Landwirt scheitert vor dem Verwaltungsgericht Münster mit Eilantrag Rinderhaltung ohne freien Auslauf verstößt gegen Tierschutz

Münster (epd). Ein Landwirt ist vor dem Verwaltungsgericht Münster mit einem Eilantrag gescheitert, der seine Rinder ohne täglichen Auslauf im Stall halten will. Die ganzjährige Anbindehaltung der Rinder verletze tierschutzrechtliche Vorschriften, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des Gerichts (AZ: 11 L 843/19).

Rinder benötigen auch täglichen Auslauf – hier ein Symbolfoto.
Rinder benötigen auch täglichen Auslauf – hier ein Symbolfoto. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Wenn die Tiere nicht täglich freien Auslauf auf einer Weide oder einem Laufhof hätten, könnte es als Folge von Bewegungsarmut zu gehäuften Erkrankungen kommen und Schmerzen entstehen.

Rinderhalter aus Borken ignorierte Anordnung

In dem Fall hatte das Veterinäramt des Kreises Borken bei einer unangekündigten Kontrolle des Hofes im August 2019 gerügt, dass die dort gehaltenen Kühe ganzjährig ohne Auslauf im Stall angebunden stehen. Der Hof verfügt demnach über keine eingezäunten Areale im Freien für die Tiere. Der Rinderhalter erhielt die Anordnung, den Kühen im Zeitraum vom 1. Juni bis 30. September täglich für mindestens zwei Stunden freien Auslauf auf einer Weide, einem Paddock oder etwas Vergleichbarem zu gewähren. Der Landwirt wollte das jedoch nicht akzeptieren. Er argumentierte, beim Auslauf könnten sich die Rinder mit Infektionskrankheiten infizieren. Auch bestehe eine erhöhte Gefahr von Angriffen durch Wölfe oder Hunde.

Landwirt legt nun Beschwerde gegen Urteil ein

Das Verwaltungsgericht Münster erklärte nun die Anordnung des Kreisveterinärsamtes für rechtmäßig. Die Richter verwiesen dabei auf die niedersächsischen Tierschutzleitlinien für die Milchkuhhaltung und Mastrinderhaltung. Die schreiben unter anderem vor, das vorhandene Anbindehaltungen nach Möglichkeit in Laufstallhaltungen umgebaut werden sollen. In Ausnahmen, wenn etwa der Aufwand für den Rinderhalter unverhältnismäßig hoch ist und keine haltungsbedingte Schäden bei den Tieren festgestellt werden können, können die Ställe so bestehen bleiben. Doch sollen laut der Anordnung die Tiere als Ausgleich für das Bewegungsdefizit entweder täglich Zugang zu einem Laufhof oder in den Sommermonaten Weidegang haben.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Der Landwirt aus dem Kreis Borken hat dagegen bereits Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen eingelegt.

Kommentare

Rinder

Hallo, geht's noch?? Jedes Tier soll an jeden Tag genug Auslauf haben, egal ob hund katze, Rinder.

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