VDM und Verbände der Holz- und Möbelindustrie NRW gehen zusammen – Sitz zweigeteilt in Bad Honnef und Herford
Herford wird Sitz der Möbelindustrie

Herford (WB). Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) und die Verbände der Holz- und Möbelindustrie in NRW gehen zusammen. Die bisherigen Standorte Bad Honnef und Herford werden gleichberechtigter Sitz. VDM-Geschäftsführer Jan Kurth (51) wird gemeinsamer Sprecher. Daneben wird Klemens Brand (60), Leiter der Rechtsabteilung in Herford, ebenfalls Geschäftsführer der nationalen Möbelverbände.

Dienstag, 02.07.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 15:12 Uhr
Jan Kurth (links) und Klemens Brand (rechts) führen künftig den Verband der Deutschen Möbelindustrie gemeinsam. Bildmitte: Lucas Heumann. Foto: Moritz Winde

Lucas Heumann (65), seit 1996 Chef in Herford, scheidet Ende Januar 2020 altersbedingt aus. Er war bislang nicht nur Sprecher der nordrhein-westfälischen Möbel-, sondern auch der Küchen- und Polsterindustrie und anderer wichtiger Verbände der Branche. Seine Stimme hat auch bundesweit Gehör. Allerdings, so erklärten sowohl Heumann als auch Kurth, sei es in der Praxis auch zu Doppelarbeiten gekommen.

Mitgliederzahl rückläufig

Diese aber sollte sich eine Industriebranche, die sich in einem Konzentrationsprozess befindet, nicht leisten, erklärte Kurth am Dienstag in Herford. Nachdem in den vergangenen Jahren 300 Unternehmen ausgestiegen sind, zählt der VDM aktuell noch 480 Mitgliedsfirmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Diese seien allerdings stärker als zuvor. Insgesamt sei die Zahl der Arbeitnehmer aber stabil geblieben, der gemeinsame Umsatz sogar noch gestiegen.

Möbelproduktion in OWL

Heumann verhehlte nicht, dass es bei anderen Regionalverbänden auch Vorbehalte gegen Herford gegeben habe. Das Argument, dass immerhin 30 Prozent der in Deutschland produzierten Möbel in Ostwestfalen-Lippe hergestellt werden, habe jedoch überzeugt. In der Küchenindustrie seien es sogar 65 und, rechne man den Standort Melle hinzu, mehr als 70 Prozent. Selbst in der Polstermöbelindustrie, in der einige Betriebe auch in OWL Konkurs gingen oder ins Ausland verlagerten, seien es noch 15 Prozent. Hinzu kämen die gut ausgebauten Strukturen am Standort im Gebäude des Marta in Herford.

Regelung für Fachverbände

Nach zwei Jahren Diskussion haben die Mitglieder der Verbände der neuen Struktur inzwischen zugestimmt. Dazu gehört auch Regelungen für Fachverbände, in den Heumann derzeit ebenfalls in der Verantwortung steht. Jan Kurth wird alleiniger Geschäftsführer bei der Küchen- und der Wohnmöbelindustrie und gemeinsam mit Brand bei Polster- und Serienmöbeln sowie den NRW-Regionalverbänden. Zu Brands Aufgaben gehörte schon bisher auch das Aushandeln der Tarifverträge.

Die neue gemeinsame Struktur werde Synergien freisetzen, die für neue Themen genutzt werden soll. Herford stehe bislang vor allem für Statistik, Digitalisierung und Rechtsfragen, Bad Honnef für Export, Technik und Marketing. Die etwa 20 Mitarbeiter behalten sowohl in Bad Honnef als auch in Herford ihre Arbeitsplätze. Auch das kleine Büro des VDM in Berlin bleibe erhalten. Kurth selbst, der in Bad Honnef wohnt, will in Herford seinen Zweitwohnsitz nehmen.

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