Corona: Lüftungsprobleme sollen notfalls technisch gelöst werden
Laschet will Gebäudecheck für alle NRW-Schulen

Düsseldorf (WB). Nach der Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht will die Landesregierung zum Herbst die konkreten Probleme mit der Lüftung von Klassenräumen in den einzelnen Schulen angehen. Nach aktuellen Schätzungen hätte nur etwa ein Prozent der rund 5500 Schulen in NRW bauliche Mängel, die einen vernünftigen Luftaustausch verhindern, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

Freitag, 04.09.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 19:16 Uhr
Armin Laschet nimmt seine Maske ab. Foto: dpa

Erste Schritte nächste Woche

Schon in der kommenden Woche sollen dafür erste Schritte festgelegt werden. „Der Kern wird sein, passgenaue Lösungen zu finden.“ Wo etwa Sicherheitsgründe verhindern, dass Fenster weit geöffnet werden, müssten konkrete Maßnahmen festgelegt werden. Dabei geht es um die Aerosole in den Klassenräumen. „Jede einzelne Schule wird in den Blick genommen, und es wird Geld bereitgestellt, damit dieses Problem zeitnah gelöst wird“, betonte Laschet.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) prüfen nach seinen Worten derzeit in allen Schulen, wie die Voraussetzungen vor Ort sind, wo Verbesserungen notwendig und schnell umsetzbar sind. „Da werden wir als Land auch den Schulträgern Rat geben, wie man das finanzieren kann.“ Dazu könnten auch Geräte für eine Durchlüftung gehören, erläuterte Laschet. Wenn es dabei bleibe, dass nur wenige Schulen betroffen sind, sollen bestehende Programme zur Finanzierung genutzt werden. Notfalls könnten auch neue Mittel bereitgestellt werden.

Wieder Maskenpflicht nach den Herbstferien?

Ob nach den Herbstferien erneut eine Maskenpflicht im Unterricht gelten könnte, ließ der Ministerpräsident offen. Das hänge vom Infektionsgeschehen ab. Es gelte der Appell, nicht als Tourist in Risikogebiete zu reisen. „Stand heute gibt es keinen Anlass, wieder eine Maskenpflicht im Unterricht einzuführen“, bekräftigte Laschet. Das sei eine befristete Vorsichtsmaßnahme nach Ferienende gewesen, wie sie auch Bayern nun begrenzt auf neun Tage einführe. Alle übrigen Bundesländer hätten darauf verzichtet.

Wenn einzelne Schulen sich weiterhin für Atemschutzmasken auch im Unterricht entscheiden, „ist das in Ordnung“. Das müsse aber eine freiwillige Lösung bleiben: „Es gibt keine landesgesetzliche Vorgabe über eine Maskenpflicht im Unterricht.“ Die Schulen seien in der Lage, selbstverantwortlich Regeln zu definieren, „die zum Umgang miteinander passen“, meinte Laschet weiter.

Der Ministerpräsident bekräftigte als von allen Ländern gezogene Lehre aus dem Lockdown: „Wenn wir je wieder etwas schließen müssen, dürfen wir nie wieder bei Schulen und Kitas beginnen.“ Das Recht auf Bildung sei essenziell für soziale Gerechtigkeit.

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