Wirtschaft Der erste Job: Tipps für Berufseinsteiger

Die Ausbildung oder das Studium sind beendet, jetzt heißt es: in der Arbeitswelt ankommen. Bis zur ersten Festanstellung gilt es einige Hürden zu nehmen und die fachlichen Kompetenzen zu erweitern. Doch auch nach Abschluss des ersten Arbeitsvertrages gibt es ein paar Dinge zu beachten und zu regeln. Dieser Artikel gibt wertvolle Tipps, wie Berufseinsteiger ihren Start im Berufsleben meistern.

Bis zum ersten Job erwarten Berufseinsteiger einige Herausforderungen.
Bis zum ersten Job erwarten Berufseinsteiger einige Herausforderungen. Foto: stock.adobe.com © ponta

Vor der Jobsuche: Wünsche, Stärken und Kompetenzen kennen

Bevor es mit der Jobsuche und den Bewerbungen losgeht, ist es wichtig, sich zunächst selbst besser kennen zu lernen. Wie sehen die persönlichen Wünsche an einen geeigneten Job aus? Was sind die eigenen Stärken und Kompetenzen? Wer diese Fragen für sich beantworten kann, kann viel gezielter und damit viel erfolgreicher auf Jobsuche gehen als jemand, der querbeet und ohne klare Vorstellung sucht.

Grundsätzlich sollte man sich nicht blind auf jede freie Stelle bewerben. Allein schon aus dem Grund, weil man sich auch nicht für jeden Beruf interessiert oder die nötigen Qualifikationen mitbringt. Selbst ungeduldige Absolventen, die möglichst schnell ins Berufsleben einsteigen möchten, sollten immer prüfen, ob ein Stellenangebot auch zur eigenen Persönlichkeit passt oder ob man einfach nur die fachlichen Anforderungen erfüllt. Damit geht auch die Frage einher, welche Erwartungen man an den Job hat und ob er für den Weg zum langfristigen beruflichen Ziel sinnvoll ist.

Stärken und Kompetenzen ermitteln

Eine effektive Methode, um herauszufinden, welche die eigenen Stärken und Kompetenzen sind, ist das Ausschlussverfahren über Listen. Zunächst notiert man alles, was man kann, auf einer Liste – auch scheinbar unwichtige oder selbstverständliche Fähigkeiten. Davon werden die Fähigkeiten, die man besonders gut kann, auf eine weitere Liste geschrieben. Das können Fähigkeiten sein, die man sich durch ein Hobby angeeignet hat oder für die man immer wieder von anderen gelobt wird. Im nächsten Schritt werden aus den Fähigkeiten die ausgewählt, aus denen sich wiederum ein Berufswunsch ermitteln lässt.

Vor der ersten Festanstellung: Fachkompetenz ausbauen

Arbeitgeber verlangen in ihren Stellenausschreibungen meistens konkrete Fachkompetenzen und Berufserfahrung. Gerade in Bezug auf ein abgeschlossenes Studium ist es für Berufseinsteiger mitunter schwierig, die Forderungen zu erfüllen. Um auf dem Arbeitsmarkt zu punkten, lohnt es sich also, schon vor dem ersten richtigen Job die fachlichen Kompetenzen zu erweitern und Praxiserfahrungen zu sammeln. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich diese Qualifikationen anzueignen.

Im Praktikum können Absolventen wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln Foto: stock.adobe.com © fizkes

Praktikum

Ein Praktikum ist sicherlich nicht der attraktivste Start in das Berufsleben und nicht selten noch weit von dem eigentlichen Traumberuf entfernt. Allerdings kann ein Praktikum genau dafür die wichtige Basis sein.

Hier können Studierende und Absolventen wertvolle Praxiserfahrung sammeln und bekommen einen guten Einblick in die Arbeitsabläufe eines Unternehmens. Das kann dabei helfen, herauszufinden, ob der anvisierte Traumjob den bisherigen Vorstellungen entspricht oder doch eher nicht infrage kommt.

Volontariat

Ganz ähnlich verhält es sich mit einem Volontariat: Auch hier kann man sich Wissen aus der Berufspraxis aneignen und dem Traumjob dabei auf den Zahn fühlen. Einzige Unterschiede: Ein Volontariat dauert meistens wesentlich länger, man arbeitet eigenverantwortlicher und es wird besser bezahlt als ein Praktikum. Wie hoch der Lohn ausfällt, hängt aber immer vom Unternehmen ab.

In vielen Branchen, vor allem im Medienbereich, sind Volontariate üblich oder sogar Pflicht. Oft gibt es danach die Chance, übernommen zu werden. Daher kann ein Volontariat, wie auch ein Praktikum, der entscheidende erste Schritt für die Karriere sein.

Trainee-Programm

Wem ein Praktikum zu wenig, aber ein direkter Berufseinstieg noch zu viel ist, kann sich über ein Trainee-Programm allmählich an das Berufsleben herantasten. Trainees werden dazu ausgebildet, später eine bestimmte Position im Unternehmen zu übernehmen – ganz ähnlich einer Ausbildung.

Als Trainee wird an genau eingearbeitet und durchläuft alle Abteilungen, die für den späteren Posten wichtig sind. Auf die Art lernt man das Unternehmen und den Job gut kennen und bekommt nach und nach mehr Verantwortung. So ist der Übergang zum Berufseinsteiger fließend und das Unternehmen hat nach Ende des Trainee-Programms eine qualifizierte Fachkraft, die alle erwünschten und erforderlichen Fähigkeiten mitbringt.

Networking: Ein Netzwerk aufbauen

Wer schon während der Ausbildung oder des Studiums ein konkretes Berufsziel vor Augen hat, sollte aktiv werden und über verschiedene Plattformen frühzeitig mit potenziellen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die in der Wunsch-Branche tätig sind, in Kontakt treten. Auf Grundlage dieser ersten Kontakte in der Branche kann man sich nach und nach ein berufliches Netzwerk aufbauen.

Somit erhält man durch den Austausch wertvolle Informationen über die Branche und mögliche Jobaussichten und erfährt von Unternehmen, auf die man bei der Jobsuche später möglicherweise nicht gestoßen wäre. Außerdem wertet man durch die Kontakte das eigene Profil auf und erhöht so ebenfalls für später die Jobchancen.

Plattformen und Portale für die Kontaktaufnahme

Für das berufliche Networking können Berufseinsteiger verschiedene Online-Plattformen nutzen.

Eines der bekanntesten und wichtigsten beruflichen Netzwerke im deutschsprachigen Raum ist Xing. Hier präsentieren sich Unternehmen, Mitarbeiter und Jobsuchende mit einem Profil. Auf die Art können auch Auszubildende und Studenten frühzeitig auf sich aufmerksam machen.

Alles, was sie dafür tun müssen, ist ein Profil anzulegen und es mit den relevantesten Stationen aus dem Lebenslauf und den wichtigsten Informationen über die Fertigkeiten und die eigene Person zu füllen. Letzteres erfolgt über Tags, mit denen man von anderen Xing-Nutzern, sprich potenzielle Arbeitgeber oder Kollegen gefunden werden kann. Außerdem können Berufseinsteiger über den Xing-Stellenmarkt selbst auf die Suche nach geeigneten Jobs gehen und ihre Bewerbung direkt über das Netzwerk einreichen.

Ähnliche Optionen und Funktionen bietet LinkedIn mit dem Unterschied, dass dieses berufliche Netzwerk international aktiv ist – und damit ideal, um weltweit Kontakte zu knüpfen.

Durch Networking lassen sich die Jobchancen deutlich verbessern. Foto: stock.adobe.com © PointImages

Das Netzwerkprofil lässt sich dann noch mit einer Jobsuche über Jobportale wie Indeed, Stepstone oder Monster ergänzen. Auf Basis der gemachten Angaben vergleicht die Datenbank des Portals die Jobangebote mit dem persönlichen Profil. Die Stellenangebote, die am besten dazu passen, erhält man dann per E-Mail.

Umfassender Schutz: Absicherung ist wichtig

Mit dem Beginn des ersten richtigen Jobs verändert sich einiges im Alltag – und auch in Bezug auf den Versicherungsschutz: Während der Ausbildung oder des Studiums ist man in der Regel über die Eltern mitversichert. Als Arbeitnehmer müssen sich Berufseinsteiger selbst versichern.

Ein guter Versicherungsschutz ist sehr wichtig, schließlich kann immer etwas passieren. Ohne Versicherung können einen ein Unfall oder Sachschäden teuer zu stehen kommen. Allerdings ist es gerade für Berufsanfänger nicht notwendig, jede nur mögliche Versicherung abzuschließen. Längst nicht jede ist wirklich notwendig. Berufseinsteiger sollten sich in erster Linie gegen schwerwiegende Risiken absichern, die die eigene Gesundheit und Arbeitskraft beeinträchtigen können.

Versicherungen bieten finanzielle Unterstützung, wenn man selbst nicht arbeiten kann. Foto: stock.adobe.com © Dotan

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung zu haben, ist nicht nur wichtig, sondern auch verpflichtend. Als Angestellter ist man bis zu einem bestimmten Betrag pflichtversichert. Bei einem Gehalt, das über der Beitragsgrenze liegt, bzw. als Teil einer bestimmten Berufsgruppe muss man sich privat krankenversichern.

Da das Gehalt eines Berufseinsteigers in der Regel nicht so hoch ausfällt, sind sie gesetzlich versicherungspflichtig und müssen sich demnach bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Ein bestimmter Prozentsatz des Einkommens geht dann als Versicherungsbeitrag an die Krankenkasse.

Die Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es, im Krankheitsfall die Kostendeckung für die medizinische und ärztliche Versorgung sicherzustellen. Die Leistungen der Krankenkasse dienen der Förderung der Gesundheit und der Vermeidung von Krankheiten bei den Versicherungsnehmern.

Das Ganze ist gesetzlich geregelt. Aus diesem Grund ist der Leistungsumfang der verschiedenen Krankenkassen größtenteils identisch, ebenso die Beiträge. Unterschiede gibt es allerdings bei den freiwilligen Zusatzleistungen und Bonusprogrammen. Diese sollten bei der Wahl der Krankenkasse berücksichtigt werden.

Unfallversicherung

Eine weitere wichtige, wenn auch nicht gesetzlich verpflichtende Versicherung ist die Unfallversicherung. Diese Versicherung kommt für viele Kosten auf, die durch einen Unfall entstehen. Dazu gehören die medizinische Erstversorgung, der Krankentransport, die Kosten für nötige Behandlungen und Hilfsmittel, aber auch Kosten, die bei längerfristigen Verletzungen oder dauerhaften Schäden durch einen Unfall aufkommen, etwa Schmerzens- und Pflegegelder.

Die Kosten für kosmetische Operationen und Reha-Maßnahmenträgt ebenfalls die Unfallversicherung. Sie greift aber auch dann, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung eine berufliche Umschulung machen muss. Im Todesfall übernimmt die Unfallversicherung mit dem sogenannten Sterbegeld die Bestattungskosten. Ohne den Versicherungsschutz muss man selbst bzw. die Hinterbliebenen für die Kosten aufkommen, was durchaus schwerwiegende finanzielle Folgen nach sich zieht.

Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die der Versicherungsnehmer selbst verursacht hat. Das können Personenschäden, Sachschäden oder auch Vermögensschäden sein. Ohne eine solche Versicherung können unter Umständen horrende Summen anfallen, die für die Entschädigung berechnet werden. Daher ist eine Haftpflichtversicherung für jeden ein Muss.

Ganz besonders bei Personenschäden kann das für Berufseinsteiger schnell den finanziellen Ruin bedeuten, weil die Forderungen für Schadensersatz und Schmerzensgeld in der Regel hoch ausfallen. Daraus können sich lebenslange finanzielle Verpflichtungen ergeben, wenn beispielsweise die betroffene Person durch den Schaden langfristig auf Hilfe angewiesen ist.

Für verschiedene Sachlagen bzw. Schadensfälle gibt es unterschiedliche Versicherungsmodelle. Zu den Haftpflichtversicherungen, die jeder haben sollte, gehören die Privathaftpflichtversicherung, die Schäden aus Situationen des täglichen Lebens abdeckt. Wer ein Auto hat, muss außerdem zwingend eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Diese deckt Schäden ab, die durch den Gebrauch des Fahrzeugs entstanden sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer gerade erst begonnen hat, in einem festen Job zu arbeiten, und sich fit und vital fühlt, denkt in der Regel nicht daran, dass sich bald etwas an diesem Zustand ändern könnte oder dass man sogar berufsunfähig wird. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung steht daher für die meisten Arbeitnehmer nicht auf der Prioritätenliste ihrer Pflichtversicherungen.

Dabei ist es in vielerlei Hinsicht sinnvoll , eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Viele Arbeitnehmer unterschätzen das Risiko, berufsunfähig zu sein. Dabei kann es ausnahmslos jeden treffen. Es besteht immer die Gefahr, durch Krankheit, Verletzungen oder ähnliches den Beruf für lange Zeit oder aber dauerhaft nicht mehr ausüben zu können. Inzwischen wird jeder Vierte im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Die Ursachen dafür sind längst nicht mehr nur körperlicher, sondern immer häufiger auch psychischer Natur.

Mit der Berufsunfähigkeit entfällt auch das Einkommen Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen erhalten, reicht meist nicht einmal zur Grundsicherung aus. Wer aber für den Ernstfall abgesichert ist, erhält monatlich die vereinbarte Rentensumme von der Versicherung – und das für die gesamte Dauer der Berufsunfähigkeit, maximal bis zum Ende der Leistungsdauer, wobei auch die vom Versicherungsnehmer festgelegt wird.

Gehaltsverhandlungen: Den eigenen Marktwert kennen

In Bezug auf das Gehalt sind Berufseinsteiger oftmals zu genügsam. Sie nehmen einfach das erstbeste Lohnangebot an, das der Arbeitgeber ihnen macht. Dabei kann und sollte man auch schon bei, ersten Job selbstbewusst in die Gehaltsverhandlungen reingehen und sich trauen, mehr zu verlangen, als der Arbeitgeber anbietet. Ganz nach der Devise: Das erste Angebot ist nie das letzte.

Arbeitgeber nutzen gerne endgültige Formulierungen, um es gegenüber Mitarbeitern, die es nicht besser wissen oder keine Erfahrung haben, so darzustellen, als gebe es keinen Verhandlungsspielraum. Was viele, gerade Berufseinsteiger, dabei unterschätzen, ist die Tatsache, dass nicht nur sie den Job wollen, sondern dass auch das Unternehmen sie als Arbeitskraft will.

Wer sich vorab gründlich informiert, hat gute Chancen auf ein höheres Gehalt. Foto: stock.adobe.com © contrastwerkstatt

Daher ist es wichtig, den eigenen Marktwert zu kennen und dementsprechend die Gehaltsvorstellungen anzusetzen. Das sollte natürlich nicht nach Gutdünken geschehen. Berufseinsteiger sollten sich vorab genau kundig machen, was typischerweise in der Branche gezahlt wird und welches Gehalt mit den eigenen Qualifikationen möglich bzw. realistisch ist.

Dadurch hat man eine gute, nachvollziehbare Grundlage, um das Gehalt nach oben zu treiben. Man sollte bei den Gehaltsverhandlungen grundsätzlich immer mehr draufschlagen als man eigentlich möchte. So kann der Arbeitgeber das Gehalt herunterhandeln und man hat am Ende trotzdem etwa den Wunschbetrag.

Clever verhandeln für die Gehaltserhöhung

Im Laufe des Berufslebens kann man mit einer geschickten Verhandlung mit dem Vorgesetzten das Gehalt erhöhen. Wichtig dabei ist, gute Argumente zu liefern, warum eine Lohnerhöhung angebracht ist. Dafür ist gute Vorbereitung gefragt.

Man sollte dabei auch konkrete Leistungen verweisen, die das Unternehmen vorangebracht haben oder über das hinaus gehen, was für die Position vorgesehen ist. In diesem Fall kann die Lohnerhöhung automatisch im Rahmen einer Beförderung erfolgen.

Mentoring: Von einem Vorbild lernen

In der Einarbeitungsphase erfahren Berufseinsteiger alles Wichtige über ihre Tätigkeit. Sie lernen ihre Kollegen, die typischen Arbeitsabläufe und gegebenenfalls die benötigten Programme oder Geräte kennen. Doch darüber hinaus gibt es noch viel mehr zu lernen.

Dieses Wissen kann man sich über die steigende Berufserfahrung aneignen. Es ist aber durchaus sinnvoll, sich schon frühzeitig um die Kenntnisse zu bemühen, anstatt erst viele Fehler zu machen. Aus diesem Grund ist es für Berufseinsteiger ratsam, sich am Arbeitsplatz genau umzuschauen, die Menschen aus der eigenen Abteilung zu beobachten und sich einen Mentor zu suchen.

Das sollte ein Kollege oder eine Kollegin sein, der bzw. die eine tolle Art hat, motiviert, mitreißt und inspiriert. Wer ist besonders gut im Umgang mit den Kunden, Vorgesetzten oder anderen Kollegen? Wessen Arbeitsweise und Ansätze zur Problemlösung sind besonders effizient?

Das Mentor-Wissen für die Karriere nutzen

Von solchen Kollegen kann man schon allein durch Abschauen und Nachmachen ungemein viel lernen und sich dadurch wichtige Fertigkeiten aneignen, um selbst im Job besser zu werden. Auf diese Weise kann man schon zu Beginn der beruflichen Laufbahn die spätere Karriere beeinflussen – einfach, weil man Arbeitstechniken und Umgangsformen schneller gelernt hat als andere Berufseinsteiger der gleichen Branche.

Deswegen sollten Berufseinsteiger nach potenziellen Mentoren Ausschau halten und sie ganz bewusst in ihren Berufsstart einbeziehen. Das kann sozusagen anonym vonstattengehen, ohne dass der betreffende Kollege oder die Kollegin etwas davon weiß. Noch besser ist es aber, sie oder ihn direkt auf die Vorbildrolle anzusprechen. Das wird vom Gegenüber sicherlich sehr positiv aufgenommen und ebnet den Weg zu einem guten kollegialen Verhältnis – und weiteren Hilfsangeboten.

Fettnäpfchen vermeiden: Mögliche Peinlichkeiten im Job

Wer die Bewerbungsphase erfolgreich hinter sich gebracht und auch das Vorstellungsgespräch gemeistert hat, kann sehr stolz auf sich sein. Der Weg in das Berufsleben ist geebnet. Allerdings sollte man sich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Es gilt noch eine letzte Hürde zu meistern: die Probezeit, die zwischen drei und sechs Monaten dauert. In der Zeit heißt es: sich von der Seite zu zeigen, schwierige Situationen zu meistern und im Unternehmen anzukommen. Das ist oft leichter gesagt als getan, denn es lauern viele Fettnäpfchen, die man möglichst vermeiden sollte.

Wer schon am ersten Tag zu spät zur Arbeit kommt, hinterlässt keinen guten Eindruck. Foto: stock.adobe.com © Kateryna

Die größten Fettnäpfchen für Berufseinsteiger

Der erste Punkt, bei dem es bei vielen Berufseinsteigern kritisch wird, ist das unpünktliches Erscheinen. Schon vorab lässt sich klären, wie die Arbeitszeiten sind. Gerade am ersten Tag sollte man lieber eine Bahn früher nehmen, um auf jeden Fall rechtzeitig anzukommen.

Ein weiteres Fettnäpfchen ist unpassende Kleidung. Wer sich nicht an den üblichen Dresscode hält, fällt schnell unangenehm auf. Grundsätzlich sollte man sich zuerst lieber etwas zu schick kleiden als zu leger und sich danach an dem orientieren, was die Kollegen tragen.

Auch unangemessenes Auftreten kommt nicht gut an. Wer offen und kommunikativ ist, sollte sich in den ersten Tagen etwas zurückhalten und erst einmal in Ruhe herausfinden, welcher Kommunikationsstil im Unternehmen gepflegt wird. Wie gehen Kollegen und Vorgesetzte miteinander um? Das persönliche Kommunikationsbedürfnis lässt sich am besten stillen, indem neue Mitarbeiter viel Interesse zeigen und Fragen stellen, beispielsweise beim gemeinsamen Mittagessen.

Ein weiterer Fettnapf ist fehlendes Vorstellen. Oft werden Neuzugänge bei einem Rundgang durch die Abteilung oder bei einem Meeting vorgestellt. Doch nicht immer sind dann auch alle Mitarbeiter der Abteilung da. Um nicht unhöflich zu wirken, sollte man sich bei allen Abteilungskollegen und -kolleginnen persönlich mit vollem Namen vorstellen.

Dabei gerät man schnell in das nächste Fettnäpfchen: die falsche Anrede. Wie sich Mitarbeiter anreden, hängt sehr von der Art des Unternehmens ab - von seinen Hierarchien, seinen Traditionen und der Branche. Generell sollten Neulinge am ersten Tag niemanden duzen, es sei denn, es wird ihnen angeboten. Besondere Vorsicht gilt in Unternehmen, in denen Du und Sie nebeneinander laufen. Aber: Wenn sich alle duzen, muss man sich anpassen. Alles andere wirkt unsympathisch. Wer die Fettnäpfchen-Fallen zu umgehen weiß und sich engagiert und motiviert zeigt, hat gute Chancen, nach der Probezeit übernommen zu werden.

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