Rückgang in der Region um etwa ein Prozent - in NRW minus 7,7 Prozent
Trotz Corona kaum weniger Einbrüche in OWL

Bielefeld (WB) -

Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Nordrhein-Westfalen ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent gesunken. 24.780 dieser Delikte verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr.

Sonntag, 07.03.2021, 17:30 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 00:10 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

2019 waren es noch 26.857. In Ostwestfalen-Lippe fällt die Bilanz allerdings längst nicht so positiv aus.

Die Polizeibehörden im Regierungsbezirk Detmold verzeichneten für das Jahr 2020 insgesamt 1993 Taten – das sind nur 21 Fälle weniger als im Jahr zuvor. Dies entspricht einem Minus von etwa einem Prozent.

Während die Einbruchzahl in der kreisfreien Stadt Bielefeld erheblich sank, nahmen die Delikte in den Kreisen Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn sogar spürbar zu, wie die aktuelle Kriminalstatistik zeigt. Danach sank zudem die Aufklärungsquote in fünf der sieben Polizei-Behörden in OWL.

NRW-weit wurden 12.859 Fälle von vollendetem Einbruchsdiebstahl angezeigt. Hinzu kamen 11.921 registrierte Einbruchsversuche. Das ist der niedrigste Stand seit mehr als 30 Jahren.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) will an diesem Montag die Statistik zur Kriminalitätsentwicklung in Nordrhein-Westfalen 2020 präsentieren. Das WESTFALEN-BLATT erfragte die Daten zu den Wohnungseinbruchdiebstählen bereits vorab.

Die Aufklärungsquote lag 2020 NRW-weit bei 14,3 Prozent und damit noch etwas niedriger als 2019 (15,5 Prozent). Sechs von sieben Fälle blieben also im vergangenen Jahr ungeklärt.

Obwohl während der Corona-Virus-Pandemie durch Homeoffice, Homeschooling und Kurzarbeit mutmaßlich erheblich mehr Bewohner zu Hause waren und somit Tageswohnungseinbrüche im Zeitraum zwischen 6 und 21 Uhr eher hätten verhindert werden können, sind die Einbruchdiebstähle insgesamt nicht noch stärker zurückgegangen. Ein Experte der Polizei meinte dazu, dass sich beispielsweise Beschaffungskriminalität und Banden der Organisierten Kriminalität durch die Pandemie nicht hätten von ihren Straftaten abbringen lassen. Die Diebe hätten einfach Zeiten genutzt, in denen die Wohnungen menschenleer und ungeschützt gewesen seien.

In Bielefeld gab es 2020 insgesamt 389 angezeigte Wohnungseinbrüche, davon blieb es in 172 Fällen bei Versuchen (2019: 498/251). Erste Kriminalhauptkommissarin Sonja Rehmert als Pressesprecherin: „Aufgrund von Lockdowns, Kontaktbeschränkungen sowie Geschäfts- und Grenzschließungen mangelte es teilweise an Tatgelegenheiten. Dies trug unter anderem dazu bei, dass in Bielefeld weniger Wohnungseinbrüche zu verzeichnen waren. Wir haben aber auch festgestellt, dass insgesamt Eigentumsdelikte rückläufig waren und Täter sich zunehmend im Bereich der Vermögensdelikte bewegten. Die Fallzahlen der Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen in 2020 deutlich an.“

Eine Besonderheit gab es im Kreis Höxter. Hier ist die Gefahr eines Wohnungseinbruchs im OWL-Vergleich zwar am geringsten. Allerdings stieg die Zahl der Einbrüche laut Statistik scheinbar enorm an. Denn während es laut Kriminalstatistik im Jahre 2019 nur 38 Wohnungseinbrüche gab und davon sogar noch 20 unvollendet blieben, waren es 2020 plötzlich 94 (davon 36 Versuche). Nach Angaben von Kriminalrat Peter Hentschel als Leiter der Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Höxter geht das aber zum Teil auf einen statistischen Effekt zurück. Die Erfassung erfolge erst bei Abgabe der Fälle an die Staatsanwaltschaft. „In Abgleich mit den Tatzeitdaten der Ermittlungsvorgänge wurden demnach 32 Taten aus 2019 erst im Jahr 2020 statistisch erfasst. Die realistischen Zahlen der Wohnungseinbruchdiebstähle können vielmehr mit 62 (2020) und 70 (2019) beziffert werden. Nach 68 im Jahr 2018 lautet die tatzeitbezogene Bilanz der letzten drei Jahre damit, dass sich die Tatzahlen in diesem Deliktbereich auf einem niedrigen Niveau gefestigt haben“, erläuterte Hentschel weiter.

Einen deutlichen Anstieg von mehr als 25 Prozent gab es der Statistik zufolge im Kreis Minden-Lübbecke. Einen Anstieg um etwa 15 Prozent weist die Kriminalstatistik für den Kreis Paderborn aus.

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