Sitzmöbelhersteller aus Rheda-Wiedenbrück steigert Umsatz 2019 auf 41 Millionen Euro
Cor erzielt Rekordumsatz

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ei­ne Woche vor dem Start der Internationalen Möbelmesse in Köln (IMM Cologne) meldet der ostwestfälische Polstermöbelhersteller Cor einen Rekordumsatz. So stieg der Erlös 2019 wie bereits im Jahr davor um drei Prozent auf rund 41 (Vorjahr: 40) Millionen Euro. Hauptabsatzmarkt ist Deutschland. Die vergleichsweise niedrige Exportquote von 28 Prozent will Cor ausbauen.

Dienstag, 07.01.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 05:02 Uhr
Preisgekrönt: der Love Chair des Sofaprogramms Avalanche (links) und der Polsterstuhl Alvo. Foto: Cor

„2019 war ein gutes Jahr. Wir haben den höchsten Umsatz in der 65-jährigen Firmengeschichte erzielt“, sagte Cor-Marketingleiter Berthold Strüve am Montag. „Wir wachsen langsam, aber kontinuierlich.“

Möbel für Google und Spotify

Einer der Erfolgsfaktoren sei das immer besser laufende Objektgeschäft gewesen, das von 21 Prozent (2018) nun auf 23 Prozent am Gesamtumsatz weiter zulegen konnte. Unter Objektgeschäft versteht man den Verkauf von Möbeln an Unternehmen – dazu gehörten 2019 Google und Spotify –, Hotels oder öffentliche Einrichtungen. Meist werden die Möbel dabei von großen Architekturbüros in Chicago, New York und London an die Endabnehmer weltweit vermittelt. Der stärkste Auslandsmarkt im Objektgeschäft seien 2019 die USA gewesen, gefolgt von der Schweiz und Großbritannien.

Cor ist ein Premiumhersteller. Handarbeit wird in dem Unternehmen mit unverändert rund 220 Mitarbeitern – davon 140 in der Produktion – groß geschrieben. Vor allem sein Klassiker-Sofa „Conseta“ bereitet Cor-Chef Leo Lübke nach wie vor Freude. Im vergangenen Jahr blickte das Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh auf 55 Jahre „Conseta“ zurück. Und noch heute macht Cor mit dem Design-Sofa fast ein Drittel seines Umsatzes. An zweiter Stelle liegt der im Handel als bequemster Sessel bewertete „Cordia Lounge“. Aber auch die Sofamodell „Mell Lounge“ (2015) und „Trio“ (2016) entwickelten sich gut.

Mehr Umsatz mit weniger Händler

Während jedoch das Objektgeschäft zum Teil hohen Schwankungen unterworfen ist, sei der Endverbrauchermarkt ein vergleichsweise verlässlicher Umsatzbringer. Allerdings gab Marketingchef Strüve auch zu bedenken, dass die Zahl der Fachhandelsgeschäfte – über die Cor seine Möbel im wesentlichen verkauft – leicht rückläufig sei. „Um weiter zu wachsen, müssen wir also mit weniger Händlern mehr Umsatz machen“, schilderte Strüve die Herausforderung. Daneben flossen rund eine Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau der Produktion.

Auf der bevorstehenden Möbelmesse in Köln will Cor daran arbeiten, seine Produkte weiter am Markt zu etablieren. Vom Sofaprogramm „Avalanche“ – das auf der IMM vor einem Jahr Premiere hatte – werden neue Varianten gezeigt. Der Designklassiker „Conseta“ erhält ein neues Liegenelement und Armlehnen.

„Für ein gesundes Wachstum halten wir Produktpremieren und Programmpflege in ausgewogener Balance“, sagt Leo Lübke, der das Familienunternehmen seit 25 Jahren führt. Neben großen Loungemöbeln gibt es Strüve zufolge – auch mit Blick auf immer mehr kleinere Wohnungen – eher „zierlichere“ Sofas wie etwa das Modell „Pilotis“.

Die Sitzmöbel von Cor sind im Premiumsegment angesiedelt – entsprechend zählen Haushalte mit einem hohen Einkommen zur Zielgruppe.

2020 steht noch eine Premiere an: In Berlin wird im April mit einem Handelspartner das erste größere Cor-Studio eröffnet. Strüve: „In der Nähe des Ku’damms.“

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