Haller Modekonzern steht nach überstandener Insolvenz vor neuer Herausforderung
Gerry Weber kämpft mit der Corona-Krise

Halle (WB). Nach gerade erst zum Jahreswechsel überstandener Insolvenz in Eigenverwaltung sieht sich der Haller Damenmodekonzern Gerry Weber mit der nächsten Krise konfrontiert. Die Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus treffen das Unternehmen, wie die gesamte Modebranche, schwer. Alle 200 eigenen Läden in Deutschland sind geschlossen, dazu viele der weiteren weltweit 500 selbstgemanagten Verkaufsflächen und natürlich auch Shops der Fachhändler. Für das eigene Verkaufspersonal – mehrere Hundert Beschäftigte – werde Kurzarbeit angemeldet, teilte der Konzern am Freitag mit, der insgesamt 3400 Mitarbeiter beschäftigt. Ob dies auch für weitere Bereiche geprüft wird, ließ Gerry Weber offen.

Samstag, 21.03.2020, 03:09 Uhr aktualisiert: 21.03.2020, 05:00 Uhr
Die Zentrale des Damenmodekonzerns Gerry Weber in Halle. Foto: Oliver Schwabe

„Der Handel braucht ein Entgegenkommen seitens der Vermieter“

„Die Ladenschließungen treffen uns natürlich hart, denn wir haben aufgrund dieser Maßnahme nahezu null Umsatz über unsere Vertriebskanäle im eigenen Retail sowie unsere Partner im Fachhandel“, sagt Interims-Vorstandschef Alexander Gedat, der vor einem Monat vom Aufsichtsratsvorsitz an die Konzernspitze gewechselt ist . Das gleiche Problem habe die gesamte Branche. „Nur mit Strategien, die wir nun partnerschaftlich-konstruktiv und auch kreativ entwickeln, haben wir jetzt alle noch eine Chance. Dazu zählt sicherlich auch ein Entgegenkommen seitens der Vermieter gegenüber dem Handel.“

Interims-Vorstandschef Alexander Gedat.

Interims-Vorstandschef Alexander Gedat.

Noch kein spürbarer Anstieg bei Onlinebestellungen

Gerry Weber könne aktuell „noch keinen spürbaren Anstieg“ im Onlinehandel feststellen. Anfang der Woche hatte es geheißen, dass die Branche auch hier Umsatzrückgänge von 20 bis 30 Prozent registriere. Der Bonuskarten-Betreiber Payback hat dagegen nun ein steigendes Interesse registriert an Onlineshops für Mode, aber auch Sportbekleidung, Kinderspielzeug, Tierbedarf sowie Büroartikel.

„Wir glauben und hoffen, dass die Lust der Menschen auf qualitativ hochwertige Mode wieder steigt, auch angesichts des beginnenden Frühlings“, sagt Gedat. „Für den Fall sind wir online bestens aufgestellt. Insgesamt haben wir unsere gesamte Kompetenz gebündelt, um der Krise durch das Corona-Virus zu begegnen.“

Gerry Weber sei durch die Umstrukturierung der vergangenen zwei Jahre „schlank und flexibel aufgestellt“. Das Unternehmen bündele seine Kompetenz, um auch der Corona-Krise zu begegnen. Gedat: „Wir glauben fest an unsere Mitarbeiter, mit denen wir schon durch schwierige Zeiten gegangen sind, und an die Marke Gerry Weber.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7336341?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
In 50 Jahren elf Millionen Besucher begeistert
Viele Eltern haben einen überdachten Spielplatz vermisst. Im Spätsommer soll aus der ehemaligen Ausstellungsscheune (2.v.l.) ein Indoor-Spielplatz für Kinder werden, bei dem unter anderem ein Heuwagen zum Spielen und Klettern einlädt.
Nachrichten-Ticker