Staatsanwaltschaft ermittelt
Listerien in Frikadellen: Strafanzeige gegen Fleischwarenfirma

Oldenburg/Vechta (dpa). Der Skandal um möglicherweise mit Listerien belastete Fertigfrikadellen einer Fleischwarenfabrik aus dem Kreis Vechta beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) habe Strafanzeige gestellt, teilte Niedersachsens Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Dienstag mit.

Dienstag, 05.11.2019, 16:11 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 18:00 Uhr
Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien. Foto: dpa

Bei einer Kontrolle von Landkreis und Landesamt in der Firma in Goldenstedt am vergangenen Freitag waren Hinweise auf Listerien in Fertigfrikadellen gefunden worden. Auf Druck der Behörden rief das Unternehmen die Produkte zurück - die Firma stand unter verschärfter Kontrolle, weil bereits in der Vergangenheit Verstöße gegen Hygienerichtlinien an den Standorten in den Kreisen Vechta und Cloppenburg festgestellt worden waren. Auch die Betriebszulassung für das Werk in Goldenstedt wurde vorerst zurückgenommen.

Eine Entscheidung darüber, ob es bei der vorübergehenden Stilllegung der Produktion bleiben werde, sei noch nicht getroffen, sagte ein Sprecher des Landkreises Vechta. Laut Ministerium soll mit dem Ergebnis von Kontrollen im Werk in Essen (Kreis Cloppenburg) am Mittwoch zu rechnen sein.

Verbraucherschützer fordern Konsequenzen

Unterdessen forderten Verbraucherschützer Konsequenzen aus dem Fall. Die Informationen müssten schneller und umfassender an die Verbraucher herangetragen werden, sagte Janina Willers von der Verbraucherzentrale Niedersachsen: »Wir fordern, dass möglichst schnell und möglichst viele Verbraucher erreicht werden müssen über alle Kanäle.«

Wegen Hygienemängeln in der Vergangenheit waren die Kontrollen in der Fleischwarenfabrik seitens der Lebensmittelüberwachung erhöht worden. Eigentlich hätten nur Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfen, die vorher negativ auf Listerien überprüft worden waren.

Laves-Präsident Eberhard Haunhorst sagte im Deutschlandfunk, dass das Unternehmen den Überwachungsbehörden offensichtlich doch nicht alle Untersuchungsergebnisse mitgeteilt hatte: »Die Ermittlungen laufen ja noch und wir werden sehen, ob da noch wieder weitere Chargen auftauchen, die nicht in Ordnung sind.« Dazu gebe es noch keine abschließenden Erkenntnisse. Es sei nicht einfach, herauszufinden, wie die Produkte mit Listerien verunreinigt wurden. Das habe viel mit Hygiene zu tun. Fachleute müssten mögliche Kontaminationsquellen suchen.

Notwendig seien enger vernetzte und intelligentere Kontrollen, auch über Ländergrenzen hinweg. Es könne immer nur stichprobenartige Kontrollen geben, sagte Haunhorst. Es müsse ein System geben, in dem jede Überwachungsbehörde mit den anderen Behörden kommunizieren könne. Bislang seien die Kommunikationswege zwischen den Bundesländern noch zu lang.

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