Haller Süßwarenriese kämpft wegen »Merci« gegen Erdbeeren
Storck verliert Markenstreit

Halle (WB). Der Süßwarenhersteller Storck hat in der Schweiz einen viereinhalb Jahre dauernden Streit um den Markennamen seiner Schokoladenspezialität »Merci« verloren. Das Haller Unternehmen, mit einem geschätzten Jahresumsatz von 2,7 Milliarden Euro einer der zehn größten Süßwarenhersteller weltweit, hatte gegen die Häberli Fruchtpflanzen AG geklagt.

Dienstag, 07.05.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 06:32 Uhr
Viereinhalb Jahre dauerte der Streit um die Merci-Schokolade. Foto: imago/Manfred Segerer

Das Unternehmen mit in der Spitze 40 Mitarbeitern hatte eine neue Erdbeersorte gezüchtet und 2014 diese »Merci« genannt. Der Fall ging bis vor das Schweizer Bundesverwaltungsgericht. Die Richter wiesen den Antrag von Storck ab.

Storck sah schutzwürdige Nähe

Der Süßwarenhersteller hatte Häberli aufgefordert, den Eintrag für die neue Balkonerdbeersorte im Schweizer Markenregister zu löschen. Das Haller Unternehmen begründete dies mit Verwechslungsgefahr mit seiner seit 1966 im internationalen Markenregister eingetragenen Wortmarke für seine Schokoladenspezialität. Storck hat die Marke für Waren der Klasse 30 (Kakao, Schokolade, Zuckerwaren) der 45 Kategorien umfassenden, so genannten Nizza-Klassifikation angemeldet – Häberli in Klasse 31 für rohe, unverarbeitete Erzeugnisse aus Landwirtschaft und Gartenbau.

Storck sah dennoch eine schutzwürdige Nähe seines Produkts und bekannten Markennamens gegenüber den Erdbeeren. Firmensprecher Bernd Rößler begründet dies unter anderem damit, dass Schokoladen mit Erdbeergeschmack im Umlauf sind und auch das Haller Unternehmen selbst inzwischen eine Merci-Sorte »Erdbeere-Creme« anbietet. Zudem gelte es generell, international bekannte Markennamen aus dem Storck-Portfolio vor »Rufausbeutung« zu schützen.

Verwaltungsrichter kommen zu einer anderen Bewertung

Die obersten Schweizer Verwaltungsrichter kamen indes zu einer anderen Bewertung. Sie sahen im konkreten Fall keinen so weitreichenden Schutzbedarf der Storck-Marke, auch weil keine Gleichartigkeit der Produkte vorliege.

Solche Namensstreitigkeiten kämen immer wieder vor, sagt Rößler. Für Aufsehen und Anfeindungen in sozialen Netzwerken hatte vor fünf Jahren die Auseinandersetzung des Unternehmens mit dem »Café Merci« im Taunus gesorgt. Storck hatte seinerzeit einen Zivilstreit in zwei Instanzen gewonnen. Die Betreiberin fürchtete Kosten für die Umfirmierung ihrer vier Café-Standorte von rund 250.000 Euro. Außergerichtlich schlossen beide Parteien dann aber einen Kompromiss. Das Café musste nicht umbenannt werden.

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