Stadtwerke Bielefeld zum Streit um Grohndes Reststrommengen
»Weiterbetrieb günstiger«

Bielefeld (WB/MiS). Forderungen nach einer Stilllegung des Atomkraftwerks Grohnde schon vor dem »Ablaufdatum« 31. Dezember 2021 sind die Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, Martin Uekmann und Rainer Müller, am Freitag entgegen getreten. »Die vorzeitige Stilllegung wäre teurer als ein Weiterbetrieb mit Reststrommengen«, sagte Uekmann bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Stadtwerke.

Samstag, 06.07.2019, 04:00 Uhr

Der Bielefelder Versorger ist mit 16,7 Prozent an dem Atommeiler beteiligt – und sieht sich jetzt zwischen den Stühlen sitzend. Die dem Kernkraftwerk Grohnde zugewiesenen Reststrommengen aus bereits stillgelegten Atomkraftwerken waren im April aufgebraucht. Um das vorzeitige Erlöschen der Betriebsgenehmigung zu vermeiden, wurden von Preußen Elektra, Hauptgesellschafter des Kraftwerkes, aus dem Eon-Konzern zunächst Reststrommengen in Höhe von 4,7 Terawattstunden an das Kraftwerk Grohnde übertragen. Diese Menge reicht aber nur bis Oktober.

Bis Dezember 2021 werden weitere 22 bis 25 Terawattstunden benötigt. Derzeit laufen Verhandlungen mit Vattenfall über den Erwerb dieser Mengen. Auf einen Preis konnte man sich bisher nicht einigen. Über eine Verpflichtung von Vattenfall, entsprechende Mengen an Preußen Elektra abzugeben, streiten die Versorger vor Gericht. Immerhin zehn Terawattstunden stehen jetzt nach einem Vergleich bereit. Für die Stadtwerke war Grohnde über Jahrzehnte immer ein Gewinngarant. Jetzt schmelzen die Überschüsse. 2018 wurde noch ein Jahresergebnis von 18,6 Millionen Euro erzielt.

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