Telekommunikation Telefónica Deutschland: E-Plus-Übernahme ist einzigartige Chance

München (dpa) - Telefónica-Deutschland-Co-Chefin Rachel Empey hat die geplante Übernahme des Rivalen E-Plus als einzigartige Gelegenheit für beide Mobilfunker bezeichnet.

Von dpa
Das Logo des Mobilfunkanbieters O2 an der Zentrale von Telefonica Deutschland/O2 in München. Foto: Sven Hoppe
Das Logo des Mobilfunkanbieters O2 an der Zentrale von Telefonica Deutschland/O2 in München. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa

Der Zusammenschluss der Nummer vier und der Nummer drei auf dem umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt würde nicht nur beiden Unternehmen helfen, Kosten zu sparen, sagte die Managerin am Dienstag auf der Hauptversammlung des Konzerns mit der Marke O2.

Auch die Kunden würden von besseren Netzen und Angeboten profitieren, sagte Empey. Sie führt zusammen mit Vorstand Markus Haas die deutsche Tochter des spanischen Mobilfunkriesen Telefónica.

Die Pläne für die Fusion mit E-Plus werden derzeit von der EU-Kommission überprüft. Mit einer Entscheidung der Behörde wird zum Ende des Halbjahres erwartet, im dritten Quartal könnte der Zusammenschluss über die Bühne gehen.

Beide Unternehmen hatten dem Geschäft bereits zugestimmt. E-Plus und O2 würden gemessen an den Mobilfunkkunden gemeinsam den Marktführer Deutsche Telekom und den britischen Konkurrenten Vodafone hierzulande überholen. Langfristig erhoffen sich die Mobilfunker Kostenvorteile von bis zu 5 Milliarden Euro. Geld, das die Firmen angesichts der Investitionen in neue Technik und Netzausbau auch dringend brauchen.

Um die Genehmigung der europäischen Kartellwächter zu bekommen, sind die Partner zu Zugeständnissen bereit, auch wenn sich alle Seite zu Details in Schweigen hüllen. Brüssel fürchtet bei einem Zusammengehen höhere Preise für die Verbraucher und eine Schwächung des Wettbewerbs auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Dort tobt seit Jahren ein Preiskampf um die wechselwillige Kundschaft.

Den bekam O2 auch im ersten Quartal erneut zu spüren. Unterm Strich stand ein Verlust von 40 Millionen Euro. Der Umsatz knickte um fast 9 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro ein. Auch der britische Vodafone- Konzern spürt in Deutschland und anderen Ländern diesen Druck. Die Briten setzen beim Ausbau ihres Geschäfts vor allem auf Kabelanbieter und schluckten zuletzt den deutschen Marktführer Kabel Deutschland.

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