Paderborn lehnt wie alle anderen katholischen Bistümer in NRW Verzicht auf Präsenzfeiern ab
Nein zu ausschließlich digitalen Oster-Gottesdiensten

Paderborn/Düsseldorf (KNA/dpa/WB) -

Paderborn und die vier anderen katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen wollen nicht auf Präsenzgottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern verzichten. Bund und Länder hatten nach ihren jüngsten Beratungen angekündigt, die Kirchen zu bitten, angesichts steigender Infektionszahlen die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen nur virtuell zu feiern.

Dienstag, 23.03.2021, 19:28 Uhr aktualisiert: 23.03.2021, 22:54 Uhr
Dom zu Paderborn Foto: Jörn Hannemann

Die katholischen Bistümer sind der Meinung, dass sich „die Gottesdienstregeln zu Weihnachten bewährt haben und dass wir unter diesen Voraussetzungen auch die Ostergottesdienste feiern können“, sagte der Leiter des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen, Antonius Hamers, am Dienstagabend in Düsseldorf. Die Gespräche darüber mit der Landesregierung stünden am Mittwoch an.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte bisher betont, dass sie bei den Corona-Maßnahmen einen direkten Eingriff in die Religionsfreiheit vermeiden wolle und auf die Selbstverpflichtung der Kirchen und Religionsgemeinschaften setze. Neben Paderborn liegen in NRW liegen noch das Erzbistum Köln sowie die Diözesen Aachen, Essen und Münster.

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Foto: Boris Roessler/dpa

Unterstützung erhalten die NRW-Bistümer auch vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Ostern sei das wichtigste Fest für die Christen und keine Nebensächlichkeit. „Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten“, stellte Bätzing klar.

Die evangelisch Kirche erklärte, derzeit liefen auf Arbeitsebene bereits Gespräche zwischen den Kirchen und der Bundesregierung. Nach Abschluss wolle man in den Gremien beraten, wie man mit der Bitte umgehe, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Die evangelische Kirche in Baden-Württemberg kündigte an: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir keine Notwendigkeit, unsere strengen, bewährten und nachhaltigen Regelungen für Präsenzgottesdienste zu ändern.“

Sowohl Katholiken als auch Protestanten verwiesen auf die seit vielen Monaten erprobten Hygienekonzepte für Gottesdienste. Dazu gehören die Einhaltung der Abstände, das Tragen von FFP2-Masken auch am Platz und der Verzicht auf Gemeindegesang. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach der Größe der Kirche. Bisher waren die Kirchen fest davon ausgegangen, an Ostern Präsenzgottesdienste unter Einhaltung der Corona-Regeln abhalten zu können. Doch in ihrer Nachtsitzung zum Dienstag einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten darauf, die Religionsgemeinschaften zu bitten, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Der religionspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Benjamin Strasser, bezeichnete einen Kirchen-Lockdown an Ostern als „völlig überzogen“. Die Kirchen hätten an Weihnachten gezeigt, dass sie in der Lage seien, verantwortungsvoll Gottesdienste zu feiern und dabei mit ihren Hygienekonzepten den Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Papst Franziskus grüßt Gläubige auf dem Petersplatz in Rom

Papst Franziskus grüßt Gläubige auf dem Petersplatz in Rom Foto: Alessia Giuliani/CPP/imago

Aus dem Vatikan verlautete am Dienstag, Papst Franziskus werde wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge Ostern in deutlich reduzierter Form feiern. Manche Riten fallen aus, andere werden zum Gesundheitsschutz verlegt, etwa in den Petersdom, und dürfen nur von wenigen Gläubigen besucht werden.

Die traditionelle Fußwaschung durch Papst Franziskus am Gründonnerstag fehlt erneut in der Planung. Der Kreuzweg am Karfreitag, oft als bewegende Feier öffentlich am Kolosseum in Rom zelebriert, soll in geänderter, kleiner Form wie 2020 auf dem Petersplatz begangen werden. Eine Messe zur Osternacht wird der 84-jährige Franziskus schon recht früh am Samstagabend im Petersdom feiern. Dort ist am Sonntag um 10 Uhr auch die Ostermesse, gefolgt vom Segen „Urbi et orbi“ (Für die Stadt und den Erdkreis).

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