Gefahr für Mitarbeiter Maschinenbau: Hohe Schäden durch Plagiate

Produktpiraterie bereitet auch den deutschen Maschinenbauern zunehmende Sorge. Ein Land fällt wie zu erwarten besonders negativ auf. Gefälscht wird alles, was Geld bringt.

Von dpa
Echte Kettensägen der Firma Stihl und Fälschungen in einer Ausstellung zu den Gefahren bei gefälschten Produkten.
Echte Kettensägen der Firma Stihl und Fälschungen in einer Ausstellung zu den Gefahren bei gefälschten Produkten. Foto: Jens Büttner

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Maschinenbauer beklagen wachsende Schäden durch Produkt- und Markenpiraterie. Nach Angaben des Branchenverbandes VDMA liegt das Volumen inzwischen bei geschätzt 7,6 Milliarden Euro jährlich – vor zwei Jahren waren es noch 7,3 Milliarden Euro.

Ein Umsatz in dieser Höhe würde im Maschinenbau umgerechnet knapp 35.000 Arbeitsplätze bedeuten, erläuterte der VDMA am Mittwoch in Frankfurt.

«Erschreckend dabei ist, dass 57 Prozent der Unternehmen von Fälschungen berichten, die eine Gefahr für die Anlage darstellen», sagte VDMA-Experte Steffen Zimmermann laut Mitteilung. «Der Betrieb von gefälschten Maschinen oder Anlagen mit gefälschten Komponenten kann eine echte Gefahr für den Bediener bedeuten.»

Der VDMA mahnte, die Unternehmen sollte darauf achten, dass sich keine Fälschungen einschlichen. Auch weil Ausfälle der Anlage oder Reklamationen von Kunden Folgekosten und Imageschäden verursachen könnten.

Besonders stark blüht der Handel mit gefälschten Maschinen und Komponenten in China. Die befragten Unternehmen nannten die Volksrepublik erneut als wichtigstes Vertriebsland für Plagiate (61 Prozent), gefolgt von Deutschland mit 19 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert erstmals Russland mit 12 Prozent.

Die meisten Fälschungen stammten in der Vergangenheit aus China. Seit der ersten Umfrage 2003 lag die Volksrepublik an der Spitze. In diesem Jahr wurde nicht nach den Herstellungsländern gefragt.

Der VDMA befragt alle zwei Jahre seine Mitgliedsfirmen zum Thema Fälschungen. Aktuell gaben 74 Prozent (2018: 71 Prozent) der befragten Unternehmen an, von Produktpiraterie betroffen zu sein. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern waren es sogar 90 Prozent. Beides sind den Angaben zufolge Höchstwerte.

Als Auftraggeber für Plagiate nannten die meisten Maschinenbauer Wettbewerber (72 Prozent). Aber auch Geschäftspartner wie Kunden, Zulieferer oder Joint-Venture-Partner (41 Prozent) sind aktiv. Am häufigsten werden demnach einzelne Teile gefälscht (64 Prozent), gefolgt von Designplagiaten (60 Prozent), aber auch vor ganzen Maschinen (40 Prozent) schrecken Produktpiraten nicht zurück.

Befragt wurden 146 Mitgliedsfirmen (2018: 136) von Anfang Februar bis Anfang März und damit vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa.

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