Umsatz des Bielefelder Unternehmens steigt auf 650 Millionen Euro – 2019 Konsolidierung erwartet
Böllhoff vorsichtig optimistisch

Bielefeld (WB). Neun Jahre lang standen die Zeichen bei Böllhoff auf Wachstum. Auch 2018 legte der Spezialist für Verbindungstechnik beim Umsatz fünf Prozent auf 650 Millionen Euro zu. Ob das so weitergeht, ist fraglich. Böllhoff sieht für 2019 einer Konsolidierungsphase entgegen.

Dienstag, 05.03.2019, 20:11 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 15:12 Uhr
Die Weichen für weiteres Wachstum gestellt: die Unternehmensleitung der Böllhoff-Gruppe mit (von links) Michael W. Böllhoff, Dr. Carsten Löffler, Wilhelm A. Böllhoff und Dr. Jens Bunte.

»Diese ist auf die hohe Unsicherheit und Investitionsscheu in einigen Märkten zurückzuführen«, erklärte das familiengeführte Bielefelder Unternehmen gestern. »Ursache hierfür sind im Wesentlichen europapolitische und geopolitische Einflussfaktoren, etwa die andauernden Brexit-Verhandlungen und der Handelsstreit zwischen China und den USA«, heißt es bei Böllhoff. Die Gruppe beschäftigt weltweit 3000 Mitarbeiter an 39 Standorten.

Ungeachtet dieser Unwägbarkeiten blickt Böllhoff optimistisch in die Zukunft. »Der Auftragseingang ist zu Jahresbeginn auf einem hohen Niveau«, teilten Wilhelm A. Böllhoff und sein Bruder Michael W. Böllhoff mit, die das Unternehmen in vierter Generation gemeinsam mit Finanzchef Dr. Carsten Löffler und Dr. Jens Bunte führen. Zahlreiche im vergangenen Jahr angestoßene Investitionsprojekte in Fertigung und Logistik würden 2019 fortgeführt oder abgeschlossen.

Nationaler und internationaler Kundenkreis

Das Traditionsunternehmen Böllhoff, 1877 gegründet, bedient Trends wie den automobilen Leichtbau, die E-Mobilität, die Automatisierung von Montageprozessen sowie die Optimierung von Logistik- und Beschaffungsprozessen in der Industrie. »Insbesondere in anspruchsvollen Märkten wie China, den USA und Europa konnten wir uns behaupten und unsere Umsätze teils zweistellig steigern«, sagt Wilhelm A. Böllhoff. Sein Bruder Michael W. Böllhoff ergänzt: »Auch in Südamerika haben wir den leichten Rückenwind der Konjunktur genutzt und unsere Aktivitäten ausgebaut.«

Mittlerweile gehörten alle Hersteller der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie viele Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, der blech- und kunststoffverarbeitenden Industrie und der Elektroindustrie zum nationalen und internationalen Kundenkreis.

Ausbau der Kunststofffertigung

Am Hauptstandort Bielefeld schreite die Modernisierung und Erweiterung der Produktionsstätten voran. Mitte des Jahres soll der Umzug der Metallfertigung in die modernisierten Hallen abgeschlossen sein. Im nächsten Schritt steht der Ausbau der Kunststofffertigung bevor. Böllhoff will damit die steigende Nachfrage nach leichten, flexiblen Kunststoffelementen bedienen.

Im brandenburgischen Sonnewalde ist der Ausbau der Produktion ebenfalls in vollem Gange. Bis Sommer entsteht dort eine weitere Fertigungshalle für die Produktion von Stanznieten, die im Karosseriebau in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. Im chinesischen Wuxi wurde im Februar ein neues Logistikzen­trum eröffnet. Im September soll die Inbetriebnahme von zwei weiteren Logistikzentren folgen: im französischen Chambéry sowie im sächsischen Oelsnitz-Taltitz – der dann größte Logistikstandort der Böllhoff-Gruppe. Löffler: »2019 steht die Steigerung unserer Effektivität im Mittelpunkt.« So wolle man sich auf künftiges Wachstum vorbereiten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6451547?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198339%2F
Statistik über Mord und Totschlag
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker