, die auch verfolgt haben, welche Regelungen Shisha-Bar-Betreiber in Österreich treffen könnten. Seit dem 1. November 2019 ist im Nachbarland Deutschlands, in Österreich, das Rauchen in Gastronomiebetrieben passé. Eine Ausnahmeregelung für Shisha-Bars soll es auch in Österreich nicht geben, was wiederum bedeutet: Shisha-Bars werden samt dem süßlich duftenden Dampf aus der Gastronomieszene verschwinden. Bekannt ist hierzulande, dass die Stadt Hannover bereits Anfang 2019 für 41 Shisha-Bars Rauchverbote ausgesprochen haben soll – und zwar unter Berufung auf das Nichtrauchergesetz, das bereits Gültigkeit hat.

Dass Shisha-Bars aktuell geschlossen haben, konnte keiner vorhersehen. Dass die Betreiber es langfristig schwer haben werden, eine Ausnahmeregelung für das Dampfen in einer Gastronomieeinrichtung zu erhalten, steht jedoch außer Frage, was die Auseinandersetzung mit den privaten Alternativen durchaus immer stärker in den Fokus passionierter Shishafans rückt. Wünschenswert wäre eine klare Regelung statt einer privaten Grauzone.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7432561?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Krisenstab mietet Wohnsiedlung für positiv getestete Tönnies-Mitarbeiter an
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker