Pfarrer kritisiert Kölner Kardinal Woelki
Leserbrief mit Folgen

Köln/Dormagen (epd) -

Nach öffent­licher Kritik an dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und dessen Umgang mit Fällen von sexueller Gewalt in der Kirche drohen einem katholischen Pfarrer aus Dormagen dienstrechtliche Konsequenzen.

Montag, 11.01.2021, 03:19 Uhr
Kardinal Rainer Maria Woelki steht in der Kritik. Foto: dpa

Das Erzbistum Köln hat dem Geistlichen in einem Brief eine entsprechende Prüfung des Sachverhaltes angekündigt. Man weise darauf hin, „dass für Dich als leitender Pfarrer ein öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln oder dessen Amtsträger nicht mit Deinen Loyalitätsobliegen­heiten im seelsorglichen Dienst vereinbar ist“, heißt es in dem Schreiben des Leiters der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, Mike Kolb. Die „möglicherweise schwerwiegenden Verstöße“ könnten „Maßnahmen nach sich ziehen“.

Der Brief ist vom 30. Dezember datiert. Darin bezieht sich der Personalchef auf einen Leserbrief in der „Westdeutschen Zeitung“, in dem der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann sich kritisch zum Verhalten ­Woelkis geäußert hatte. Seiner Ansicht nach hat der Kardinal „jede restlich vorhandene Glaubwürdigkeit verspielt“, als er in der Christmette Heiligabend im Kölner Dom nicht für eigene Fehler im Umgang mit dem Missbrauchsskandal um Verzeihung gebeten habe. Der Erzbischof hatte am 24. Dezember im Zusammenhang mit der Aufklärung von Missbrauchsfällen in seinem Bistum um Verzeihung gebeten. Ohne mögliche eigene Versäumnisse anzusprechen und auf konkrete Vorwürfe einzugehen, sagte Woelki: „Was die von sexueller Gewalt Betroffenen und Sie in den letzten Tagen und Wochen vor Weihnachten im Zusammenhang mit dem Umgang des Gutachtens zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in unserem Erzbistum, was sie an der Kritik darüber und insbesondere auch an der Kritik an meiner Person ertragen mussten – für all das bitte ich Sie um Verzeihung.“

Kardinal Woelki steht in der Kritik, weil er ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln wegen „methodischer Mängel“ unter Verschluss hält und ein neues Gutachten in Auftrag gegeben hat.

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