Möbelindustrie steigert Auslandsumsatz – insgesamt leichtes Minus
USA wächst, China rückläufig

Köln (WB). Trotz eines leichten Umsatzminus von 0,4 Prozent bis Ende Oktober ist die deutsche Möbelindustrie mit dem Verlauf des Jahres 2019 zufrieden. Insbesondere das Auslandsgeschäft entwickelte sich nach Angaben von Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), positiv. Für das Gesamtjahr erwartet er einen Rückgang um 0,6 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro.

Mittwoch, 08.01.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 18:22 Uhr
Die in OWL starke Küchenindustrie hat als einziges Segment unter den deutschen Herstellern 2019 einen Zuwachs erwirtschaftet. Zugelegt hat vor allem der Export. Das Foto entstand in der Produktionshalle von Nobilia in Verl. Foto: Oliver Schwabe

Export legt 2,1 Prozent zu

Insgesamt erhöhten sich die Ausfuhren um 2,1 Prozent. Allerdings gab es regional starke Verschiebungen. Während China, der große Wachstumsmarkt der vergangenen Jahre, 2019 um 22,3 Prozent zurückging, konnten die deutschen Hersteller ihre Exporte in die USA um 15,1 und nach Russland um 18,8 Prozent steigern.

Die Verschiebungen sind Kurth zufolge auch ein Ergebnis von Nachfrage-Verschiebungen in Folge politischer Sanktionen. Ebenfalls politisch beeinflusst sei der Export nach Großbritannien im dritten Jahr in Folge zurückgegangen – zuletzt nochmals um 3,2 Prozent. Mit 700 Millionen Euro belege das Vereinigte Königreich unmittelbar vor dem Brexit aber immer noch Platz 5 unter den Top-Exportmärkten.

Deutschland weltweit auf Platz zwei

Weltweit ist China größter Möbelexporteur. Deutschland folgt auf Platz 2, vor Polen. Italien, 2007 noch Nummer 1, rutschte auf Platz 4 ab, sagte am Mittwoch Gerald Böse, Chef der Kölner Messe.

Was die einzelnen Segmente betrifft, so konnte die in Ostwestfalen starke Küchenindustrie erneut zulegen. Auf sie entfällt fast 30 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Die Küchenhersteller legten bis Ende Oktober beim Umsatz 2,8 Prozent zu. Im Ausland sogar um 5,9 Prozent.

Durchweg negativ entwickelten sich die anderen Segmente. Bei „Sonstige“, mit Wohn-, Ess- und Schlafzimmer- sowie Dielen- und Kleinmöbeln sowie Zulieferteilen der größte Bereich, war der Rückgang mit 2,9 Prozent am höchsten. Büromöbel gaben um 0,7 Prozent, Matratzen um 2,3 Prozent nach.

Handel stärker als Industrie

Besser als die Industrie entwickelte sich der Möbelhandel. Er konnte seinen Umsatz nach Angaben von Verbandsgeschäftsführer Thomas Grothkopp im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 34,2 Milliarden Euro steigern.

IMM Cologne beginnt am 13. Januar

Vom 13. bis 19. Januar ist die IMM Cologne wieder Zentrum der internationalen Möbelwelt. Zwei Drittel der 1262 Aussteller kommen aus dem Ausland. Nach den ersten Tagen, die der Fachwelt vorbehalten sind, ist die Möbelmesse am Samstag und Sonntag auch für die Verbraucher geöffnet.

Was Neuentwicklungen betrifft, so gibt es nach Ansicht von VDM-Trendexpertin Ursula Geismann zwei Hauptrichtungen. Einerseits gebe es die von der Designszene geprägte Einrichtungskultur, die eine reduzierte, eher schlichte Formensprache und natürliche Materialien bevorzuge. Andererseits sei in traditionelleren wie in modischen Einrichtungswelten mehr Glamour gefragt: „Edel soll es sein, von originellem Ausdruck und klassischem Charme.“ 

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