0,1 Prozent der bisherigen Befunde – Unterkünfte bei Kontrollen nicht beanstandet
Tönnies: drei mit dem Coronavirus infiziert

Rheda-Wiedenbrück/Coesfeld (WB/ef/in). Bei den am vergangenen Montag gestarteten Corona-Reihentests auf dem Betriebsgelände des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda sind bis Freitag, 18 Uhr, insgesamt drei positive Laborbefunde eingegangen. Dies sind nach Angaben der Kreisverwaltung die ersten laborbestätigten Befunde überhaupt, die einen Bezug zu einem Schlachthof im Kreis Gütersloh aufweisen.

Samstag, 16.05.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 16.05.2020, 05:02 Uhr

Von den bislang 6204 Personen, die bei Tönnies getestet wurden, lagen am Freitag 3255 Befunde vor. 3252 waren negativ, drei positiv. Das sind 0,1 Prozent.

Indessen sind auch die Kontrollen von Gemeinschaftsunterkünften weitgehend abgeschlossen. Allein in Rheda-Wiedenbrück wurden 280 Unterkünfte von Beschäftigten des Fleischkonzerns Tönnies kontrolliert. Den Behörden zufolge habe es „keine besonderen Beanstandungen“ gegeben, teilte Tönnies am Freitag mit. Weitere Wohnungen wurden im Kreis Warendorf sowie in Gütersloh und Verl kontrolliert.

„Wir haben seit Jahren klare übergesetzliche Standards bei Gemeinschaftsunterkünften“, sagt Tönnies-Sprecher André Vielstädte. Die Durchführung der Kontrollen erfolgt in NRW durch die Ordnungsbehörden der Kommunen. „Die gesetzlichen Regelungen der Bundesländer sind hier jedoch unterschiedlich. Daher würden wir uns wünschen, dass die Politik bundesweit Regelungen schafft, dass alle Unterkünfte, die arbeitgebernah vermietet werden, auch kontrolliert werden können. Wir wollen einen übergesetzlichen Standard, an den sich unsere Beschäftigten halten“. Im Gegensatz zu Westfleisch gibt es bei Tönnies weiter keine Corona-Infizierten.

Heil und Laumann für härtere Auflagen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) fordert strengere Regeln für die Fleischindustrie. „Hier müssen wir aufräumen. Denn wir riskieren durch das Verhalten einiger schwarzer Schafe eine zweite große Infektionswelle“, sagte er dem „Spiegel“. Auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will härtere Auflagen. Beide Minister wollen etwa strengere Regelungen bei den Werkverträgen. „Die gängigen Werkvertrags-Varianten lassen zu viele Schlupflöcher“, betonte Heil. Laumann sagte: „Es geht nicht, dass Unternehmen ihr Kerngeschäft an Werkvertragsnehmer auslagern können und dann alle Verantwortung von sich wegschieben.“

Westfleisch muss beim Hygienekonzept für Coesfeld nacharbeiten

Derweil haben Stadt und Kreis Coesfeld einen Fragenkatalog zu einem am Donnerstag eingereichten Hygienekonzept von Westfleisch an das Unternehmen geschickt. Erst wenn wir ein „nachvollziehbares Konzept“ vorliegen, könne über eine Öffnung des Westfleisch-Werkes entschieden werden. In Coesfeld hatte der Kreis bislang 268 Corona-Nachweise unter den mehr als 1200 Mitarbeitern gezählt. Innerhalb von sieben Tagen seien 148 Neuinfektionen registriert worden, davon entfielen allein 132 auf Mitarbeiter von Westfleisch“.

Ab Montag werden die coronabedingten Einschränkungen auch im Kreis Coesfeld aufgehoben.

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