Umsatz des Kompressoren-Herstellers rutscht von 148 knapp unter 140 Millionen Euro
Boge: „Im nächsten Jahr starten wir wieder durch“

Bielefeld (WB). Obwohl der Bielefelder Kompressoren-Hersteller Boge schon 2018 das vorgegebene Umsatzwachstum nicht ganz erreicht hat, hat der damalige Geschäftsführer Thorsten Meier für 2019 eine deutliche Steigerung vorausgesagt. „Hätten wir an dieser Prognose festgehalten, schrieben wir heute möglicherweise tiefrote Zahlen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Wolf Meier-Scheuven.

Dienstag, 17.12.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 17.12.2019, 16:18 Uhr
„Wir sind wieder in der Spur“, erklärt Boge-Geschäftsführer Wolf Meier-Scheuven (rechts) und Rolf Struppek. Foto: Bernhard Hertlein

Es kam anders: Sechs Wochen später trennte sich Meier-Scheuven von seinem Manager und übernahm die Führung zunächst allein. Anfang Mai stieß Rolf Struppek, 1999 bis 2011 schon einmal Finanzchef bei Boge und mittlerweile 68 Jahre alt, aus dem Ruhestand wieder zum Unternehmen.

Unterm Strich schwarze Zahlen

Die nach dem auch in höherem Alter noch sehr erfolgreichen Bayern-Trainer benannte „Operation Heynckes“ hat sich für das Familienunternehmen gelohnt. Zwar ging der Umsatz in diesem Jahr von 148 auf knapp unter 140 Millionen Euro zurück. Doch unterm Strich stehen Struppek zufolge schwarze Zahlen, steigende Umsätze im zweiten Halbjahr und ein Auftragspolster, mit dem der Betrieb schon jetzt mindestens drei Monate ausgelastet sei.

Konsolidierung weitgehend abgeschlossen

In der Zwischenzeit haben Meier-Scheuven und Struppek das Unternehmen nach eigenen Angaben gestrafft und auf Effizienz getrimmt. In diesem Zusammenhang sank die Beschäftigtenzahl in Deutschland von 650 auf etwa 600; davon haben 430 ihren Arbeitsplatz im Stammwerk in Bielefeld. Zusätzlich zum Einstellungsstopp und nur mit nur fünf betriebsbedingten Kündigungen wurden vor allem befristete Verträge nicht verlängert. Konsolidiert wurde auch die einzige ausländische Produktionsstätte in der Nähe der chinesischen Metropole Schanghai. Der Manager verließ nach Umsatzrückgängen das Unternehmen; die Belegschaft wurde von 60 auf 50 Beschäftigte reduziert.

Doch nicht nur wegen der weitgehend abgeschlossenen Konsolidierung sieht Struppek Boge wieder „in der Spur“. Mit dem neuen ölfreien wartungsarmen Schraubenkompressor habe das Unternehmen wieder ein Produkt, das sich sehr gut verkaufe. Eine starke Nachfrage sieht Boge nach wie vor auch im Hinblick auf den hochmodernen High Speed Turbo Kompressor; allerdings sei die Entwicklung noch nicht ganz abgeschlossen.

2020 erwartet Boge steigende Umsätze

Für 2020 geht Meier-Scheuven wieder von einem leicht steigenden Umsatz sowie einem stabilen Ergebnis aus. 65 Prozent ihrer Geschäfte erwirtschaften die Bielefelder im Ausland. Positiv entwickelte sich zuletzt die Nachfrage in Großbritannien und in den USA. Auch die Tarifverhandlungen mit der IG Metall sieht, obwohl zwischenzeitlich mit einer Protestaktion verbunden, auf gutem Weg: „Ich gehe davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2020 zu einem Abschluss kommen.“

Zeit lassen für den Generationswechsel

Was die Unternehmensspitze betrifft, so wollen Meier-Scheuven und Struppek den Generationswechsel nicht aus den Augen verlieren. Allerdings gebe es bei der Suche nach einem neuen Manager keinen Zeitdruck. Die beiden Töchter Meier-Scheuvens studieren Ingenieurwissenschaft bzw. Betriebswirtschaft und sind beide – außer im Beirat – noch nicht im Familienunternehmen engagiert.

 

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