Ostwestfälische Firmen legen 1,1 Prozent zu – keine Prognose zu 2020
Industrie 2019 noch im Plus

Bielefeld (WB). Bis zum Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland sah es gar nicht so schlecht aus in Ostwestfalens Industrie. Im Jahr 2019 gab es ein leichtes Wachstum von 1,1 Prozent. Das teilte die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen am Dienstag mit. Für das laufende Jahr wagt die Kammer indes keine Prognose.

Mittwoch, 08.04.2020, 11:02 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 11:48 Uhr

„Eine seriöse Einschätzung ist zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht möglich“, sagt IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden. Das Problem sei, dass viele Unternehmen aufgrund geschlossener Absatzmärkte und unterbrochener Lieferketten die Produktion bis auf weiteres eingestellt oder reduziert hätten. Es sei daher unmöglich, halbwegs genau Schätzungen abzugeben. „Mitte Mai wissen wir erst, wie der März war.“

Im vergangenen Jahr konnte sich Ostwestfalens Industrie noch „auf hohem Niveau“ behaupten, sagt von der Heiden. „Damit lagen wir weiterhin besser als der Landesdurchschnitt.“ Der Kammer-Experte räumt aber auch ein: „Für manche Branchen wie die Automobilzulieferer oder die Bekleidungshersteller war bereits das vergangene Jahr ein schweres Jahr. Das wird sich durch den durch die Corona-Krise bedingten Shutdown noch verschärfen“.

Die Gesamtumsätze aller Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten im ostwestfälischen verarbeitenden Gewerbe betrugen 2019 rund 49,3 Milliarden Euro. Während die Auslandsumsätze um 2,2 Prozent auf knapp 18 Milliarden Euro stiegen, lagen die Inlandsumsätze nur um 0,5 Prozent über den Vorjahresumsätzen – bei 31,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 195.016 Frauen und Männer.

Die Kfz-Zulieferer verfehlten ihre Vorjahresumsätze um vier Prozent (2,4 Milliarden Euro), die Umsätze der zehn ostwestfälischen Bekleidungshersteller sanken um fast 15 Prozent auf 596 Millionen Euro.

Ostwestfalens umsatzstärkste Branche, die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln, konnten ihre Umsätze um 8,3 Prozent steigern – auf 10,4 Milliarden Euro. Auf Platz zwei folgt der Maschinenbau, wo die Umsätze aber bei 7,8 Milliarden Euro stagnierten. Ostwestfalens Möbelhersteller legten um 1,4 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro zu.

Die Hersteller elektrischer Erzeugnisse büßten 2,4 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro ein. Die Hersteller von Metallerzeugnissen (+0,5 Prozent auf 4,1 Milliarden) sowie die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren (-0,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro) lagen auf dem Umsatzniveau von 2018.

Industriestärkster Kreis bleibt der Kreis Gütersloh mit 21,7 Milliarden Euro (+3,9 Prozent) und 68.483 Beschäftigten. Es folgen die Kreise Minden-Lübbecke (-2,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro), Herford (+0,1 Prozent auf 7,3 Milliarden) und Paderborn (-1 Prozent auf 6 Milliarden). In Bielefeld stagnierte die Industrie bei 4,7 Milliarden, im Kreis Höxter sanken die Industrieumsätze um 0,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

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