Gütersloher Abrissspezialist will das Areal für neue Nutzung aufbereiten
Hagedorn kauft altes Kraftwerk

Gütersloh/Lünen (WB). Die auf Abbruch und Altlastensanierung spezialisierte Gütersloher Baufirma Hagedorn hat das vor knapp einem Jahr vom Netz genommene Steinkohlekraftwerk Lünen vom Kraftwerksbetreiber Steag gekauft. Das Kraftwerk soll nun für eine neue gewerbliche Nutzung des Geländes abgerissen werden. Das Areal ist 37 Hektar groß, was der Fläche von rund 45 Fußballfeldern entspricht. Zum Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Sonntag, 08.12.2019, 04:30 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 05:00 Uhr
Die rot umrandeten Flächen gehören zum ehemaligen Steinkohlekraftwerk Steag in Lünen. Hagedorn will das stillgelegte Kraftwerk abreißen. Neue Unternehmen sollen sich hier ansiedeln.

Für die Ansiedlung neuer Betriebe aufbereiten

Hagedorn will das Gelände für die Ansiedlung neuer Unternehmen aufbereiten. Die Gütersloher kümmern sich neben dem fachgerechten Rückbau auch um Altlastensanierung und Entsorgung. Zudem wollen sie das benötigte Baurecht beschaffen, um die Fläche anschließend an Gewerbegrundstücksentwickler zu verkaufen.

Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sprach von einer Chance für die Stadt: „Hier können wir emissionsarme und zukunftsfähige Betriebe mit tariflich bezahlten Arbeitsplätzen anziehen“, sagte er. Bis zum Herbst 2020 will die Politik ein Entwicklungskonzept vorlegen.

Thomas Hagedorn betont ökologischen Aspekt

Rick Mädel, Geschäftsführer der Hagedorn Revital GmbH sagte: „Große Industrieareale zu revitalisieren ist für Hagedorn Kerngeschäft und Kernkompetenz zugleich.“ Gerade den Energiekonzernen biete Hagedorn „professionelle Lösungen“ für die stillgelegten oder noch stillzulegenden Kraftwerke an, sagte er.

Thomas Hagedorn , Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter, betonte den ökologischen Aspekt: „Bei der Revitalisierung des Kraftwerks nutzen wir nicht nur die gesamte Prozess- und Wertschöpfungskette unserer Gruppe. Wir zahlen mit dieser Schaffung von Greenfields insbesondere auch auf die Nachhaltigkeitsstrategie zur Reduzierung von Grünflächenversiegelung der Bundesregierung und der EU ein.“

Das älteste Kraftwerk der Steag GmbH

Lünen war das älteste Kraftwerk der Steag GmbH, die nunmehr jeweils drei Kraftwerke im Ruhrgebiet und im Saarland betreibt. Das Kraftwerk Lünen produzierte früher Bahnstrom. Steag hatte den Kraftwerksbetrieb an der Moltkestraße in Lünen Ende 2018 eingestellt.

Für Hagedorn besteht den Angaben beider Unternehmen zufolge ein Ankaufsrecht auf weitere 5,3 Hektar. Dort befindet sich derzeit ein Werk, das Zusatzstoffe für die Bauindustrie herstellt. Für Hagedorn ist das Steag-Kraftwerk die dritte Partnerschaft mit einem großen deutschen Energieversorger nach den bereits laufenden Revitalisierungsprojekten zum ehemaligen Uniper Kraftwerk Knepper (Castrop-Rauxel/Dortmund) und dem RWE-Kraftwerk Bochum .

Im Januar soll das Projekt in Lünen gestartet werden

Der Vertrag zwischen der Steag und Hagedorn kam nach einer nationalen Ausschreibung zustande. Hagedorn setzte sich gegen mehrere Mitbewerber durch. Dies lag neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insbesondere an der starken Prozesskette des Revitalisierungsspezialisten, heißt es.

Hagedorn will im Januar mit dem Projekt Lünen starten. Das Unternehmen ist zuletzt stark gewachsen. Allein die Mitarbeiterzahl stieg seit Anfang des Jahres um 91 auf derzeit 530 Beschäftigte. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 210 Millionen Euro.

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