In Westfalen-Lippe bereits 120.000 Impftermine an Über-60-Jährige vergeben – Impfzentrum in Bielefeld ausgebucht
Ansturm auf Astrazeneca in NRW

Düsseldorf/Bielefeld (dpa/WB) -

Die Altersbeschränkung für Astrazeneca wird zur Chance für die Impf-Gruppe «60 plus». Am Karsamstag glühten schon am frühen Morgen die frei geschalteten Leitungen für Termin-Buchungen. Die ersten knapp 350 sind sogar schon am selben Tag geimpft worden.

Samstag, 03.04.2021, 11:08 Uhr aktualisiert: 03.04.2021, 22:06 Uhr
Terminvergabeseite für die Coronaimpfung - hier im Rheinland Foto: Juergen Schwarz via www.imago-images.de

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen mit Astrazeneca war zum Start an diesem Samstag sofort sehr groß. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Westfalen-Lippe bereits 120.000 Impftermine vergeben worden. Aktuell seien damit noch etwas mehr als 40.000 für die genannte Personengruppe verfügbar.

Der Ansturm führte schon am frühen Samstagmorgen zu überlasteten Leitungen am Telefon und im Internet. Trotz der großen Zahl – vormittags pro Sekunde 7400 Aufrufe online und unter der Rufnummer 0800 116 117 02 pro Sekunde fast 5000 Anrufversuche – habe das Buchungssystem funktioniert. Der von einigen beklagte, deutlich verzögerte Versand der Registrierungs- bzw. Terminbestätigungsmails habe an den Einstellungen einzelner E-Mail-Provider gelegen. Die Kassenärztliche Vereinigung habe deshalb Kontakt zu den Anbietern aufgenommen, um das Problem zu lösen.

Gegen 15 Uhr meldeten die ersten Impfzentren: Wir sind ausgebucht. Darunter waren die Stadt Bielefeld und die Impfzentren in den Kreisen Warendorf, Soest und Steinfurt. In den anderen Impfzentren in Westfalen-Lippe seien aber weiterhin noch 60.000 Termine verfügbar

Die Gruppe ab 60 Jahren kommt außerhalb der üblichen Reihenfolge zum Zuge, nachdem die Ständige Impfkommission empfohlen hatte, das Präparat von Astrazeneca für Jüngere nicht mehr einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Damit wurden allein in NRW kurzfristig 450.000 Impfdosen frei. Laut Gesundheitsministerium kommen in NRW potenziell rund 3,8 Millionen Menschen zwischen 60 und 79 Jahren infrage, die versuchen können, sich für diese Astrazeneca-Charge anzumelden.

Termine können online gebucht werden über www.116117.de (Westfalen-Lippe) oder www.coronaimpfung.nrw/patienten (Nordrhein) sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 beziehungsweise über 0800 116 117 02 für Westfalen-Lippe und 0800 116 117 01 für das Rheinland.

Im Kreis Paderborn gilt eine abweichende Regelung: Dort sollen sich die Hausärzte bei betroffenen Patienten melden.

Entspannung der Lage in NRW oder bloß Meldeverzug?

Die Corona-Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) deuteten vor Ostern ein wenig Entspannung für Nordrhein-Westfalen an. Karsamstag wies die Neuinfektionsrate den vierten Tag in Folge leicht sinkende Werte auf. Nach Angaben des RKI waren innerhalb von sieben Tagen 128,0 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner gemeldet worden - Karfreitag waren es 128,7.

NRW liegt damit weiter etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Für ganz Deutschland wies das RKI am Karsamstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 131,4 aus - auch hier bei sinkender Tendenz (Karfreitag: 134,0). An Wochenenden und Feiertagen kann es allerdings zu verzögerten oder zunächst unvollständigen Meldungen aus den Gesundheitsämtern kommen.

Am Samstag wies das RKI für NRW 3957 Neuinfizierte innerhalb eines Tages aus (Freitag: 4670) und 27 weitere Todesfälle (Freitag: 39). Die schlechteste Neuinfektionsrate gab es auch am Samstag im Märkischen Kreis mit einer Wocheninzidenz von 228,7 (Freitag: 233,0). Über der 200er-Marke lagen hier ansonsten nur Remscheid (201,2) und haarscharf auch Solingen (200,3).

Etliche Städte und Kreise liegen weiter über 100 - darunter die Landeshauptstadt Düsseldorf (101,6) und die größte nordrhein-westfälische Stadt Köln (136,6). Die 100er-Marke ist eine Alarm-Schwelle für besondere Schutzvorkehrungen. Nur für elf Kommunen (Freitag: 14) wies das RKI in NRW Werte unter 100 aus. Die niedrigste Inzidenz landesweit hatte der Kreis Höxter mit 62,0.

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