Wirtschaft
Immobilie finden: Diese Schritte sind sinnvoll

Selbst in Ostwestfalen ist es nicht leicht, eine geeignete Immobilie zu finden. Gerade in beliebten Lagen ergeben sich Probleme aufgrund der hohen Nachfrage. Hinzu kommt, dass durch die niedrigen Zinsen bei Baufinanzierungsprojekten die Nachfrage allgemein steigt und somit auch Käufer auftreten, die sonst nicht in dieser Region suchen würden. Ostwestfalen ist eine beliebte Ferienregion, sodass einzige Häuser den Schritt vom Wohn- zum Ferienhaus machen. Aber wie können Käufer ihre Immobilie finden und welche Schritte sind sinnvoll?

Mittwoch, 04.03.2020, 05:34 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 10:37 Uhr
Immobilien in Großstädten wie Berlin sind für Normalverdiener kaum noch erschwinglich. doch wie sieht es mit Immobilien in Ostwestfalen aus? Foto: Jonas Denil / Unsplash.com

Suche auf eigene Faust

Die erste eigenständig durchgeführte Suche ist immer zu empfehlen. Hier geht es nicht einmal darum, sogleich das Haus zu finden, sondern darum, einen allgemeinen Blick für den Markt zu erhalten. Denn sicherlich weiß jeder Interessent ungefähr, was ihm vorschwebt, doch was der Markt bietet, ist oft die andere Seite der Medaille. Daher gilt:

-      Online-Portale – sie sind gerade in den ersten Tagen der Immobiliensuche ein Paradies. Da auf den Portalen Objekte grundsätzlich nicht nur mit einem beschreibenden Text, sondern auch mit Bildern und der Preisvorstellung eingestellt werden, können Interessenten schon vorab einen virtuellen Rundgang machen. Der Pluspunkt: Auch Makler nutzen diese Portale, um Verkaufsobjekte einzustellen. Anhand dieser Anzeigen lässt sich gut erkennen, welcher Makler zu einem selbst passen könnte.

-      Zeitungsanzeigen – über sie werden ebenfalls Immobilien vertrieben. Das Problem ist, dass der Anzeigenplatz eng begrenzt ist und keine großartigen Informationen preisgegeben werden können. Auch lässt sich nicht immer ermitteln, wo genau die Immobilie liegt.

Diese Art der Suche ist wirklich sinnvoll, um selbst ein Gespür für Häuser zu erhalten. Natürlich können auch Besichtigungen vereinbart werden, wenn ein passendes Objekt dabei ist. Oftmals hilft die selbstständige Suche jedoch dabei, seine Vorstellungen zu konkretisieren.

Warum ein Makler sinnvoll ist

Pauschal gesagt dient der Makler als Zwischenstelle und nimmt den Suchenden die lästige Suche zu großen Teilen ab. Das gelingt natürlich nur, wenn Interessenten bereits gewisse Vorstellungen haben und wenigstens ihre Must-haves und No-Gos beziffern können. Oft genug gelangen Suchende ohnehin über Immobilienportale an ihren neuen Makler, denn diese annoncieren Verkaufsobjekte auf den Portalen. Grundsätzlich gilt für den Makler:

-      Vernetzung – ein nicht unerheblicher der zu verkaufenden Objekte werden gar nicht inseriert. Sie werden abseits von Annoncen verkauft – und gut vernetzte Makler wissen, welche Objekte aktuell und demnächst zum Verkauf stehen. Oft stehen sie Verkäufern von Beginn an mit Rat und Tat zur Seite, was die Suche für Käufer natürlich ebenfalls vereinfacht.

-      Aufklärung – ein Makler hat auch die Aufgabe, die Vorstellungen von Interessenten in Relation zu dem möglichen Kaufpreis zu setzen. Für Laien ist es schwierig, den Wert einer Immobilie wahrlich zu bemessen oder zu erkennen, welche gewünschten Details die Kosten in die Höhe treiben. Ein Makler hilft dabei, nicht den Überblick zu verlieren und auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.

-      Verhandlung – ein Makler unterstützt auch bei Preisverhandlungen. Oft genug hat er wesentlich bessere Argumente als die jeweiligen Käufer. Zudem kennt er sich in der Branche aus und kann Interessenten an gute Gutachter verweisen, die eine Einschätzung des Hauses vornehmen.

Immobilie in Augenschein nehmen

Grundsätzlich sollte keine Immobilie nur aufgrund der Angaben auf dem Papier gekauft werden. Bei der Immobilienbesichtigung gelten jedoch einige Regeln:

-      Zeit – keine Besichtigung darf zwischen Tür und Angel erfolgen. Interessenten müssen für sich die Zeit haben, jeden Raum, jede Treppe, jeden Zentimeter des Hauses in Ruhe zu besichtigen.

-      Notizen – es hilft, sich schon im Vorfeld Notizen zu machen. Diese beschäftigen sich mit der letzten Dachsanierung, eventuellen Vorschäden, aber auch der Heizung. Während der Besichtigung sollten Interessenten ebenfalls Notizen anfertigen, damit diese im Gespräch untereinander oder mit dem Verkäufer später geklärt werden können.

-      Fotos – die meisten Hauskäufer schauen sich mehrere Immobilien an. Es wird schwer, sie im Gedächtnis nicht miteinander zu vermischen. Daher gilt das, was auch für Mietwohnungen gilt: Fotos machen.

Die erste Besichtigung dient dem genauen Überblick und dem Gefühl für oder gegen das Haus. Wer nun schon merkt, dass das Haus nicht passt, der streicht es direkt von seiner Liste. Könnte das Haus gefallen, so sollte einige Tage darüber nachgedacht werden. Zudem kommt der nächste Schritt, der Gutachter:

-      Warum? – ein Gutachter verursacht Kosten, gibt aber Aufschluss über mögliche Mängel und Probleme des Hauses. Es hilft, schon vor dem Kauf zu wissen, dass in zwei Jahren alle Fenster erneuert werden müssen.

-      Chance – mit dem Bericht des Gutachters lässt sich der Kaufpreis neu verhandeln. Entdeckt er Mängel, kann der Kaufpreis eventuell um die Kosten der Mängelbehebung gemindert werden.

-      Rechtssicher – sinnvoll ist, mehr Geld zu investieren und nicht nur einen einfachen Bericht zu fordern, sondern ein rechtssicheres Gutachten in Auftrag zu geben. Sollten nämlich nach dem Kauf verdeckte Mängel auftreten, dient das Gutachten vor Gericht als Beweis, dass diese Mängel nicht bekannt waren.

Zudem sollten Immobilieninteressenten die Region und das Viertel, in dem die Immobilie steht, genauer anschauen. Wie ist die Bevölkerungsstruktur, wie ist das Viertel aufgebaut? Stehen viele Geschäfte leer oder gibt es diverse Shops und Läden, die auf eine junge und zukunftsträchtige Schicht schließen lassen? Ein guter Tipp besteht auch darin, sich von der Gemeinde einen Bebauungsplan samt geplanter Vorhaben zukommen zu lassen. Der Wert einer Immobilie kann sich rasant verschlechtern, wenn bald eine große Bundesstraße nur zwei Grundstücke weiter gebaut werden soll.

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Die eigen Traumimmobilie finden - mit den richtigen Maßnahmen gar nicht so schwierig Foto: Jesse Roberts / Unsplash.com

Fazit - alle Möglichkeiten nutzen

Grundsätzlich sollten Interessenten sowohl eigenständig, als auch über den Makler nach einer Immobilie suchen. Kommt es jedoch zum Maklervertrag, wird die eigenständige Suche oft ausgeschlossen. Wer ein passendes Objekt gefunden hat, der ist gut beraten, es nicht bei einer einzigen Besichtigung zu belassen. Ein Gutachtertermin ist immer sinnvoll, hinzu kommt die zweite Besichtigung, die das eigene Gefühl nochmals bestätigen soll. Käufer sollten sich keinesfalls zum Kauf drängen lassen, denn passt die Immobilie nicht, werden die wenigsten Interessenten in ihr glücklich.

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