Verband der Mineralbrunnen erhebt Vorwürfe gegen Stiftung Warentest
Kritik an Wassertest

Bonn/Berlin (WB/OH). Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) wirft der Stiftung Warentest vor, beim Vergleich von stillen Mineralwässern und Leitungswasser mit zweierlei Maß gemessen zu haben . Das Leitungswasser sei nicht in gleicher Weise untersucht und Gefahren seien ausgeblendet worden.

Donnerstag, 04.07.2019, 07:36 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 07:44 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Wie am 27. Juni berichtet, hatten die Warentester stille Mineralwässer – also ohne Zusatz von Kohlensäure – untersucht. Dabei hatten sie in mehreren Produkten Keime festgestellt, darunter auch beim »Naturell Bio« des Bielefelder Christinen-Brunnens. Christinen-Chef Guido Grebe hatte daraufhin betont, dass es sich um »Bakterien natürlichen Ursprungs handelt, von denen keine gesundheitliche Gefährdung ausgeht«.

Nicht auf Keime getestet

Der VDM stellt nun fest, dass die Maßstäbe des Mineralwassertests deutlich über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgingen. Leitungswasser sei indes etwa gar nicht auf Keime hin getestet worden. Trotz gefundener kritischer Stoffe wie Chrom in 16 von 20 beprobten Leitungswässern sei allen hohe Qualität bescheinigt worden. »Auch dies ist sehr zweifelhaft«, erklärt VDM-Vorsitzender Dr. Karl Tack

Zudem sei faktisch nur die Qualität des Leitungswassers bis zum Hausanschluss geprüft worden. Die folgenden Risikoquellen auf der »letzten Meile« der Hausin­stallation bis zum Wasserhahn seien unberücksichtigt geblieben, obwohl die Tester explizit auf die möglichen Keimgefahren gerade am Hahn im Text hinweisen. Auch sei bei Leitungswasser kein Geschmackstest erfolgt, obwohl es häufig Chlor aufweise.

Vorwürfe zurückgewiesen

Tack beklagt, eine »einseitige Berichterstattung pro Leitungswasser« sei von der Stiftung »billigend in Kauf genommen« worden. Während es »sich bei Mineralwasser um ein unbehandeltes Naturprodukt handelt«, sei Leitungswasser ein technisches, in der Regel aufbereitetes Produkt.

Die Stiftung Warentest weist die Vorwürfe zurück. »Der Prüfumfang war zwar unterschiedlich, die Parameter sind in beiden Tests aber identisch gewesen«, sagt Projektleiterin Dr. Birgit Rehländer. »Trinkwasser ist sicher. Das ist unsere Aussage.«

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