Unternehmer Uwe Mentrup aus Lengerich und sein Post bei Facebook
Kündigung nach Corona-Impfung?

Lengerich (WB) -

Mitarbeitern, die sich gegen Corona impfen lassen, werden fristlos gekündigt. Mit diesem Facebook-Eintrag hat Uwe Mentrup einen Riesenwirbel ausgelöst. Die Aussage ist in Übereinstimmung mit seinem siebenköpfigen Team getroffen worden, betont er am Montag in einem Pressegespräch. Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit zu erregen.

Dienstag, 19.01.2021, 19:10 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 07:20 Uhr
Uwe Mentrup an seinem Schreibtisch während eines Pressegesprächs. Foto: Michael Baar

Zurückgenommen habe er im  Grunde gar nichts, sagt Uwe Mentrup am Montag und bezieht sich damit auf seinen Facebook-Eintrag von Freitagnachmittag.

„Sollte sich ein Mitarbeiter unseres Unternehmens impfen lassen, wird umgehend die fristlose Kündigung ausgesprochen!“, hatte der Inhaber des gleichnamigen Bedachung & Holzbau-Unternehmens verkündet. Das sei einvernehmlich mit allen Mitarbeitern – sieben an der Zahl – besprochen worden, erklärt er Montag. Eine gute halbe Stunde später löscht er den Eintrag von seiner Facebook-Seite.

„Wir wollen Aufmerksamkeit erregen“, sagt er. Ihm gehe es um seine Mitarbeiter. Die seien nicht mehr ausgeglichen, weil sie nur noch arbeiten könnten. Freizeitaktivitäten fehlten, hinzu käme Angst um ihre Familien. Angehörige würden in der Pflege arbeiten und hätten Angst vor der Corona-Impfung. Die solle, das setzt er immer wieder voraus, „obwohl unerprobt“, zwangsweise durchgeführt werden.

Und auch die Maskenpflicht kommt bei Uwe Mentrup nicht gut weg. „Wir sind ein zertifizierter Betrieb für Asbest-Entsorgung“, verweist er auf die dafür einzuhaltenden Sicherheitsvorgaben: Schutzbekleidung inklusive FFP2-Maske. Nach 70 Minuten – so genau hat er die Zahl nicht im Kopf – müsse eine halbe Stunde Pause gemacht werden. Anschließend sei eine komplett neue Schutzbekleidung anzulegen.

„Wir sind dafür geschult, solche Masken zu tragen“, verweist er auf die einschlägigen Vorgaben. Dass Senioren FFP2-Masken tragen sollen, ohne Schulung, hält er für einen schlechten Witz. Zumal, davon ist der 52-Jährige überzeugt, die älteren Menschen diese Masken bestimmt über längere Zeit, mehrere Tage, tragen würden. „Wir verbrauchen fünf bis sechs Stück am Tag, wenn wir mit Asbest arbeiten.“

„Es gibt nichts Besseres als frische Luft“, stellt er fest. „So ein Papierfetzen im Gesicht ist viel gefährlicher“, schiebt er hinterher. Maskenpflicht in seiner Firma? Chef wie Mitarbeiter tragen an diesem Morgen keine Mund-Nasen-Bedeckung. Auf dem Bau ist keiner, das Wetter lässt es nicht zu.

Mentrup Bedachung & Holzbau in Lengerich

Mentrup Bedachung & Holzbau in Lengerich Foto: Michael Baar

Dass durch das Impfen gegen das Coronavirus der Weg zurück in die Normalität schneller zurückgelegt werden kann, hält er für ein Gerücht. „Freizeitaktivitäten wird es weiter nicht geben“, ist er überzeugt. Und dann bekommen die Medien eine Breitseite ab. Die würden nicht richtig informieren, der Regierung folgen. Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) traut er nicht. Dem Virologen Dr. Christian Drosten „glaube ich kein Wort, ich bezweifle sogar, dass sein Doktortitel echt ist“.

Es wird, glaubt man Uwe Mentrup, zu viel falsch gemacht. Die Grippe habe man in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ohne Impfung überlebt. „Die Grippe-Toten wurden ignoriert, Virus ist Virus“, macht er aus seiner Meinung keinen Hehl.

Den Medien traut er nicht. Dass die Kliniken mit Corona-Patienten voll seien, stimme nicht. Da müssten sich die Medien „ein bisschen informieren“. Das tue er, täglich, geht aber nicht auf seine Quellen ein. Auch wenn seine Firma durch Corona keine Einbußen hinnehmen musste, befürchtet er, dass auf Dauer vielen Handwerksbetrieben die Insolvenz droht.

„Nur wer folgsam ist, wird überleben, weil er Aufträge von der öffentlichen Hand erhält.“ Davon ist er überzeugt und „will jetzt was tun“ und keine Marionette der Regierung sein. „Die sieht nur die Pharmaindustrie, nicht die Menschen“, behauptet er. Dabei müsse Menschlichkeit wieder einkehren.

„Ich bin kein Querdenker, ich bin ein Denker“, sagt er mit dem Brustton der Überzeugung. Ob er deshalb glaubt, dass die Überlebensrate ohne Impfung möglicherweise höher wäre als mit? Die Corona-Toten seien im Durchschnitt 82 Jahre alt, das durchschnittliche Sterbealter in Deutschland liege aber bei 81 Jahren, macht er seine eigene Rechnung auf.

Nach Angaben der Datenplattform statista waren 80 Prozent der Corona-Toten 70 Jahre und älter. Der Anteil der über 80-Jährigen an den Todeszahlen beträgt 69,4 Prozent.

Auf den wieder gelöschten Facebook-Post gab es 5018 Kommentare, 624 Mal wurde der Eintrag geteilt. Zudem gab es 3975 Reaktionen (Stand 18. Januar).

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