Bearbeitung der Anträge beim Regierungspräsidium – Kammern beraten
Milliarden-Soforthilfe in OWL

Detmold/Bielefeld (WB). Die nordrhein-westfälische Landesregierung rechnet mit mehreren hunderttausend Anträgen von Unternehmen auf sofortige finanzielle Unterstützung durch die Land und Bund. Mit der Bearbeitung der Anträge wurden die fünf Bezirksregierungen beauftragt – im Falle von Ostwestfalen-Lippe das Präsidium in Detmold. Insgesamt sollen fast 700 Beschäftigte der Landesverwaltung eine schnelle und unbürokratische Bearbeitung sicherstellen.

Samstag, 28.03.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 08:48 Uhr
Das Regierungspräsidium informiert auch im Internet – ebenso die Wirtschaftskammern. Foto: Oliver Horst

Gleichwohl seien Zahlungseingänge nicht vor dem Ende der kommenden Woche möglich. Die Frist, während der die Anträge eingereicht werden können, wurde noch am Freitag vom NRW-Wirtschaftsministerium von Ende April auf 31. Mai 2020 verlängert.

Für den Fall, dass es in Folge einer hohen Zahl von Anträgen zu Überlastungen der Internetseite kommen werde, bat die Bezirksregierung die Antragsteller schon am Freitag um Geduld. Beantragt werden können

– von Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten 9000 Euro aus dem Bundesetat,

– mit bis zehn Mitarbeitern 15.000 Euro ebenfalls von Bund und

– mit bis zu 50 Beschäftigten 25.000 Euro aus der NRW-Landeskasse

Dabei muss nur eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

– Wegfall von mehr als der Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Coronakrise ,

– Halbierung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat,

– eine massive Einschränkung des Betriebs durch behördliche Anordnung oder

– wegen der Coronakrise fehlende Liquidität, um etwa Verpflichtungen für Mieten, Krediten für die Betriebsräume oder Leasingraten nachkommen zu können.

Bei Antragstellung müssen Ausweis oder Reisepass, Handelsregisternummer, Steuernummer des Unternehmens und Steueridentifikationsnummer des Eigentümers, Anzahl der Beschäftigten und die Bangverbindung für die Auszahlung zur Hand sein.

Der Antrag kann online unter https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020 ausgefüllt werden. Sollte es Probleme oder Fragen hinsichtlich Voraussetzungen, Antragsweg, Höhe und Staffelung der Auszahlung geben, stehen die Berater der Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold sowie der OWL-Handwerkskammer diesmal sogar am Samstag und ansonsten zu den üblichen Dienstzeiten zur Verfügung.

Wie Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, am Freitag erläuterte, hat allein die Kammer in Bielefeld seit vergangener Woche mehr als 2000 Anfragen wegen Unterstützung erhalten. Nach einer Blitzumfrage der OWL-Handwerkskammer befürchte jeder zweite Betrieb in Ostwestfalen-Lippe Liquiditätsengpässe. Hauptgeschäftsführer Jens Prager bittet die Betriebe, die noch ein paar Tage ohne Überbrückung auskommen können, ihre Anträge erst in den kommenden Wochen zu stellen. Die Antragsfrist laufe bis zum 31. Mai. Es sei gewährleistet, dass alle bis dahin eingehenden Anträge Berücksichtigung fänden, so Prager.

Hilfsangebote der Wirtschaftskammern

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen hat eine Hotline zur Soforthilfen für Soloselbstständige und Betriebe bis 50 Mitarbeiter eingerichtet. Sie ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr, freitags von 8.30 bis 15 Uhr sowie diesen Samstag von 10 bis 15 Uhr erreichbar unter 0521/554-450. Weitere Informationen unter: www.ostwestfalen.ihk.de/corona

Die Handwerkskammer OWL hat eine Corona-Hotline eingerichtet, die unter der Telefonnummer 0521/5608-444 sowie per E-Mail unter beratung@hwk-owl.de erreichbar ist. Mitgliedsbetrieben steht diese neben den üblichen Öffnungszeiten auch an diesem Samstag zwischen 8 und 16 Uhr zur Verfügung. Weitere Infos unter: www.handwerk-owl.de

 

 

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