Banken Zeitung: Credit Suisse entkommt mit Milliardenbuße US-Lizenzentzug

New York (dpa) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse muss einem Zeitungsbericht zufolge für das Ende des US-Steuerstreits deutlich mehr zahlen als bislang angenommen.

Von dpa
Credit-Suisse-Chef Brady Dougan während einer Hauptversammlung der Bank in Zürich. Foto: Walter Bieri
Credit-Suisse-Chef Brady Dougan während einer Hauptversammlung der Bank in Zürich. Foto: Walter Bieri Foto: dpa

Dafür laufe die Bank aber wohl keine Gefahr, ihre Lizenz in den Vereinigten Staaten zu verlieren, berichtete das «Wall Street Journal» am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.

Dem Bericht zufolge bestehen die Ermittler zwar darauf, dass die Bank ihre Schuld zumindest teilweise einräumt und gesteht. Doch anders als von einigen Vertretern der Finanzbranche befürchtet, solle dies nicht dazu führen, dass die jeweilige Bank keine Geschäfte mehr machen dürfe.

Dafür könnte sich die Strafe auf rund 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,23 Mrd Franken) belaufen, hieß es in dem Bericht. Anfang Mai wurde noch über eine Strafe von bis zu 1,6 Milliarden Dollar spekuliert. Die Credit Suisse hat bereits Rückstellungen wegen der Steuerstreitigkeiten gebildet, allerdings in geringerer Höhe. Die Bank wollte sich am Freitag zum Stand der Verhandlungen auf Anfrage nicht äußern.

Credit-Suisse-Chef Brady Dougan war im Februar vor einen Untersuchungsausschuss des US-Senats zitiert worden. Dabei räumte er Verstöße gegen Steuergesetze ein und entschuldigte sich dafür. Er schob die Schuld auf eine kleine Gruppe von Angestellten.

Der Ausschuss sieht das anders. In einem Bericht hieß es, dass 1800 Mitarbeiter dabei geholfen hätten, in 22 500 Konten rund 10 Milliarden Dollar vor der US-Steuerbehörde zu verstecken. Dougan selbst bezifferte das Volumen auf rund 7 Milliarden Dollar. Der US-Amerikaner steht seit sieben Jahren an der Spitze der Schweizer Bank.

Der Umfang der vermuteten Verfehlungen ist aber kleiner als vor Jahren beim Schweizer Rivalen UBS. Dieser soll 19 000 Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Dabei sollen bis zu knapp 18 Milliarden Dollar versteckt worden sein. Anders als die Credit Suisse räumte die UBS 2009 schnell ihre Schuld ein und gab auch die Daten von insgesamt 4700 Kunden an die US-Regierung. Sie kam mit einer Strafe von 780 Millionen Dollar vergleichsweise günstig davon.

Von Steuer-Ermittlungen der Amerikaner sind neben der UBS und der Credit Suisse auch noch eine Reihe weiterer Schweizer Banken betroffen.

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