Tagestourismus
Ansturm auf deutsche Wintersportgebiete bleibt vorerst aus

Appelle und Kontrollen sollen einen neuerlichen Ansturm auf die Wintersportgebiete verhindern. Die Maßnahmen zeigen Erfolg - zumindest vorerst.

Samstag, 09.01.2021, 14:44 Uhr aktualisiert: 09.01.2021, 14:46 Uhr
In Winterberg (Nordrhein-Westfalen) waren vorsorglich zahlreiche Polizisten im Einsatz. Foto: Marcel Kusch

Winterberg/Wernigerode (dpa) - Der Schnee hat in Deutschland wieder viele Ausflügler in die winterlichen Landschaften gelockt. Der angesichts von Infektionsgefahren befürchtete Ansturm blieb jedoch zunächst weitgehend aus. Polizei und Kommunen hatten Sperrungen und verstärkte Kontrollen angekündigt.

Am vergangenen Wochenende waren Massen von Ausflüglern dem Lockdown und allen Corona-Appellen zum Trotz in verschneite Bergregionen geströmt. Auf den überfüllten Parkplätzen und an den Hängen wurden Mindestabstände oft nicht eingehalten.

In Nordrhein-Westfalen war es am Samstag nach Polizeiangaben in beliebten Orten im Sauerland und in der Eifel zunächst ruhig. Am Mittag hätten sich die Parkplätze hinter der gesperrten Zone und die Rodelpisten allerdings langsam gefüllt. Der Zulauf in Winterberg, Schmallenberg, Sundern und Olsberg halte sich aber in Grenzen und sei kein Vergleich zum vergangenen Wochenende, sagte ein Sprecher. «Wir sind sehr froh, dass die Menschen den Appellen folgen.» Auch in der Eifel gab es am Vormittag laut Polizei fast keinen Touristenzustrom.

Bayerns beliebte Ausflugsziele verzeichneten am Vormittag ebenfalls noch nicht den großen Ansturm. Doch trotz der Appelle, zu Hause zu bleiben, waren viele Ausflügler unterwegs. Insbesondere am Schwansee im Ostallgäu war der Andrang bereits am Morgen stark. Im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald verzeichnete die Polizei noch kein verstärktes Besucheraufkommen.

Dagegen wurden wegen des großen Andrangs auf den Nordschwarzwald bereits am Morgen alle Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße gesperrt, wie ein Polizeisprecher aus Offenburg sagte. Die Parkplätze waren bereits am Vormittag belegt. Die Menschen, die mit ihren Autos auf den gesperrten Straßen standen, seien jedoch meist einsichtig und akzeptieren die Anweisungen der Beamten. Auch die Schwäbische Alb war das Ziel vieler Ausflügler. «Es ist zwar viel los, doch es ist noch nicht chaotisch», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidium Reutlingen

Viele Ausflügler machten sich am Samstag wieder auf den Weg in den Harz, um zu rodeln oder Winterwanderungen zu unternehmen. Anders als am vergangenen Wochenende habe es aber zunächst keinen Ansturm auf beliebte Orte wie den Wernigeröder Ortsteil Schierke gegeben, sagte ein Polizeisprecher in Halberstadt. Der Großraum-Parkplatz im niedersächsischen Torfhaus bei Goslar war ab Samstagmittag voll, wie die Polizei mitteilte. Doch die Besucher verteilten sich den Beamten zufolge besser in der Region als noch an den Vortagen.

Im Thüringer Wald waren die Parkplätze etwa rund um Siegmundsburg, Ilmenau oder Masserberg bis zum Mittag gut gefüllt. Die Polizei sprach jedoch von einer normalen Lage. «Es ist bisher alles im Rahmen», sagte eine Sprecherin in Sonneberg. Die Orte im Thüringer Wald waren in den Tagen zuvor von Ausflüglern teils überrannt worden.

Eine völlig ungewohnte weiße Pracht erlebten unterdessen die Menschen in Madrid: Der Schnee tauchte die spanische Hauptstadt in Weiß und lag teils 60 Zentimeter hoch. «Das ist der bisher heftigste Schneefall dieses Jahrhunderts in Madrid», sagte ein Sprecher des Wetterdienstes AEMET. Autofahrer steckten stundenlang fest, der Flughafen stellte den Betrieb ein, die Eisenbahngesellschaft Renfe strich viele Verbindungen. Auch in Norditalien bescherten kräftige Schneefälle der Feuerwehr zahlreiche Einsätze.

© dpa-infocom, dpa:210109-99-953496/7

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