Fast jedes zweite Unternehmen in der Region beklagt Lieferengpässe
Coronavirus bremst ostwestfälische Wirtschaft aus

Bielefeld (WB/ef). Die von China ausgehende Ausbreitung des Coronavirus hat schon jetzt erhebliche negative Auswirkungen auf die Unternehmen in Ostwestfalen. Fast jedes zweite Unternehmen beklagt Lieferengpässe, gut ein Drittel Umsatzeinbußen.

Donnerstag, 27.02.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 16:34 Uhr
Symbolbild: Die Wirtschaft wird derzeit durch das Coronavirus ausgebremst. Foto: dpa

Das zeigt eine Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in dieser Woche unter ihren auslandsaktiven Unternehmen, an der sich über 300 Firmen mit weltweit mehr als 300.000 Mitarbeitern beteiligt haben. 53 der befragten Unternehmen haben eine eigene Produktionsstätte in China, 173 Unternehmen haben Lieferanten in China, 120 verkaufen nach China.

Home-Office als Alternative

„Das Coronavirus bremst die ostwestfälische Wirtschaft zunehmend aus. Lieferketten sind beeinträchtig und Unternehmen reduzieren ihre Umsatzziele“, berichtet Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Als direkte Reaktion werden geplante Geschäftsbesuche verschoben, Reisen ausgesetzt oder Messeauftritte abgesagt. Wo es möglich ist, wird vom Home-Office gearbeitet.

Die zu erwartenden Auswirkungen gehen noch viel weiter: „Einige Unternehmer reden von völligen Abbrüchen in Lieferketten, fehlenden Transportmög-lichkeiten mit daraus resultierenden Liefer- und Lagerungsproblemen, Unsi-cherheiten beim Umgang mit Anlieferungen und Preissteigerungen sowie Ein-schränkungen der Produktion durch fehlende Betriebsmittel bis hin zu Kurzar-beit“, so Grefe weiter.

30 Prozent spüren keine Auswirkungen

Schon jetzt beklagen 47 Prozent der Unternehmen Lieferengpässe, 35 Prozent Umsatzeinbußen und 21 Prozent die Absage von Messeteilnahmen. 30 Prozent spüren bisher keine Auswirkungen.

Für die Zukunft werden noch stärkere Auswirkungen erwartet. Mit Lieferengpässen und Umsatzeinbußen rechnen jeweils über 60 Prozent der Unternehmen. Jedes dritte Unternehmen plant, Messeteilnahmen zu reduzieren oder abzusagen. Auch Unternehmen ohne direkte Geschäftsbeziehungen nach China erwarten deutliche Einschränkungen.

„Leider kein Plan X“

„Die Ausbreitung des Virus weltweit und in Europa zeigt, dass sich die Lage jederzeit ändern kann. Deshalb sind konkrete Aussagen zu den wirtschaftlichen Folgen für die ostwestfälische Wirtschaft aktuell nicht möglich“, so Grefe. „Leider gibt es keinen Plan X, der für alle Unternehmen gleichermaßen gilt. Vielmehr muss jedes Unternehmen seine Situation bewerten und individuell zugeschnittene Maßnahmen ergreifen.“

Die IHK bietet auf ihrer Homepage unter www.ostwestfalen.ihk.de Informationen und Checklisten für Unternehmen an.

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