Espelkamper Unternehmen wartet auf Erlaubnis durch Regierung 13.500 in Kurzarbeit
Gauselmann will Spielotheken öffnen

Espelkamp (WB). Die Gauselmann-Gruppe bereitet die Wiedereröffnung ihrer mehr als 700 Merkur-Spielotheken und vieler hundert Sportwettshops im In- und Ausland sowie zehn deutschen Spielbanken vor. Derzeit sind alle wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus geschlossen. Entsprechend erwirtschafte die Unternehmensgruppe mit ihren 14.000 Beschäftigten nach eigenen Angaben aktuell keinen Umsatz.

Freitag, 24.04.2020, 11:52 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 15:42 Uhr
Blick in eine Merkur-Spielothek. Derzeit sind alle verwaist. Foto: Gauselmann

In Absprache mit den Vermietern wurden die Mietzahlungen für die zur Gauselmann Gruppe zählenden Spielstätten in Deutschland erst einmal um rund 50 Prozent reduziert. „Diese Maßnahme hilft uns, liquide Mittel zu sichern und uns so eine gewisse Schlagkraft zu bewahren“, erklärte Paul Gauselmann am Freitag. „Jeder trägt den Schaden, für den er keine Schuld hat, zu 50 Prozent.“

Führungskräfte verzichten auf Teile ihres Gehalts

13.500 der 14.000 Beschäftigten von Gauselmann sind derzeit in Kurzarbeit. Bei den unteren Einkommensgruppen stockt das Unternehmen die Zahlung auf 100 Prozent auf, erklärt Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister. Aus Solidarität stundeten und verzichteten sogar die etwa 60 Vorstände und Führungskräfte, die noch voll arbeiten, auf die Zahlung von durchschnittlich 50 Prozent ihres Gehalts.

„Illegales Online-Glücksspiel nimmt zu“

Die Gauselmann-Gruppe ist auf das Wiederhochfahren des Marktes ausgerichtet. Der Konzern hoffe optimistisch eine baldige Wiedereröffnung der Spielstätten und Spielbanken, heißt es. Firmenchef Paul Gauselmann hält das „aus Gründen des Spielerschutzes“ dringend geboten. Seit den im Zuge der Corona-Krise erfolgten notwendigen Schließungen sämtlicher Spielstätten und anderer legaler Glücksspielangebote sei eine deutlich vermehrte Nutzung des illegalen Online-Glücksspiels aus dem Ausland wahrzunehmen. „Unter diesen Umständen können wir derzeit nicht an der Erfüllung des im Glücksspielstaatsvertrag formulierten Auftrags mitarbeiten, den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete Bahnen zu lenken und der Ausbreitung illegaler Glücksspielangebote entgegenzuwirken“, erklärt Gauselmann.

Auf eine Öffnung der Spielstätten sei die Gruppe bestens vorbereitet. „Insbesondere die gewerblichen Spielstätten haben den Vorteil, dass sie im Zuge der gesetzlichen Bestimmungen ohnehin schon Vorgaben umsetzen, die dem Prinzip des Abstandsgebots entsprechen. Somit können wir bei einer Wiedereröffnung unserer Spielstätten im Zusammenspiel mit zusätzlichen weitreichenden Maßnahmen einen optimalen Infektionsschutz für unsere Gäste und Beschäftigten gewährleisten“, versichert Dieter Kuhlmann, der als Vorstand für die Spielbetriebe verantwortlich ist.

Die andere Sicht: Fachverband Glücksspielsucht

Dagegen sieht der Fachverband Glücksspielsucht in der Krisensituation eine unerwartete Möglichkeit für Spieler, auszusteigen. Die Vorsitzende Ilona Füchtenschnieder sprach im NDR von einer „traumhaften” Situation: „Wir nehmen wahr, dass Menschen sagen, das ist für mich eine Chance und ich kann das nutzen.‘”

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7382866?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Hygiene-Experten testen neue Filter bei Tönnies
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker