Kontaktverbote belasten auch die Hersteller von Spielwaren
Osterhasen schon mit Rabatt

Bielefeld (WB). Der Lebensmittelhandel hat derzeit alle Hände voll zu tun. So lässt sich vermuten, dass es der Branche auch wirtschaftlich gut geht. Doch das gilt nicht für alle Bereiche. Es gibt Sortimente, da tut sich auch der Lebensmittelhandel unter den jetzigen Bedingungen des Kampfes gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus schwer. Dazu zählt derzeit vor allem der Verkauf von Schoko-Osterhasen und ähnlichen Saisonartikeln, die deshalb schon jetzt vielfach mit Rabatt verkauft werden .

Montag, 06.04.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 06:52 Uhr
Osterhasen aus Schokolade, hier in buntes Papier interessant eingewickelt, verkaufen sich derzeit im Lebensmittelhandel eher schlecht. Offenbar fehlt es an Nachfrage seitens von Großeltern, Paten und Freunden. Foto: dpa

Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des OWL-Handelsverbandes, führte dies am Sonntag vor allem auf die Besuchseinschränkungen zurück: „Wenn Großeltern, Paten und Freunde sich am Festtag nicht treffen können, haben sie auch keine Veranlassung, Osterhasen und kleine Geschenke einzukaufen.“ Man könne diese zwar auch im Päckchen verschicken oder vor der Haustür abstellen; aber sicher werde dies nicht in der gleichen Menge geschehen wie in „normalen Jahren“.

Für Spielwarenbranche wie ein „kleines Weihnachtsfest“

Die Woche vor Ostern gehört traditionsgemäß nicht nur im Lebensmittelhandel zu den umsatzstärksten im Jahr, sagt Kunz. Auch für Parfümerien und vor allem für den Spielwaren-Fachhandel sei diese Zeit wie ein „kleines Weihnachtsfest“. Nun fielen auch diese Einnahmen komplett weg.

Eine andere Einschränkung wirkt sich dagegen vermutlich erneut positiv auf die Verbrauchermärkte aus. Da die Gastronomie, für die die Festtage auch eine wichtige Einnahmequelle darstellen, weiterhin geschlossen sind, geht Kunz davon aus, dass der eigentliche Lebensmittelverkauf deutlich über dem Vorjahresniveau liegen wird. Die Händler appellierten deshalb an die Kunden, ihre diesbezüglichen Einkäufe nicht auf den letzten Tag zu verschieben: „Damit tragen sie auch dazu bei, dass es nirgendwo zu langen Schlangen kommt.“

Trend zum „One-Stopp-Shopping“

Die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtet aktuell zudem von einem Trend zum „One-Stopp-Shopping“. Weil sich die Einkaufszeiten insgesamt verlängerten und sicher auch um einer Ansteckungsgefahr durch die Begegnung mit anderen Käufern vorzubeugen, tendierten viele Verbraucher dazu, alles in einer Stelle zu kaufen. Außerdem meint das Fachmagazin, erkennen zu können, dass die Hamsterkäufe vorbei seien. Das allerdings kann Kunz aus Sicht des OWL-Einzelhandels nicht bestätigen – „zumindest nicht beim Toilettenpapier“.

Im Übrigen blickt der gesamte Handel gespannt auf den Dienstag nach den Osterfeiertagen. Dann wird erwartet, dass die Regierungen neu über die Regelungen für die Kontaktverbote und damit auch über die Bedingungen entscheiden, unter denen Einzelhandel in Deutschland stattfinden kann. Es ist kein Geheimnis, dass vor allem Bekleidungsgeschäfte darauf dringen, dass auch sie wieder öffnen dürfen – zu ähnlichen Bedingungen, unter denen schon etwa Bau- und Gartenmärkte zugänglich sind.

Unser Kommentar zum schleppenden Verkauf von Saisonartikeln zum Osterfest.

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