Gewerkschaftssprecher: Aktionen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen
IG Metall ruft zu Warnstreiks in der Stahlindustrie auf

Sprockhövel (dpa). Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang sollen am kommenden Montag die Beschäftigten im Dortmunder Werk von Thyssenkrupp machen, teilte die Gewerkschaft am Samstag nach einer Sitzung ihrer Tarifkommission in Sprockhövel mit.

Samstag, 02.02.2019, 12:56 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 13:00 Uhr
Stahlarbeitervor der Westfalenhütte von ThyssenKrupp (Symbolbild). Foto: Bernd Thissen/dpa

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar werde es weitere Warnstreikaktionen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geben, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Die IG Metall fordert für die rund 72 000 Beschäftigten der Branche in den drei Bundesländern sechs Prozent mehr Geld sowie die Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Vor allem die Forderung nach Umwandlung von Geld in Freizeit stößt bei den Arbeitgebern auf Kritik. Wenn dies für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche. »Das kann sich kein Betrieb der Stahlindustrie leisten«, hatte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann, gesagt.

Die IG Metall hatte am Freitag die dritte Verhandlungsrunde in Düsseldorf schon nach 15 Minuten verlassen, weil die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt hatten. »Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn«, begründete der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler, den Schritt. Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft daraufhin unkonstruktives Verhalten vor. Für Warnstreiks habe er kein Verständnis, sagte Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl.

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