Wirtschaft
Spitze in Deutschland: Darum ist NRW bei inländischen und internationalen Firmen erfolgreich

Kaum ein Bundesland stellt einen so attraktiven Standort für inländische und internationale Unternehmen wie Nordrhein-Westfalen dar. Nicht nur große deutsche Konzerne wie die Lufthansa, die Deutsche Telekom oder die Deutsche Post haben ihren Hauptsitz im Bundesland. Doch auch bei den ausländischen Direktinvestitionen liegt NRW an der Spitze. Woher kommt die Attraktivität des Standorts? Ein Blick auf erfolgreiche Unternehmen, Förderung und mehr.

Mittwoch, 01.04.2020, 14:29 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 14:35 Uhr
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Spitzenklasse in Deutschland

NRW gehört als Bundesland im Herzen Europas nicht einfach nur mit zu den erfolgreichsten Standorten in der Bundesrepublik; nach vielen Messkriterien ist Nordrhein-Westfalen sogar das attraktivste Bundesland für internationale Unternehmen. Der Hauptgrund für die Beliebtheit des Bundeslands stellt neben der seiner Nähe zu Nachbarländern wie Belgien oder der Niederlande in erster Linie die gut ausgebaute Infrastruktur dar. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2017 sogar auf 172,5 Milliarden Euro; damit liegt NRW vor Hessen (163,5 Milliarden) und Bayern (137,5 Milliarden) auf dem deutschlandweit ersten Platz. Viele ausländische Unternehmen haben einen Sitz oder Tochterfirmen in NRW, wie zum Beispiel Ericsson, Ford oder LG Electronics. Ein Grund hierfür ist ebenso die große Zahl an Fachkräften im Bundesland: Der Wirtschaft in NRW stehen (Stand 2018) 5,94 Millionen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung, mehr als in beinahe jedem anderen Bundesland. Dies treibt den Erfolg der Firmen.

Ein sehr gutes Beispiel für internationalen Erfolg ist L’Oréal. Der französische Hersteller von Konsumgütern und größte Kosmetikhersteller der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris - der Deutschlandsitz des Konzerns befindet sich allerdings in Düsseldorf. Im aktuellen Geschäftsjahr konnte L’Oréal einen Umsatz von 22,53 Milliarden Euro verbuchen. Der Aktienkurs liegt, Stand Anfang März 2020, bei 251,50 Euro. Derartige Erfolgsgeschichten freuen auch die Anwohner der Region. Denn umsatzstarke Konzerne wie L’Oréal beeinflussen selbstverständlich auch die Trader aus Düsseldorf und Köln: Für Anleger aus NRW sind solche Firmen äußerst attraktiv und eine Möglichkeit, am Erfolg der Region teilzuhaben. Allerdings gibt es hier auch eine Herausforderung: die hohen Aktienpreise für einige erfolgreiche Unternehmen. Aufgrund dieser Preise entscheiden sich viele Trader zum Beispiel vermehrt für den CFD-Handel. CFDs sind Differenzkontrakte, die nicht zuerst physisch gekauft werden müssen, weswegen sie für Trader unter diesen Umständen äußerst attraktiv sind. Zudem kann beim CFD-Handel ein Hebel eingesetzt werden - die Anleger müssen also dank des Einsatzes von Fremdkapital weniger investieren, was bei teuren Firmenkursen extrem hilfreich ist, können aber ebenso hohe Gewinne einfahren. Dafür ist jedoch auch das Risiko erhöht. Im Gegensatz zum Aktienkauf können CFD-Trader zudem dank der Möglichkeit, short zu gehen (also auf fallende Kurse zu setzen), selbst dann einen Gewinn erwirtschaften, wenn eine Firma zum Beispiel kurzfristige Umsatzeinbußen hinnehmen muss. Diese Möglichkeiten locken die Anleger. Und das wiederum hilft international tätigen Firmen - diese profitieren nämlich davon, wenn sie am CFD- und Aktienmarkt stark nachgefragt werden.

Und nicht nur L’Oréal sorgt für Aufsehen. Ein weiteres Beispiel für internationalen Erfolg in NRW wäre PICNIC, der Gewinner des NRW.INVEST Awards. Das 2015 in den Niederlanden gegründete Unternehmen beschäftigt inzwischen rund 400 Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen, an den Standorten Düsseldorf, Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und in Viersen. PICNIC beliefert Stand Februar 2020 in Deutschland ausschließlich Orte in NRW: Das Unternehmen ist ein Online Supermarkt, welcher seinen Kunden Lebensmittel ohne Versandkosten direkt an die Haustür liefert. In Holland ist PICNIC weithin bekannt, beliefert es dort doch inzwischen bereits 175.000 Haushalte mit Nahrungsmitteln.

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Auch einheimische Unternehmen erfolgreich

Doch woher kommt der Erfolg internationaler Firmen? Nordrhein-Westfalen hat vor allem eine extrem gute Infrastruktur: Regionen wie das Ruhrgebiet sind dicht besiedelt und weisen auch eine hohe Dichte an Unternehmen auf. Das lockt weitere Konzerne, da sie auf die in NRW bereits ansässigen Partner, Zulieferer und Verkehrswege zugreifen können. Auch viele heimische Unternehmen zeigen, wieso NRW als Standort so gut funktioniert. Uniper zum Beispiel, das 2018 einen Umsatz von 78,2 Milliarden Euro erzielen konnte und seinen Sitz in Düsseldorf hat: Das Energieversorgungsunternehmen beschäftigt rund 11.000 Mitarbeiter in insgesamt mehr als 40 Ländern, fühlt sich in Nordrhein-Westfalen aber weiterhin hervorragend vernetzt. Auch Dr. Oetker veranschaulicht diese Tatsache gut: Der deutsche Familienkonzern hat seinen Hauptsitz in Bielefeld, setzt jährlich über sieben Milliarden Euro um und hat 31.000 Angestellte. Zur Oetker-Gruppe gehören inzwischen mehr als 400 Firmen aus unterschiedlichen Branchen - die maßgeblich von den guten Bedingungen im Bundeslanf profitieren.

Fazit

Nordrhein-Westfalen ist so erfolgreich wie kaum ein anderes Bundesland, wenn es um inländische und ausländische Investitionen geht. Unternehmen wie L’Oréal, PICNIC, Dr. Oetker und Uniper zeigen dies deutlich. Die Gründe hierfür liegen in einer guten Infrastruktur im Herzen Europas, einer großen Zahl an Fachkräften und dem Ruf, den NRW sich mittlerweile weltweit bei Unternehmen aufgebaut hat.

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