Abbau von 200 Stellen bis 2022 in Gütersloh ohne betriebsbedingte Kündigungen
Standortsicherungsvertrag bei Miele

Gütersloh (WB), Die Unternehmensführung des Gütersloher Hausgeräteherstellers Miele, die IG Metall und der Betriebsrat haben einen Sondertarifvertrag zur Standort- und Zukunftssicherung des Gütersloher Waschmaschinenwerkes GTG abgeschlossen. Am Diensttag wurde er von den beteiligten Parteien inklusive der dazugehörigen Betriebsvereinbarung unterschrieben. Er tritt am 1. Mai 2020 in Kraft und hat eine Laufzeit bis Ende 2022.

Mittwoch, 01.04.2020, 15:10 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 15:12 Uhr
Miele-Waschmaschinenfertigung in Gütersloh. Foto: Miele

Bis zu diesem Zeitpunkt sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Auszubildende erhalten zudem einen unbefristeten Übernahmevertrag. Gleichzeitig aber soll die Mitarbeiterzahl in dem Gerätewerk von 2108 auf im Jahresdurchschnitt 1900 sinken. Dazu wird Miele das Angebot von Altersteilzeit erweitern, die Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung ausbauen und den standortübergreifenden internen Stellenmarkt intensivieren. Hinzu kommen flexiblere Schichtmodelle und die teilweise Anrechnung außertariflicher Vergütungen mit künftigen Tariferhöhungen.

Jahresproduktion mindestens 600.000 Waschmaschinen

Außerdem verpflichtete sich die Geschäftsleitung zu Investition in zukunftsorientierte digitale Technologien und Arbeitsformen. Die Waschmaschinenproduktion in Gütersloh soll Innovations- und Leitwerk bleiben. Gleichzeitig wird es aber in einen Verbund mit dem neuen Werk im polnischen Ksawerów eingebunden. Der Vertrag schreibt fest, dass künftig mindestens 600.000 Geräte in Gütersloh hergestellt werden. Das sind vor allem hochwertige Waschmaschinen und Waschtrockner sowie gewerblich genutzte Wäschepflegegeräte. In Polen sollen dagegen einfachere Waschmaschinen in der Einstiegsklasse produziert werden.

„Die ausgehandelten Vereinbarungen sind ein wichtiger Baustein für ein modernes und leistungsfähiges Werk GTG als Innovations- und Leitwerk für die Wäschepflege“, sagt Arnt Vienenkötter, Leiter des Geschäftsbereichs Waschmaschine. Zugleich sei es gelungen, einen Rahmen für notwendige Anpassungen zu schaffen.

Miele, 1899 als Familienunternehmen gegründet, fertigt neben Waschmaschinen auch Geschirrspüler und Staubsauger insbesondere im Werk in Bielefeld sowie Kühlschränke und Geräte zum Kochen, Backen, Dampfgaren, und zur Kaffeezubereitung. Hinzu kommen Maschinen zum Reinigen, Desinfizieren und Sterilisieren von medizinischen Geräten und Laboren. Zu den Produktionsstandorten in Deutschland kommen zwei Betriebe in Italien sowie je ein Werk in Österreich, Tschechien , China, Rumänien und Polen. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2018/19 rund 4,16 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt der Konzern etwa 20.500 Mitarbeiter, 11.050 davon in Deutschland.

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