In vielen anderen Städten in OWL sind die Preise im ÖPNV seit 2015 weitgehend stabil
Tickets in Bielefeld regelmäßig teurer

Bielefeld(WB). Die Deutsche Bahn hat schon angekündigt, ihre Preise im Fernverkehr zu senken, wenn, wie angekündigt, im Rahmen des Klimapakets die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent gekürzt wird. Doch was ist mit dem für die Berufspendler und das Klima mindestens genauso wichtigen Nahverkehr? Nahverkehrsverbünde vom Ruhrgebiet bis München und Berlin haben angekündigt, ihre Tarif zum Jahreswechsel zu erhöhen. In OWL ist der Termin für »Preisanpassungen« traditionell der 1. August.

Donnerstag, 03.10.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 07:50 Uhr
Die Preise für Einzeltickets von Mobiel im Stadtgebiet von Bielefeld sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Foto: Thomas F. Starke

Gefühlt steigen alle Jahre wieder die Preise im öffentlichen Personennahverkehr. In der Realität trifft das in Ostwestfalen-Lippe nur auf die Einzeltickets von Mobiel im Stadtgebiet von Bielefeld zu. Diese sind seit 2015 jedes Jahr pünktlich zum 1. August um zehn Cent gestiegen. Über die Jahre gerechnet war der Anstieg drei Mal so hoch wie die amtlich festgestellte Inflationsrate.

Eine Übersicht der jeweiligen Tarife.

Eine Übersicht der jeweiligen Tarife.

Jedoch gibt es auch positive Gegenbeispiele. In den Städten und Gemeinden in den Kreisen Gütersloh, Lippe, Herford und Minden-Lübbecke blieben die entsprechenden Tarife über die gesamte Zeit stabil. Preissteigerungen gab es in den vergangenen fünf Jahren auch in Paderborn und teilweise im Kreis Höxter, allerdings nicht jedes Jahr und weniger stark als in Bielefeld.

Westfalen-Tarif bietet Vorteile

Seit dem 1. August 2017 gilt für Fahrten in der Region der Westfalen-Tarif. Er gilt für ganz OWL sowie für Münsterland, Westfalen-Süd und Ruhr-Lippe. Der Vorteil: Unabhängig davon, welche Verbindung innerhalb des Gültigkeitsbereichs ausgewählt wird, genügt ein Ticket. Das vereinfacht Reiseplanung und Fahrkartenkauf. Die konkreten Preise sind abhängig vom Fahrweg.

Interessant ist die oben stehende Zusammenstellung von Tarifen im Öffentlichen Personennahverkehr vor allem für Pendler. Nicht berücksichtigt sind dabei die verbreiteten Sondertarife für jene, die den Nahverkehr erst ab neun Uhr nutzen. Lohnenswert sind für die anderen nicht nur Monatskarten, sondern in viel größerem Maß die von den Verkehrsträgern angebotenen Abonnements. Das gilt selbst dann, wenn der Nutzer in Rechnung stellt, dass die Abo-Monatskarte dann nicht gebraucht wird, wenn der Besitzer beispielsweise in Urlaub ist. Im Falle einer Fahrt von Bielefeld nach Minden kostet die Abo-Karte 48,30 Euro – das ist mehr als ein Fünftel weniger als die normale Monatskarte. Ähnlich groß ist der Abstand bei der Verbindung Bielefeld-Paderborn. Beim Abschluss eines Abonnements lohnt es sich, auf Übertragbarkeit zu achten.

Kommentare

Sebastian Albrecht  wrote: 03.10.2019 08:26
Greta
Bei allem Respekt, liebe WB-Redaktion,
wie kann man es angesichts der horrend hohen Fahrpreise für den öffentlichen Verkehr nicht schaffen, eine Brücke zum Thema Umweltschutz zu bauen? In diesen Zeiten, in denen die Schlagzeilen gefühlt nur noch aus Klima, Waldsterben und vermüllte Meere bestehen. Was stimmt nicht mit mir, dass dieses Paradoxon nur mit auffällt? ;-)
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