Bluttat in den USA
Schütze tötet acht Menschen in Fedex-Lager in Indianapolis

Erneut hat ein Schütze in den USA das Feuer eröffnet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Dieses Mal sind Mitarbeiter eines Logistikunternehmens das Ziel.

Freitag, 16.04.2021, 18:38 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 18:56 Uhr
Das Paketzentrum des Logistikunternehmens Fedex kurz nach dem Vorfall. Foto: Uncredited

Indianapolis (dpa) - Ein Bewaffneter hat in einem Paketzentrum des Logistikunternehmens Fedex im US-Bundesstaat Indiana mindestens acht Menschen getötet und sich dann das Leben genommen.

Fünf Menschen wurden mit Schussverletzungen in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Zu dem Vorfall kam es am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in der Nähe des Flughafens von Indianapolis. Das Motiv des Schützen blieb zunächst unklar.

US-Präsident Joe Biden teilte mit, er lasse die Flaggen an Bundesgebäuden auf halbmast setzen - «nur zwei Wochen, nachdem ich zuletzt eine solche Anordnung gegeben habe». Er forderte den US-Kongress erneut dazu auf, Waffengesetze zu verschärfen. «Zu viele Amerikaner sterben jeden einzelnen Tag durch Waffengewalt», sagte er laut Mitteilung. «Waffengewalt ist eine Epidemie in Amerika. Aber wir sollten das nicht akzeptieren. Wir müssen handeln.»

Der stellvertretende Chefermittler der Polizei in Indianapolis, Craig McCartt, sagte dem Sender CNN, Polizisten seien zu der Fedex-Halle ausgerückt, als von dort Schüsse gemeldet worden seien. Als sie auf den mutmaßlichen Schützen getroffen seien, habe dieser sich das Leben genommen. In der Halle und auf dem Parkplatz davor hätten die Polizisten insgesamt acht Tote entdeckt.

Die Opfer und der mutmaßliche Täter seien noch nicht identifiziert worden, sagte McCartt. Es sei unklar, ob es sich bei dem Schützen um einen ehemaligen Fedex-Mitarbeiter gehandelt habe. Der Mann habe mit mindestens einem Gewehr zunächst auf dem Parkplatz das Feuer eröffnet und sei dann in die Halle eingedrungen, dort aber nicht weit gekommen. Der gesamte Vorfall habe insgesamt nur ein bis zwei Minuten gedauert.

McCartt betonte bei einer Pressekonferenz am Freitag, die Ermittlungen stünden noch am Anfang. «Wir arbeiten noch an Antworten.» Der zuständige FBI-Beamte Paul Keenan sagte, es sei noch zu früh, um etwas zum Motiv des mutmaßlichen Schützen zu sagen.

Zwei Mitarbeiter der Fedex-Einrichtung wollten nach eigenen Angaben gerade Feierabend machen, als sie mehrere Schüsse hörten und einen Mann mit einer Waffe sahen. Er selbst habe keine Schüsse auf Menschen gesehen, sagte einer der beiden dem örtlichen Sender Wish-TV. «Aber nachdem ich die Schüsse gehört hatte, sah ich einen leblosen Körper auf dem Boden hinter einem Fahrzeug.» Glücklicherweise sei er weit genug entfernt gewesen, so dass der Schütze ihn nicht bemerkt habe.

Fedex sprach auf Twitter von einem «tragischen» Ereignis. «Sicherheit ist unsere oberste Priorität und unsere Gedanken sind bei all denen, die betroffen sind. Wir arbeiten daran, mehr Informationen zu sammeln, und kooperieren mit den Ermittlungsbehörden.»

In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen, die dort verhältnismäßig leicht zu kaufen sind. Anfang des Monats hatte ein Schütze in Kalifornien vier Menschen getötet, darunter einen neunjährigen Jungen. Am 22. März hatte ein Schütze im Bundesstaat Colorado zehn Menschen in einem Supermarkt getötet. Wenige Tage zuvor waren in drei Massage-Salons in und um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia acht Menschen erschossen worden. Nach den Schussattacken ist die politische Debatte über schärfere Gesetzgebung neu aufgeflammt.

© dpa-infocom, dpa:210416-99-225954/10

 

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