Weniger neue Aufträge – Auslastung aber für sieben Monate gesichert
DMG Mori spürt Abschwung

Bielefeld (WB). Deutschlands größter Werkzeugmaschienenhersteller DMG Mori AG mit Sitz in Bielefeld musste im dritten Quartal einen Auftragsrückgang von 14 Prozent hinnehmen. Gleichwohl zeigte sich Vorstandschef Christian Thönes zufrieden – weil der Wettbewerb im gleichen Zeitraum über 30 Prozent verlor.

Freitag, 01.11.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 08:50 Uhr
Blick in die Fertigung bei DMG Mori – hier die Kontrolle der Motorspindel. Immer wichtiger wird die Digitalisierung.

»Wir schlagen uns besser als unsere Wettbewerber in der Branche«, sagte Thönes am Donnerstag. »Das heißt auch: Wir gewinnen Marktanteile.« Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in Deutschland plane DMG Mori keinen Personalabbau.

DMG Mori behauptet sich damit im allgemeinen Wirtschaftsabschwung, der Deutschland mehr und mehr erfasst. Viele Firmen halten sich derzeit mit Investitionen zurück. Das spürt auch der frühere Gildemeister-Konzern mit seinen rund 7.300 Mitarbeitern. Davon sind rund 4.430 in Deutschland beschäftigt, am Standort Bielefeld unverändert rund 1000. Immerhin: Der Auftragsbestand betrug Ende September 1,7 Milliarden Euro. Damit sei der Konzern rechnerisch für die nächsten sieben Monate ausgelastet, heißt es.

Umsatz von rund 2,65 Milliarden Euro geplant

So bestätigte DMG Mori denn auch trotz der gesamtwirtschaftlich schwieriger werdenden Lage erneut seine Prognosen für 2019: Thönes: »Wir planen unverändert einen Auftragseingang von rund 2,6 Milliarden Euro und einen Umsatz von rund 2,65 Milliarden Euro.« Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 200 Millionen Euro betragen.

Auf der EMO Hannover – der größten Werkzeugmaschinenmesse – zeigte DMG Mori 29 Automationslösungen und 30 digitale Produkte. DMG Mori fertigt Maschinen für 42 Branchen. Gut liefe es derzeit in den Branchen Halbleiter-Fertigung, Aerospace und Werkkzeugbau, weniger gut in der Automobilzulieferbranche.

Nachfrage nach Investitionsgütern nimmt ab

Wichtiger als die Veränderung in den Märkten sei der technische Wandel, sagt Thönes. »In diesen turbulenten Zeiten des Umbruchs geben wir Orientierung nach vorne – und weiter Gas, insbesondere bei den Zukunftsfeldern Automatisierung, Digitalisierung und Aadditive Manufacturing.« Letzteres ist besser unter dem Namen 3D-Druck bekannt.

Der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen dürfte Experten zufolge in diesem Jahr weiter an Dynamik verlieren. Die globale Konjunkturschwäche, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der industrielle Strukturwandel belasteten das Geschäft im Maschinenbau. Die Nachfrage nach Investitionsgütern nehme spürbar ab. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) und das britische Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics gehen davon aus, dass der Weltverbrauch 2019 erstmals seit drei Jahren wieder sinkt – um drei Prozent auf 71,5 Milliarden Euro.

Dabei ist die Meinung der Ökonomen nicht ganz einheitlich: Während der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erklärte, die Firmen hätten einen deutlichen Einbruch erlitten, rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin mit einem Ende des Wirtschaftsabschwungs im letzten Quartal dieses Jahres.

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