Herforder Modekonzern investiert in Digitalisierung und weitere Läden
Bugatti büßt Umsatz ein

Herford (WB). Der Branchenschwäche hat sich auch der Herforder Modekonzern Bugatti 2018 nicht ganz entziehen können. Mit einem Umsatzrückgang um 2,5 Prozent von 226 auf 220,5 Millionen Euro behauptete sich das von der Familie Brinkmann geführte Unternehmen aber besser als der Gesamtmarkt. Und Bugatti investiert weiter in Wachstum.

Mittwoch, 06.03.2019, 04:30 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 09:18 Uhr
Sie führen die Bugatti-Gruppe (von links): Wolfgang und dessen Sohn Markus sowie Julius und dessen Vater Klaus Brinkmann. Foto: Oliver Schwabe

Die Probleme des Modehandels, verändertes Konsumverhalten, der Jahrhundertsommer: »Unsere Umsatzeinbußen resultieren aus diesen schwierigen Rahmenbedingungen«, erklären die geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang (68) und Klaus Brinkmann (66). Sie führen das 1947 gegründete Unternehmen gemeinsam mit ihren Söhnen Markus (38) und Julius (35). Die Herausforderungen habe die Bugatti-Gruppe dabei »vergleichsweise gut gemeistert«. Die deutsche Bekleidungsbranche verbuchte einen Umsatzrückgang von 4,4 Prozent.

Angaben zum Ergebnis machte der Konzern gestern nicht. Im Sommer hatte er mitgeteilt, er erwarte eine leichte Verschlechterung zum Vorjahr, in dem der Konzernüberschuss 3,5 Millionen Euro betrug. »Die Unternehmen unserer Gruppe sind durchweg solide aufgestellt und wir haben eine Rekordsumme investiert«, erklärt die Firmenspitze. Das eigene Einzelhandels- und Onlinegeschäft befinde sich auf Wachstumskurs und werde durch weitere Investitionen ausgebaut und internationalisiert. Der Konzern investierte 2018 insgesamt 9,2 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt war der Bau des Logistikzentrums für die Reitmarke Pikeur in Werther. Die Fertigstellung ist für Herbst geplant. Dann sollen täglich bis zu 1200 Pakete in mehr als 65 Länder verschickt werden.

Der Exportanteil der gesamten Gruppe lag 2018 stabil bei 44 Prozent

Apropos: Der Exportanteil der gesamten Gruppe lag 2018 stabil bei 44 Prozent. Mit Abstand wichtigster Auslandsmarkt ist weiterhin Italien. Österreich verdrängte mit Zuwächsen indes Großbritannien von Platz zwei. Auch die Niederlande schoben sich nach vorne. Russland blieb derweil ein wichtiges Standbein. »Der Brexit führte zu Verunsicherungen auf dem britischen Markt.« Das traf vor allem Pikeur sowie Europas Festmoden-Marktführer Wilvorst

Die Hauptmarke Bugatti steht etwa für die Hälfte des Umsatzes. Hinzu kommen nicht bezifferte Erträge von 14 Lizenzpartnern, die unter dem Namen von Schuhen bis Unterwäsche ein breites Sortiment anbieten. Bugatti habe die Herausforderungen des Marktes zu spüren bekommen, heißt es. Mit einem starken Fokus auf Jacken und Mäntel habe sich die Marke witterungsbedingt schwergetan. Erfreulich hätte sich aber das Geschäft mit Strickware und Hosen entwickelt. Die 2012 eingeführte Damenlinie mache zudem weitere Fortschritte.

Bugatti setzt neben weltweit rund 550 Flächen bei Handelspartnern auch weiter auf eigene Filialen. Deren Zahl wuchs binnen Jahresfrist von 25 auf 34, davon zwölf Läden in Deutschland (Vorjahr: zehn). 2019 sollen weitere zwölf Geschäfte eröffnet werden, zwei davon hierzulande. Das Konzept, auf Urlaubsorte – vor allem an der Küste – zu setzen, gehe auf.

Marke Eskadron führt zu »guten Ergebnissen«

Nach dem Rekordjahr 2017 erzielte Pikeur den zweithöchsten Umsatz der Historie. Zum »guten Ergebnis« habe vor allem Reitausrüstung der Marke Eskadron beigetragen. Für den Festmodenhersteller Wilvorst zieht der Konzern eine »positive Bilanz«. Im deutschsprachigen Raum habe die führende Position weiter ausgebaut werden können. Die Exportmärkte hätten sich aber schwächer entwickelt. Gegensätzlich sah es bei der für hochwertige Herrenmode stehenden Marke Dressler aus. In Zusammenarbeit mit Jazzmusiker Till Brönner als Markenbotschafter sei eine moderne Kleinkollektion entstanden.

Das Modehaus Roland in Bremen wurde derweil zum Jahreswechsel geschlossen. Die Immobilie soll umgebaut und vermietet werden. Konzernweit sank 2018 die Mitarbeiterzahl um 26 auf 998. Am Stammsitz in Herford sind es 384 Beschäftigte (zuvor 393).

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