Die Pandemie und ihre Folgen für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt
Coronavirus-Newsblog: Spanien riegelt weitere Region ab - NRW-Landesregierung bei Aufhebung der Maskenpflicht zurückhaltend - Infektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt unter den Grenzwert von 50

Bielefeld (WB/dpa). Das Coronavirus hat die Gesellschaft und das Leben eines jeden Einzelnen verändert. Wie geht es weiter? Verfolgen Sie die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog für Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und die Welt.

Sonntag, 05.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 05:29 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Infos zum Coronavirus

Unter anderem informiert das Bundesgesundheitsministerium an einer Hotline zum Coronavirus. Eine Auswahl an Hotlines finden Sie hier:

Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22

Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de)

Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100

Neue Telefonnummer des NRW-Bürgertelefons zum Corona-Virus: 0211/91191001 
(montags bis freitags 8 bis 18 Uhr); oder per E-Mail unter corona@nrw.de

Hier gibt es eine Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, die Coronainfektionen und -todesfälle weltweit zeigt .

Und hier gibt es den Überblick der Coronavirus-Infizierten in Deutschland .

Das Robert-Koch-Institut hat Fragen und Antworten rund um den Coronavirus zusammengestellt und aktualisiert diese fortlaufend.  Die Übersicht gibt es hier .

Lesen Sie hier Teil 1 des Newsblogs (26. Februar bis 14. März), hier  Teil 2 (15. März bis 6. April), hier   Teil 3 (6. April bis 30. April),  hier Teil 4 (1. Mai bis 9. Mai), hier Teil 5 (10. Mai bis 1. Juni) ,  hier Teil 6 (2. Juni bis 17. Juni)  und hier Teil 7 (18. Juni bis 22. Juni) .  

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NEWSBLOG

+++ Wir setzen unsere Berichterstattung hier fort. +++

Sonntag, 5. Juli

20.35 Uhr: Region mit 70 000 Bewohnern wird in Spanien wegen Corona abgeriegelt

Nach der katalanischen Region Segrià wird im einstigen Corona-Hotspot Spanien wieder ein größeres Gebiet wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag fünf Tage lang abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie die Regionalregierung von Galicien am Sonntag mitteilte. Betroffen sind etwas mehr als 70.000 Menschen. Am Sonntag gab es in A Mariña nach amtlichen Angaben insgesamt 106 Infizierte.

Regionalpräsident Alberto Núñez Feijóo erklärte, der neue Ausbruch habe sich in «zwei oder drei Kneipen» ereignet. In A Mariña werden nun unter anderem die Öffnungszeiten der Gasthäuser gekürzt, größere Menschenansammlungen sind bis Freitag wieder strikt untersagt.

Segrià - mit der Großstadt Lleida - war die erste Region, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien wieder abgeriegelt worden war. Insgesamt sind dort seit Samstag, zwölf Uhr, 200.000 Menschen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren die Infektionsfälle in Segrià innerhalb weniger Tage um mehr als 300 auf gut 4000 geklettert. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichteten Medien.

Spanien ist mit gut 28.300 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen aber seit Mitte Mai stark gesunken. Der seit dem 14. März bestehende Corona-Notstand endete am 21. Juni. Seither dürfen sich die 47 Millionen Spanier wieder frei in ihrem Land bewegen. Urlauber dürfen inzwischen auch wieder einreisen.

18.40 Uhr: Schäuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Europa sollte nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen Abhängigkeiten reduzieren. «Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu überprüfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben», schreibt der CDU-Politiker in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Schäuble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen Medizingütern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die Europäische Union müsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfähiger und souveräner zu sein, mahnte der Parlamentspräsident. Dazu müsse sie «mit größerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengünstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos». Außerdem gelte es, die Souveränität Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

18.15 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 55
Fälle insgesamt 726
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 767  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 473
Fälle insgesamt 2423
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 44
Fälle insgesamt 475
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 34
Fälle insgesamt 389  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 13
Fälle insgesamt 500
davon Todesfälle 13

17.54 Uhr: Mehr als 30.000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf über 30.000 gestiegen. Bislang seien 30.366 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die mexikanischen Gesundheitsbehörden am Samstag (Ortszeit) mit. Mexiko überholte damit Frankreich und ist nun weltweit das Land mit den fünftmeisten Corona-Opfern. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stieg in dem zweitgrößten Land Lateinamerikas unterdessen auf 252.165 - damit liegt es nach der Erhebung der John-Hopkins-Universität in den USA im globalen Vergleich an achter Stelle.

Die meisten Fälle wurden im Großraum Mexiko-Stadt registriert, dort leben etwa 22 Millionen Menschen. In der Hauptstadt sollten die Betriebsbeschränkungen in diesen Tagen eigentlich gelockert werden. Angesichts der steigenden Infektions- und Opferzahlen ruderte die Stadtverwaltung allerdings mehrfach zurück und schob die Öffnung einzelner Branchen zuletzt immer wieder auf.

16.23 Uhr: NRW-Landesregierung bei Aufhebung der Maskenpflicht zurückhaltend

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat zurückhaltend auf den Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern zur Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel reagiert. Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Infektionszahlen sei die Gefahr der Pandemie noch lange nicht gebannt.

«Solange wir ohne wirksamen Impfstoff und Medikamente mit dieser neuen, ungewohnten Situation leben, werden die Menschen weiterhin mit Regeln und Veränderungen umgehen müssen. Dazu werden noch für einige Zeit unter anderem Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und die Mund-Nasen-Bedeckung gehören», betonte sie. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte der «Welt am Sonntag» gesagt: «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten.» Er gehe davon aus, dass das Landeskabinett das Ende der Maskenpflicht in Geschäften am 4. August beschließen werde, also nach dem Ende der Sommerferien im Nordosten.

Glawe kündigte auch Gespräche mit Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. «Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel», sagte er. Sachsen prüft ebenfalls eine Abschaffung.

16.17 Uhr: Gerresheimer rüstet sich für Corona-Impfstoff

Der Verpackungshersteller Gerresheimer rüstet sich schon jetzt für einen kommenden Corona-Impfstoff. «Wir haben in Glasform-Maschinen investiert, haben unsere Kapazitäten aufgebaut. Die Produktion läuft jetzt schon auf vollen Touren», sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Wenn es mit dem Impfstoff klappt, werden mehrere Milliarden Impfstoffeinheiten benötigt werden, die in Injektionsfläschchen abgefüllt werden müssen. Etwa ein Drittel dieses Marktes entfällt auf uns.»

Siemssen sagte, der Konzern sei bereits in «sehr konkreten Gesprächen» mit vielen Pharmakonzernen, die an einem Impfstoff arbeiteten. «Sobald der erste Hersteller damit auf den Markt kommt, braucht er die entsprechenden Glasfläschchen. Und damit sind wir im Spiel.» Gerresheimer ist laut Siemssen bisher ohne wesentliche Unterbrechungen der Produktion durch die Corona-Krise gekommen. «Betriebsferien gibt es bei uns nicht», sagte Siemssen. «Die meisten unserer Werke produzieren rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.»

Gerresheimer hatte bereits Ende Juni gemeinsam mit den Konkurrenten Stevanato und Schott versichert, sie stünden bereit, die Pharmabranche im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen. Alle drei Unternehmen produzieren Pharmafläschchen aus Spezialglas für Impfstoffe und Medikamente.

15.22 Uhr: Netanjahu: Notstandssituation wegen Corona-Ausbruch in Israel

Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer Notstandslage gesprochen. «Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns», sagte der 70-Jährige am Sonntag während einer Kabinettssitzung. An diesem Montag wollte die Regierung sich erneut treffen, um über mögliche weitere Beschränkungen zu beraten.

«Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben und es wird vielen Bürgern des Staates Israel ihr Leben kosten», warnte Netanjahu.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1000 überschritten. Schon zuvor wurden neue Einschränkungen verkündet. Versammlungen sollen wieder beschränkt werden. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 29.366 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 330 Infizierte sind gestorben. Im Westjordanland gilt seit Freitag wegen eines ähnlichen Neuausbruchs ein fünftägiger Lockdown.

14.40 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt unter den Grenzwert

Ein Auslaufen des Corona-Lockdowns im Kreis Gütersloh am Dienstag wird immer wahrscheinlicher. Auf Basis der am Sonntag von der Kreisverwaltung veröffentlichten Daten ist die Infektionsrate unter den für die Einschränkungen maßgeblichen Grenzwert von 50 gefallen .

Demnach liegt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner aktuell bei 48. Der vom Robert-Koch-Institut am Sonntag genannte Wert, der aber um einen Tag nachläuft, betrug 56.

14.33 Uhr: Corona-Krise beschert Online-Handel kräftigen Wachstumsschub

Die Corona-Krise hat dem Online-Handel in Deutschland eine kräftigen Wachstumsschub beschert. Vor allem Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente oder Drogerieprodukte werden viel häufiger im Internet gekauft als vor der Pandemie. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Marktstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) hervor.

„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, fasste bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer deren Ergebnisse zusammen. Insgesamt stiegen die E-Commerce-Umsätze nach einem schwachen 1. Quartal von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um satte 16,5 Prozent auf über 20 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs stieg dabei um 51,2 Prozent und der Onlinehandel mit Lebensmitteln nahm sogar um fast 90 Prozent zu.

13.31 Uhr: Ansturm auf Pubs in England

Nach mehr als drei Monaten Zwangspause in der Coronakrise haben die Pubs in England wieder geöffnet und am Wochenende einen Ansturm erlebt. Die befürchteten Alkoholexzesse blieben zwar aus, doch im Londoner Ausgehviertel Soho drängten sich Menschenmassen, wie auf Fotos zu sehen war, die in sozialen Netzwerken kursierten.

Die Lockerung gilt vorerst nur in England und Nordirland. In Schottland und Wales müssen sich die Menschen noch gedulden, bevor sie wieder in den Pub gehen können. In Großbritannien legt jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie fest.

12.22 Uhr: Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

10.50 Uhr: Wirtschaftsminister: In Mecklenburg-Vorpommern Maskenpflicht im Handel abschaffen

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat eine Abschaffung der Mund-Nase-Bedeckung im Handel ins Gespräch gebracht . «Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten», sagte Glawe der «Welt am Sonntag».

Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. «Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen». Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus bundesweit.

9.40 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt auf 56

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Sonntag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56 .

Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

9.28 Uhr: Seehofer fordert kostenfreie Corona-Tests für alle

Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürwortet Innenminister Horst Seehofer bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle , wie sie in Bayern bereits geplant sind. «Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land.»

Bayern hatte als erstes und bisher einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Es will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden, etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört. Spahn ist gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests.

8.15 Uhr: WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf einen neuen Rekordwert von 212.326 Fällen geklettert. Das geht aus dem WHO-Situationsbericht zur Corona-Pandemie von Samstag hervor.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden in Nord- und Südamerika (129.772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien.

Insgesamt geht die WHO bisher von 10,9 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit aus sowie von 523.011 Todesfällen infolge von Covid-19-Erkrankungen.

Samstag, 4. Juli

20.15 Uhr: Bauen für die Zeit danach

Corona hin, Corona her: Einige Großbaustellen in Ostwestfalen-Lippe zeigen, dass die Wirtschaft in der Region weiter an die Zukunft glaubt und investiert.

Am 10. August, dem Ende der Betriebsferien, wird die in Rödinghausen ansässige Häcker-Gruppe, einer der Top 3 der deutschen Küchenhersteller, sein neues Werk in Venne kurz jenseits der Landesgrenze im niedersächsischen Osterkappeln-Venne probeweise in Betrieb nehmen. Und es tut sich noch mehr in der Küchenbranche. Für Marktführer Nobilia galt bis vor kurzem: Produziert wird in Sürenheide oder Kaunitz – jedenfalls in Verl. Das ändert sich in diesem Jahr. Das neue Werk 3 im Gewerbegebiet Hüttenbrink ist Luftlinie wenige hundert Meter vom Stammwerk entfernt.

Eine Großbaustelle im Osten Bielefelds zeigt: Bei Schüco tut sich was. Der auf Fenster und Fassaden spezialisierte Bauzulieferer, dessen 5650 Mitarbeiter, davon 1800 in Bielefeld, 2019 einen Umsatz von 1,75 Milliarden Euro erwirtschafteten, investiert nach Angaben seines Sprechers Thomas Lauritzen an seinem Stammsitz 95 Millionen Euro. Dafür baut der Konzern zum einen großen Anbau für die Hauptverwaltung.

Spektakuläres bahnt sich beim Harsewinkeler Landmaschinen-Hersteller Claas an. Dort soll im Sommer 2021 die Mähdrescher-Produktion im Hauptwerk mehrere Wochen stillstehen. In der Zeit werden das Dach über der 15.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche vorübergehend abgehoben und die Außenmauern erhöht.

Auch der Handel investiert in Ostwestfalen-Lippe. Neben einigen neuen Märkten der Lebensmittelketten und Discounter sticht der Neubau des Höffner-Möbelhauses in Paderborn hervor. Das Gebäude entstand dort, wo sich bis zum Abriss vor knapp einem Jahr das Finke-Stammhaus befand.

Der wachsende Onlinehandel löst ebenfalls große Investitionen aus. Für Aufsehen sorgt das neue Amazon-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Aurea zwischen Oelde und Rheda-Wiedenbrück, das in diesen Tagen in Betrieb geht.

Der Süßwarenhersteller Storck unterstreicht sein Bekenntnis zum Standort mit einer mittelfristig geplanten Erweiterung um drei Produktions- und ein Verwaltungsgebäude. Einschließlich neuer Werkzufahrt stehen dafür eine Fläche von 18 Hektar zur Verfügung. Aktuell baut Storck zudem eine neue Logistikhalle.

Von Investitionen in Gewerbeimmobilen profitieren OWL-Bauunternehmen, allen voran Goldbeck (Bielefeld) und Bremer (Paderborn). Goldbeck baut in Paderborn derzeit die Zukunftsmeile 2 und ist im Übrigen auch beim milliardenschweren Neubau der Tesla-Elektroauto-Produktion in Grünheide bei Berlin im Boot, Bremer zum Beispiel beim Neubau des Paderborner Bahnhofs, der in wenigen Monaten beginnen soll.

19.01 Uhr: Zwei neue Corona-Fälle in Paderborn und Salzkotten

Zwei neue Fälle – je ein Fall in Paderborn und Salzkotten: Die aufsummierte Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Paderborn steigt auf 726. 

18.55 Uhr: Zwei neue Coronafälle in Bielefeld

Die Coronazahlen steigen weiter: In Bielefeld gibt es - Stand Samstagnachmittag - zwei Neuinfektionen. Keine davon steht im Zusammenhang mit dem Tönnies-Vorfall.

17.07: Sind Parks die neuen Clubs?

Die Pandemie hat die Clubs in Deutschland leergefegt. Wann dort wieder getanzt werden darf, ist ungewiss. Jetzt ist Sommer. Wie geht Feiern in Corona-Zeiten?

Die Lage ist ernst. Die Clubbetreiber machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und fürchten, ihre Läden gar nicht wieder aufzumachen. Mit Crowdfunding-Kampagnen und dem Konzert-Livestreams sammeln sie Geld. Die, die können, verkaufen Bier oder Sekt im eigenen Garten. Sogar am Berghain in Berlin, wo sonst Menschen aus aller Welt das Wochenende durchtanzen, kann nun gesellig Bier getrunken werden. Das Virus treibt die Leute an vielen Orten ins Freie. 

Ist das Feiern unterm Himmel eine Lösung? Die Partys bringen auch Probleme mit sich: Müll, Lärm und auch Gewalt.

16.53 Uhr: Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen

Bei der Lufthansa sind erste Finanzmittel aus der deutschen Staatshilfe eingetroffen. Gut eine Woche nach Zustimmung der Hauptversammlung zu dem Rettungspaket hat der MDax-Konzern die erste Tranche von rund einer Milliarde Euro aus dem KfW-Kredit abgerufen. Der Zeitpunkt zum Abruf der zwei weiteren Milliarden aus dem Kredit der staatlichen Bank stehe noch nicht fest und könne von der Lufthansa bestimmt werden, wie ein Sprecher in Frankfurt erklärte.

16.16 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Der positive Trend nachlassender Corona-Zahlen im Kreis Gütersloh dauert an – und lässt weiter auf ein Auslaufen des Lockdowns am Dienstag hoffen.  Die Kreisverwaltung meldet am Samstag nur noch eine Handvoll Neuinfektionen: die Zahl der aktiv mit dem Virus Infizierten erhöhte sich zum Vortag um 5 auf 467 Personen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fällt damit unter die Marke von 60. Der für Einschränkungen und den Lockdown maßgebliche Grenzwert liegt bei 50.

15.12 Uhr: Pubs in England dürfen wieder öffnen

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie haben seit Samstagfrüh die Pubs in England wieder geöffnet. Der erste, der sich ein Pint gönnte, war offenbar Prinz William.

Der 38 Jahre alte Enkel von Queen Elizabeth II. (94) besuchte bereits am Freitagabend einen Pub in der ostenglischen Grafschaft Norfolk in der Nähe seines Landsitzes Anmer Hall. Er habe sich bei den Mitarbeitern erkundigt, wie sie sich mit den neuen Umständen arrangiert haben, hieß es dazu in einer Twitter-Mitteilung des Kensington-Palasts.

14.30 Uhr: Thüringen: Gericht bestätigt Regeln zu Abstands- und Maskenpflicht

Mit einem Antrag, die Thüringer Regeln zu Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz in der Corona-Verordnung außer Vollzug stellen lassen, ist ein Mann aus Sachsen-Anhalt vor Gericht gescheitert. Der Mann pendelt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit nach Thüringen.

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat jedoch die aktuellen Corona-Regeln zu Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und öffentlichem Nahverkehr bestätigt. Es sprächen gewichtige Aspekte für eine Rechtmäßigkeit dieser bis zum 15. Juli befristeten Regelungen, entschied der 3. Senat laut Mitteilung in einem Eilverfahren. Trotz des deutlichen Rückgangs der Neuinfektionen sei weiter davon auszugehen, dass Covid-19 nach wie vor eine weltweit verbreitete und zu bekämpfende Infektionskrankheit sei, die die Gesundheitsbehörden zum Handeln auch gegen nicht erkrankte Dritte verpflichte.

12.02 Uhr: Merkel dankt Älteren für ihr Verständnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei den älteren Menschen in Deutschland für ihr Durchhaltevermögen in der Corona-Pandemie bedankt. „Ich weiß, dass für Sie der Alltag, der ohnehin oft schwierig und einsam ist, noch schwieriger und einsamer wurde“, sagte die CDU-Politikerin heute in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. „Trotz all dieser Härten habe ich bei vielen Älteren nicht Zorn, sondern häufig Verständnis für unsere Politik der notwendigen Kontaktbeschränkungen gefunden. Dafür danke ich sehr.“Merkel verwies unter anderem auf viele neugegründete Initiativen, bei denen jüngere Menschen Älteren helfen - etwa indem sie sich um Besorgungen kümmern oder anderweitig das tägliche Leben erleichtern. „Ich würde mich freuen, wenn diese Initiativen lange erhalten blieben. Der Bedarf für solche Unterstützung über Generationen hinweg wird sicher noch da sein, wenn wir das Virus eines Tages nicht mehr so fürchten müssen“, sagte die Kanzlerin.

9.27 Uhr: Aktivisten steigen Tönnies aufs Dach

Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ hat am Samstag vor dem Tönnies-Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück protestiert. Gegen 4 Uhr besetzten vier Aktivisten das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ an. In einer Erklärung forderte das Bündnis, der aktuell wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter den Mitarbeitern stillgelegte Schlachthof müsse dauerhaft geschlossen bleiben. Corona sei nicht das einzige Problem, die Tierindustrie bringe enormes Leid über Millionen fühlende Lebewesen.

Die Kundgebung sei friedlich verlaufen, berichtete die Polizei im Anschluss. Die Teilnehmer der nicht angemeldeten Versammlung seien gegen 12.40 Uhr aufgefordert worden, sich der ordnungsgemäß angemeldeten Demo anzuschließen. Ein Nachspiel hat der Protest allerdings für die drei Frauen, die auf das Dach des Werksgebäudes geklettert waren. Sie wurden zwecks Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen und zur Polizeiwache Gütersloh gebracht. Strafverfahren wurden eingeleitet.

8.30 Uhr: Corona erschwert Vorbereitungen für Buchmesse

In 100 Tagen beginnt die Frankfurter Buchmesse - so die Corona-Pandemie nicht kurzfristig einen Strich durch die Rechnung macht. Wenn es läuft wie erhofft, wird die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober zwar stattfinden, aber kleiner und virtueller sein als sonst. Eine corona-bedingte „Sonderausgabe“ nennt es Buchmessen-Direktor Juergen Boos.

Viele Fragen sind drei Monate vor dem Termin noch offen, etwa was aus dem Ehrengast-Auftritt Kanadas wird. Man sei „in Gesprächen“, hieß es dazu bei der Buchmesse. Frankfurter Medien hatten in der vergangenen Woche berichtetet, der Gastland-Auftritt Kanadas werde auf 2021 verschoben. Klar ist: Die Reisebeschränkungen beeinträchtigen die Vorbereitungen ebenso wie die Anreise von Autoren.

7.30 Uhr: Mehr als 20 Prozent mehr entsorgter Elektroschrott seit Lockdown-Ende

Seit Ende des Corona-Lockdowns ist in Deutschland mehr als 20 Prozent mehr Elektroschrott entsorgt worden als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. „Die weitgehende Reduzierung des Lebens auf das häusliche Umfeld scheint insgesamt zu verstärkten “Aufräumaktionen„ geführt zu haben“, sagte Bernhard Jehle, Vorsitzender vom Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) der Deutschen Presse-Agentur.

Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 sei die entsorgte Menge an alten Elektrogeräten um 20 bis 30 Prozent angewachsen. Besonders dort, wo viele Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen hatten, komme nun besonders viel Elektroschrott an, der zwischenzeitlich wohl zu Hause gelagert worden sei. Auch der Neustart in der Industrie sorgt für wachsende Mengen.

5.20 Uhr: WHO: Steigende Coronazahlen kein Anzeichen einer zweiten Welle

Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in vielen Ländern sind nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Anzeichen einer zweiten Welle . Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU).

«Was wir jetzt in vielen Ländern erleben, ist ein zweiter Höhepunkt der ersten Welle in vielen Ländern, wo das Virus nicht genug unterdrückt worden ist, um eine Übertragung der Krankheit zu verhindern», sagte Ryan.

Um so mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontaktn konsequent weiter angewendet werden. «Sonst könnten wir eine Situation bekommen, wo das Infektionsniveau anhaltend höher ist als wir es wirklich wollen.» 

Freitag, 3. Juli

19.23 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7 (-1)
Fälle insgesamt 372
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 56 (+1)
Fälle insgesamt 724 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 13 (-3)
Fälle insgesamt 767 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 462 (-1088)
Fälle insgesamt 2411 (+23)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 47 (-4)
Fälle insgesamt 473 (+2)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 36 (-3)
Fälle insgesamt 387 (+3)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 13
Fälle insgesamt 500
davon Todesfälle 13

OWL gesamt

Aktuell infiziert 634
Fälle insgesamt 5634
davon Todesfälle 127

16.02 Uhr: Corona-Infektion trifft in NRW am häufigsten 20- bis 59-Jährige

Die meisten positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Nordrhein-Westfalen gehören der Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen an. Nur sieben Prozent sind unter 20 Jahre alt. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort des NRW-Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervor.Das Durchschnittsalter der positiv Getesteten liegt demnach bei 48 Jahren. 94 Prozent der gestorbenen Corona-Patienten waren 60 Jahre oder älter. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen liegt bei 80 Jahren.Ausgewertet wurden nach Angaben des Ministeriums mit Datenstand Mitte Juni fast 40 000 Corona-Infektionsfälle in NRW. Davon waren 29 Prozent 20 bis 39 Jahre alt, 36 Prozent waren 40 bis 59 Jahre alt, 17 Prozent 60 bis 79 und jeder Zehnte war 80 oder älter.Jeder siebte Corona-Infizierte musste demnach im Krankenhaus behandelt werden. Bis Mitte Juni waren das in NRW fast 5600 Patienten. Von ihnen benötigten 15 Prozent eine intensivmedizinische Behandlung. 72 Prozent aller im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten waren über 60 Jahre alt.Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums vom Freitag insgesamt 43.660 nachweislich mit Corona infiziert. Die weitaus meisten sind inzwischen wieder genesen; 1686 sind gestorben.

15.13 Uhr: Kreis Gütersloh passt die Teststrategie an

Der Kreis Gütersloh hat mitgeteilt, seine Teststrategie anzupassen . Ab sofort testen die mobilen Teams zunächst in Haushalten mit negativ auf den Coronavirus getesten Personen. „40 Teams besuchen zunächst schwerpunktmäßig die Wohnungen der Tönnies-Beschäftigten, in denen ausschließlich negativ getestete Mitarbeiter beziehungsweise Haushaltsangehörige leben. Die negativ Getesteten benötigen nach ihrer 14-tägigen Quarantäne ein erneutes negatives Testergebnis“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

15.04 Uhr: Wohnsiedlung für positiv getestete Tönnies-Mitarbeiter angemietet

Die Stadt und der Kreis Gütersloh haben mit einem Anschreiben die Nachbarn der Wohnsiedlung Töpferstraße informiert, dass der Krisenstab dort plant, neu positiv getestete Beschäftigte der Firma Tönnies beziehungsweise deren Haushaltsangehörige unterzubringen.

Nur so lasse sich laut der Kreisverwaltung die Infektionskette unterbrechen. Der Kreis Gütersloh miete die Wohnsiedlung vorübergehend von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) an. Der Krisenstab habe die Bezirksregierung Detmold um Amtshilfe gebeten, Räumlichkeiten für diese Personengruppe zu finden, und entsprechend mit der BIMA zu verhandeln. Ganz wichtig sei: Das ist eine Lösung, die nicht von Dauer ist. Sobald die Krise vorbei sei, ende der Mietvertrag, heißt es vom Kreis.

14.18 Uhr: SPD fordert breites Corona-Testprogramm für NRW

Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen fordert regelmäßige Corona-Tests in allen Berufsgruppen mit ständigem engen Kontakt zu anderen Menschen. Die Kapazitäten wären vorhanden, die Landesregierung habe aber keine Test-Strategie, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty am Freitag in Düsseldorf. In einem ersten Schritt könne ein Test-Programm etwa für Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte angeboten werden.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lehnt Massentests nach bayerischem Vorbild ab. „Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen“, hatte er am Dienstag erklärt. In größeren Betrieben der Fleischindustrie müssen Beschäftigte in NRW seit dem 1. Juli mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. In Bayern können sich landesweit alle Menschen, auch ohne Symptome, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

14.01 Uhr: Tönnieswerk in Rheda-Wiedenbrück bleibt bis zum 17. Juli geschlossen

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hat am Donnerstagabend die Schließung des dortigen Tönnies-Fleischwerks um weitere zwei Wochen bis zum 17. Juli verlängert, zugleich aber auch in dieser Zeit eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs in Aussicht gestellt. Für einzelne, klar beschriebene und abgegrenzte Teilbereiche könne die Betriebsschließung und das Betretungsverbot aufgehoben werden, wenn die Anforderungen an den Gesundheits- und Arbeitsschutz erfüllt werden und die Behörden dies genehmigten.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen hat das Unternehmen den Behörden inzwischen sein Hygienekonzept für eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs vorgelegt. Über das Konzept und die weitere Vorgehensweise soll am Montag beraten werden.

13.57 Uhr: Diagnosezentren in Gütersloh bleiben geöffnet

Die drei  Diagnosezentren in Gütersloh bleiben weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises geöffnet. Das hat die Kreisverwaltung am Freitag mitgeteilt. Im Ems-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück, im Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh und auf dem Flughafen in Gütersloh an der Marienfelder Straße kann man sich weiterhin kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Die Diagnosezentren in Halle/Westfalen. und Verl haben Freitagabend (3. Juli) wie vorgesehen ihren Betrieb eingestellt, heitßt es vom Kreis. Die Auslastung der Diagnosezentren insgesamt hätte einen weiteren Betrieb nicht gerechtfertigt. Aus diesem Grund hatte der Krisenstab bereits das Diagnosezentrum am Reinhard-Mohn-Berufskolleg in Gütersloh geschlossen.

13.21 Uhr: Ansturm auf Fahrradgeschäfte in Corona-Krise nimmt kein Ende

Der Fahrrad-Boom in der Corona-Krise hält unvermindert an. „Der Mai war der stärkste Monat, den die Branche jemals erlebt hat", sagte David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) der Deutschen Presse-Agentur.

Ihm zufolge hat ein Großteil der Hersteller die coronabedingten Einbußen wieder aufgeholt. Er gehe inzwischen davon aus, dass die Umsätze auf Vorjahresniveau liegen werden - vorausgesetzt, es gäbe keinen neuerlichen Lockdown.

Zugleich hätten Hersteller und Händler mit Engpässen und Verzögerungen zu kämpfen. Vor allem bei Einstiegsrädern und E-Bikes seien einzelne Modelle vergriffen, sagt der Verbandssprecher. Spürbaren Mangel gebe es auch bei Kinderrädern. „Es wird mit Hochdruck nachproduziert, aber bei den Herstellern gibt es ebenfalls Einschränkungen durch Hygieneauflagen." Es sei empfehlenswert, mehrere Händler anzusteuern und sich außerhalb der Ballungsgebiete umzuschauen, rät Eisenberger.

12.45 Uhr: Remdesivir zur Covid-19-Behandlung zugelassen

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. „Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen.

Remdesivir gilt als eine von wenigen wirksamen Arzneien bei schweren Fällen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt verkürzen.

12.30 Uhr: Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse in der Corona-Krise zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine persönliche Verantwortung für Versäumnisse zu Beginn der Corona-Krise zurückgewiesen. Insbesondere bei der Frage, ob noch früher noch mehr Masken hätten beschafft werden müsste, verteidigte der Unionspolitiker den damals eingeschlagenen Kurs.

„Hätten wir schon früher beginnen sollen, Schutzmasken zu kaufen? Ja, natürlich“, sagte Spahn dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Gleichzeitig fügte er hinzu, er habe sich nicht bewusst gegen den Kauf von mehr Schutzmasken entschieden. „Es ist im Januar oder vor einem Jahr auch niemand zu mir gekommen und hat gesagt, wir sollten jetzt Schutzmasken kaufen“, so Spahn.

12.01 Uhr: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft im Zeichen der Corona-Pandemie - Länder sagen Unterstützung zu

Die Bundesländer haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Parteigrenzen hinweg breite Unterstützung bei der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zugesagt - gerade im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie. „Uns ist es wichtig, Europa mitzugestalten. Auch wir wollen Europa wieder stark machen“, gemeinsam mit der Bundesregierung“, versicherte der amtierende Bundesratspräsident, der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), am Freitag in der letzten Sitzung der Länderkammer vor der Sommerpause .

11.05 Uhr: Pinkwart: „Hetzjagd“ auf Tönnies beenden

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat sich hinter den Fleischunternehmer Clemens Tönnies gestellt. Er forderte , die "öffentliche Hetzjagd" auf das Fleischunternehmen und den Unternehmer Tönnies zu beenden.

10.10 Uhr: Therme ist ein großer Lockdown-Verlierer

Der Schaden, der durch den Corona-Shutdown im Kreis Gütersloh und die anhaltende Spannung durch scharfe Verfügungen des Nachbarlandkreises Osnabrück entstanden ist, lässt sich besonders bei der großen Therme Carpesol in Bad Rothenfelde nachvollziehen . Dort lässt sich ein Corona-Schaden in gleich zweierlei Weise beziffern; ideell und finanziell mit Verlusten von 15.000 bis 20.000 Euro pro Woche.

Auf der Facebook-Seite des Carpesol mehren sich die Stimmen frustrierter Gäste aus Westfalen, die die beliebte Therme nicht aufsuchen dürfen. Grund ist eine Verfügung des Landkreises Osnabrück, die festgelegt hat, dass die Lockdown-Regeln im Kreis Gütersloh für dessen Bürger in gleicher Weise in Kreis und Stadt Osnabrück fortwirken. Soeben ist diese Verfügung auf niedersächsischer Seite bis zum 7. Juli verlängert worden. Das bedeutet für Menschen aus dem Kreis Gütersloh nicht nur ein Besuchsverbot in Theater, Museen oder dem Zoo Osnabrück, sondern eben auch im Carpesol.

9.30 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh steigt wieder leicht an

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,6. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,4, am Mittwoch bei 78,0 und am Dienstag bei 86,0.

Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli.

Der Kreis Gütersloh hatte am Vortag darauf hingewiesen, dass die Zahl der positiven Befunde bei Bewohnern ohne Bezug zu Tönnies in der Tendenz weiter ansteige. Dies sei bedingt durch die Ausweitung der kostenlosen Tests. Viele Bürger im Kreis Gütersloh hatten sich zum Start der Sommerferien in die Testzentren begeben, um mit einem negativen Befund ihre Urlaubsreisen antreten zu können.

So hatte der Kreis am Donnerstag 1550 noch aktuell Infizierte registriert. Das waren 13 mehr als am Vortag. Während der gesamten Corona-Krise waren im Kreis 2388 positive Befunde gezählt worden.

7.37 Uhr: Pubs in England öffnen wieder - Keine Quarantäne mehr bei Einreise aus Deutschland

Trotz Kritik unabhängiger Wissenschaftler dürfen Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen in England von morgen an wieder öffnen. Gleichzeitig wird die Abstandsregel von zwei Metern auf einen Meter verringert, sofern andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. So müssen Pub-Besucher beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt.

Bei der Vorstellung der Pläne hatte Premier Boris Johnson kürzlich gesagt: „Unser langer Winterschlaf kommt zu einem Ende.“ Viele Forscher halten die Lockerungen für verfrüht. Großbritannien ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Außerdem lockert das Land seine im Zuge der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende: Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab dem 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr selbst für 14 Tage isolieren.

6.29 Uhr: 446 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 446 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Stand Freitag, 0 Uhr).

9003 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 700 mehr als noch einen Tag zuvor.

6.05 Uhr: Kritik an Gabriel wegen Tönnies-Beratervertrag

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat den ehemaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel wegen dessen Beratervertrag für den Fleischkonzern Tönnies kritisiert . „Das, was er jetzt macht, ist wahrscheinlich legal. Legitim? Darüber muss man diskutieren. Ich sage es mal in den Worten meiner Mutter: Es gibt Situationen, da kommt mir das Gefühl, so was macht man nicht“, sagte Heil bei „Bild“.

Ähnlich reagierte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). In der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ sagte sie, sie verstehe die Entscheidung Gabriels nicht. „Das geht gar nicht und ich glaube, das weiß Sigmar Gabriel selbst auch.“

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Gabriel von März bis Mai 2020 für das Unternehmen als Berater tätig war. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns in Rheda-Wiedenbrück hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen.

Gabriel verteidigt seine Beratertätigkeit am Donnerstaga. „Ich bin kein Politiker mehr, und ich bin weder dazu verpflichtet noch kann ich so ohne Weiteres Geschäftsgeheimnisse eines Unternehmens preisgeben, an dem auch andere beteiligt sind“, sagte Gabriel. „Ich glaube, dass Clemens Tönnies gerade das Gesicht für den gesamten Corona-Frust in der Bundesrepublik ist.“ Die Kritik an den Arbeitsbedingungen in der gesamten Fleischindustrie sei zwar berechtigt. Dass Tönnies zum Buhmann für die gesamte Corona-Debatte gemacht werde, nannte Gabriel hingegen „überzogen“.

5.50 Uhr: Keine Entspannung der Corona-Krise in den USA in Sicht

In der Corona-Pandemie ist in den USA keine Entspannung abzusehen. Angesichts eines Rekords von mehr als 50.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages versuchten Mitglieder der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Besuch im stark betroffenen Bundesstaat Florida zu beschwichtigen.

„Wir sind buchstäblich in einer viel besseren Situation als noch vor zwei Monaten“, sagte Vizepräsident Mike Pence und verwies auf die Vielzahl an Tests und Ansätzen zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sah sich angesichts des Infektionsgeschehens zu einer Kehrtwende gezwungen und ordnete eine weitreichende Maskenpflicht an.

Donnerstag, 2. Juli

19.05 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 8 (+1)
Fälle insgesamt 372 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 55
Fälle insgesamt 723 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 16 (+1)
Fälle insgesamt 766 (+4)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1550 (+13)
Fälle insgesamt 2388 (+18)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 51 (+2)
Fälle insgesamt 465 (+2)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 39 (+2)
Fälle insgesamt 384 (+2)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 13 (+1)
Fälle insgesamt 500 (+1)
davon Todesfälle 13

19 Uhr: Gutschein-Lösung für Pauschalreisende beschlossen

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden.Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission.
Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen.Die Gutscheinlösung helfe insbesondere kleinen und mittelständischen Reiseveranstaltern, von drohenden Insolvenzen verschont zu werden, sagte die Tourismusexpertin der SPD-Fraktion, Gabriele Hiller-Ohm.Der Deutsche Reiseverband (DRV) sieht die Gutscheine hingegen kritisch. Insbesondere seien sie keine Lösung für das Liquiditätsproblem in der Reisebranche. „Das ist die Realität: Gutscheine finden kaum Anklang beim Kunden – lediglich 10 bis 20 Prozent der Verbraucher akzeptieren sie“, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

13.00 Uhr: Maskenverweigerin landet in Gewahrsam - und attackiert danach Beamten

Weil sie sich gegen die Maskenpflicht gesträubt und einen Platzverweis der Polizei ignoriert haben soll, ist eine Tankstellenkundin im Rheinisch-Bergischen Kreis in Gewahrsam genommen worden. Doch auch durch den mehrstündigen Aufenthalt auf der Wache sei die 56-Jährige nicht zur Einsicht gekommen, erklärte die Polizei am Donnerstag: Als sie am Mittwochabend entlassen werden sollte, habe sie einen Beamten mehrfach mit den Fäusten gegen den Oberkörper geschlagen. Nur mit «körperlicher Gewalt» habe die Polizei die Frau vom Gelände der Wache in Burscheid bringen können. Der Beamte sei nicht verletzt worden.
Der Polizei zufolge hatte die Frau am Mittwochnachmittag zunächst den Verkaufsraum der Tankstelle in Leichlingen ohne Schutzmaske betreten. Auf einen Hinweis des Verkäufers habe sie geantwortet, aus persönlichen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Trotz mehrfacher Aufforderung des Angestellten habe die 56-Jährige die Tankstelle nicht verlassen. Nachdem die Frau auch einen Platzverweis der verständigten Polizei ignorierte, kam sie in die Gewahrsamszelle.
Die Beamten schrieben eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung. Nach dem späteren Angriff auf den Polizisten kam dann auch noch eine Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte hinzu.

12.56 Uhr: Österreich streicht Reisewarnung für den Kreis Warendorf

Österreich hat die corona-bedingte Reisewarnung für den Kreis Warendorf zurückgenommen. Die am Donnerstag aktualisierten Hinweise des österreichischen Außenministeriums verweisen jetzt nur noch für den Kreis Gütersloh auf «eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5)» aufgrund erhöhter Infektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Eine generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Wochenbeginn aufgehoben. Ein Beherbergungsverbot für Gäste aus NRW hat Österreich nicht ausgesprochen.

11.58 Uhr: CSU-Generalsekretär Blume warnt eindringlich vor zweiter Corona-Welle

Die CSU hat angesichts international weiter steigender Infektionszahlen eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle auch in Deutschland gewarnt. Diese werde voraussichtlich noch gefährlicher und unkontrollierbarer, auch für jene Unternehmen, die sich gerade wieder aufgerappelt hätten, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Donnerstag in Berlin. Deshalb dürfe nicht fahrlässig gehandelt werden, sondern man müsse weiter mit Vorsicht und Umsicht vorgehen. Weltweit rolle die zweite Pandemiewelle schon. Er verwies etwa auf wieder steigende Infektionszahlen in Israel und einen Höchststand von erstmals mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag in den USA.
Blume lobte das Vorgehen der schwarz-roten Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie und deren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Das vergangene halbe Jahr sei das beste für die Koalition gewesen, das sie bisher gehabt habe. Er verwies auf die milliardenschweren Hilfspakete, die die Regierung in kürzester Zeit durch den Bundestag gebracht habe. Die Politik habe alles dafür getan, um wirtschaftliche Folgen abzufedern und durchstarten zu können. Nun sei auch eine gesunde Portion Zukunftsoptimismus nötig. Der Generalsekretär bezeichnete seine Partei als «neue Arbeiterpartei», die sich stärker als andere Parteien um zukunftsfähige Arbeitsplätze bemühe.

10.57 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh erneut leicht gesunken

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh etwas weiter gesunken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 76,4. Am Vortag lag dieser Wert bei 78,0, am Dienstag bei 86,0 und am Dienstag vergangener Woche noch bei 270,2. Demnach sank diese Infektions-Kennziffer zuletzt langsamer.
Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es die erste regionale Rückkehr zu strikten Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Im Kreis Gütersloh gelten sie noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits am Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen.

9.45 Uhr: Tokio verzeichnet höchste Tageszahl an Coronafällen seit Anfang Mai

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Anstieg an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Anfang Mai erlebt. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 107 neue Infektionsfälle, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher gut 19.600 bestätigte Infektionsfälle, 989 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK berichtet. Japan hatte vergangenen Monat den Notstand im ganzen Land aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals.

9.43 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Südafrika steigt rasant

In Südafrika steigt die Zahl der Corona-Infektionen rasant. Innerhalb eines Tages meldeten die Behörden nach den letzten verfügbaren Zahlen 8124 neue Fälle sowie 92 Todesfälle. Nach der Westkap-Provinz mit Kapstadt als Zentrum entwickelt sich nun das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg zur Schwerpunktregion. Die Provinz Gauteng stellt jetzt mit 45.944 Fällen knapp 29 Prozent aller landesweiten Fälle, die Westkap-Provinz kommt mit 64.377 Fällen auf 40,4 Prozent. Insgesamt hat Südafrika nach den letzten verfügbaren Zahlen 159.333 Covid-19-Fälle verzeichnet.
Das Coronavirus hatte sich im Vergleich zu anderen Weltregionen in Afrika bisher relativ langsam verbreitet, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. Die meisten Todesfälle in Afrika gibt es laut einer Übersicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den Ländern Algerien, Ägypten, Nigeria, Südafrika und Sudan. Südafrika gilt bei der Zahl der Fälle als am stärksten betroffen.

9.26 Uhr: Neuseeländischer Gesundheitsminister tritt nach Corona-Fauxpas ab

Nach einer Serie von Fehltritten im Zusammenhang mit den Corona-Regeln hat Neuseelands Gesundheitsminister David Clark seinen Rücktritt erklärt. Ihm sei zunehmend klar geworden, dass sein Verbleib in diesem schwierigen Amt von der Strategie der Regierung im Kampf gegen die Pandemie ablenke, sagte er am Donnerstag in einer überraschend einberufenen Pressekonferenz. Premierministerin Jacinda Ardern bestätigte, dass sie Clarks Rücktritt annehme.
Noch im April hatte sie dies abgelehnt, nachdem Clark zweimal gegen Corona-Regeln verstoßen hatte und schon damals seinen Rücktritt anbot.
Clark war unter anderem mit seiner Familie trotz der damals geltenden Ausgehbeschränkungen zum Strandurlaub aufgebrochen. Zudem hatte er ebenfalls während des Lockdowns eine Mountainbike-Tour unternommen. In den zurückliegenden Wochen gab es ferner Kritik wegen seiner Quarantäne-Politik, mit der Neuseeland das Virus fernhalten wollte. Bildungsminister Chris Hipkins werde das Amt des Gesundheitsministers bis zu Wahl im September mit übernehmen, sagte Ardern.
Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher etwa 1530 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

9.25 Uhr: Dänisches Pokalfinale wegen Verstoß gegen Corona-Regeln unterbrochen

Das dänische Fußball-Pokalfinale am Mittwochabend in Esbjerg musste für 13 Minuten unterbrochen werden, weil sich einige Zuschauer nicht an die Corona-Regeln hielten. Bei dem Spiel zwischen Aalborg BK und Sonderjyske standen einige Fans zu dicht zusammen. Nach mehreren vergeblichen Aufforderungen des Stadionsprechers, einen Meter Abstand voneinander zu halten, brach der Schiedsrichter das Spiel dann vorübergehend ab.
Mehr als 40 Personen wurden von der Polizei aus dem Stadion eskortiert und in einem Bus weggefahren. Nach Angaben des Aab hatte das Spiel rund 1750 Zuschauer.
Die dänische Regierung hatte erst am Dienstag grünes Licht für mehr Zuschauer in den Stadien gegeben. Kulturministerin Joy Mogensen sagte: «Es ist sehr ärgerlich, dass ein Teil des Publikums nicht respektiert, dass diese Regeln da sind, um uns alle zu schützen. Ich hoffe, dies ist ein Signal an alle im Publikum.»
Das Pokalfinale endete mit einem 2:0-Sieg für Sønderjyske, das seinen ersten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte feierte.

8.06 Uhr: Spahn fordert Lieferfähigkeit von Coronamittel-Hersteller

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert vom Hersteller des Coronamedikaments Remdesivir trotz eines Großeinkaufs der USA weiterhin Lieferfähigkeit. Er erwarte von der Pharmafirma Gilead Sciences, «dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein solches Medikament geht», sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-«Morgenmagazin». Den Bedarf für die kommenden Wochen sieht Spahn ohnehin gesichert. In der Zentralapotheke des Bundes gebe es entsprechende Reserven.
Die US-Regierung hat sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge von Remdesivir gesichert. Laut US-Gesundheitsministerium wurde der Kauf von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500.000 Behandlungen vereinbart. Das entspreche 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen.
Erst vergangene Woche hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel unter Auflagen in Europa empfohlen. Eine Entscheidung durch die EU-Kommission wird noch diese Woche erwartet. Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte hier aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen.

7.40 Uhr: Neuinfektionen in Israel klettern auf Rekordwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am späten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.
In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue Beschränkungen verkündet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten für mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den Palästinensergebieten soll von Freitag an ein fünftägiger Lockdown in Kraft treten.
In Israel und den Palästinensergebieten war die Pandemie zunächst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen sind die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark angestiegen.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 26.257 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 322 Infizierte sind gestorben. In den Palästinensergebieten gibt es bisher 2758 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, acht Menschen starben.

7.00 Uhr: Tönnies-Werkvertragsarbeiter in Quarantäne nicht gut versorgt?

Tönnies-Mitarbeiter und Werkvertragsarbeiter – setzt sich die Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Fleischproduktion sich auch in der Quarantäne fort? Nach Angaben von Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) werden die Arbeiter der Fleischfabrik in ihrer häuslichen Quarantäne gut versorgt, die Mitarbeiter der Subunternehmer dagegen nicht.

5.48 Uhr: 503 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 2.7., 0.00 Uhr).
8994 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 9 im Vergleich zum Vortag. Etwa 180.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 1.7., 0.00 Uhr, bei 0,86 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 1.7., 0.00 Uhr, bei 0,79 (Vortag: 0,67). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

5.00 Uhr: Wohltätigkeit in Corona-Zeiten: Deutsche spenden auch in der Krise

Die Spendenbereitschaft der Deutschen hat auch in der Coronakrise nicht nachgelassen. In den Monaten Februar bis Mai 2020 spendeten die Bundesbürger mehr Geld an gemeinnützige Organisationen als im Vorjahreszeitraum, wie Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK zeigen. «Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten, die die Coronakrise für viele Menschen mit sich bringt, hätte man durchaus erwarten können, dass es einen Spendeneinbruch gibt», sagt Max Mälzer, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats. Zu Beginn der Krise hätte so manche Hilfsorganisation mit einem Spendenrückgang von bis zu 90 Prozent gerechnet.
Insgesamt kamen den Angaben zufolge im Jahr 2020 bislang rund 31 Millionen Euro mehr zusammen als im Vorjahreszeitraum. Demnach stieg das Gesamtspendenvolumen im Februar gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 um 6 Prozent, im März um 13 Prozent, im April um 5 Prozent und im Mai um 7 Prozent. «Wenn man bedenkt, dass die vielen kleinen finanziellen Unterstützungsleistungen von Privatleuten an lokale gewerbliche Anbieter - etwa den Buchhändler oder das Lieblingsrestaurant um die Ecke - in der Erhebung nicht berücksichtigt werden, ist diese erste Bilanz umso erstaunlicher», erklärt Mälzer.
Die GfK wird vom Deutschen Spendenrat e.V. damit beauftragt, kontinuierlich das Spendenaufkommen in Deutschland zu erfassen. In den vergangenen Jahren kamen den Angaben zufolge mit leichten Abweichungen rund 5,3 Milliarden Euro pro Jahr zusammen.

Mittwoch, 1. Juli

18.30 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 55 (+1)
Fälle insgesamt 722 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 15 (+4)
Fälle insgesamt 762 (+4)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1537 (+8)
Fälle insgesamt 2370 (+35)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 49 (+1)
Fälle insgesamt 463 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 37
Fälle insgesamt 382 (+ 5)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 12 (+2)
Fälle insgesamt 499 (+2)
davon Todesfälle 13

18.03 Uhr: Quarantäne für Tönnies-Personal um zwei Wochen verlängert

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Quarantäne für Personen, die beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben oder in einer der Gemeinschaftsunterkünfte leben, um zwei Wochen verlängert. In der entsprechenden Allgemeinverfügung wird häusliche Quarantäne bis zum 17. Juli angeordnet. Ausgenommen sind unter anderem Personen, die schon erkrankt waren und als geheilt gelten. In dem Tönnies-Werk im Kreis Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch gegeben.

17.04 Uhr: DRK-Trupp aus Herford ist im Tönnies-Einsatz

Beim Kampf, die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Gütersloh einzudämmen, sind Einsatzkräfte des DRK-Kreisverbandes Herford-Stadt mit im Einsatz. Gemeinsam mit Einsatzkräften anderer Hilfsorganisationen und der Bundeswehr bilden die ehrenamtlichen Helfer mobile Einsatzteams. Die Aufgabe der drei bis vier Personen starken Trupps besteht vor allem darin, die Tönnies-Beschäftigten aufzusuchen, die sich nach behördlicher Anordnung zurzeit in häuslicher Quarantäne befinden.

13.44 Uhr: Pandemie schickt 638.000 Menschen in die Arbeitslosigkeit

Die Corona-Krise scheint ihre Fesseln um den deutschen Arbeitsmarkt allmählich zu lockern. Im Juni stieg zwar die Arbeitslosenzahl nochmals für die Jahreszeit untypisch auf 2,853 Millionen. Im Vergleich zum Mai ging es aber mit einem Plus von 40.000 vergleichsweise moderat nach oben. Insgesamt sind durch die Corona-Krise nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit zwischen April und Juni 638.000 Menschen arbeitslos geworden.

12.19 Uhr: Blutspender in OWL händeringend gesucht

Dass zu Beginn der Sommer-Ferienzeit die Spendenbereitschaft von Blutkonserven abnimmt, ist der Urlaubszeit geschuldet. Doch in diesem Jahr verschärft die Corona-Pandemie die sinkende Zahl von Blutspenden. Der Uni.Blutspendedienst OWL sowie der Blutspendedienst West des Deutschen-Roten-Kreuzes appellieren nun dringend, an die Ostwestfalen Blut zu spenden.

10.37 Uhr: Corona-Virus hätte 69-Jährigem aus Steinheim fast das Leben gekostet

Lebensbedrohlich wird es nur für Hochbetagte um die 80 mit Vorerkrankungen? Von wegen! Covid-19 kann auch vollkommen gesunde Menschen in größte Gefahr bringen. Gisbert Gemke aus Steinheim-Vinsebeck hat diese Heimtücke am eigenen Leib erfahren. Das Corona-Virus hätte ihn fast das Leben gekostet.

8.16 Uhr: Bielefelder Dr. Wolff-Gruppe erfolgreich mit Desinfektionsgel

Die Corona-Pandemie ist nicht nur Ursache für viele Krisen – sie bietet dem einen oder anderen Unternehmen auch Chancen. Eine dieser Chancen hat die Bielefelder Pharma- und Kosmetikgruppe Dr. Wolff ergriffen und den für diesen Sommer geplanten Produktionsstart eines neuen Desinfektionsgels auf den 5. März vorgezogen. Seitdem wurden nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Eduard Dörrenberg sechs Millionen Fläschchen abgefüllt.

6.50 Uhr: Neue Regelungen für Altenheime

In Nordrhein-Westfalen gelten von heute an in den Einrichtungen für stationäre Kurzzeit- und Dauerpflege neue Regeln für Besucher und Bewohner. Damit werden die Besuchszeiten vielerorts deutlich ausgeweitet. Kritik gibt es daran, dass die meisten gelockerten Vorschriften auch im von Corona schwer belasteten Kreis Gütersloh gelten.

Eine neue Regelung besagt, dass Angehörige  ihre Liebsten unter Auflagen wieder in die Arme schließen dürfen. In den Häusern sieht man die Lockerung mit gemischten Gefühlen: Damit steige das Infektionsrisiko für die Bewohner und Beschäftigte, sagte etwa die Pflegedienstleiterin Astrid Frese im Carolus Seniorenzentrum in Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) am Dienstag.

Schon in der letzten Zeit habe es Umarmungen ohne Mundschutz gegeben. Immer wieder hätten Mitarbeiter darauf hinweisen müssen, dass das so nicht geht. Zwingend notwendig sind laut Corona-Regeln für Besucher und Bewohner ein Mund-Nasen-Schutz und eine gründliche Handdesinfektion. Die Sehnsucht nach Berührung sei aber sehr groß, sagte Frese: In der Vergangenheit hätten sich demente Bewohner in ihrer Not schon gegenseitig umarmt.

6.14 Uhr: Zwei Tests pro Woche für Mitarbeiter in der Fleischindustrie

Seit heute müssen die Betriebe in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen. Das schreibt eine Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Von der Vorgabe des Landesgesundheits- und -Arbeitsministeriums, die ab dem heutigen 1. Juli gilt, sind Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten betroffen.

5.01 Uhr: Müller warnt vor neuen Flüchtlingswellen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt vor neuen Flüchtlingswellen, sollte die Corona-Pandemie nicht global erfolgreich bekämpft werden. „Besiegen wir das Virus nicht weltweit, kommt es zurück wie ein Bumerang. Dann werden auch unsere Erfolge bei der Corona-Bekämpfung wieder zunichte gemacht, ganz zu schweigen von neuen Flüchtlingswellen“, sagte der CSU-Politiker in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Vor allem brauche es nun zusätzliche Mittel der Europäischen Union für Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen die Pandemie „eine schwere Wirtschafts- und Hungerkrise“ ausgelöst habe. „Brüssel hat zwar Geld für Hilfsmaßnahmen umgeschichtet, aber bisher keinen einzigen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die dramatische Notlage zu bekämpfen. Das ist beschämend“, sagte Müller.

Europa dürfe nicht allein nach innen schauen, so der Minister. Zwar wolle die EU-Kommission in den kommenden sieben Jahren einen Haushalt von 1 100 Milliarden Euro beschließen und zusätzlich 750 Milliarden Euro zur Bewältigung der Pandemie-Folgen in der EU einsetzen.

Dienstag, 30. Juni

18.30 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL: 49 weitere Infektionen im Kreis Gütersloh

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 54 (-9)  
Fälle insgesamt 721 (+4)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 11 (-2)
Fälle insgesamt 758  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1529 (+36)
Fälle insgesamt 2335 (+49)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 48 (+10)
Fälle insgesamt 460 (+10)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford  
Aktuell infiziert 37 (-4)
Fälle insgesamt 377 (-1 durch Korrektur)  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke  
Aktuell infiziert 10  
Fälle insgesamt 497  
davon Todesfälle 13

17.36 Uhr: Umarmungen in Altenheimen in NRW wieder erlaubt - Sorge bei Betreibern

Angehörige dürfen ihre Liebsten in den Altenheimen trotz Corona von Mittwoch an wieder in die Arme schließen: Mit einer Lockerung der Corona-Regeln für Besuche in Altenheimen sind körperliche Berührungen bei bestimmten Vorsichtsmaßnahmen wieder möglich. Heimbewohner und Verwandte freuen sich, in den Häusern sieht man die Lockerung mit gemischten Gefühlen. Damit steige das Infektionsrisiko für die Bewohner und Beschäftigte, sagte Pflegedienstleiterin Astrid Frese im Carolus Seniorenzentrum in Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) am Dienstag.
Schon in der letzten Zeit habe es Umarmungen ohne Mundschutz gegeben. Immer wieder hätten Mitarbeiter darauf hinweisen müssen, dass das so nicht geht. Zwingend notwendig sind laut Corona-Regeln für Besucher und Bewohner ein Mund-Nasenschutz und eine gründliche Handdesinfektion. Die Sehnsucht nach Berührung sei aber sehr groß, sagte Frese: In der Vergangenheit hätten sich demente Bewohner in ihrer Not schon gegenseitig umarmt.
Auch bei den Maltesern gibt es die Sorge vor einem erhöhten Infektionsrisiko, wie die Sprecherin der Malteser Rhein-Ruhr, Olga Jabs, mitteilte: Es gebe ein großes Verständnis für den Wunsch nach mehr Nähe. «Dennoch sehen wir die Tatsache, dass Berührungen nun wieder möglich sind, auch mit Besorgnis, weil dies das Infektionsrisiko für unsere Bewohner erhöht», hieß es in der Stellungnahme. Besucher trügen jetzt deutlich mehr Verantwortung.

16.34 Uhr: Tests für alle Mitarbeiter bei Tönnies in Weißenfels angeordnet

Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis am Dienstag angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklärte Infektionskette. «Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden», teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2200 Mitarbeiter beschäftigt. Am Freitag will die Stadt in einer Pressekonferenz über die vorläufigen Ergebnisse informieren. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Dienstag, das Vorgehen sei mit der Landesregierung abgesprochen worden.
Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh hatten sich mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen.

15:20 Uhr: Bericht: Tönnies tritt als Schalkes Aufsichtsratschef zurück

Clemens Tönnies tritt einem «Bild»-Bericht zufolge von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Der 64-Jährige war nach Corona-Fällen in seinem Fleisch-Unternehmen zuletzt massiv in die Kritik geraten.

15.19 Uhr: Steigende Corona-Zahlen: Bulgarien erhöht Kapazitäten von Kliniken

Bulgarien will die Kapazitäten seiner Krankenhäuser wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen umgehend erhöhen. Die Covid-19-Intensivabteilungen sollen nun mit mehr Betten, Schutzkleidung, -Masken und –Brillen ausgestattet werden. Das entschied der Krisenstab in Sofia bei einer Sitzung mit Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag. Borissow ordnete zudem an, dass Gesundheitsminister Kiril Ananiew die ausreichende Finanzierung der Behandlung von Covid-19 sicherstelle.
In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Menschen stiegen die nachgewiesenen Corona-Fälle in den vergangenen zwei Wochen schneller als je zuvor auf nun 4831 an. Mitte Juni waren es noch 3290 gewesen. Die negative Entwicklung wurde auch auf die Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen seitens der Bevölkerung zurückgeführt. Durch einen Lockdown im März und April wurde im ärmsten EU-Staat vermieden, dass die technisch und personell teils schlecht ausgestatteten Krankenhäuser überlastet werden.
In Bulgarien war vor einer Woche das obligatorische Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wieder eingeführt worden. Vielerorts wird aber kaum kontrolliert, ob die «drei D: Disziplin, Desinfektion und Distanz»  auch eingehalten werden. Für Kritik sorgte, dass Diskotheken und Nachtclubs nach der Corona-Zwangspause in dem Balkanland wieder geöffnet sind.

14.45 Uhr: Corona-Fälle in italienischem Ski-Team - DSV-Sportler nicht betroffen

Im italienischen Skiteam sind während eines Trainingslagers auf dem Stelvio-Gletscher drei Corona-Fälle aufgetreten. Zwei Trainer sowie ein Athlet oder eine Athletin wurden am Wochenende positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Einer der Betreuer sei wegen Fiebers in ein Krankenhaus gebracht worden, die anderen zwei Infizierten zeigten dagegen keine Symptome. Als Vorsichtsmaßnahme wurden die Lehrgänge der Italiener auf dem Gletscher am Stilfserjoch, an denen unter anderem die Weltcup-Gesamtsiegerin Federica Brignone teilnahm, abgebrochen, wie der Skiverband FISI mitteilte. Die Namen der drei Betroffenen wurden dabei nicht bekanntgegeben.
Die Italiener hatten auf dem Gletscher ein komplettes Hotel für sich gebucht, um keinen Kontakt nach außen zu haben. Neben dem Haus bewohnen deutsche Alpin-Sportler und Betreuer ein anderes Hotel. Auf die DSV-Delegation hatte der Corona-Vorfall keine Auswirkungen, wie ein Verbandssprecher am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Beide Mannschaften trainieren an unterschiedlichen Hängen und streng isoliert. Die Deutschen verzichten beispielsweise auf die Benutzung von Skiliften und lassen sich von Pistenmobilen den Berg hochziehen.

14.23 Uhr: Antisemitismusbeauftragter: Judenfeindschaft auch in Corona-Protesten

In den Protest gegen die Corona-Auflagen mischen sich nach den Worten des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, immer wieder auch judenfeindliche Äußerungen. Die Ablehnung staatlicher Beschränkungen würde mit den «absurdesten Erzählungen» und antisemitischen Anspielungen verbunden, sagte Klein am Dienstag bei der Vorstellung eines Netzwerks gegen Antisemitismus. Klein nannte dabei den Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivisten Attila Hildmann mit seiner «großen Anhängerschaft».
Die Anti-Corona-Demonstrationen seien ein Sammelbecken für gesellschaftliche Gruppen, die sonst keine Berührungspunkte hätten. Erleichtert würden diese Verbindungen durch die sozialen Medien. Auch der Antisemitismus im linksliberalen Milieu dürfe nicht unterschätzt werden, sagte Klein in Berlin.
Die Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zeigten, wie wichtig Antisemitismus-Prävention sei, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bei der Präsentation der Webseite des Kompetenznetzwerks Antisemitismus.
In Hildmanns Telegram-Kanal war immer wieder von einem geplanten Völkermord durch Impfungen gegen das Coronavirus und von einem «zionistischen Regime unter Merkel» und Bill Gates die Rede. Das Landeskriminalamt Brandenburg ermittelt derzeit, ob sich Hildmann damit strafbar gemacht hat.

13.41 Uhr: Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann

Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20 000 auf 30 000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder.Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er.

12.24 Uhr: Wieder gemeinsamer Schulunterricht in Hessen nach den Sommerferien

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zurück. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag in Wiesbaden an. „Wir gehen diesen Schritt aus Überzeugung - wohlwissend, dass es ein Nullrisiko nicht geben kann und dass im Bedarfsfall lokal oder auch flächendeckend erneut Einschränkungen erforderlich werden können“, erklärte der Minister.

12.11 Uhr: Laschet: Vorerst keine Corona-Massentests in Nordrhein-Westfalen

Das Land NRW wird zunächst keine flächendeckenden Corona-Tests nach bayerischem Vorbild einführen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Dienstag in Düsseldorf : „Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen.“ Laschet nannte als Beispiel die Fleischindustrie, wo ab dem 1. Juli Beschäftigte in NRW mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden müssen.

10.49 Uhr: THW Warburg und Höxter liefern 600 Betten in den Kreis Gütersloh

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes Warburg und Höxter haben am Sonntag 600 Feldbetten und Matratzen in den Corona-Hotspot Gütersloh gebracht. Dort haben die THWler die Betten in einer ehemaligen Wohnsiedlung britischer Streitkräfte aufgebaut. „Die leer stehenden Wohnungen könnten im Bedarfsfall mehr Platz für Quarantäne-Unterbringungen von Corona-Infizierten bieten“, sagt Sascha Grzeschik, THW-Ortsbeauftragter in Warburg. 

10 Uhr: Cirque du Soleil entlässt fast 3500 Mitarbeiter

Das kanadische Live-Unterhaltungs-Unternehmen Cirque du Soleil beantragt Insolvenzschutz und entlässt vorerst rund 3480 Mitarbeiter. Der Schritt sei eine Folge der „immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows“ in der Folge der Corona-Pandemie, teilte das Unternehmen am Montag in Montréal mit.

Der Entertainment-Konzern will seine Schulden mit Hilfe der kanadischen Regierung und von bisherigen Beteiligungsgesellschaften umschichten. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass diese Institutionen 300 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln bereitstellen und dafür die Vermögensgegenstände des Unternehmens übernehmen. Die Gebote beinhalteten auch die Absicht, die Mehrheit der gekündigten Mitarbeiter wieder einzustellen, sobald es das wirtschaftliche Umfeld erlaube. Ein Gericht in Québec werde den Antrag am Dienstag erörtern, teilte Cirque du Soleil weiter mit.

9.34 Uhr: NBA: Jordan und Dinwiddie positiv auf Coronavirus getestet

Vor der Fortsetzung der NBA-Saison beim geplanten Turnier in Disney World sind bei den Brooklyn Nets zwei weitere Basketball-Stars positiv auf das Coronavirus getestet worden. Center DeAndre Jordan gab via Twitter seine Covid-19-Erkrankung bekannt. «Habe gestern Abend erfahren, und das wurde heute erneut bestätigt, dass ich positiv auf Covid getestet wurde», twitterte der 31 Jahre alte Olympiasieger von 2016. «Deshalb werde ich bei der Wiederaufnahme der Saison nicht in Orlando sein.»

9.02 Uhr: Von der Coronakrise zur Bildungskrise?

Der Verlust von Nebenjobs aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie trifft viele Studenten hart und führt zu finanziellen Notlagen. Dies stellte auch der Asta der Universität Paderborn fest und lud Bundestagsmitglied Kai Gehring zum Gespräch im Livestream über die nun anlaufenden Maßnahmen seitens der Bundesregierung ein.

8.33 Uhr: Wieder Corona-Beschränkungen in mehreren US-Bundesstaaten

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse.

So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. Der Gouverneur des südwestlichen US-Bundesstaates, Douglas Ducey, erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona.

Duceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli. «Wir gehen davon aus, dass sich unsere Zahlen verschlechtern werden», sagte der Gouverneur laut US-Medien bei einer Pressekonferenz. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 7. 000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida. Mehr dazu lesen Sie hier.

8.06 Uhr: 498 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29. Juni, 0 Uhr, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 29. Juni, 0 Uhr, auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6.24 Uhr: Söder sieht Bayern auch bei Corona-Massentests als Vorreiter

Trotz der massiven Kritik von Bund und anderen Ländern sieht der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sein Land auch bei den freiwilligen Corona-Tests für jedermann als Vorbild für ganz Deutschland.

«Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat weit über Bayern hinaus», sagte der CSU-Chef der «Augsburger Allgemeinen». Die Kritik an dem bayerischen Vorgehen sei nicht medizinisch begründet. «Der eigentliche Hintergrund ist etwas ganz Anderes: Das sind die Kosten. »Künftig sollen sich in Bayern landesweit alle Menschen auch ohne Symptome kostenlos auf das Coronavirus testen lassen dürfen.

6.01 Uhr: Kleinere Teams, Masken, keine Promis: F1 während Corona

Nichts wird normal sein, wenn die Formel 1 mit fast viermonatiger Verspätung in die Saison startet. Auf die Teams warten rund um die Rennstrecke im österreichischen Spielberg vor dem Auftakt am Sonntag noch mehr Herausforderungen als gewohnt.

Nur durch strenge Einhaltung der Hygieneregeln ist der Rennbetrieb überhaupt möglich. «Man tut da alles. Die Sicherheitsmaßnahmen sind sehr groß. Man ist da sehr gewissenhaft, um keine Probleme zu haben», sagte der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher der Deutschen Presse-Agentur. 203.000 Fans waren im Vorjahr dabei, nun wird es kein einziger sein. Ein Überblick, wie die Rennserie unter Corona-Bedingungen loslegt.

Montag, 29. Juni

20.48 Uhr: Bericht: Schalke soll Bürgschaft von NRW-Landesregierung erhalten

Der FC Schalke 04 soll nach Informationen des «Handelsblatts» öffentliche Hilfe erhalten. Wie die Zeitung am Montag berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro. Demnach soll die Millionen-Hilfe am Mittwoch offiziell bekannt gemacht werden. Das Landesfinanzministerium wollte mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis dazu nicht Stellung nehmen.

Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Coronakrise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme. Zudem verpasste der Club nach zuletzt 16 Spielen ohne Sieg die Qualifikation für einen lukrativen europäischen Wettbewerb. Nicht zuletzt deshalb denkt der Club laut «Süddeutscher Zeitung» darüber nach, eine Gehaltsobergrenze für Profis in Höhe von 2,5 Millionen Euro pro Jahr einzuführen.

Bei Protesten am vergangenen Samstag auf dem Vereinsgelände Berger Feld hatten Fans den Rückzug von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gefordert. Er steht als Firmenchef und als Chef des Bundesligisten weiter massiv unter Druck. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh hatten sich weit über 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen. Viele Schalke-Fans fordern einen Rücktritt von Tönnies bei den Königsblauen.

20.12 Uhr: Hersteller setzt Preis für Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2340 Dollar (etwa 2000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day am Montag in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

17.30 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern der Vergleich in der Regel zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 63  
Fälle insgesamt 717 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 758  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1493 (+23)
Fälle insgesamt 2286 (+36)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 38 (-1)
Fälle insgesamt 450
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Vergleich zum Samstag)
Aktuell infiziert 41 (+3)
Fälle insgesamt 378 (+3)  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Vergleich zum Freitag)
Aktuell infiziert 10 (+3)
Fälle insgesamt 497 (+3)
davon Todesfälle 13

16.49 Uhr: Einige Ausländer dürfen zurück nach Thailand - Bordelle öffnen

Thailand will nach einer mehrwöchigen Corona-Pause wieder gewisse Ausländer ins Land lassen. Auch Bordelle, Bars und Schulen sollen ab Mittwoch öffnen, sagte ein Regierungssprecher am Montag. Bei den Ausländern sollten zuerst Menschen mit Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis und deren Familien, Ehepartner von Thailändern, Menschen, die für eine medizinische Behandlung kommen sowie ausländische Studierende wieder einreisen dürfen.

Pro Tag sollten auch 200 Geschäftsreisende aus Südkorea, Japan, China, Hongkong und Singapur in das südostasiatische Land kommen dürfen. Alle müssten zunächst 14 Tage in Quarantäne. Formell muss diesem Vorschlag des Außenministeriums noch das Kabinett zustimmen. Es wird aber erwartet, dass dies eine reine Formsache ist.

Bordellbesucher müssen sich zunächst bei jedem Besuch registrieren - etwa in der Online-Nachverfolgungs-Anwendung der Regierung oder in einem Bordbuch, wie der Sprecher sagte. Bars und Pubs dürften vorerst nur bis Mitternacht geöffnet sein.

16.45 Uhr: Hausärztechef Weigeldt fordert "nationale Strategie" für Corona-Tests

Der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat eine nationale Strategie für die Kriterien von Corona-Tests gefordert. "Momentan herrscht in vielen Hausarztpraxen, also bei Hausärzten wie auch bei ihren Patienten, aufgrund des regionalen Flickenteppichs an sich ständig ändernden, zum Teil noch halbfertigen Regelungen große Verunsicherung", sagte Weigeldt der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Weigeldt mahnte: "Auch wenn die Eile vieler Entscheidungen nachvollziehbar ist, wäre eine durchdachte nationale Strategie, die gleichzeitig die Vorteile und Risiken der Testungen in der individuellen Situation mitdenkt, sinnvoll." Er betonte zudem, es wäre wünschenswert, wenn Sonderregelungen zuvor mit denjenigen beraten werden würden, die diese am Ende in ihren Praxen auch umsetzen sollten.

16.14 Uhr: EU: Einreisebeschränkungen für die meisten Ausländer sollen bleiben

Die EU-Länder wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst aufrechterhalten. Lediglich Menschen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach Einleitung eines entsprechenden Beschlussverfahrens von EU-Diplomaten erfuhr.
Konkret sind das Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll nur dann berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug auch Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Mit einer offiziellen Bekanntgabe des Beschlusses wird am Dienstag gerechnet. Dass die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zusammenkommt gilt als sicher, weil sonst das schriftliche Verfahren für den Beschluss nicht eingeleitet worden wäre.

15.38 Uhr: Laschet: Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche bis zum 7. Juli eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf sagte .

14.14 Uhr: Gericht bestätigt Einschränkungen im Kreis Gütersloh

Der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis Gütersloh ist rechtmäßig. Das hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag in Münster entschieden.  Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Überprüfung einer Landesverordnung verlangt. Die Regionalverordnung ist nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Kraft getreten und gilt im ganzen Kreisgebiet bis zum 30. Juni.

11.59 Uhr: Airbus drosselt Produktion um 40 Prozent

Dem Flugzeugbauer Airbus droht ein drastischer Stellenabbau. Als Reaktion auf die Luftfahrt-Krise will der Konzern für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen, wie Airbus-Chef Guillaume Faury der «Welt» am Montag sagte.

«Wir können uns von der Entwicklung bei den Airlines nicht abkoppeln», so Faury. Die IG Metall warnt vor einem Kahlschlag und schlägt vor, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen. Diese Krise ist in ihrem Ausmaß und ihrer Dauer beispiellos, so Airbus.

10.47 Uhr: Corona-Testzentrum öffnet an Frankfurter Flughafen

Vor dem Einsteigen noch schnell ein Coronatest, um eine Quarantäne am Zielort vermeiden zu können: Das ist nun für Reisende am Frankfurter Flughafen möglich. Das Biotechnologie-Unternehmen Centogene hat das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport und der Lufthansa am Montag gestartet. Voraussichtlich bis Ende Juli 2021 können abfliegende und auch ankommende Passagiere das „Walk-In-Testcenter“ in der Nähe des Terminalgebäudes und des Fernbahnhofs aufsuchen.

Die derzeitige Kapazität betrage etwa 300 Tests pro Stunde, hieß es.Tests können den Angaben zufolge entweder am Vortag oder vor Reiseantritt am Tag der Abreise in einem Eilverfahren vorgenommen werden. Alle Ergebnisse würden den Passagieren über eine sichere, digitale Plattform zur Verfügung gestellt und mit dem Flugticket verknüpft, sagte Centogene-Chef Arndt Rolfs.

8.33 Uhr: 2,5 Millionen Stoffmasken für NRW-Polizei

Die Polizei in NRW soll mit insgesamt 2,5 Millionen waschbaren Mund-Nase-Masken aus Stoff ausgerüstet werden. Die Masken sind passend zur Uniform dunkelblau und haben einen kleinen „NRW“-Schriftzug. Wie aus Unterlagen für den Finanzausschuss hervor geht, sollen sie insgesamt rund 4 Millionen Euro kosten.

Nach Angaben des Innenministeriums wird die erste Charge aus 1,25 Millionen Masken gerade an die Polizei verteilt. Wie eine Sprecherin sagte, sollen die Masken vor allem der Nachhaltigkeit dienen: Man könne sie rund 30 Mal waschen. Zudem sei so ein einheitlicheres Erscheinungsbild der Polizeibeamten gewährleistet, wenn sie Masken tragen. „Und das Schöne ist: Die werden sogar in NRW produziert“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) im Mitarbeitermagazin der NRW-Polizei, „Streife“.

Die generelle Maskenpflicht in NRW gilt zwar nicht für Sicherheitsbehörden und Feuerwehr. Polizisten sind aber angehalten, einen Mund-Nasenschutz oder eine Atemschutzmaske zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann.

8.12 Uhr: 7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh noch deutlich über 50

Unmittelbar vor der Entscheidung über eine Verlängerung des regionalen Lockdowns liegt im Kreis Gütersloh die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über der Marke von 50. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Demnach setzte sich nach sehr hohen Werten durch den Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend bei der sogenannten Sieben Tage-Inzidenz fort. Laut den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh nun 112,6 solche Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage nach zuvor 132,9 am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch 270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Bis Dienstag muss eine Entscheidung fallen, ob der regionale Lockdown in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf - der bundesweit erste - ausläuft oder verlängert wird.

7.43 Uhr: 10 Millionen Corona-Fälle und fast 500.000 Tote weltweit

Rund sechs Monate nach Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es US-Wissenschaftlern zufolge bereits mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 500.000 Todesfälle. Das ging heute aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die jüngsten Daten geben das ganze Ausmaß der Corona-Pandemie vermutlich nur teilweise wider: Experten zufolge gibt es in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer an Infektionen und Todesfällen, die nicht durch Tests bestätigt wurden. Selbst in den USA gehen Experten der Regierung davon aus, dass wegen asymptomatischer Fälle nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

7.14 Uhr: Viel Kurzarbeit an Autostandorten und in Tourismusregionen

Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ergeben.

Insbesondere deutschen Städte und Kreise mit starker Autobranche wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit auf, heißt es in der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. So seien im März und April an den VW-Standorten Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für mehr als die Hälfte aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt worden. Der bundesweite Durchschnitt habe im April gut 31 Prozent betragen.

6.09 Uhr: Österreich nimmt generelle Reisewarnung für NRW zurück

Österreich hat die nach dem schweren Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies ausgesprochene generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Nach Informationen aus NRW-Regierungskreisen in Düsseldorf wurde die Reisewarnung auf die vom Infektionsgeschehen betroffenen Kreise beschränkt. In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin hieß es am späten Sonntagabend, laut Mitteilung des österreichischen Gesundheitsministeriums müssten Reisende aus Gütersloh ab Montag 00.01 Uhr bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sonntag, 28. Juni

20.30 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 63  
Fälle insgesamt 716  
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 758  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1470 (+36)
Fälle insgesamt 2250 (+47)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 39
Fälle insgesamt 450
davon Todesfälle 5

Kreis Herford (Zahlen vom Samstag)
Aktuell infiziert 38  
Fälle insgesamt 375  
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 494
davon Todesfälle 13

20.26 Uhr: Fans verstoßen bei Dresden-Spiel gegen Corona-Abstandsregeln

Einige Fußballfans haben während des Spiels von Dynamo Dresden gegen den VfL Osnabrück vor dem Stadion gegen die Corona-Abstandsregeln verstoßen. Bis zu 2000 Dresdner Fans hätten sich am Sonntag während der Partie in der 2. Bundesliga vor der Arena versammelt, teilte die Polizei mit. Dabei seien die Abstandsregeln zum Großteil nicht eingehalten worden. Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten wurden eingeleitet - wie viele, konnte die Polizei am Abend nicht präzisieren. Dynamo-Anhänger zündeten zudem zahlreiche Böller und Pyrotechnik vor dem Stadion. Rund 130 Polizeibeamte waren im Einsatz.

19.15 Uhr: Pelosi fordert landesweite Masken-Pflicht für die USA

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den USA sollte das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit nach Ansicht der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, landesweit zur Pflicht werden. Dies sei «längst überfällig» sagte die Demokratin am Sonntag dem Sender ABC. Die Regierung müsse die Bedrohung durch die Pandemie endlich ernst nehmen, forderte sie. Während Präsident Donald Trump von Fortschritten im Kampf gegen das Coronavirus spreche, stünden die USA in Bezug auf Infektionen und Todesfälle in Wahrheit so schlecht da wie kein anderes Land, sagte Pelosi.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt den Menschen in Amerika, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, wann immer es nicht möglich ist, genügend Sicherheitsabstand zu anderen Menschen einzuhalten. Einzelne Bundesstaaten und Städte haben das Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken, inzwischen schon zur Pflicht erklärt, um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Trump macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass ihm das Tragen von Masken nicht liegt. Dadurch sind Masken inzwischen auch ein Politikum geworden: Trumps Republikaner stehen Masken im Schnitt deutlich häufiger skeptisch gegenüber als die Demokraten.

19.00 Uhr: Opposition fordert auch in Nordrhein-Westfalen Corona-Tests für alle

Die Opposition im NRW-Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, wie in Bayern flächendeckende Tests einzuführen. "Die jüngste Entwicklung im Kreis Gütersloh zeigt, dass es neben allen Sicherheitsvorkehrungen nur ein Credo geben kann: testen, testen, testen. Das ist der beste Weg zur Eindämmung des Virus", sagte SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Bayern hätten dies bereits verstanden. Dann werde es bald wohl auch bei Armin Laschet ankommen. "Wir brauchen endlich eine nationale Teststrategie. Das wäre wirklich verantwortungsvoll im Gegensatz zum coronapolitischen Blindflug der Landesregierung", sagte Kutschaty.

Grünen-Fraktionschefin Monika Düker verwies darauf, dass ihre Partei schon vor mehreren Wochen eine vorausschauende Test-Strategie gefordert habe, damit frühzeitig Infektionsketten durchbrochen werden könnten. "Auch Kontaktpersonen von Verdachtsfällen ohne Symptome sollten getestet werden sowie besonders sensible Bereiche wie Altenheime, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Flüchtlingsunterkünfte", sagte Düker der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Bayern will künftig Tests für jeden zahlen, auch wenn er oder sie keine Symptome hat. Die Kosten übernimmt dort der Freistaat, sofern kein Anspruch auf Kostenerstattung durch eine andere Stelle wie eine Krankenkasse besteht.

17.40 Uhr: Kreis Gütersloh meldet 107 Corona-Infektionen ohne Tönnies-Bezug binnen sieben Tagen

Im Kreis Gütersloh sind weitere Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. In den vergangenen sieben Tagen, 21. bis 27. Juni, wurden laut Mitteilung der Kreisverwaltung vom Sonntag 107 Fälle in dem Teil der Bevölkerung bekannt, der keinen direkten Bezug zur Firma Tönnies hat. Dies seien nun 32 mehr als noch am Vortag.

15.43 Uhr: CDU-Gesundheitsexpertin gegen Corona-Massentests

Die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag begegnet den in Bayern geplanten Corona-Tests für jeden mit Skepsis. Sie sieht darin Massentests quer durch die Bevölkerung und bezweifelt die Sinnhaftigkeit. «Wenn ich ganz frisch infiziert bin, schlägt der Test noch nicht an. Unmittelbar nach dem Test weiß ich, ob ich positiv beziehungsweise negativ getestet wurde, ich kann mich aber in den nächsten Tagen neu anstecken», sagte Maag der «Augsburger Allgemeinen». Aus ihrer Sicht sei es darum sinnvoll, weiter gezielt zu testen, «wo Menschen leben oder arbeiten, die besonders geschützt werden müssen».

Der bayerischen Staatsregierung warf sie Vorpreschen vor: «Es wäre schön, wenn sich alle, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben, auch daran hielten», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag der Zeitung.

15.21 Uhr: Erstmals keine neuen Corona-Toten in Madrid

Im spanischen Corona-Hotspot Madrid hat es erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie binnen eines Tages keinen einzigen neuen Todesfall gegeben. «Großartige Nachricht: Gestern war der erste Tag, an dem Madrid keine Toten wegen Covid-19 registriert hat», schrieb Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Sonntag auf Twitter. Gemeinsam könne man es schaffen, «dass sich dieser Albtraum nicht wiederholt», so die konservative Politikerin.

Madrid, eine der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften Spaniens, ist mit bisher mehr als 8400 Toten und knapp 72.000 nachgewiesenen Infektionen die von Corona am schwersten getroffene Region des Landes. Dahinter folgt Katalonien mit mehr als 5600 Todesfällen und über 61.000 Infektionen. In ganz Spanien waren bis Sonntag 28.314 Menschen gestorben, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden. Die Zahl der registrierten Infektionen lag bei über 248.000.

15.02 Uhr: Polizei ahndet Corona-Verstöße und löst Partys auf

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten, aber auch etwa in München mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinandergeraten.

Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich.

Etwas anders sah es auf der als Feiermeile vor allem nach Fußball-Erfolgen bekannt gewordenen Leopoldstraße aus. Dort wurde der Polizei am frühen Sonntagmorgen «eine größere Anzahl aggressiver Personen» gemeldet. Die Beamten rückten «mit hohem Kräfteeinsatz an» und traf dort auf rund 200 bis 300 Menschen. Bei aggressiv auftretenden Personen stellten die Polizisten die Personalien fest, zudem sprachen sie mehrere Platzverweise aus. Zwei Menschen wurden wegen Beleidigung der Einsatzkräfte angezeigt.

14.20 Uhr: Wegen GT-Kennzeichen bedroht? Mutter und Tochter aus Stukenbrock erleben Albtraum in Münster

„Ich werde den Kreis Gütersloh mit meinem Auto nicht mehr verlassen.“ Beate Bredenbals aus Schloß Holte-Stukenbrock hat am Samstag nach eigenen Angaben einen Albtraum erlebt, als sie ihre Tochter Leonie (20) zum Studienort nach Münster fuhr. Kaum hatten sie das  Stadtgebiet erreicht, sahen sich die beiden Frauen aus dem vom Coronavirus stark betroffenen Kreis Gütersloh  demnach Beleidigungen ausgesetzt. Mehr...

13.26 Uhr: Norderney: Fähren «kommen gut klar», Maskenpflicht in Einkaufsstraßen

Die Fähren zu den ostfriesischen Inseln sind am Wochenende nach dem Start der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen schon gut ausgelastet gewesen und erwarten bald wieder mehr Tagestouristen. «Bisher kommen wir ganz gut klar und haben unseren Fahrplan schon verdichtet», hieß es am Sonntag bei der Reederei Norden-Frisia.

Zu den Norderney-Verbindungen erklärte das Unternehmen: «Ab Mittwoch wird es interessant, wenn es wieder Tagestouristen gibt.» Der Kreis Aurich hatte es Spontanausflüglern in der Corona-Krise vorläufig untersagt, auf die Insel zu kommen. Zum 30. Juni läuft die Verfügung aus, danach wird wieder mit mehreren tausend Tagesgästen gerechnet.

Um Ansteckungsrisiken zu minimieren, gilt für mehrere Einkaufsstraßen auf Norderney nun die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Diese soll zunächst bis zum 19. Juli gelten.

Die Vorsichtsmaßnahmen wurden auch damit begründet, dass man im Fall gehäufter Infektionen die medizinische Versorgung sicherstellen müsse. Diese sei auf dem Festland besser möglich. Durch die hohe Anzahl touristischer Gäste herrsche in diesen Straßen ein dichtes Gedränge - was dazu führe, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden könne.

13.11 Uhr: Spahn: Corona-Test darf nicht in falscher Sicherheit wiegen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für die Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland, warnt aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse. «Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst», sagte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. «Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen.»

12.37 Uhr: Facebook-Seite von Kretschmann nach Angriffen geschlossen

Nach zahlreichen Drohungen und Beleidigungen auf der Facebook-Seite von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist die Seite vorübergehend vom Netz genommen worden. Die Seite sei nach Veröffentlichung des jüngsten Podcasts des Grünen-Politikers am Freitagabend ununterbrochen von sogenannten «Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen» angegriffen worden, teilte die Pressestelle des Staatsministeriums am Samstagabend mit. Die Seite ließ sich auch am Sonntag nicht aufrufen. Ein Sprecher sagte, möglicherweise werde sie am Montag wieder online gestellt.

«Im Sekundentakt posteten die Nutzerinnen und Nutzer zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte», hieß es. Insgesamt seien in 20 Stunden weit mehr als 4000 Kommentare von «Störern» eingegangen. Ein normaler Betrieb der Seite sei nicht mehr möglich gewesen.

Kretschmann hatte sich am Freitag auf Youtube in seinem Podcast dafür entschuldigt, dass er trotz der Corona-Vorschriften am Berliner Flughafen Tegel kurz keinen Mundschutz getragen habe. Er sagte außerdem: «Seit vielen Monaten kämpfen wir mit Corona. Und es ist noch nicht vorbei. In manchen Kommentaren auf meiner Facebook-Seite hört sich das anders an. Dort schreiben manche Mitbürger, die Pandemie sei jetzt weitgehend vorüber und das mit den Schutzmaßnahmen müsse man nicht mehr so ernst nehmen. Ich sage Ihnen ehrlich: Solche Kommentare bereiten mir echte Sorge.»

11.38 Uhr: NRW-Minister Stamp bittet Kita-Personal für Bastel-Masken um Entschuldigung

Nach harscher Kritik an «Bastel-Sets» für Mund-Nase-Masken hat Familienminister Joachim Stamp (FDP) das Kinderbetreuungspersonal in NRW um Entschuldigung gebeten. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt , drückte Stamp sein Bedauern aus: «Ich kann Ihnen versichern, dass dies kein Ausdruck von Geringschätzung war», so Stamp: «Um eines klarzustellen: Sie sind keine Basteltanten und Bastelonkel, sondern hochqualifiziertes pädagogisches Personal bzw. Kindertagespflegeperson. Ich kann nicht oft genug betonen, dass Sie herausragende Arbeit leisten!»

10.50 Uhr: Zahl der Infizierten im Grenzdurchgangslager Friedland steigt auf 49

Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Menschen im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen ist auf 49 gestiegen. Betroffen seien Flüchtlinge, Spätaussiedler und Mitarbeiter der Einrichtung, teilte eine Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Sonntag mit.

Allen Infizierten gehe es den Umständen entsprechend gut. Die positiv getesteten Bewohner werden separat von den anderen untergebracht. Am Dienstag sollten alle negativ getesteten Bewohner und Mitarbeiter und alle Neuankömmlinge nochmals getestet werden.

Nachdem Anfang der Woche bei einer neu angekommenen Familie Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, wurden bereits alle Bewohner und Mitarbeiter getestet. Dabei gab es zunächst 22 positive Fälle.

10.08 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh weiter deutlich über 50

Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz anhaltender Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Sonntag veröffentlichten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach gab es im Kreis Gütersloh 132,9 solche Fälle nach zuvor 164,2 am Samstag und 177,7 am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen der einzige Kreis in Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage . Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Bis Dienstag muss eine Entscheidung fallen, ob der regionale Lockdown in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf - der bundesweit erste - ausläuft oder verlängert wird. Der seit Mittwoch geltende Lockdown ist bis zum 30. Juni befristet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz spielt bei der Beurteilung des Infektionsgeschehens eine Rolle.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Samstag sackte sie auf nur noch 19,8 Fälle ab. Laut RKI lag sie am Sonntag bei 21,2 Fällen.

10.01 Uhr: Fall Tönnies: Kutschaty fordert neues Unternehmensstrafrecht

Der Fraktionschef der SPD im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty, fordert ein neues Unternehmensstrafrecht, «mit dem künftig nicht mehr nur einzelne Manager oder Mitarbeiter, sondern auch ganze Unternehmen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können.»
Kutschaty sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Viele fragen sich doch jetzt: Kommt ein Unternehmen wie Tönnies eigentlich mit so einem Verhalten davon? Bei dem ganzen Schaden, der den Menschen, aber auch dem Staat entstanden ist? Das würde dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen massiv widersprechen.»

Er sehe deshalb gute Chancen, dass ein von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) auf den Weg gebrachter Gesetzentwurf «trotz der zu erwartenden Kritik der Wirtschaftsverbände auch wirklich das Licht der Welt erblickt.»
«Wenn Armin Laschet es ernst meint, Tönnies für sein Verhalten haftbar machen zu wollen, dann muss er dem Gesetzentwurf für ein Unternehmensstrafrecht in der Union jetzt den nötigen Rückenwind verleihen», sagte Kutschaty.

9.29 Uhr: Bayern kündigt Tests für jedermann an

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen «massiv» ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte . Sie kündigte eine «Corona-Testoffensive» an: «Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.»

Generell gilt: Im Kampf gegen das Virus sind inzwischen in ganz Deutschland Tests auch ohne akute Krankheitsanzeichen auf breiter Front möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Bis dahin gab es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei Infektionsverdacht - also wenn man Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksstörungen hatte.

Bayern ist aber das erste Bundesland, das künftig Tests für jedermann vorsieht. «Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben», betonte Huml. Wer die Kosten dafür trägt, blieb zunächst offen.

9.28 Uhr: Gauck warnt vor überzogenen Erwartungen an Corona-Politik

Die Bürger sollten nach Ansicht des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck die Einschränkungen durch die Corona-Krise nicht überbewerten. Als 80-Jähriger wisse er «von noch bedrohlicheren Lebenskrisen, von wirklicher Unfreiheit und von noch größerer wirtschaftlicher Not», sagte Gauck der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» . «Je besser es den Menschen geht, desto größer werden natürlich auch ihre Erwartungen.» Bislang sei Deutschland aber aufgrund der staatlichen Maßnahmen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Es gebe daher hinreichend Gründe, zuversichtlich zu bleiben.

Zugleich lobte der Altpräsident (Amtszeit: 2012-2017) das Gros der Bevölkerung. «In einer Phase, in der sehr viel Wut und Frust gegen die Regierung hätte entstehen können, ist sogar ein Sympathiebonus für diejenigen entstanden, die Verantwortung tragen. Die Leute sehen dann doch die Vorteile unserer Gesellschaftsordnung.»

Proteste gegen die Corona-Maßnahmen von Anhängern der politischen Ränder kritiserte Gauck. «Ein paar Illiberale rechts wie links tun auf einmal so, als würden sie Freiheitseinschränkungen nicht ertragen», sagte er. «Das kommt mir komisch vor.»

8.00 Uhr: Virologe Streeck fordert «Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten»

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert angesichts der Corona-Pandemie schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten auf nationaler und internationaler Ebene. So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Seiner Meinung nach sollte es «ein Emergency Response Team der WHO» geben. «Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann.»

Auch für Deutschland wünscht er sich «eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten.» Diese solle ein Verband sein, der national agiere, «nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder». Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband «beim Robert-Koch-Institut anzudocken». Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können. Bei der Pandemie-Bekämpfung in Deutschland hatte es immer wieder Diskussionen um ein bundeseinheitliches Vorgehen gegeben. Alleingänge einzelner Länder, etwa bei Lockerungen der Schutzmaßnahmen, waren wiederholt in die Kritik geraten.

Der Virologe warnte zugleich vor weiteren und möglicherweise noch gefährlicheren Pandemien in der Zukunft. «Das kann passieren», sagte Streeck. Auch ein bekanntes Virus könne sich verändern und aggressiv werden, wie die Spanische Grippe vor hundert Jahren. «Oder die Aedes-Mücke wird durch den Klimawandel bei uns heimisch, und wir bekommen es mit Dengue-Fieber zu tun.»

6.00 Uhr: 256 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert-Koch-Institut 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen meldete (Datenstand 28.06., 0.00 Uhr).

8957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, bei 0,62 (Vortag: 0,57). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, auf 0,83 (Vortag: 1,02). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

4.10 Uhr: Mehr als 2,5 Millionen Corona-Fälle in den USA gemeldet

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in den USA hat am Samstag die Marke von 2,5 Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 125.000 Menschen in den USA sind demnach bereits infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit steuert die Zahl der Infizierungen auf die 10-Millionen-Marke zu. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 weltweit nähert sich einer halben Million.

In den USA hatte die Zahl der innerhalb eines Tages neu gemeldeten Infektionen zuletzt einen neuen Höchststand erreicht: Für Freitag meldeten örtliche Behörden mehr als 45.000 bestätigte Neuinfektionen, wie die «New York Times» am Samstag berichtete. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge waren es 45.255 Neuinfektionen. Bereits am Donnerstag war mit mehr als 40.000 Fällen ein Rekord erreicht worden.

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert. Die US-Zahlen sind auch wegen der Größe der Vereinigten Staaten mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern nur schwer mit anderen Ländern vergleichbar.

2.01 Uhr: Tokio meldet höchste Zahl an Corona-Infektionen seit Notstandsende

Japans Hauptstadt Tokio hat am Samstag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Aufhebung des nationalen Notstands Ende Mai registriert. Demnach wurden 57 Menschen binnen eines Tages positiv auf das Coronavirus getestet, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Damit bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen seit nunmehr vier Tagen um die Marke von 50 Fällen. Als Cluster wurden unter anderem Tokios nächtliche Amüsierviertel ausgemacht. Landesweit stieg die Zahl am Vortag erstmals seit Anfang Mai wieder auf mehr als 100 Fälle.

Der Trend der Neuinfektionen zeigte bis Ende Mai nach unten, doch nach Aufhebung des Notstands am 25. Mai begann die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tokio wieder zu steigen. Die Millionen-Hauptstadt will im Sommer nächsten Jahres die wegen der globalen Pandemie verschobenen Olympischen Spiele ausrichten. Japan hatte vergangenen Monat den Notstand im ganzen Land aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei. Während des Notstands waren die Bürger gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Ausgangssperren wie in Europa sind rechtlich nicht möglich.

Samstag, 27. Juni

20.53 Uhr: Mehr Infizierte ohne Tönnies-Bezug

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl nachgewiesener Sars-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung ohne direkten Bezug zur Tönnies-Belegschaft «merklich» gestiegen. Grund dafür seien wohl vor allem die deutlich umfangreicheren Tests, viele der Infizierten zeigten aber keine Symptome, erklärte der Kreis in einer Mitteilung. In den sieben Tagen bis einschließlich Freitag (20. bis 26. Juni) seien 75 Fälle ohne Bezug zur Fleischfirma Tönnies bekannt geworden. Das waren den Angaben zufolge 28 mehr als im Vergleichszeitraum einen Tag zuvor.

20.00 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 63 (+1)
Fälle insgesamt 716 (+1)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 758  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1434 (+36)
Fälle insgesamt 2203 (+43)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 39 (+6)
Fälle insgesamt 450 (+6)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 38 (+6)
Fälle insgesamt 375 (+6)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke (Zahlen vom Freitag)
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 494
davon Todesfälle 13

19.41 Uhr: Volkswirte: Arbeitslosigkeit geht weiter nach oben

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise. «Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein», sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

«Es kommt in den kommenden Monaten darauf an, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu bleibenden Nachteilen führt», betonte sie. Dies gelte vor allem für junge Leute ohne Berufsabschluss. Die Ausbildung werde in der Corona-Krise wegen wirtschaftlicher Probleme, aber auch wegen praktischer Erfordernisse des Social Distancing zu einer Herausforderung.

18.09 Uhr: Infektionen erreichen in den USA neuen Höchststand

Schon seit Tagen spitzt sich die Infektionslage in den USA wieder zu. Medienberichten zufolge hat das Land einen weiteren Rekord erreicht. Für Freitag meldeten örtliche Behörden mehr als 45.000 bestätigte Neuinfektionen, wie die «New York Times» am Samstag berichtete. Das Covid-Projekt des Magazins «Atlantic» zählte rund 44.400 positive Testergebnisse - was immer noch ein Rekord wäre. Der Zähler der «Washington Post» wiederum registrierte 45.755 Neuinfektionen. Die offiziellen Daten der Gesundheitsbehörde CDC für Freitag werden erst mit Verzögerung bekanntgegeben.

17.22 Uhr: Ein neuer Corona-Fall im Kreis Paderborn

Im Vergleich zum Freitag ist im Kreis Paderborn nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes am Samstag ein neuer Corona-Fall hinzugekommen – und zwar in Paderborn. Aktuell sind den Angaben zufolge 63 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. 

16.37 Uhr: Sechs neue Corona-Fälle in Bielefeld 

Sechs weitere Bielefelder haben sich Stand Samstag (10 Uhr) mit dem Corona-Virus infiziert. Sie alle haben keinen Bezug zur Firma Tönnies in Rheda. Insgesamt haben 17 Infizierte in Bielefeld eine Verbindung zu der Firma.

16.05 Uhr: Thüringen ohne Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots

Thüringen schert bei den neuen Reiseregeln für Menschen aus Corona-Risikogebieten aus. «Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen», sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Thüringen habe dazu bei der Bund-Länder-Vereinbarung zum Reiseverkehr am Freitag eine entsprechende Protokollerklärung abgegeben.
Nach dieser Vereinbarung sollen Reisende aus Corona-Risikogebieten nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen aufgenommen werden oder ohne Quarantäne einreisen dürfen, wenn sie ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen können, das nicht älter als zwei Tage ist. Im Beschluss hieß es: «Die Länder werden korrespondierend zu den beschränkenden Maßnahmen in den besonders betroffenen Gebieten (dafür) Vorsorge treffen ...» Thüringen hatte in seiner Protokollerklärung darauf hingewiesen, dass die Einschätzung der Gesundheitsbehörden der betroffenen Gebiete Grundlage und Maßstab für die Maßnahmen der Reisezielgebiete sein muss.
Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte in einem Video auf Twitter, «wir orientieren uns an den Maßnahmen und Entscheidungen der Behörden vor Ort». Da der Kreis Gütersloh keine Aus- und Einreiseverbote erlassen habe, «werden wir auch in Thüringen solche Einreiseverbote nicht vollziehen».
Der Sprecher der Ministerin sagte, auch negative Corona-Testergebnisse, die nach der Bund-Länder-Vereinbarung in Hotels vorgelegt werden sollen, böten keine 100-prozentige Sicherheit. Wichtig sei, das die Infektionsschutzvorschriften mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung eingehalten würden.

15.54 Uhr: Geberkonferenz startet mit Milliardenzusage

Die EU hat zum Auftakt einer virtuellen Geberkonferenz zur Corona-Pandemie weitere 4,9 Milliarden Euro zugesagt. Das Geld solle eingesetzt werden, um besonders verwundbare Länder zu unterstützen, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag. Jeder Mensch auf der Welt müsse Zugang zu Tests, Behandlungen und Impfstoffen bekommen - egal wo er lebe, wo er herkomme oder wie er aussehe.

15.44 Uhr: Fleischindustrie in NRW muss Beschäftigte zweimal pro Woche testen

Die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen muss Beschäftigte auf ihre Kosten künftig mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die neue Vorgabe gelte ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten und unabhängig davon, ob es sich um eigene Beschäftigte oder Werkvertragsnehmer handele, teilte das NRW-Ministerium für Arbeit und Gesundheit in Düsseldorf mit.
In der entsprechenden neuen Allgemeinverfügung heißt es wörtlich: «Es dürfen nur Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf Kosten des Betriebsinhabers auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben.» Die Testung könne im Poolverfahren erfolgen. Die Auswertung müsse durch ein anerkanntes Labor erfolgen. Die Test-Nachweise seien in dem Betrieb vorzuhalten.
Die Verfügung enthält auch umfangreiche Dokumentationspflichten: Die Unternehmen würden verpflichtet, die Namen und Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsadressen sämtlicher auf dem Betriebsgelände anwesender Personen zu erheben und für vier Wochen aufzubewahren, hieß es.

13.36 Uhr: Kapazitätsgrenze an Stränden in Scharbeutz und Haffkrug erreicht

Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit. „Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet.“ Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. „Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit“, teilte sie weiter mit.

11.35 Uhr: Kreis Gütersloh: Kennziffer für Neuinfektionen noch deutlich über 50

Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz einer Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Der Kreis Gütersloh ist der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieser Marke. 

Nach den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - nach zuvor 177,7 Fällen am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. 

Im benachbarten Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Nach den Daten von Samstag sackte sie nun sogar auf nur noch 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gelten stärkere Beschränkungen.

11.31 Uhr: Merkel warnt vor Corona-Leichtsinn - „Lage ist ernst“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt . „Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst“, sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: „Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst.“ 

„Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre“, betonte die Kanzlerin jetzt. „Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche.“ 

Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. „Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen.“

11.15 Uhr: 687 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193 243 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0.00 Uhr). 

8954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,02 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

11.10 Uhr: Für Abiturienten in Werther gibt es das Reifezeugnis an der Haustür

Eigentlich wären sie mit Applaus in die volle Jacobikirche eingezogen. Ging nicht. Dann sollten die Abiturienten des EGW über einen „Walk of Fame“ Corona-konform feierlich aus der Schule entlassen werden. Aber auch daraus wurde nichts mehr. Der 40 Meter lange rote Teppich blieb am Freitag (zumindest vorerst) eingerollt. Stattdessen standen bei den 72 frisch gebackenen Abiturienten des Evangelischen Gymnasiums Werther die Leistungskurslehrer vor der Haustür. In der Hand hielten sie das Reifezeugnis. Und nicht nur das .

10.03 Uhr: Volkswirte: Arbeitslosigkeit geht wegen Corona weiter nach oben

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise. „Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein“, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW. 

„Es kommt in den kommenden Monaten darauf an, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt und zu bleibenden Nachteilen führt“, betonte sie. Dies gelte vor allem für junge Leute ohne Berufsabschluss. Die Ausbildung werde in der Corona-Krise wegen wirtschaftlicher Probleme, aber auch wegen praktischer Erfordernisse des Social Distancing zu einer Herausforderung. 

9.56 Uhr: Laschet lobt Bund/Länder-Einigung auf Reise-Regeln

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Einigung von Bund und Ländern über relativ einheitliche Reiseregeln begrüßt. «Der Einsatz hat sich gelohnt. Gut, dass wir nun gemeinsame Regelungen aller Länder mit dem Bund dafür haben, wie wir Risiko-Vorsorge und Reisefreiheit miteinander verbinden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Corona-Ausbruch im westfälischen Kreis Gütersloh beim Fleischproduzenten Tönnies hatten die meisten Bundesländer Reise-Einschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots beschlossen. Mehr hier .

8.10 Uhr: Minister Müller will Corona-Krisengewinner stärker besteuern

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die Krisengewinner der Corona-Pandemie stärker besteuern und so an den Kosten der Krise beteiligen. „Es gibt Krisengewinner unglaublichen Ausmaßes“, sagte der Politiker dem Radiosender B5 aktuell des Bayerischen Rundfunks (BR) am Samstag laut Vorabmeldung. Als Beispiel nannte Müller den Online-Händler Amazon. Dessen Chef Jeff Bezos sei alleine seit Januar diesen Jahres um 35 Milliarden Euro reicher geworden, sagte Müller. Problematisch sei, dass Amazon fast keinen Euro Steuern zahle.

7.55 Uhr: Krise trifft selbst die IT-Branche - Stimmung in Handel und Dienstleistung in Ostwestfalen wegen der Pandemie im Keller

Wie sehr der Handel – außer Lebensmittelhandel und Baumärkte – sowie die Gastronomie unter den coronabedingten Einschränkungen leiden, ist weitgehend bekannt. Auch dass der Shutdown und die zeitweisen Grenzschließungen bei vielen Industriebetrieben zu massiven Einbußen geführt haben, kann man sich vorstellen. Nun aber trifft die Krise am Ende auch Branchen und Unternehmen , von denen gemutmaßt worden war, sie kämen relativ gut durch die Pandemie.

ls ein Beispiel nannte Oliver Flaskämper, Vize-Präsident der IHK Ostwestfalen, am Freitag bei der Vorstellung der jüngsten regionalen Konjunkturumfrage die IT-Dienstleister. Seit vielen Jahren eher auf Wolke 7 schwebend, bezeichneten jetzt nur noch 22 Prozent ihre Geschäftslage als „gut“. Dazu zählen Flaskämper zufolge insbesondere kleine Firmen, die E-Commerce-Shops einrichten. Andere litten dagegen darunter, dass Unternehmen geplante größere IT-Projekte verschieben oder erst einmal ganz absagen. Das führe dazu, dass in einer Branche, die bisher stets über Fachkräftemangel geklagt hat, nur noch 12 Prozent der Betriebe Personal einstellen, 15 Prozent aber reduzieren wollen.

7.45 Uhr: Bürger kämpfen weiter um ihren Sommerurlaub - Tönnies will mit Behörden über Neustart beraten

Mit dem Beginn der Sommerferien herrscht nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies im Kreis Gütersloh alles andere als Urlaubsstimmung . Verzweifelt versuchten Bürger am Freitag, Ergebnisse ihrer Corona-Tests zu erhalten, um ihre lange geplanten Reisen am Wochenende tatsächlich antreten zu können.

Die Kreisverwaltung teilte mit, dass ihre Corona-Bürger-Hotline von der Vielzahl der Anrufe überlastet sei. Die Hotline könne keine Auskunft über Testergebnisse geben. Diese seien über eine sichere App abrufbar, die die Labore anbieten. Nur im Falle eines positiven Befunds erfolge eine telefonische Kontaktaufnahme. Der Kreis wies zudem darauf hin, dass die aktuell sechs Diagnosezentren im Kreisgebiet nicht für Berufspendler zur Verfügung stehen, die außerhalb des Kreises Gütersloh wohnen, dort aber tätig sind.

Freitag, 26. Juni

20.00 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 371 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 62 (+6)
Fälle insgesamt 715 (+6)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 13  
Fälle insgesamt 758  
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1398 (+67)
Fälle insgesamt 2160 (+70)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 33 (+4)
Fälle insgesamt 444 (+4)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 32 (+4)
Fälle insgesamt 369 (+4)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 7 (+1)
Fälle insgesamt 494 (+1)
davon Todesfälle 3 (+1)

19.44 Uhr: Oxford-Forscherin: Gefahr trotz Corona-App nicht vorbei

Die Menschen in Deutschland sollten trotz des erfolgreichen Starts der Corona-Warn-App bei ihren Vorsichtsmaßnahmen gegen nicht nachlassen - darauf hat die renommierte Immunologin Lucie Abeler-Dörner vom Nuffield Department of Medicine der Universität Oxford hingewiesen. «Die Ausbrüche in Gütersloh und Göttingen zeigen, dass die Gefahr noch nicht vorbei ist, und dass es wichtig ist, Ausbrüche so schnell wie möglich zu erkennen.» Abeler-Dörner hatte zusammen mit anderen Forscherinnen und Forschern in einer Studie simuliert, wie eine Kontaktverfolgungs-App gegen die Ausbreitung des Coronavirus helfen kann. Dabei kamen sie zum Schluss, dass eine Tracing-Anwendung dann anfängt zu wirken, sobald mindestens 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen. Dann könnten Infektionsketten unterbrochen und Ansteckungen verhindert werden. Ohne jede weitere Schutzmaßnahme wie Atemschutzmasken oder Sicherheitsabstand wären 60 Prozent notwendig, um einen signifikanten Effekt zu zeige.

17.49 Uhr: Wäschemarkt in Bünde findet trotz Corona statt

Der Wäschemarkt gehört zum Bünder Modehaus wie der Eiffelturm zu Paris. Doch fast hätte er in diesem Sommer ausfallen müssen. Zu ungewiss war, ob in Zeiten von Corona etwas Derartiges überhaupt stattfinden kann. „Die vergangenen Wochen haben aber gezeigt, dass im Bünder Modehaus auch bei höherer Kundenfrequenz alle Hygienemaßnahmen und Sicherheitsabstände eingehalten werden können“, sagt Miteigentümer Christoph Lanvers. Darüber hinaus hätten sich viele Kunden telefonisch, per E-Mail oder auf den sozialen Medien nach den Wäschemarktterminen erkundigt. Lanvers und Volker Jährling, beide Eigentümer des Modehauses, hatten sich deshalb entschieden, ein Stück Normalität zu wahren und den Wäschemarkt stattfinden zu lassen. Start ist an diesem Samstag, 27. Juni. Dabei soll die Mehrwertsteuersenkung sofort an Kunden weitergegeben werden. „Seit vielen Jahren steht das Bünder Modehaus für Preistransparenz und Ehrlichkeit“, sagt Lanvers. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer werde automatisch an der Kasse abgezogen.

17 Uhr: Zurückgeholte Touristen müssen 200 bis 1000 Euro zahlen

Die Bundesregierung stellt den wegen der Corona-Pandemie aus dem Ausland zurückgeholten 67.000 Touristen 200 bis 1000 Euro für die Flüge in Rechnung. Damit sollen 40 Prozent der Gesamtkosten der beispiellosen Aktion von 94 Millionen Euro gedeckt werden. Die Kostenbeteiligung der Gestrandeten wird gestaffelt: Für Flüge von den Kanarischen Inseln und Nordafrika müssen 200 Euro gezahlt werden, für das südliche Afrika und die Karibik werden 500 Euro fällig, Rückkehrer aus Südamerika und Asien müssen 600 Euro zahlen, und wer aus Neuseeland und Australien zurückgeholt wurde, erhält eine Rechnung über 1000 Euro.

16.40 Uhr: Testergebnis mittels App abfragen

Wer Auskunft über sein Corona-Testergebnis erhalten möchte, bekommt dies über eine sichere App , die die Labore anbieten. Das teilt der Kreis Gütersloh am Freitag mit. Die Corona-Bürgerhotline des Kreises Gütersloh könne keine Auskunft über Testergebnisse geben. Sie sei überlastet. 

15.44 Uhr: Regionale Corona-Ausbrüche: Bund ruft zu Solidarität auf

Die Bundesregierung hat zu Solidarität bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie rund um Gütersloh und Warendorf aufgerufen und vor einem Anprangern dort lebender Menschen gewarnt. «Jede Region kann plötzlich von einem Ausbruch betroffen sein», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das sollten sich auch Menschen bewusst machen, die nun glaubten, mit dem Finger auf Menschen in den betroffenen Kreisen zeigen zu müssen. «Jeder sollte daran denken, dass jeder sich in der Lage wiederfinden könnte, in der Nachbarschaft eines Ausbruchsherdes zu leben und dann in Mitleidenschaft gezogen zu werden.»

14.54 Uhr: Vier neue Corona-Fälle im Kreis Herford

Vier neue Corona-Infektionen hat der Kreis Herford am Freitagvormittag gemeldet. Damit sind aktuell 32 Infizierte registriert. Sie kommen aus Herford (25), Löhne (1), Spenge (1) und Bünde (5). In stationärer Behandlung befinden sich derzeit drei infizierte Personen.

14.30 Uhr: Zahl der Infizierten in Bielefeld steigt weiter

Die Stadt Bielefeld meldet für diesen Freitag vier Neuinfektion mit dem Coronavirus – alle mit Bezug zu Tönnies. Damit sind 444 Bielefelderinnen und Bielefelder positiv auf das Coronavirus getestet. Davon haben insgesamt bisher 17 Infizierte einen Bezug zu Tönnies.

13.23 Uhr: Testzentren sind nicht für Berufspendler

Die inzwischen   sechs Testzentren des Kreises Gütersloh sind für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Gütersloh errichtet, nicht für Berufspendler. Das stellt jetzt der Krisenstab klar. „In den Diagnosezentren kann man sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dass dies nur für Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Gütersloh gilt, ist bis dato offenbar nicht klar genug kommuniziert worden, so dass sich auch Berufspendler auf den Weg gemacht haben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Gütersloh. Diese würden künftig zurückgeschickt.

12.50 Uhr: Krankschreibungen per Telefon in den Kreisen Gütersloh und Warendorf

Nach dem großen Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb von Tönnies können sich Patienten in der Region vorerst auch nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt krankschreiben lassen. Bei leichten Atemwegserkrankungen ist dafür befristet bis 14. Juli kein Praxisbesuch nötig, wenn die Praxis in den Kreisen Gütersloh und Warendorf liegt. Das sieht eine regionale Ausnahmeregelung vor, die der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen heute beschlossen hat. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind dort nun für bis zu sieben Kalendertage telefonisch zu bekommen, dies kann dann auch telefonisch für noch einmal sieben Tage verlängert werden.Eine entsprechende bundesweite Sonderregelung war angesichts der allgemein niedrigeren Infektionszahlen Ende Mai ausgelaufen. Ziel der nun beschlossenen Ausnahmeregelung in den Corona-Hotspots sei es wieder, durch verringerte direkte Kontakte das Übergreifen der Infektionen auf weite Teile der Bevölkerung zu vermeiden, sagte der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken.

11.18 Uhr: Urlaubsverbot für Warendorfer gilt in Niedersachsen weiter

Das Urlaubsverbot für Menschen aus dem Kreis Warendorf hat in Niedersachsen auch nach der Unterschreitung des Grenzwerts von 50 Neuinfektionen noch Gültigkeit. Das bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover am Freitag. Das Verbot solle erst aufgehoben werden, wenn der nordrhein-westfälische Kreis den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen zwei Wochen am Stück unterboten hat. Das sei wegen der Inkubationszeit des Coronavirus und Meldeverzögerungen notwendig, heißt es. Als Teil der Corona-Verordnung ist die Regelung, die auch für Gütersloh gilt, allerdings zunächst bis zum 5. Juli befristet.

Ausgenommen von dem Verbot sind Touristen, die ihren Urlaub schon vor dem 11. Juni angetreten haben oder ein ärztliches Attest über einen höchstens zwei Tage alten negativen Corona-Test vorlegen können. In Warendorf ist die Kennziffer der Neuinfektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt auf 47,9 gesunken.

Die Stadt Cuxhaven teilte am Freitag zudem mit, dass sie das Verbot auch auf ihren Strand anwendet. Der Verwaltungsausschuss habe die örtliche Politik mit breiter Mehrheit aufgefordert, so den Tourismus aus den beiden nordrhein-westfälischen Landkreisen zu minimieren und die Ansteckungsgefahr zu senken. „Wer gegen die Strandverbote verstößt, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen“, sagte Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD).

11.15 Uhr: Neuinfektionsrate im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Im Kreis Gütersloh ist die Kennziffer der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage nach extrem hohen Werten weiter gesunken. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Mit 177,7 Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (zuvor 192,8) liegt der Wert aber weiter deutlich über der Marke von 50. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.Im Nachbarkreis Warendorf war die Kennziffer unter die entscheidende Marke von 50 gefallen. Laut RKI sind es im Kreis Warendorf nun 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Zuvor hatte der Wert bei 50,4 gelegen.

10.20 Uhr: H&M schreibt wegen Corona-Pandemie rote Zahlen

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) hat wegen der Corona-Krise im zweiten Geschäftsquartal ein deutliches Minus eingefahren.Das zweite Quartal des Geschäftsjahres begann Anfang März und lief bis Ende Mai, es umspannt damit die bisherige Hochphase der Corona-Krise in Europa. Im Berichtszeitraum belief sich der Verlust nach Steuern auf 4,9 Milliarden schwedische Kronen (470 Millionen Euro), wie H&M in Stockholm mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte H&M noch einen Gewinn von 4,5 Milliarden schwedische Kronen eingefahren.

9.30 Uhr: Johanneswerk ist „irritiert“ über Lockerungen auch in Gütersloher Pflegeheimen

Das Evangelische Johanneswerk, das Pflegeeinrichtungen auch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf betreibt, ist nach eigenen Angaben irritiert von den Vorgaben des Landes. Dabei geht es um die jüngst veröffentlichte Allgemeinverfügung des NRW-Gesundheitsministeriums. Sie sehe trotz des Shutdowns in den beiden Kreisen Lockerungen von Besuchsregeln vor, erklärte das Evangelische Johanneswerk.

„Es ist kaum nachvollziehbar, dass Risiken für Kinder, Schüler und Urlauber in den Kreisen Gütersloh und Warendorf schnell erkannt und entsprechend behandelt werden, während Schutzmaßnahmen für Risikogruppen in stationären Pflegeeinrichtungen aufgehoben werden“, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, Bodo de Vries. Man begrüße die neue Verfügung. Aber es sei unverständlich, warum die Maßnahmen auch in Gütersloh und Warendorf umgesetzt werden sollten.

Das Johanneswerk betreibt in den Kreisen nach eigenen Angaben fünf stationäre Pflegeeinrichtungen. Die Verfügung des Gesundheitsministeriums erlaubt unter anderem wieder körperlichen Kontakt in Pflegeheimen. Vom 1. Juli an können Bewohnerinnen und Bewohner zudem wieder Besuch in ihren Zimmern empfangen.

9.08 Uhr: Drosten-Podcast gewinnt doppelt beim Grimme Online Award

Der Podcast «Das Coronavirus-Update» mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim Grimme Online Award abgeräumt. Einen Preis gab es bei der Verleihung am Abend von der Jury, einen vom Publikum.

Die NDR-Produktion mit dem Charité-Wissenschaftler war damit der große Gewinner des Abends. Prämiert wurde auch das viel geklickte Video «Die Zerstörung der CDU» von YouTuber Rezo, das in der Kategorie «Spezial» einen Award einfuhr. Insgesamt setzten sich in diesem Jahr sehr viele informative Formate durch. Das war kein Zufall: Der Grimme Online Award bildet oft aktuelle Trends im Internet ab.

8.39 Uhr: Saarland beschließt Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Gebieten

Das Saarland hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh.Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) macht sich beim Umgang mit Reisenden aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen für eine „bundesweit einheitliche Verfahrensweise“ stark.

Am Mittwoch hatte er sich deswegen an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU), gewandt. Ein „Flickenteppich verschiedener Regelungen“ müsse vermieden werden, so Hans.

8.24 Uhr: 7-Tage-Inzidenz im Kreis Warendorf knapp unter Marke von 50 gefallen

Im Kreis Warendorf ist die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage unter die entscheidende Marke von 50 gefallen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach sind es im Kreis Warendorf nun 47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen nach zuvor 50,4.

Auch im Kreis Gütersloh, in dem ebenfalls nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies ein regionaler Lockdown gilt, sinkt die Kennziffer nach extrem hohen Werten weiter. Mit 177,7 Fällen in je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (zuvor 192,8) liegt der Wert aber weiter deutlich über der Marke von 50. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

8.11 Uhr: König Felipe eilt zur Rettung Mallorcas

So etwas hat man am Ballermann noch nie gesehen. Badegäste und Spaziergänger aus Deutschland, Spanien und auch aus anderen Ländern gerieten am Donnerstag aus dem Häuschen.

Spaniens König Felipe und Gattin Letizia schlenderten die Promenade der Playa de Palma entlang, blieben immer wieder stehen und unterhielten sich aus gebotener Distanz, aber zwanglos mit Urlaubern in Badehosen und Bikinis, die aus ihren Liegetüchern aufgesprungen waren. Viele durften Selfies machen mit den beiden, modisch stellte Letizia im schicken grünen Kleid Felipe klar in den Schatten.

Die Royals aus Madrid verbringen ihren Sommerurlaub traditionell im August immer auf der Baleareninsel. Im Marivent-Palast, auf Jachten und Segelbooten. Doch an der Playa war ein König, so weit sich die Einheimischen erinnern können, noch nie. Der ungewöhnliche Besuch hatte allerdings einen guten, einen sehr guten Grund: Felipe eilt zur Rettung des Ballermanns.

7.45 Uhr: 477 Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192 556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 26.06., 0.00 Uhr).

8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,11 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

7.19 Uhr: 43. Huxori-Markt in Höxter fällt aus

Der 43. Huxori-Markt fällt Ende September in Höxter aus. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Doch die Sicherheit und die Gesundheit stehen für uns immer an erster Stelle“, führte Jürgen Knabe, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft, am Donnerstagnachmittag während einer Pressekonferenz im Stadthaus in Zeiten von Corona aus.

6.58 Uhr: Festivalgelände wird zu Pop-up-Campingplatz

Festivals fallen aus, Campingplätze in Deutschland sind sehr gefragt: Das Gelände des „Melt!“ und des „Splash“-Festivals wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise zum Pop-up-Campingplatz. Damit sollen auch Teile des ausgefallenen Festivalgeschäfts kompensiert werden, teilte Ferropolis-Geschäftsführer Thies Schröder mit. Normalerweise zieht es Zehntausende Musikfans zu den Festivals auf dem Veranstaltungsgelände Ferropolis bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt.

Mit der neuen Nutzung beteiligen sich die Verantwortlichen an einem bundesweiten Projekt, des Hamburger Unternehmens „Pop-Up Camps“. Unter anderem kann bereits in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen der Aufenthalt gebucht werden. Auf dem Ferropolis-Gelände stehen von Freitag an rund 100 Plätze zur Verfügung, wie Schröder mitteilte.

Zum Start des Projekts sollen den Unternehmensangaben zufolge insgesamt 3000 bis 4000 Stellplätze an den verschiedenen Orten zur Verfügung stehen. Bliebe es dabei, wäre das - im Vergleich mit klassischen Campingplätzen - eine überschaubare Zahl. Laut Statistischen Bundesamt gibt es deutschlandweit rund 3000 Campingplätze mit 230 000 touristischen Standplätzen, teilte der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) mit. Hinzu kommen demnach geschätzt 3600 Wohnmobilstellplätze mit 60 000 Standplätzen.

Donnerstag, 25. Juni

21.56 Uhr: Lissabon zurück in Lockdown

Schock für Portugal: Wegen einer Zunahme der Infektionen muss der Großraum Lissabon am 1. Juli zwei Wochen lang wieder in Quarantäne. Die Bewohner der 19 betroffenen Gemeinden im Großraum der Hauptstadt dürfen dann nur noch zum Einkaufen, zu Arztbesuchen und zum Arbeiten aus dem Haus gehen. Versammlungen sind bis maximal fünf Personen erlaubt. Die Bezirke im Zentrum Lissabons sind nicht betroffen. Die Region ist seit Mittwoch mit 18.000 Fällen erstmals seit Ausbruch der Pandemie der am schwersten betroffene Teil des Landes. Bisher war es der Norden gewesen. Portugal verzeichnete bisher 40.000 nachgewiesene Infektionen, 1500 infizierte Menschen starben.

21.33 Uhr: Laumann für Änderung der 48-Stunden-Frist

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) fordert eine "pragmatische Lösung" für Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Einige Bundesländer haben Berherbergungsverbote für Menschen aus diesen Kreisen erlassen, wenn sie keinen Coronatest vorlegen können, dessen Ergebnis 48 Stunden oder jünger ist. "Wenn ein Ergebnis 48 Stunden nach Abstrichentnahme gültig ist, ist das eine Herausforderung für die Menschen, die in den Urlaub fahren wollen." 

21.12 Uhr: Reihentestung bei Tönnies abgeschlossen

Im gesamten Kreis Gütersloh sind aktuell (Donnerstag, 15 Uhr) 45 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, die keinen direkten Bezug zu Tönnies haben.  Das sind 13 Personen mehr als am Mittwoch. Im Diagnosezentrum am Carl-Miele-Berufskolleg wurden 2521 Abstriche genommen. Bisher liegen 1655 Befunde vor, davon sind drei positiv.

Auch das Ergebnis der Reihentestung bei Tönnies liegt jetzt vor.  Demnach wurden Firmengelände 6139 Abstriche genommen, davon sind 1413 positiv.

20.08 Uhr: Aktuelle Zahlen aus OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7
Fälle insgesamt 370
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 56 (+4)
Fälle insgesamt 709 (+9)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 13 (+3)
Fälle insgesamt 758 (+31)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1311 
Fälle insgesamt 2090 (+36)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 29 (+3)
Fälle insgesamt 440 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 28 (-1)
Fälle insgesamt 365 (+1)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 6
Fälle insgesamt 493 (+1) 
davon Todesfälle 12

19.46 Uhr: Tönnies-Mitarbeiter in Bulgarien unter Quarantäne

Nach seiner Rückkehr in seine Heimat Bulgarien steht ein Tönnies-Mitarbeiter dort unter Quarantäne . Der Mann habe sein Testergebnis in Deutschland nicht gewusst und ist deswegen noch einmal getestet worden. Bei seiner Tochter wurden Antikörper festgestellt. Die dreiköpfige Familie steht unter Quarantäne. 

17.58 Uhr: Neuer Hotspot in Moers?

In Moers bei Duisburg (Kreis Wesel) zeichnet sich ein neuer Corona-Hotspot ab. Bei einer Dönerfleischproduktion wurden 79 Mitarbeiter positiv getestet. Nach dem Bekanntwerden von 17 positiven Fällen wurden am Mittwoch von 200 Mitarbeitern Abstriche genommen. Davon stehen 120 Ergebnisse noch aus. Der Dönerfleischproduzent hat 275 Mitarbeiter. Der Corona-Ausbruch war bei einer Nach-Testung entdeckt worden. Die 17 infizierten Mitarbeiter waren untersucht worden, weil sie bei einer Testung im Mai wegen Urlaubs und Kurzarbeit nicht dabei waren. Der Betrieb ist geschlossen worden. Die 7-Tage-Inzidenz für den Kreis liegt bei 20,2. Aber einer Grenze von 50 muss mit weiteren Einschränkungen gerechnet werden. 

17.45 Uhr: 45 Infektionen im Putenschlachthof

Der Corona-Ausbruch in einem Wildeshausener Schlachthof erweist sich als nicht so schlimm wie der bei Tönnies im Kreis Gütersloh. Die Reihentests in dem Puten-Schlachthof im Kreis Oldenburg sind abgeschlossen. Von 1115 Tests sind 45 positiv. Das teilten der Landkreis und die Firma Geestland Putenspezialitäten (GPS) mit, die zur Wiesenhof-Gruppe gehört. Betroffen seien fünf Festangestellte und 40 Werksvertragsarbeiter. Für die Infizierten und ihre Kontaktpersonen verhängte der Landkreis sofortige Quarantäne. 

17.28 Uhr: Renten-Nullrunde wegen Corona

Seit 2010 hat es das nicht mehr gegeben: eine Nullrunde bei den Renten. Im nächsten Jahr könnte es wegen der Corona-Krise zumindest im Westen dazu kommen, schätzt die Deutsche Rentenversicherung . Auch ein Anstieg der Beiträge nach 2021 zeichnet sich ab. Im Osten wird es voraussichtlich nur eine Mini-Anhebung um 0,7 Prozent geben.

17.11 Uhr: Kita-Gruppe und Grundschulklasse in Quarantäne

Gute und schlechte Nachrichten aus Paderborn: 450 Tests eines fleischverarbeitenden Betriebs im Kreis Paderborn sind negativ, es stehen noch 87 Testergebnisse aus. Derweil stehen in Bad Lippspringe eine Kindergartengruppe mit 17 Kindern und drei Erziehenden sowie eine Grundschulklasse mit 25 Kindern und zwei Lehrkräften unter Quarantäne. Nach Angaben der Stadt Bad Lippspringe ist ein Kind positiv auf Corona getestet worden.

16.53 Uhr: 1331 aktive Fälle im Kreis  Gütersloh

Wie ist das Coronavirus in die Firma Tönnies gekommen? Nach Angaben des Kreises Gütersloh ist das nach wie vor unklar. Derzeit gibt es 1331 aktive Fälle  in der Region. Nicht ausgeschlossen ist, dass es sich Tönnies-Mitarbeiter beim Besuch eines Gottesdienstes eingefangen haben. „Eine genaue Ursache für den Eintrag des Coronavirus in die Firma Tönnies lässt sich aus Sicht des Kreises nicht exakt und zweifelsfrei nennen“, heißt es in einer Presseerklärung.

16 Uhr: Corona-Test in der Kaserne

In zwei Stunden geht auf dem Flughafengelände der ehemaligen Kaserne an der Marienfelder Straße in Gütersloh ein Logistik- und Testzentrum an den Start. Auf vier Spuren können Autos in den Hangar und die Hubschrauberhalle fahren, so dass den Insassen eine Speichelprobe entnommen werden kann. Das Testzentrum ist heute von 18 bis 22 Uhr sowie zunächst bis einschließlich Sonntag täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet. Insgesamt soll es im Kreis Gütersloh zehn Testzentren geben.

14.30 Uhr: EU-Agentur macht Weg frei für Corona-Mittel

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat erstmals grünes Licht für einen Wirkstoff zur Corona-Therapie in der EU gegeben . Der Empfehlung zufolge sollen bestimmte Covid-19-Patienten unter Auflagen mit Remdesivir behandelt werden dürfen. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, was aber als Formsache gilt.

14.22 Uhr: Steinmeier warnt vor leichtsinnigem Verhalten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. Die Corona-Pandemie sei noch nicht vorbei. "Die Entwicklung in den Hotspots zeigt, dass wir uns immer noch auf sehr dünnem Eis bewegen." 

14.12 Uhr: Ministerium: Hessens Fleischbetriebe ohne gravierende Mängel

Kontrollen in hessischen Fleischbetrieben mit Blick auf Corona-Risiken haben nach Auskunft des Sozialministeriums keine größeren Mängel zutage gebracht. Anfang Juni seien insgesamt 19 Betriebe von den Arbeitsschutzdezernaten untersucht worden, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Wiesbaden auf Anfrage mit. „Es wurden keine gravierenden Arbeitsschutzdefizite im Hinblick auf die Arbeits- und Wohnbedingungen vorgefunden.“Die wenigen Mängel hinsichtlich Arbeits- sowie Infektionsschutz hätten durch direkte Gespräche sowie im Einzelfall durch entsprechende Besichtigungsschreiben beseitigt werden können, erklärte die Sprecherin.

13.22 Uhr: Oberflächenbeschichtung soll vor Keimen in Bussen schützen

Zum Schutz vor Keimen überzieht die Deutsche Bahn Oberflächen in Bussen mit einer speziellen Beschichtung. Im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts seien zunächst zwölf Regionalbusse in Dormagen entsprechend ausgestattet worden, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag mit. Alle Flächen, die von Fahrgästen und Mitarbeitern im Bus berührt werden könnten - zum Beispiel Lenkrad, Sitze, Stoppschalter und Haltestangen - seien mit einem antiviral und antibakteriell wirksamen Stoff eingesprüht worden.

Dadurch werde nachweislich eine Keimreduktion von über 90 Prozent erreicht. Die farblose Suspension schütze die behandelten Flächen mindestens zwölf Monate gegen Keime. Sie wirke unter anderem aktiv gegen Hefepilze, Schimmel, Bakterien und Viren wie das Norovirus und das Coronavirus.

12.21 Uhr: Eiffelturm nach Corona-Zwangspause wieder für Besucher geöffnet

Nach einer über dreimonatigen Zwangspause wegen der Corona-Krise hat der Pariser Eiffelturm am Donnerstag seine Pforten wieder geöffnet. Besucher können dem Betreiber zufolge zunächst nur über die Treppen den zweiten Stock des Turms erreichen. Die Aufzüge sollen erst vom 1. Juli an wieder öffnen. Es müssen auch Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, so herrscht eine Maskenpflicht.Das 324 Meter hohe Pariser Wahrzeichen war Mitte März wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen worden. Auch der Louvre soll nach einer Zwangspause wieder öffnen - am 6. Juli.

12.06 Uhr: Zehn neue Testzentren für den Kreis Gütersloh

Die Kapazitäten für Coronatests im Kreis Gütersloh werden ausgebaut. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales informierte am Donnerstagmittag, dass an zehn weiteren Standorten im Kreis Gütersloh Testzentren errichtet werden.
Bei diesem Vorhaben soll die Bundeswehr unterstützen. Auch an fünf Standorten im Kreis Warendorf sei die Errichtung neuer Testzentrum vorgesehen. Einige davon werden heute in Betrieb genommen.  

11.12 Uhr: Soforthilfe-Empfänger sollen überschüssiges Geld zurückzahlen

Nach dem Ende des NRW-Soforthilfe-Programms hat Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) Empfänger dazu aufgerufen, ihre Ausgaben zu überprüfen und überschüssiges Geld zurückzuzahlen. Gemeinsam mit den Bezirksregierungen habe man es geschafft, eine schnelle und unbürokratische Hilfe zu gewähren, betonte Pinkwart am Donnerstag in Düsseldorf. Insgesamt bewilligte das Land in den vergangenen Monaten mehr als 426 000 Anträge von Solo-Selbstständigen sowie kleinen Unternehmen und zahlte rund 4,5 Milliarden Euro aus.

Seit Ende Mai ist die Antragsphase des Programms, durch das krisengeplagte Betriebe einen Zuschuss zu ihren Betriebskosten erhielten, beendet. Die Empfänger haben nun bis Ende September Zeit, zu prüfen, wie groß ihre Ausfälle in den vergangenen Monaten tatsächlich waren. Lagen sie unter der Summe der Soforthilfe, muss dies in einem digitalen Formular angegeben und auf das Konto der entsprechenden Bezirksregierung zurückgezahlt werden. Die Rückzahlung muss bis zum Jahresende erfolgen.

Der größte Teil der Anträge (86 Prozent) kam von Solo-Selbstständigen und Kleinstbetrieben mit bis zu fünf Mitarbeitern, die pauschal 9000 Euro erhielten. Insbesondere im Dienstleistungssektor nutzten viele Menschen die Soforthilfen.

10.44 Uhr: Baubranche im April mit weniger neuen Aufträgen

Dämpfer für die deutsche Bauindustrie in der Corona-Krise: Im April verbuchte das Bauhauptgewerbe 5,3 Prozent weniger neue Aufträge als ein Jahr zuvor. Für die ersten vier Monate 2020 errechnete das Statistische Bundesamt einen Rückgang beim realen Auftragseingang um 3,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Dies erkläre sich zwar auch dadurch, dass zu Jahresbeginn 2019 die Bestellungen außergewöhnlich hoch gewesen seien, teilte das Bundesamt mit.

Allerdings dürfte zu dem Rückgang nach Einschätzung der Wiesbadener Statistiker auch beigetragen haben, dass «Unternehmen geplante Bauvorhaben aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in der Corona-Krise zurückgestellt haben». Mehr dazu lesen Sie hier.

10.25 Uhr: Bislang nur ein positiver Befund im Kreis Gütersloh

Von 2000 aktuell geführten Corona-Tests im Kreis Gütersloh ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er habe gerade eine SMS mit diesen Zahlen bekommen, sagte Laumann.

9.57 Uhr: 7-Tage-Inzidenz sinkt in den Kreisen Gütersloh und Warendorf

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag signifikant auf 192,8 gesunken. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, am Tag zuvor lag er bei 66,2.Bund und Länder haben in der Corona-Krise vereinbart, dass ab einer Marke von 50 in einem Kreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden. Für die Kreise Gütersloh und Warendorf gilt deshalb zunächst bis zum 30. Juni ein Lockdown.

9.40 Uhr: Auch Baden-Württemberg will Beherbergungsverbot

Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte am späten Mittwochabend das Staatsministerium in Stuttgart mit.

8.49 Uhr: Minister: Einige Tönnies-Arbeiter eventuell durch „Lappen gegangen“

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

8.43 Uhr: Erste Infizierte im Kreis Gütersloh nach kirchlicher Veranstaltung

Die erste Welle von Infizierten im Kreis Gütersloh hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Ende Mai im Zusammenhang mit einer „kirchlichen Veranstaltung“ gegeben. Das sagte Staatssekretär Edmund Heller am Donnerstagmorgen in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag.

8.15 Uhr: Sommerurlaub 2020: Viele planen eine Nummer kleiner

Zum Start der Reisesaison erwarten neun von zehn Bundesbürgern ein getrübtes Urlaubsvergnügen. Insgesamt rechnet jeder Dritte mit «starken» (22 Prozent) oder «sehr starken Einschränkungen» (11 Prozent) seiner sonst oft schönsten Zeit des Jahres. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

Dass ihr Urlaub wegen der Corona-Krise «etwas eingeschränkt» sein wird, erwartet eine Mehrheit von 54 Prozent derjenigen Befragten, die in Urlaub fahren wollen. Einen Urlaub wie in normalen Zeiten erhoffen sich immerhin 9 Prozent. Für einige dürften die bisherigen Pläne - kurz vor Ferienbeginn - nochmal umgeschmissen worden sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

7.09 Uhr: Schülerinnen müssen 200 Euro Corona-Bußgeld zahlen

An den Amtsgerichten in Ostwestfalen-Lippe finden zur Zeit die ersten Prozesse um Corona-Bußgelder statt. Der Fall der Schülerin Emma H. (15) aus Lemgo ist einer von mehreren hundert, in denen Ordnungsämter in den vergangenen Wochen Bußgelder verhängt haben – in der Regel 200 Euro plus 28,50 Euro Bearbeitungsgebühr. Die 15-Jährige hatte Ende März in einem Supermarkt ihre Freundin und deren Freund getroffen. „Weil er an der Hand verletzt war, habe ich den beiden geholfen, den Einkauf nach Hause zu tragen.”

6.34 Uhr: Kanzleramtschef: Jeden lokalen Ausbruch schnell beantworten

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Pandemie gewarnt. «Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu», sagte der CDU-Politiker. 

«Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind», betonte Braun. Deshalb sei die Aufgabe jetzt, «jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden».

5.16 Uhr: Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert

Das Leben in den USA kommt gerade langsam in Gang, da droht die Situation wieder zu kippen. In einigen Bundesstaaten steigen die Fallzahlen dramatisch, andere suchen da nach Abgrenzungsmaßnahmen. Trump würde die Corona-Pandemie am liebsten für beendet erklären.  Das Land verzeichnete am Dienstag mit rund 34.700 neuen Infektionen einen weiteren Höchststand.

Mittwoch, 24. Juni

20.49 Uhr: Kalifornien verzeichnet starken Anstieg von Coronavirus-Fällen

Der bevölkerungsreichste US-Staat Kalifornien verzeichnet einen starken Anstieg von Coronavirus-Fällen. Gouverneur Gavin Newsom sprach am Mittwoch von 7149 neuen Fällen, die am Dienstag aufgetreten seien. In den letzten 14 Tagen habe die Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten um fast 30 Prozent zugenommen. «Wir gefährden das Leben vom Menschen», warnte Newsom und rief die knapp 40 Millionen Einwohner auf, wenn möglich Zuhause zu bleiben, Abstand zu halten und Masken zu tragen.
Zur Eindämmung des Coronavirus hatte Newsom vorige Woche eine Maskenpflicht angeordnet. Demnach müssen Kalifornier in der Öffentlichkeit, etwa beim Einkaufen, Busfahren oder am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen.
In dem Westküstenstaat sind nach Informationen vom Mittwoch über 190.000 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, es starben bislang in Kalifornien mehr als 5600 Menschen.

20.18 Uhr: Gütersloher dürfen nur mit Attest Urlaub in Niedersachsen machen

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hat Niedersachsen wie angekündigt Beschränkungen für Urlauber aus der betroffenen Region beschlossen. Touristen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf dürfen in dem Bundesland bald nur noch mit ärztlichem Attest in Hotels, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen übernachten.
Wer aus den beiden Kreisen kommt, benötigt von diesem Freitag an eine Bescheinigung über einen Corona-Test, der keine Infektion ergab, wie das Landesgesundheitsministerium am Mittwochabend mitteilte. Die Testung dürfe bei Ankunft in der Beherbergungsstätte höchstens 48 Stunden zurückliegen, heißt es in der geänderten niedersächsischen Corona-Verordnung. Ohne ein solches Attest gilt ein Beherbergungsverbot. Die neue Verordnung gilt vorerst bis zum 5. Juli.

20.10 Uhr: Brinkhaus verlangt Aufklärung über Corona-Ausbruch bei Tönnies

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, hat eine lückenlose Aufklärung des Corona-Ausbruchs beim Fleischproduzenten Tönnies in seinem Wahlkreis verlangt. «Wir müssen daraus ohne Ansehen von Personen und ohne Ansehen von tatsächlichen oder scheinbaren wirtschaftlichen Interessen schnell politische Schlüsse ziehen und handeln», sagte der CDU-Politiker dem «Westfalen-Blatt». Brinkhaus fügte hinzu: «Die Situation in meinem Heimatkreis macht mich unglaublich traurig.» Mehr lesen...

20.00 Uhr: Unterkunft für Werkvertrags-Arbeiter unter Quarantäne gestellt

Der Landkreis Diepholz hat ein ehemaliges Kasernengelände in Wagenfeld, auf dem Werkvertragsarbeiter wohnen, vorsorglich unter Quarantäne gestellt. In den Gebäuden seien 200 Menschen untergebracht, die in dem von einem Coronavirus-Ausbruch betroffenen Schlachtbetrieb in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) arbeiteten, sagte eine Behördensprecherin. In dem Putenschlachthof von Wiesenhof wurden nach Unternehmensangaben bis Mittwoch 35 Arbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet.
Der Landkreis-Sprecherin zufolge stehen die Testergebnisse für die in Wagenfeld lebenden Arbeiter noch aus. Subunternehmer hätten mehrere Gebäude auf dem Gelände angemietet, das mehr als 40 Kilometer südlich von Wildeshausen liegt. Die vorsorgliche Quarantäne für das Kasernengelände wurde am Mittwochabend per Allgemeinverfügung angeordnet. Eine Sicherheitsfirma soll die Einhaltung kontrollieren.
«Um das Infektionsgeschehen richtig einordnen zu können, müssen zunächst die Ergebnisse der Testung abgewartet werden. Aufgrund der Testergebnisse des gestrigen Tages halte ich – in diesem besonderen Fall – eine vorsorgliche Quarantäne für erforderlich», sagte Landrat Cord Bockhop (CDU). Anschließend werde über weitere Schritte entschieden. Derzeit sind der Behörde zufolge im Landkreis Diepholz 22 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der Landkreis grenzt an den Kreis Minden-Lübbecke.

18.49 Uhr: Trotz Rassismus-Kritik: Trump bezeichnet Coronavirus als «Kung Flu»

Trotz Rassismus-Vorwürfen hält US-Präsident Donald Trump an seiner Bezeichnung «Kung Flu» für das Coronavirus fest - während die Neuinfektionen in den USA bei Experten die Alarmglocken schrillen lassen. Trump sagte am Dienstag (Ortszeit) bei einem Auftritt vor Anhängern in Phoenix (Arizona), er kenne «19 oder 20 Namen» für das Virus, das zunächst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. «Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab», sagte Trump.
Als aus dem Publikum in Phoenix «Kung Flu»-Rufe ertönten, sagte der Präsident: «Kung Flu, ja, Kung Flu.» Daraufhin bekam er tosenden Applaus. In den USA steigen die Zahlen der Neuinfektionen durch das Virus in zahlreichen US-Bundesstaaten an. Trump hat das Coronavirus entgegen der Einschätzung von Experten wiederholt mit einer Grippe verglichen - auf Englisch «Flu».
Trump hatte erstmals am Samstag bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) gesagt, er kenne für das «chinesische Virus» verschiedene Namen, darunter «Kung Flu». Er sah sich daraufhin Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, denen das Weiße Haus widersprach. Sprecherin Kayleigh McEnany sagte vor Trumps Auftritt in Arizona, Trump habe nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen wollen.
Der führende US-Immunologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, zeigte sich besorgt über die deutlich zunehmenden Fallzahlen von Coronavirus-Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten. Fauci sprach bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus von einem «beunruhigenden Anstieg von Infektionen» in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten. Die nächsten Wochen seien entscheidend dafür, diesem Anstieg entgegenzuwirken, sagte er. Aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore geht hervor, dass die Neuinfektionen in den USA am Dienstag mit rund 34.700 den höchsten Tageswert seit Ende April erreichten - und den dritthöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie.

18.42 Uhr: Bayern: Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten ab Donnerstag

Das von Bayern angekündigte Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten tritt an diesem Donnerstag (25. Juni) in Kraft. Das geht aus der nunmehr fertiggestellten Verordnung des Landesgesundheitsministeriums hervor. Demnach dürfen Beherbergungsbetriebe in Bayern keine Gäste aufnehmen, die aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eines anderen Bundeslandes «anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben», in dem oder in der die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohnern lag. Ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen.
Von dem Verbot ausgenommen sind zudem Gäste, «die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen» oder die «einen sonstigen triftigen Reisegrund» nachweisen können.

18.41 Uhr: WHO rechnet kommende Woche mit zehn Millionen Corona-Infektionen

In der kommenden Woche könnte nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit auf zehn Millionen steigen. «Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus und weitere Todesfälle zu verhindern», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Bislang seien 9,1 Millionen Corona-Fälle gemeldet worden. Rund 470.000 Menschen seien an oder mit Covid-19 gestorben.
Wichtiges Mittel für die Behandlung von schwer Erkrankten sei die Therapie mit hoch dosiertem medizinischem Sauerstoff. Die Vorräte seien aber knapp. Laut Schätzung der WHO würden aktuell 620.000 Kubikmeter medizinischen Sauerstoffs pro Tag benötigt. «Die Nachfrage übertrifft aktuell das Angebot», so Tedros. Nur wenige Firmen würden 80 Prozent des Weltmarktes dominieren. Die WHO hatte deshalb zuletzt Sauerstoff-Konzentratoren für besonders betroffene Staaten gekauft. Eine Infektion entzieht dem Körper Sauerstoff und kann zu Organversagen und Tod führen.

18.40 Uhr: Israels Regierung für erneute Handy-Überwachung im Anti-Corona-Kampf

Nach einem Anstieg der Infektionszahlen hat sich die israelische Regierung dafür ausgesprochen, die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten und deren Kontakten wieder einzuführen. Die israelische Regierung stimmte am Mittwoch nach Medienberichten einstimmig für einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Ein Sprecher des für die Überwachung zuständigen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet bestätigte dies.
Israels Höchstes Gericht hatte den Einsatz von Überwachungstechnologie im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Ende April vorerst verboten. Es drang auf eine entsprechende Gesetzgebung. Die Knesset muss das Gesetz nun noch billigen.
Schin Bet hatte zu Beginn der Krise Technologie eingesetzt, die sonst der Terrorbekämpfung dient. Die Maßnahme wurde mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, Leben zu retten. Kritiker machen datenschutzrechtliche Bedenken geltend. Sie führen zudem an, dass diese Überwachung ein falsches Sicherheitsgefühl wecke und kein Ersatz für effektives Testen ist.

18 Uhr: Übersicht über die Infektionen in OWL

(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 7 (+2)
Fälle insgesamt 370 (+2)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 52 (+3)
Fälle insgesamt 700 (+3)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 10 (+1)
Fälle insgesamt 755 (+1)
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1311 (+83)
Fälle insgesamt 2054 (+102)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 26 (+3)
Fälle insgesamt 437 (+3)
davon Todesfälle 5

Kreis Herford
Aktuell infiziert 29 (+6)
Fälle insgesamt 364 (+6)
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 5 (-1)
Fälle insgesamt 492
davon Todesfälle 12

17.50 Uhr: Erste Klage gegen Beschränkungen im Kreis Gütersloh am OVG

Gegen die Beschränkungen im Kreis Gütersloh ist am Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am Mittwoch eine Klage eingegangen. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock verlangt nach Angaben einer Gerichtssprecherin die rechtliche Überprüfung einer Landesverordnung: Die Corona-Regionalverordnung ist nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Kraft getreten und gilt bis zum 30. Juni.
Die Verordnung sieht Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Kontaktbeschränkungen für das gesamte Kreisgebiet vor. Schloß Holte-Stukenbrock liegt rund 35 Kilometer entfernt von Tönnies südöstlich von Bielefeld am Teutoburger Wald. Der Antragsteller will im Rahmen einer sogenannten Normenkontrollklage klären lassen, warum die Beschränkungen auch Orte betreffen, die von dem Corona-Ausbruch nicht betroffen sind.Das OVG wird in dieser Woche noch keine Entscheidung in dem Eilverfahren verkünden.

17.16 Uhr: Corona-Fall bei Firma Hettich

Das Corona-Virus hat nun auch einen der größten Arbeitgeber im Kreis Herford erreicht: Eine Mitarbeiterin am Kirchlengeraner Standort des Möbelzulieferers Hettich hat sich angesteckt. Mehrere Kontaktpersonen der Frau stehen unter Quarantäne und werden nun ebenfalls auf das Virus getestet. Allein am Stammsitz des Konzerns in Kirchlengern sind 2000 Mitarbeiter beschäftigt (weltweit: 6700).

17.07 Uhr: Keine rechtlichen Schritte nach Corona-Ausbruch nach Gottesdienst

Nachdem sich im Mai im Zusammenhang mit einem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt mehr als 200 Menschen mit dem Coronavirus infiziert hatten, verzichtet die Stadt auf rechtliche Schritte. «Die nachweislichen Verstöße gegen Empfehlungen des Landes Hessen im Gottesdienst der Baptistengemeinde waren nicht justiziabel», erklärte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Mittwoch. Verstöße gegen die Anordnung des Landes Hessen waren juristisch nicht eindeutig nachweisbar.»

Nach dem Gottesdienst in der Baptisten-Gemeinde am 10. Mai im Stadtteil Rödelheim hatten sich mehr als 200 Menschen mit dem Virus infiziert.
Ein Sprecher der Gemeinde hatte kurz nach dem Gottesdienst erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. Später räumte die Gemeinde in einem Schreiben Versäumnisse ein: «Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten.»
Laut einem Artikel in der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» waren bei dem Gottesdienst 180 Personen anwesend, obwohl nur Veranstaltungen mit maximal 100 Menschen zulässig gewesen seien. Der Gottesdienst habe in einem einzigen Bethaus, aber in zwei großen Räumen stattgefunden, hieß es in dem Artikel mit Verweis auf Angaben des Gesundheitsamts während der Ermittlungen.

16.55 Uhr: Zwei Kalletaler Kitas schließen

Schock für die Eltern und Kindergartenkinder in den Kalletaler Ortsteilen Hohenhausen und Lüdenhausen (Kreis Lippe): In der Kindertagesstätten „Zwergenhaus“ in Hohenhausen und der Kindertagesstätte „Pusteblume“ haben sich je eine Mitarbeiterin beziehungsweise ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Beide Einrichtungen sind daher von der Gemeinde Kalletal geschlossen worden. Die Eltern wurden beim Abholen über die neue Situation informiert und alle 88 Kinder unter häusliche Quarantäne gestellt.

16.44 Uhr: Schwedens Top-Epidemiologe bedauert Corona-Scheitern bei Senioren

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell bereut einen Teil seiner Strategie im Umgang mit dem Coronavirus. Der Schutz voreiner Ansteckung der Älteren in schwedischen Senioreneinrichtungen sei gescheitert und die Todesrate «schrecklich», sagte Tegnell im beliebten «Sommar»-Programm des schwedischen Radios am Mittwoch. «Wir dachten vermutlich, dass unsere alters-segregierte Gesellschaft uns erlauben würde, eine Situation zu vermeiden wie in Italien, wo verschiedene Generationen viel häufiger zusammenleben. Aber das erwies sich als falsch.»
An Schwedens lockerer Corona-Strategie, für die Tegnell federführend verantwortlich war, mehrt sich die Kritik. Denn die Infektions- und Todeszahlen pro Einwohner sind im Vergleich zum restlichen Skandinavien und auch zu Deutschland sehr hoch. Im Land mit seinen etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern wurden laut der staatlichen Gesundheitsbehörde bislang rund 62.300 Menschen positiv auf das Virus getestet. Mehr als 5200 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.
Zu Schwedens Sonderweg mit lediglich moderaten Einschränkungen für die Bevölkerung sagte der 64-Jährige, an sich habe das Gesundheitssystem die Pandemie bewältigen können. Aber vor allem die vielen Toten unter den Senioren hätten vermieden werden müssen. Der Epidemiologe hatte erstmals Anfang Juni Selbstkritik an der Strategie geübt und bedauert, dass das Land zu wenig Maßnahmen im Kampf gegen das Virus ergriffen habe.

16.21 Uhr: Reisegruppe aus Gütersloh in Kühlungsborn zurückgewiesen

Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises Rostock am Mittwoch mitteilte, war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits ein Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten keinen negativen Corona-Test vorweisen, wie es die Landesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern für Reisende aus Risikogebieten fordert.

15.50 Uhr: Bundesregierung: Länder für Corona-Krisenmanagement zuständig

Die Bundesregierung hat angesichts der massiven Ausbrüche des Coronavirus bei einer Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen unterstrichen, dass die Länder weiter für das Krisenmanagement in der Pandemie zuständig sind. Es sei bei den Ländern vor Ort zu entscheiden, ob die Auflagen verschärft werden müssten oder nicht, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. Die Zuständigkeiten blieben auch jetzt die gleichen.
Nachdem viele Länder bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen von einer gemeinsamen Linie abgewichen waren, verständigten sich Bund und Länder Anfang Mai darauf, dass die Länder weitgehende Verantwortung für die Lockerung übernehmen. Sie sollen im Gegenzug eventuell wieder nötige Verschärfungen garantieren.
Die Länder sollen seither sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird. Allerdings entscheiden die Länder selbst, wie die Auflagen konkret aussehen.
Demmer sagte nun, Bund und Länder stünden - trotz der klaren Zuständigkeiten - im ständigem und gutem Austausch. Die Ausbrüche zeigten im Übrigen auch, dass die Pandemie keineswegs vorbei sei. «Wir müssen wachsam bleiben» - und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Alle Anstrengungen müssten jetzt darauf gerichtet sein, dass dieser Infektionsausbruch nicht auf die Allgemeinbevölkerung überspringe. Ob es möglicherweise erneut zu einem Bund-Länder-Treffen komme, um wieder ein bundeseinheitliches Vorgehen zu vereinbaren, konnte Demmer nicht sagen.

15.45 Uhr: Landräte ärgern sich über Beschränkungen

Die Landräte der Kreise Warendorf und Gütersloh, Olaf Gericke und Sven-Georg Adenauer (beide CDU), kritisieren die Belastungen für Bürger aus den beiden Kreisen durch Verantwortliche in vielen anderen Regionen etwa durch Urlaubsbeschränkungen. Derweil liegen weitere Testergebnisse vor.

15.04 Uhr: Heil: Zweite Welle der Pandemie mit Zusammenarbeit vermeiden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Bundes- und Landesbehörden zur Zusammenarbeit aufgerufen, um die Ausbreitung des Coronavirus nach dem Ausbruch in einem Fleischbetrieb der Firma Tönnies zu verhindern. «Das ist etwas, was uns mit großer Sorge umtreibt», sagte Heil nach der Kabinettssitzung in Berlin. «Deshalb müssen wir auch ein Auge auf andere Standorte der Fleischindustrie haben.»
Er erwarte, dass die Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden der Länder und Kommunen auch mit dem Zoll als Bundesbehörde kooperieren. Das biete man an. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe in den vergangenen Tagen bereits Razzien in diesem Bereich durchführen lassen. «Das muss gemeinsam und konzertiert gelingen, damit wir tatsächlich eine zweite Welle der Pandemie, die sich lokal ausbreiten kann, vermeiden.»
Heil bekräftigte sein Vorhaben, in der Fleischindustrie «aufräumen» und bald Gesetzesvorschläge für eine Verschärfung der Regeln in der Branche vorlegen zu wollen. Geplant ist zum Beispiel ein Verbot von Werkverträgen ab dem kommenden Jahr für bestimmte Bereiche.

15.04 Uhr: Migranten von «Sea-Watch 3» positiv auf Coronavirus getestet

Wenige Tage nach ihrer Ankunft mit dem deutschen Rettungsschiff «Sea-Watch 3» in Sizilien sind 28 von rund 210 Migranten an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci am Mittwoch.
Die Migranten sind auf der italienische Quarantänefähre «Moby Zazà» untergebracht, das vor Porto Empedocle liegt. Die Infizierten würden auf der Fähre nun in einer «roten Zone» versorgt, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Die gesundheitliche Sicherheit des Landes sei jederzeit garantiert.
Das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Watch war am Wochenende mit etwa 210 Menschen in den Hafen in Sizilien eingelaufen. Seit der Corona-Krise müssen Geflüchtete von Rettungsschiffen in Italien auf anderen Schiffen zwei Wochen in Quarantäne.

15.03 Uhr: Polizei schickt mehr Beamte in die Kreise Gütersloh und Warendorf

Die Polizei in Bielefeld erhöht ab Donnerstag wegen der Corona-Pandemie den Personal-Einsatz in den besonders betroffenen Kreisen Warendorf und Gütersloh. Drei Hundertschaften sollen die Quarantäne-Anordnungen durchzusetzen. Zuvor sei das alleinige Aufgabe des Ordnungsamts gewesen. «Wir bringen ordentlich Personal vor Ort», sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch. Bislang waren Teile einer Hundertschaft im Einsatz.

14.49 Uhr: Bulgarien will heimgekehrte Tönnies-Mitarbeiter finden

Bulgarien will aus Deutschland zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus auf diesem Weg zu vermeiden. „Wir haben Daten zu einigen von ihnen und werden aktiv versuchen, sie zu finden“, sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit in Sofia, Angel Kuntschew, am Mittwoch. Dies sei allerdings „nicht der effektivste Mechanismus“, räumte er ein.

An der bulgarischen Grenze könnten die Behörden nicht erfahren, wer genau woher komme, falls die Einreisenden das nicht selbst angäben, sagte Kuntschew. Zudem müssten Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne. Auch darüber hinaus gebe es in Bulgarien keine Sanktionen für zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter. Ausgenommen seien nur Fälle, die bereits Symptome der Covid-19-Erkrankung hatten.

Eine dreiköpfige Familie, die nach dem Corona-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies nach Bulgarien zurückgekehrt war, wurde einem Bericht des bulgarischen Fernsehsenders bTV zufolge am Dienstag im Südwesten des Landes unter Quarantäne gestellt. Die Mitarbeiter des Fleischverarbeiters seien in Deutschland auf das Coronavirus getestet worden. Sie wüssten aber nicht, wie die Tests ausgefallen sind. Sie sollten in Bulgarien erneut getestet werden.

14.29 Uhr: Laschet fordert Lösungen für Urlauber aus dem Kreis Gütersloh

Der Landtag Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich heute mit dem Corona-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte die anderen Bundesländer aufgefordert, Menschen aus dem Kreis Gütersloh trotz des Corona-Ausbruchs Urlaub zu ermöglichen. Auch eine Aktuelle Stunde stand auf dem Programm, in der sich NRW-Gesundheitsminister Laumann äußerte. Mehr dazu lesen Sie hier.  

14.08 Uhr: Ärzte klagen gegen sinkende Vergütung für Corona-Tests

Im Streit um die weitere Umsetzung von Corona-Tests wollen die Ärzte gegen eine deutlich sinkende Vergütung für die Labore vorgehen. Gegen den Beschluss des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens sei beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage eingereicht worden, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch auf Anfrage. Sie vertritt auch Laborärzte. Angestrebt wird demnach auch eine aufschiebende Wirkung, also dass die Senkung nicht schon zum 1. Juli kommt.

Für Tests, die Praxisärzte veranlassen, sollen Labore ab 1. Juli noch 39,40 Euro statt der bisherigen 59 Euro bekommen. Die KBV hatte gegen den Beschluss, der gegen ihre Stimmen fiel, bereits protestiert. Sie beanstandet, die Festsetzung des neuen Preises sei ohne entsprechende Kalkulationsgrundlage erfolgt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen hatten dagegen von einem „sachgerechten Preis“ gesprochen, der die Entwicklung von vereinzelten Tests zu Massentestungen widerspiegele.

Die Preis-Festsetzung hat auch Auswirkungen auf die Vergütung von Corona-Tests, die Gesundheitsämter inzwischen auch bei Menschen ohne Krankheitsanzeichen deutlich öfter anordnen können.

13.39 Uhr: Corona-Massentests in Schlachthof in Niedersachsen gestartet

Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersächsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden.

Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber „unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt“, sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg. „Es muss jetzt sehr schnell gehen.“ Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

13.01 Uhr: Corona-Tests ohne Symptome in zwei Kreisen auch beim Hausarzt

Bürger in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, die keine Corona-Symptome haben, können sich ab sofort auch bei ihrem Hausarzt auf das Virus testen lassen. Das sieht eine Vereinbarung vor, die die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit Sitz in Dortmund auf den Weg gebracht hat, wie der Kreis Gütersloh am späten Dienstagabend mitteilte.

Bisher musste man auch ohne Symptome ein Diagnosezentrum ansteuern. Das erste hatte die KVWL am Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh am Mittwoch in Betrieb genommen. Dort könne man ohne Anmeldung Abstriche machen. Am Mittwoch waren die Kapaziäten allerdings zügig ausgelastet. Im Landkreis Gütersloh lebten Ende 2019 rund 365 000 Menschen.

„Die Menschen müssen sich keine Sorgen mehr machen, dass sie der Test etwas kostet“, teilte ein Sprecher des Kreises Warendorf am Mittwoch mit. Es sollen aber zuerst die Vorrang haben, die akuten Bedarf haben, beispielsweise wegen einer Reise. Zeitnah soll auch in diesem Kreis eine Teststelle eingerichtet werden.

12.31 Uhr: Osnabrück will niemanden schikanieren

Der Landkreis Osnabrück appelliert an die Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, bis 30. Juni auf nicht dringend notwendige Reisen über die Kreisgrenze zu verzichten. Das sei ein Gebot der Vernunft, der Rücksicht und der Einsicht, sagte Kreissprecher Burkhard Riepenhoff. "Damit wollen wir niemanden schikanieren oder diskriminieren." 

11.59 Uhr: Südtiroler Speck könnte knapp werden

Der Corona-Ausbruch bei Tönnies könnte sich auch auf die Herstellung des Südtiroler Specks auswirken. Speck und Wurst aus der norditalienischen Provinz könnten knapp werden, sagte Matthias Messner, Direktor des Speckkonsortiums. Bis Ende Mai stammten knapp sechs Prozent der Fleischmenge für Südtiroler Betriebe aus Rheda-Wiedenbrück. 

10.55 Uhr: Krisenstab-Leiter bricht zusammen

Der Leiter des Gütersloher Krisenstabs, Thomas Kuhlbusch, ist angesichts der Belastungen durch den Corona-Ausbruch bei Tönnies in der vergangenen Nacht zusammengebrochen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wünschte ihm gute Besserung. Der Vorfall zeige, wie groß die Last sei, die auf den Behörden im Kreis Gütersloh liege. Laschet betonte außerdem, dass es nicht sein könne, dass Menschen aus dem Kreis Gütersloh stigmatisiert würden. 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies das Krisenmanagement der Landesregierung verteidigt . Mit dem erneuten Lockdown mute man den Menschen viel zu, sagte er im Landtag. Angesichts der Kritik, die Landesregierung habe das Leben in den betroffenen Kreisen zu spät zurückgefahren, sagte Laschet: "Es ist eine Abwägung erforderlich." Ihn wundere es immer wieder, wie schnell manche bereit seien, Einschränkungen der Grundrechte vorzunehmen. 

10.43 Uhr: Niedersachsen erlässt Beherbergungsverbot

Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. "Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. 

10.41 Uhr: Kreis Gütersloh präsentiert erste Ergebnisse

Der Kreis Gütersloh informiert heute um 15 Uhr über erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung des Corona-Ausbruchs bei Tönnies, die der Bonner Hygiene-Experte Martin Exner vorgenommen hat. 

10.35 Uhr: Österreich verhängt Reisewarnung für Teile NRWs

Österreich hat für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5) verhängt. "Vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen wird gewarnt", heißt  es auf der Internetseite des österreichischen Außenenministerium. "Vor allem unser Nachbarland Deutschland mit der Region Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, wie schnell es zu einer weiteren dramatischen Situation kommen kann", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einer Kabinettssitzung der Regierung. Der konservative Politiker ergänzt, er hoffe, dass es zu keiner Ausbreitung auf ganz Deutschland komme. Für Österreich kündigte Kurz aufgrund der niedrigen Infektionszahlen weitere Lockerungsschritte unter anderem im Bereich der Gastronomie und bei Veranstaltungen an.

Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Ministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko (Stufe 4) mit der Maßgabe: "Von nicht notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten." Insgesamt gibt es sechs Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen partiellen Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

10.28 Uhr: Aufnahmestopp am Corona-Testzentrum in Gütersloh

Im Corona-Diagnosezentrum am Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh werden heute keine weiteren Menschen mehr getestet. Wegen des enormen Andrangs hat die Kassenärztliche Vereinigung einen Annahmestopp veranlasst. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe bittet darum, heute nicht mehr vorbeizukommen. Am Donnerstag öffnet das Zentrum wieder um 8 Uhr.

10.11 Uhr: Nordsee-Kommunen prüfen Aufenthaltsverbot für Touristen aus Gütersloh

Mehrere Kommunen an der niedersächsischen Nordseeküste prüfen zeitlich begrenzte Aufenthaltsverbote für Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Man müsse kurz vor Beginn der Sommerferien dringend eine Lösung finden, wie sich Infektionsketten senken ließen, wenn Menschen aus Gebieten mit lokalen Corona-Shutdowns weiterhin einreisen dürften, sagt der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosi. Im Laufe des Tages soll es Beratungen mit Rechtsexperten der Kommunen über eine für die Dauer der Beschränkungen in den Herkunftskreisen greifende touristische Aufenthaltssperre geben. Der Landrat kritisierte das Land NRW: Es sei unverständlich, örtlich die Beschränkungen zu verschärfen, aber Bewohner weiter reisen zu lassen. Niedersachsen will nach aktuellem Stand keine Menschen aus dem Nachbar-Bundesland zurückweisen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warnte davor, Urlauber zu benachteiligen. 

9.38 Uhr: Massenhafte Corona-Tests: Einheiten aus dem Hochstift in Gütersloh im Einsatz

Einsatzkräfte der DLRG-Ortsgruppen Warburg, Natzungen, Brakel und Büren waren am Montag in Gütersloh im Einsatz . Sie unterstützten mit mobilen Teams unter anderem die Probenentnahme bei Mitarbeitern der Firma Tönnies. Sie gehören in Gütersloh zu den so genannten mobile Teams. „Die kümmern sich um die Probenentnahme. Zudem halten sie fest, wer infiziert ist und wie es den Leuten vor Ort geht. Auch kümmern sich die Teams darum, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Michael Schnatmann,  Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Gütersloh.

8.01 Uhr: SC Verl darf nicht zuhause spielen

Das Relegationsspiel des SC Verl am kommenden Dienstag, 30. Juni, darf nicht im eigenen Stadion an der Poststraße ausgetragen werden. Grund dafür ist die neue Corona-Verordnung des Landes NRW. Der SC Verl spielt eigentlich am Dienstag um 16 Uhr gegen den 1. Lok Leipzig um den Aufstieg in die dritte Liga. Verl will sich um einen alternativen Spielort bemühen.

6.53 Uhr: Ahlers büßt Drittel des Umsatzes ein

Der Herforder Bekleidungshersteller Ahlers AG (Marken: Pierre Cardin, Baldessarini, Otto Kern, Pioneer) hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/20 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 33 Prozent seines Umsatzes verloren . Dabei hatte das Unternehmen zu Beginn des Lockdowns sogar einen höheren Rückgang befürchtet. Der kurzfristig aufgelegte Verkauf von Mund-Nasen-Masken und die Tatsache, dass in der zweiten Maihälfte mehr Sommerware ausgeliefert werden konnte als gedacht, hätten sich aber positiv auf das Geschäft ausgewirkt.

6.31 Uhr: Geschäftsklima-Index der ostwestfälischen Industrie eingebrochen

Das produzierende Gewerbe ist infolge der Corona-Krise auf ein historisches Tief abgesackt. Das ist ein Ergebnis einer Sonderumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen . Vor allem der sonst so starke Kreis Gütersloh ist angesichts des jüngsten Lockdowns ein Sorgenkind.

Dienstag, 23. Juni

21.10 Uhr: Übersicht über die Infektionen in OWL
(in Klammern Vergleich zum Vortag)

Kreis Höxter
Aktuell infiziert 5 (-4)
Fälle insgesamt 368 (+1)
davon Todesfälle 18

Kreis Paderborn
Aktuell infiziert 49 (+8)
Fälle insgesamt 697 (+8)
davon Todesfälle 34

Kreis Lippe
Aktuell infiziert 9 (-1)
Fälle insgesamt 754
davon Todesfälle 29

Kreis Gütersloh
Aktuell infiziert 1228 (+238)
Fälle insgesamt 1952 (+256)
davon Todesfälle 21

Stadt Bielefeld
Aktuell infiziert 23
Fälle insgesamt 434 (+3)
davon Todesfälle 5 

Kreis Herford
Aktuell infiziert 23 (-4)
Fälle insgesamt 358
davon Todesfälle 7

Kreis Minden-Lübbecke
Aktuell infiziert 6 (+3)
Fälle insgesamt 492 (+3)
davon Todesfälle 12 

OWL gesamt
Aktuell infiziert 1320 (+240)
Fälle insgesamt 5055 (+771)
davon Todesfälle 126 

21.00 Uhr: Osnabrück erlässt strenge Regeln für Menschen aus dem Kreis Gütersloh

Kein Kino- oder Schwimmbadbesuch, kein Bier an der Theke: Nach dem Ausbruch von Corona rund um die Fleischfabrik Tönnies  und den Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf haben Landkreis und Stadt Osnabrück strenge Regeln für die Bewohner der beiden Kreise erlassen. Die Einzelheiten...

20.33 Uhr: Bericht: Tönnies-Mitarbeiter nach Bulgarien zurückgekehrt

In Bulgarien sind drei aus Deutschland heimgekehrte Mitarbeiter des Fleischverarbeiters Tönnies unter Quarantäne gestellt worden. Das sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Dienstagabend dem Fernsehsender bTV. Es handelt sich um den mutmaßlich ersten Bericht in Bulgarien über Heimkehrer nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies.
Die drei Tönnies-Mitarbeiter seien in Deutschland auf das Coronavirus getestet worden, wüssten aber nicht, wie die Tests ausgefallen seien, hieß es. Die Bulgaren sollen nach den Worten des Bürgermeisters bereits am Mittwoch erneut auf das Virus getestet werden. «Uns geht es gut», sagte einer der Männer. «Wir sind zurückgekehrt, weil wir Angst hatten», erklärte er weiter.
Bulgarien hatte jüngst die Quarantänepflicht für Einreisende aus Deutschland aufgehoben. Der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew, zeigte sich besorgt, dass rückkehrende Tönnies-Mitarbeiter das Coronavirus in Bulgarien weiter verbreiten könnten. «Es ist möglich, dass durch diese Menschen auch ein zusätzlicher Import des Virus erfolgt», sagte Kuntschew dem Staatsfernsehen BNT.
Das Balkanland Bulgarien ist vergleichsweise leicht von der Coronavirus-Pandemie getroffen. Bei knapp sieben Millionen Einwohnern wurden bisher 3984 Infektionen nachgewiesen. Es starben 207 Patienten. In der vergangenen Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen schneller als zuvor - vor allem in der Hauptstadt Sofia und in einzelnen Gemeinden im Süden des Landes.

20.31 Uhr: Münster erweitert Maskenpflicht

Die Stadt Münster reagiert nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies und dem Lockdown in zwei nahegelegenen Landkreisen mit neuen Regeln zur Maskenpflicht. «Wer aus dem Großraum Gütersloh und Warendorf kommend Münster besucht, ist ab morgen (Mittwoch, 24. Juni) im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz im gesamten Stadtgebiet zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet», teilte die Stadt am Dienstagabend mit. Jedenfalls dann, wenn man den Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen nicht sicher und durchgehend gewährleisten könne. Betroffen von der per Allgemeinverfügung angeordneten Maskenpflicht seien Personen mit Wohnsitz im gesamten Kreis Gütersloh und im gesamten Kreis Warendorf.
Ebenso seien Personen im Stadtgebiet Münster zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beziehungsweise Einhalten des Mindestabstandes verpflichtet, die in Münster wohnen und sich regelmäßig im Raum Gütersloh und Warendorf als Berufspendler aufhalten, hieß es. Die Maßnahmen sollen bis 1. Juli gelten. «Die Corona-Pandemie breitet sich in unserer Nachbarschaft mit erschreckender Geschwindigkeit aus. Die jetzt beschlossene Maßnahme dient nur einem Zweck: die Ausbreitung des Virus zu begrenzen», erklärte der Leiter des Corona-Krisenstabes der Stadt Münster, Wolfgang Heuer.

19.49 Uhr: Landrat kritisiert «stigmatisierende Behandlung» von Urlaubern

Der Landrat des Kreises Gütersloh hat die neuen Corona-Vorgaben für den Fremdenverkehr in Bayern heftig kritisiert. «Das halte ich für eine ganz schlimme und stigmatisierende Behandlung der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Gütersloh, die ich so nicht toleriere. Ich weiß, dass es für die Leute, die nachweisen können, dass sie nicht positiv getestet sind, möglich sein soll, in Bayern einzureisen», sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Dienstagabend in Gütersloh unmittelbar vor einer Sitzung des Kreistages.
In Bayern dürfen Beherbergungsbetriebe künftig keine Menschen mehr aufnehmen, die aus einem Kreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Ausnahmen gebe es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen könnten, teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mit. Im Kreis Gütersloh war nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück die sogenannte 7-Tages-Inzidenz zu Neuinfektionen zu Wochenbeginn auf einen Wert von weit über 200 gestiegen.

19.13 Uhr: Corona-Ausbruch in Grenzdurchgangslager Friedland - 22 Infizierte

Im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen sind 21 Bewohner und eine Mitarbeiterin postiv auf Corona getestet worden. Das teilte eine Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Dienstag mit. Nachdem Sars-CoV-2 bei einer neu angekommenen Familie nachgewiesen worden war, wurden Tests bei allen 190 Bewohnern und den Mitarbeitern durchgeführt. Die Infizierten wurden der Sprecherin zufolge separiert untergebracht und sind in keinem kritischen Zustand. An diesem Donnerstag sollen alle negativ Getesteten ein zweites Mal untersucht werden. 

18.40 Uhr: Fauci besorgt über Zunahme von Corona-Fällen in US-Bundesstaaten

Der führende US-Immunologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, hat sich besorgt über deutlich steigende Fallzahlen von Coronavirus-Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten geäußert. Fauci sprach am Dienstag bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus von einem «beunruhigenden Anstieg von Infektionen» in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten. Die nächsten paar Wochen würden entscheidend dafür, diesem Anstieg entgegenzuwirken. Fauci sagte, es gebe aber auch Erfolge im Kampf gegen das Virus in den USA. So sei es etwa im Bundesstaat New York gelungen, die Fallzahlen zu senken.
Rund die Hälfte der 50 US-Bundesstaaten verzeichnen eine Zunahme von Fällen. Fauci sagte, die gewaltigen Anstrengungen bei der Suche nach einem Impfstoff machten Fortschritte. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass ein wirksamer Impfstoff Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen könne. Es gebe aber keine Garantie dafür.
Fauci sagte, die USA seien schwer von der Pandemie getroffen worden. Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle wurden seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Mehr als 120 000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

16.57 Uhr: Andrang am Diagnosezentrum in Gütersloh

Meterlange Schlangen. Kinder, junge Frauen und ältere Männer stehen in der prallen Sonne. Sie alle sind am Dienstag zum Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh gekommen, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. «Der Lockdown ist der Super-Gau», sagt Thorsten Reinert. Der 50-jährige steht mit seinem neunjährigen Sohn Ric in einer Schlange. «Wir fahren am Freitag an die Ostsee in den Urlaub und wollen da einen negativen Test in der Hand haben, falls wir sonst nicht hingelassen werden.» Er habe den Urlaub vor zwei Wochen gebucht, als die Kinder wieder in die Schule gehen durften. Da sei er noch davon ausgegangen, dass der Urlaub kein Problem werden würde. Weiterlesen...

16.43 Uhr: BfR: Infektionen mit Coronavirus über Fleischwaren unwahrscheinlich

Eine Infektion mit dem Coronavirus über Fleisch oder andere Lebensmittel ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Aktuell seien keine Infektionen mit Sars-CoV-2 durch kontaminierte Fleischwaren bekannt, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Theoretisch können Coronaviren laut BfR von einer infizierten Person auf Wurst und Fleisch übertragen werden, wenn Hygieneregeln missachtet werden, etwa durch Niesen, Husten oder unsaubere Hände. Auch eine Übertragung auf Dritte sei denkbar - allerdings müsste das Lebensmittel kurz nach der Kontamination berührt und das Virus beispielsweise über die Hände auf die Schleimhäute von Nase, Augen oder Mund gelangen. Der Übertragungsweg durch den Verzehr von Fleischwaren spielt nach Angaben des BfR «nach dem jetzigen Stand des Wissens keine Rolle».

16.41 Uhr: 44 Infizierte in Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund «einiger» Coronafälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag auf Anfrage mit. Die betroffenen Haushalte wurden demnach unter Quarantäne gestellt. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt.
Unter den Infizierten seien auch Kinder, hieß es. Schulen, Kitas sowie Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Schul- und Kitaaufsicht seien umgehend informiert worden. «An den betroffenen Schulen und Kitas werden nun ebenfalls Testungen angeboten», erklärte die Sprecherin weiter. Die Menschen in Quarantäne würden vom Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. 
Zu möglichen Hintergründen der Häufung von Fällen in dem Haus machte der Bezirk zunächst keine weiteren Angaben. Ob vielleicht ein Zusammenhang zu dem aktuellen Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln mit inzwischen knapp 100 bestätigten Fällen besteht, war zunächst nicht bekannt. Dort stehen rund 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne; Querverbindungen auch in andere Bezirke wurden vermutet.

16.40 Uhr: Gericht in Brasilien ordnet Maskenpflicht für Präsident Bolsonaro an

Die Verfügung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro, in öffentlichen Räumen, Verkehrmitteln und Geschäften im Hauptstadtbezirk Brasília eine Schutzmaske zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten vom Dienstag zufolge mit einer Strafe von 2000 Reais (340 Euro) am Tag geahndet. Die Maskenpflicht gilt demnach auch für Angestellte im öffentlichen Dienst.
Die Justiz folgt damit einer Zivilklage, die ein Anwalt aus der Hauptstadt eingereicht hat. Im Hauptstadtdistrikt ist nach einem Dekret des Gouverneurs Ibaneis Rocha das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie verpflichtend. «Das Verhalten des Präsidenten der Republik, Jair Messias Bolsonaro, zeigt die klare Absicht, die von der Regierung des Hauptstadtdistrikts auferlegten Regeln zu brechen», zitierte das Portal «G1» aus der Begründung des Gerichts .
Der rechtspopulistische Politiker verharmloste das Coronavirus und lehnte Schutzmaßnahmen ab. Bolsonaro zeigte sich bei diversen Gelegenheiten ohne Maske, löste Menschenansammlungen aus und machte Selfies mit Fans. Am Sonntag vergangener Woche war der damalige Bildungsminister Abraham Weintraub wegen der Teilnahme an einer Demonstration von Regierungsanhängern in Brasília ohne Maske zur Zahlung von 2000 Reais verdonnert worden.

16.21 Uhr: Infektionen in Wiesenhof-Schlachthof bei Oldenburg

Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs der PHW-Gruppe («Wiesenhof») im niedersächsischen Wildeshausen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Eine am Montag erfolgte Reihentestung sei bei 23 von 50 Mitarbeitern positiv verlaufen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der PHW-Gruppe zufolge sollen alle mehr als 1100 Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden. PHW hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland Putenspezialitäten.
Zusammen mit dem Unternehmen sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Ursachen aufzuarbeiten, sagte Landrat Carsten Harings (parteilos). Schon Anfang Juni waren mehr als 1100 Mitarbeiter getestet worden, dabei wurde ein Infektionsfall entdeckt. Von den aktuell 23 Infizierten waren dem Landkreis zufolge zuvor 22 negativ getestet worden. Ein neuer Mitarbeiter sei bei den Tests Anfang Juni noch nicht dabei gewesen. Zur Unterstützung bei der weiteren Kontaktermittlung forderte die Kreisverwaltung beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt zusätzliche Containment-Scouts an.

16.18 Uhr: Corona-Ausbruch bei Tönnies: Nun liegen 38 in Krankenhäusern

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück werden in der Region insgesamt 38 Menschen mit Bezug zu Tönnies in Krankenhäusern behandelt. Dies geht aus Angaben der drei Bezirksregierungen Detmold, Münster und Arnsberg hervor. Neun von ihnen liegen auf Intensivstationen, zwei davon müssen beatmet werden.
In Regierungsbezirk Detmold, zu dem der am stärksten betroffene Kreis Gütersloh gehört, waren am Montag 29 Corona-Patienten bekannt, die stationär behandelt werden mussten, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Acht Patienten wurden intensivmedizinisch behandelt, zwei davon mit Beatmung. Ein Kapazitätsengpass werde derzeit von den Krankenhäusern nicht erwartet, hieß es.
Im Landkreis Gütersloh leben die meisten infizierten Mitarbeiter. Der Kreisverwaltung liegen rund 1300 Wohnadressen von Beschäftigten vor, die am Dienstag weiterhin aufgesucht wurden. Auch in Bielefeld und im Kreis Paderborn wohnen Tönnies-Beschäftigte.
Der Bezirksregierung in Münster wurden bis Dienstagvormittag sieben Tönnies-Mitarbeiter bekannt, die coronabedingt ins Krankenhaus kamen, alle im Landkreis Warendorf.
Der Bezirksregierung Arnsberg wurden bis Dienstagmorgen zwei Personen mit Tönnies-Bezug bekannt, die im Krankenhaus behandelt werden. Beide liegen in Hamm. Einer von ihnen werde auf einer Intensivstation behandelt, sagte eine Sprecherin.

16.00 Uhr: Schulen und Kitas im Kreis Warendorf ab Donnerstag geschlossen

Die Schulen und Kitas im Kreis Warendorf sind wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies ab Donnerstag geschlossen. Das sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. Darüberhinaus sollten die gleichen Corona-Regeln gelten wie im benachbarten Kreis Gütersloh. Es gelte auch darum, sich an die Regel zu halten, wonach es bei mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen Einschränkungen des öffentlichen Lebens gebe, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das sei auch international von Bedeutung.

Wie Laumann sagte, sollen Bewohner und Beschäftigte in den Pflegeeinrichtungen in den kommenden Tagen durchgetestet werden. Gleiches gelte für Mitarbeiter der Krankenhäuser, Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und Kioskpersonal.

Getestet werden sollen auch die Beschäftigten von Unternehmen und Subunternehmen, die zentrale Gemeinschaftsunterkünfte betreiben oder in einem nennenswerten Umfang Werkvertragsarbeitnehmer beschäftigen. Alle Bürger der beiden Kreise sollen außerdem die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen. Die Bevölkerung werde durch Zeitungsannoncen und Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen. «Wir werden auch öffentliche Teststationen über Bundeswehr und Rotes Kreuz errichten», sagte Laumann.

15.22 Uhr: Relegation Verl gegen Leipzig offenbar nicht gefährdet

Die Fußball-Relegationsspiele um den Aufstieg in die 3. Liga zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem SC Verl sollen trotz der Kontaktbeschränkungen im Kreis Gütersloh wie geplant stattfinden. «Wir stehen im ständigen Kontakt mit der Stadt, dem Gegner und natürlich mit dem DFB. Nach aktuellem Stand ist die Austragung nicht in Gefahr», sagte Raimund Bertels, Präsident des SC Verl, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Für den Kreis Gütersloh hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag wieder strenge Corona-Einschränkungen verhängt.
Das erste Duell zwischen den Ostwestfalen und dem Vertreter aus der Regionalliga Nordost soll am Donnerstag (17.00 Uhr) in Leipzig stattfinden. Die zweite Partie ist für den 30. Juni (16.00 Uhr) in Verl geplant. «Wir werden regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Da bisher alle Tests negativ waren, dürfen wir den Kreis verlassen und nach Leipzig reisen», sagte der Vereinschef. Laut Bertels gibt es bisher auch keine Signale, dass das Rückspiel in Verl gefährdet ist.
Für den Fall der Fälle könnte der SC nach Paderborn ausweichen. Dort würde der Club auch seine Drittliga-Heimspiele austragen. Das möchte Bertels für das Rückspiel aber gern vermeiden: «Es wäre nicht vorteilhaft für uns. Aber als Option sollte man das im Auge behalten.»

15.18 Uhr: Tennis-Star Djokovic nun selbst positiv getestet

Erst kritisiert, nun infiziert: Auch der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit zahlt der Organisator der umstrittenen Adria-Tour nun persönlich den Preis für den leichtsinnigen Umgang mit der Pandemie und die Missachtung gängiger Hygieneregeln bei dem Show-Event mit jetzt vier erkrankten Profis. Wie der 33 Jahre alte Serbe am Dienstag mitteilte , zeigt er keine Symptome. Das Virus wurde auch bei seiner Frau Jelena festgestellt, jedoch nicht bei den Kindern des Paars.
Am Montagabend hatte nach dem Bulgaren Grigor Dimitrow und dem Kroaten Borna Coric auch sein Landsmann Viktor Troicki einen positiven Test öffentlich gemacht. «Jeder einzelne Fall tut mir extrem leid», schrieb Djokovic. Der Hamburger Alexander Zverev war nach eigenen Angaben negativ getestet worden. Er hatte an beiden Stationen in Belgrad und Zadar in Kroatien teilgenommen und sich in eine selbstverordnete Isolation begeben.

15.14 Uhr: Trump: Zunahme der Corona-Fälle nur den vielen Tests geschuldet

US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der jüngsten Zunahme bekannter Coronavirus-Infektionen in den USA heruntergespielt. Es gebe mehr Fälle, weil in den USA so viele Tests durchgeführt würden, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. «Mit weniger Tests hätten wir weniger Fälle», schrieb er.
Die meisten renommierten Experten weisen Trumps Erklärung, wonach die Zunahme der Infektionen vor allem durch eine Zunahme an Tests begründet sein soll, jedoch zurück. In mehreren Bundesstaaten, darunter etwa Texas, Florida und Kalifornien, stieg die Zahl bekannter Infektionen zuletzt rasch an. Derzeit werden in den USA rund 30.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet - fast so viel wie am Höhepunkt der Corona-Krise im April. Viele Experten machen die Lockerung der Corona-Beschränkungen für die Zunahme verantwortlich.
Trump hatte sich bereits am Samstag dafür ausgesprochen, weniger im Land zu testen, um weniger Corona-Fälle zu haben. Später bezeichnete er das aber als Scherz. Trump wirbt für eine rasche Wiedereröffnung der Wirtschaft und will - wohl auch mit Blick auf die Wahl im November - eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität. Seiner Darstellung nach ist das Coronavirus dabei, nach und nach aus den USA zu verschwinden.
Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle sind bekannt, mehr als 120.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

15.13 Uhr: Schalke-Fans machen mobil: Club-Führung um Tönnies unter Druck

Auf Schalke brodelt es. Aufgebracht durch die sportliche Talfahrt des Teams von Trainer David Wagner nehmen die Fans jetzt die Clubführung des Fußball-Bundesligisten um den Aufsichtratsvorsitzenden Clemens Tönnies ins Visier. Der 64 Jahre alte Fleisch-Fabrikant aus Rheda-Wiedenbrück, der wegen der massenhaften Corona-Infektionen in seinem Unternehmen die von Mittwoch an wirksamen Beschränkungen im Kreis Gütersloh zu verantworten hat, steht im Fokus der neuerlichen Attacken der Anhänger.
Bei den Fans ist eine explosive Mischung entstanden aus Ärger über die sportliche Dauerkrise und Wut auf die misslungene Corona-Politik der Clubführung, von der sie sich missachtet fühlen. In den Fan-Organisationen des Traditionsclubs laufen die Planungen für Proteste auf Hochtouren. Da die Anhänger seit dem Wiederbeginn der Bundesliga wegen des DFL-Hygienekonzepts nicht mehr in die Arena durften, um ihrem Ärger Luft zu machen, entlädt sich der Unmut vor allem im Netz.
Und nun auch im Herzen des Vereins. Am Eingang der altehrwürdigen Glückaufkampfbahn prangt ein Plakat mit der Aufschrift: «Keine Ausbeutung bei S04 - Tönnies Raus!» Und an einer Brücke ein Banner mit der Forderung: «Keine Rassisten auf Schalke!»
Mit einer Menschenkette - unter Wahrung der Hygienevorschriften - rund um das Vereinsgelände am Berger Feld und die Veltins-Arena wollen die Anhänger am Samstag (15.30 Uhr) während des letzten Saisonspiels der Mannschaft in Freiburg gegen Missstände und Fehlentwicklungen demonstrieren. «Schalke ist kein Schlachthof! Gegen die Zerlegung unseres Vereins», lautet das Motto der vom Supporters Club unterstützen Aktion.

14.09 Uhr: Forscher wollen Lockdown-Auswirkungen auf Tiere untersuchen

Im März standen wegen der Corona-Pandemie Teile der Menschenwelt für ein paar Wochen still - und auch die Bewegungsmuster etwa von Rehen, Störchen und Enten haben sich anscheinend geändert.

Darauf gebe es zumindest erste Hinweise, sagte der Direktor des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie, Martin Wikelski. Er will nun gemeinsam mit einem internationalen Konsortium von Forschern untersuchen, wie sich der Lockdown auf die Tierwelt ausgewirkt hat. Aufschlüsse darüber versprechen sich die Wissenschaftler von Daten von Mini-Sendern, mit denen Wildtiere weltweit ausgestattet sind.

14 Uhr: So geht das jetzt mit den Tests für die Bevölkerung im Kreis Gütersloh

In diesen Minuten soll das Diagnosezentrum am Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh, Wilhelm-Wolf-Straße 2-4, öffnen. Laut Kreis Gütersloh könne man sich dort testen lassen. Es würden "ausschließlich Abstriche bei Personen durchgeführt, die keine coronatypischen Symptome wie Atemwegsbeschwerden oder Fieber aufweisen. Öffnungszeiten sind heute, 23. Juni, ab 14 Uhr, danach regulär montags bis sonntags von 8 bis 20 Uhr".

13.32 Uhr: Bayern erlässt Beherbergungsverbot für Menschen aus Kreis Gütersloh

Angesichts des massiven Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) untersagt Bayern die Beherbergung von Menschen, die von dort und aus anderen schwer betroffenen Landkreisen in das südliche Bundesland einreisen. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner liegt. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in München mit. «Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten», sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

13.30 Uhr: Gebauer: Nach Sommerferien wieder Normalbetrieb in allen Schulen

Alle rund 5500 Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen nach den Sommerferien zum neuen Schuljahr wieder in einen Normalbetrieb nach Stundenplan zurückkehren. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag in Düsseldorf an. Sollte an einzelnen Schulen wegen des Corona-Infektionsschutzes phasenweise kein Präsenzunterricht möglich sein, finde Unterricht auf Distanz statt. Es solle aber so viel Präsenzunterricht wie möglich geben. „Schule in NRW darf nicht von vorneherein vor der Corona-Pandemie zurückschrecken“, sagte Gebauer. In NRW gibt es rund 2,5 Millionen Schüler.

Darüber hinaus kündigte Gebauer am Dienstag an, dass die Abiturprüfungen im kommenden Jahr um neun Unterrichtstage nach den Osterferien verschoben werden. Die Prüfungen beginnen demnach erst am Freitag, 23. April 2021.Trotz dieser Verschiebung fänden die Klausuren in Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik unverändert an den langfristig bundesweit festgelegten Terminen statt. Es werde auch weiter zentrale Abituraufgaben geben, aber mit erweiterter Auswahl von Prüfungsaufgaben.

Auch die Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 und des mittleren Schulabschlusses (Fachoberschulreife) werden um eineinhalb Wochen verschoben, um mehr Unterrichtszeit zu gewinnen.

12.05 Uhr: 29 Patienten mit Tönnies-Bezug im Krankenhaus

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden am Montag im Regierungsbezirk Detmold insgesamt 29 Menschen mit Bezug zu dem Unternehmen in Krankenhäusern behandelt. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Acht Patienten seien auf Intensivstation, zwei davon mit Beatmung. Ein Kapazitätsengpass werde derzeit von den Krankenhäusern nicht erwartet. Wie viele Tönnies-Beschäftigte im Kreis Warendorf mit einer Covid-19-Erkrankung derzeit im Krankenhaus liegen, wurde zunächst nicht bekannt.

11.44 Uhr: Usedom schickt 14 Urlauber aus Corona-Risiko-Gebiet zurück

Auf der Urlaubsinsel Usedom sind am Montag 14 Menschen aus Corona-Risiko-Gebieten aufgefordert worden, vorzeitig abzureisen. Sie müssen sich unverzüglich bei ihrem heimischen Gesundheitsamt melden, sagte Achim Froitzheim, Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Beim Zahlen der Kurtaxe sei das Problem auffällig geworden.

Am Montag wurde ein Ehepaar aus Gütersloh aufgefordert, die Insel vorzeitig zu verlassen. Ob die zurückgeschickten Urlauber alle aus Gütersloh kommen, sagte der Sprecher zunächst nicht. Laut Froitzheim sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Die 14 Fälle repräsentierten lediglich den Montag. „Dieses Thema betrifft die ganze Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommern. Natürlich schicken wir nur ungern Urlauber zurück, aber das ist unsere Aufgabe, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.“

11.17 Uhr: RKI-Präsident: Mehrere Gründe für Corona-Ausbrüche in Fleischindustrie

Warum es besonders in der Fleischindustrie vermehrt hohe Zahlen von Corona-Infizierten gibt, kann der Präsident des Robert Koch-Instituts derzeit noch nicht sagen. Lothar Wieler verwies bei einer Pressekonferenz des RKI am Dienstag in Berlin zum einen auf die Wohnsituation der Arbeiter in der Fleischindustrie, aber auch auf die niedrigen Temperaturen in den Schlachthöfen.
«Wir gehen davon aus, dass es "sowohl... als auch" ist», sagte Wieler. In engen Wohnungen habe es das Virus einfacher, dass sei einer der Grundregeln, sagte der RKI-Präsident. Niedrige Temperaturen, um das Fleisch zu kühlen, könnten bei der Übertragung des Corona-Virus ebenso eine Rolle spielen, wie Aerosole, bei der über die Luft Stoffe übertragen werden.

11.07 Uhr: NRW verhängt Corona-Lockdown für den Kreis Gütersloh

Wegen des Corona-Ausbruchs in einer Fleischfabrik der Tönnies-Gruppe verhängt das Land Nordrhein-Westfalen einem Lockdown für den Kreis Gütersloh. Erstmals seit den Corona-Lockerungen werde in Deutschland ein ganzer Kreis zurückgeführt „auf die Maßnahmen, die vor wenigen Wochen gegolten haben“, teilte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf mit. Die Maßnahme gelte zunächst bis Ende Juni.

9.49 Uhr: Schwellenwert für Neuinfektionen auch in Warendorf überschritten

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist auch im benachbarten Kreis Warendorf der festgelegte Schwellenwert für Neuinfektionen überschritten worden. Laut Robert-Koch-Institut wurden am Dienstag (Stand 0 Uhr) 68,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern für den Kreis Warendorf erfasst. 50 Fälle gelten als Grenze für zusätzliche Schutzmaßnahmen. Warendorfs Landrat Olaf Gericke (CDU) hatte die Neuinfektionen am Montagnachmittag auf die 1243 im Kreisgebiet wohnenden Tönnies-Mitarbeiter zurückgeführt. Sie stehen unter Quarantäne.

Ein Lockdown im Kreis sei aber nicht nötig, da die Infektionen nicht auf die übrige Bevölkerung übersprängen, hatte der Landrat gesagt. Der Landrat hatte an die Bürger appelliert, „weiterhin vorsichtig zu sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“. Zudem würden auch im Kreis Warendorf kostenfreie Corona-Tests ermöglicht für alle, die in besonders betroffenen Orten wohnten oder sich verständlicherweise Sorgen machten - etwa, weil sie Kontakt zu Tönnies-Mitarbeitern hatten. Solche Tests seien an zentralen Standorten möglich und die Kosten würden von Tönnies übernommen.

8.50 Uhr: Neues Diagnosezentrum in Gütersloh

Zur Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes können nun auch die niedergelassenen Ärzte im Kreis Gütersloh Corona-Tests an Bürgern durchführen, die keine Symptome haben. Darüber hinaus richtet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) von Dienstag, 23. Juni, an  ein Corona-Diagnosezentrum (CDZ) für diese Zielgruppe am Gütersloher Carl-Miele-Berufskolleg ein .

6.49 Uhr: Herforder Firmen machen keine Massentests

Im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch bei Tönnies und dessen Ausstrahlung in die Region stellt sich die Frage: Wie reagieren andere großen Arbeitgeber? In Herford gibt es zunächst keine großen Veränderungen. Brax lässt die Mitarbeiter diese Woche zu Hause, die im Umkreis von 25 Kilometern um das Tönnies-Werk wohnen. Die Sparkasse Herford hat bisher nur Mitarbeiter testen lassen, die Symptome hatten „oder die Kontakt mit einer Corona-infizierten Person hatten“, sagt Peter Platz, Sprecher der Sparkasse Herford.

6.02 Uhr: 503 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert-Koch-Institut 503 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Stand Dienstag, 0 Uhr).8895 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

5.32 Uhr: «Wirtschaftsweise» schrauben Konjunkturprognose nach unten

Der Konjunkturabsturz im Corona-Jahr 2020 wird heftig - darin sind sich Volkswirte einig. Auch die «Wirtschaftsweisen», die die Bundesregierung beraten, müssen ihre Prognose nach unten korrigieren. Heute veröffentlicht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seine überarbeiteten Schätzungen für die Jahre 2020 und 2021.

Montag, 22. Juni

19.46 Uhr: Sorgen in Bielefeld: Tönnies-Mitarbeiter haben „Koffer gepackt“

14 von 161 Beschäftigten des Fleischkonzerns Tönnies wurden an ihrer Adresse in Bielefeld nicht angetroffen. 348 Betroffene sind nach dem Geschehen im Schlachtbetrieb in Quarantäne. Auch ein Marienschüler hat sich infiziert. Seit Samstag versuchen Ordnungs- und Gesundheitsamt intensiv, sich einen Überblick über die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies auf die Stadt Bielefeld zu verschaffen.  Das ist bislang noch nicht abschließend gelungen, wie Krisenstabsleiter Udo Witthaus deutlich machte.

19.36 Uhr: Niedrigste Zahl an neuen Todesfällen in Großbritannien seit März

Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie in Großbritannien war am Montag so niedrig wie seit Mitte März nicht mehr. Das geht aus einer Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums hervor. Demnach wurden in den 24 Stunden bis Sonntagabend 15 Sterbefälle von mit dem Coronavirus infizierten Menschen verzeichnet. Auch die Zahl der Neuinfizierten lag seit Monaten erstmals unter 1000.
Für Dienstag wurde erwartet, dass Premierminister Boris Johnson weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England ankündigt. Medienberichten zufolge soll der Mindestabstand von zwei Metern reduziert werden. Johnson will sich demnach auch zur möglichen Öffnung von Restaurants und Pubs vom 4. Juli an äußern.
Großbritannien ist das am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Dort starben mehr als 42 600 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 53.000.

18.45 Uhr: Zahl der festgestellten Infektionen im Zusammenhang mit Tönnies auf mehr als 1500 gestiegen

Neue Hiobsbotschaft aus Gütersloh:  Die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen im Zusammenhang mit dem Tönnies-Fleischwerk ist auf mehr als 1500 gestiegen.  Das gab der Kreis Gütersloh in einer Pressekonferenz am Montagabend bekannt.

18.30 Uhr: Corona-Ausbruch: Landkreise unterschiedlich stark betroffen

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück   hat vor allem der Kreis Gütersloh mit dem Ausbruch zu kämpfen . Dort leben die meisten der 6500 Beschäftigten. Doch auch die umliegenden Landkreise und Städte sind betroffen.

18.07 Uhr: WHO: Corona-Pandemie ausgeweitet - Neuer Tagesrekord bei Infektionen

Die Verbreitung des Coronavirus schreitet fort. Binnen eines Tages sei mit 183.000 Infektionen ein neuer düsterer Rekord aufgestellt worden, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf. Die Zahl der Fälle weltweit liege nun bei 8,8 Millionen. 465.000 Menschen seien bisher an oder mit Covid-19 gestorben.
Die meisten Infektionen werden in Nord- und Südamerika verzeichnet. Die Situation in Afrika sei unterschiedlich, sagte WHO-Experte Michael Ryan. Einige Länder wie Südafrika hätten deutliche Zuwachsraten. Es gebe aber auch Anzeichen, dass die Sterblichkeit in Afrika geringer sei als anderswo.
Es sei weiterhin die zentrale Aufgabe, dass die Staaten eine Balance fänden zwischen dem Schutz der Bevölkerung und dem Hochfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens, mahnte Tedros. «Es ist nicht die Wahl zwischen Leben und Lebensunterhalt. Länder können beides erreichen», so der WHO-Chef. Er bezeichnete das Medikament Dexamethason erneut als große Hoffnung für die Schwerkranken. Jetzt komme es darauf an, dass es in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden könne.

17.38 Uhr: 16 Infizierte in Herforder Flüchtlingsheim - fast nur allein reisende Männer.

Die mit dem Coronavirus Infizierten in der Zentralen Unterbringungseinrichtung in der ehemaligen Harewood-Kaserne sind fast ausnahmslos allein reisende Männer.  15 der mittlerweile 16 Betroffenen gehören dieser Gruppe an.

16.23 Uhr: Gibt es eine Lockdown-Nostalgie?

Kurze Wege zur Arbeit, Ruhe selbst mitten in der Stadt und Rücksicht bei den Mitmenschen: Angesichts der Lockerungen und des wieder anschwellenden Alltagslebens sehnt sich mancher zurück in die Zeit der großen Corona-Beschränkungen.  Ein Tabu?

15.26 Uhr: Ein Stück Normalität zurückgewonnen

Es ist alles etwas anders in den Bielefelder Frei- und Hallenbädern, die jedoch auch in Zeiten des Corona-Sommers stark nachgefragt sind. „Es ist ein ungewöhnliches, aber ein tolles Jahr. Die Arbeit macht einen Riesenspaß“, meint Martina Brand vom Vorstand des Brackweder Naturbades, das seit zwei Wochen geöffnet hat.  „Die Leute, die jetzt kommen, gehen sorgsam miteinander um, schätzen den Freibadbesuch als ein Stück zurück gewonnene Normalität“, sagt Brand.

14.33 Uhr: Kita-Gruppe muss in Quarantäne

In der Kindertagesstätte St. Benediktus im Ortsteil Varensell ist Ende der vergangenen Woche eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun muss eine Gruppe in Quarantäne.  Das teilt die gemeinnützige GmbH Katholische Kindertageseinrichtungen Minden-Ravensberg-Lippe als Trägerin der Kita mit.

13.27 Uhr: Bund setzt auf Corona-Eindämmung vor Ort rund um Tönnies-Betrieb

Die Bundesregierung setzt auf umfassende Maßnahmen vor Ort, um die Ausbreitung von Corona-Infektionen rund um den Schlachtbetrieb von Marktführer Tönnies in Westfalen einzugrenzen. Es handele sich um einen «massiven Ausbruch», der sehr ernst zu nehmen sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Für die Region bestehe ein hohes Infektionsrisiko. Es sei nun alles zu tun, um diesen Ausbruch einzudämmen.
Laut Bundesgesundheitsministerium sind seit vergangenem Samstag auch drei Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor Ort. Im Landkreis helfen demnach zudem 15 RKI-Mitarbeiter beim Nachverfolgen von Kontakten, im Nachbarlandkreis Warendorf drei Mitarbeiter. Laut Verteidigungsministerium unterstützen momentan 39 Mitarbeiter der Bundeswehr die Corona-Reihentests, auch mit eigenen Testteams.
Über die konkreten Maßnahmen zur Eindämmung entscheide das Land Nordrhein-Westfalen, betonte die Bundesregierung. Sie verwies auch auf schon örtlich verhängte Schließungen von Schulen und Kitas und Anordnungen von Quarantäne in den umliegenden Kreisen.

12.56 Uhr: Lauterbach warnt vor Reisen von Menschen aus der Region Gütersloh

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. «Ich bin sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft inzwischen infiziert sind»,  sagte Lauterbach der «Rheinischen Post» .

12.21 Uhr: Industrie kritisiert Bundes-Einstieg bei Curevac

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat mangelnde Transparenz beim Bundes-Einstieg beim Biotech-Anbieter Curevac kritisiert, der einen Corona-Impfstoff entwickelt. Fälle dieser Art bedürften eines transparenten und geordneten Verfahrens, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Montag. Nur so lasse sich der Anschein willkürlicher Entscheidungen vermeiden.
Für Staatsbeteiligungen an privaten Firmen seien unter anderem genaue Finanzprüfungen und eine politische Verantwortlichkeit gegenüber dem Parlament nötig. Eine öffentliche Diskussion um die gerechte Verteilung von Impfstoffen sei gut. Das Argument des Gesundheitsschutzes dürfe aber «kein Freifahrtschein sein, um marktwirtschaftliche Mechanismen auszuhebeln», sagte Lang.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die staatliche Förderbank KfW für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent der Curevac-Anteile übernimmt. Ziel sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen. Die Firma mit Sitz in Tübingen forscht seit Januar an einem Corona-Impfstoff. Altmaier hatte die industriepolitische Bedeutung betont. Wichtige Forschungsergebnisse und Technologien würden in Deutschland und Europa gebraucht.

10.43 Uhr: Auch Kroatiens Tennisprofi Coric mit Coronavirus infiziert

Bei der vom Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic organisierten Adria Tour hat es einen zweiten positiven Corona-Fall gegeben. Nach dem Bulgaren Grigor Dimitrow  teilte am Montagmorgen auch der kroatische Profi Borna Coric in den sozialen Netzwerken mit, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.  Bei dem Show-Turnier mit Stationen in mehreren Städten hat auch der deutsche Tennisstar Alexander Zverev teilgenommen.
Der 23 Jahre alte Australian-Open-Halbfinalist Coric verpasste am Sonntag den Einzug in das Finale, das nach dem Bekanntwerden von Dimitrows Positivtest nicht mehr ausgetragen wurde. Das Turnier war schon zuvor in die Kritik geraten, weil die Vorsichtsmaßnahmen nicht allzu ernst genommen wurden. Bei den Spielen waren Zuschauer zugelassen, ein Sicherheitsabstand von einem Meter wurde aber nicht eingehalten, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Zudem hatte in der vergangenen Woche ein Video für Wirbel gesorgt, das Djokovic, Zverev und den Österreicher Dominic Thiem auf einer Party in einem Club zeigte.

10.29 Uhr: Zu Ferienbeginn volle Straßen erwartet

Zum Beginn der Sommerferien am nächsten Wochenende rechnet der ADAC in Nordrhein-Westfalen trotz der Corona-Pandemie mit vollen Autobahnen. Die höchste Staugefahr bestehe am Freitag ab dem Mittag und am Samstag zwischen 11 und 18 Uhr vor allem in Richtung Nord- und Ostseeküste und auf dem Weg in den Süden, teilte der ADAC Nordrhein am Montag mit. «Wer flexibel ist, sollte wieder auf einen anderen Reisetag ausweichen, zum Beispiel Montag oder Dienstag», empfahl ADAC-Reiseexperte Roman Suthold.
«Wir erwarten wegen der Corona-Krise weniger Auslandsreisen per Flugzeug und dafür mehr Urlaub mit dem Auto in Deutschland und den Nachbarländern», sagte Suthold. Andererseits verzichteten viele Urlauber wegen des eingeschränkten Angebots auch ganz auf eine längere Reise. Insgesamt erwartet der Mobilitätsclub weniger Verkehr als 2019. Dennoch rät der ADAC, sehr früh morgens oder spät abends loszufahren, da dann auch die Temperaturen angenehmer sind.

9.54 Uhr: Heil zu Corona-Ausbruch bei Tönnies: Haftungsmöglichkeiten prüfen

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies könnte das Unternehmen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zufolge möglicherweise haftbar gemacht werden. «Ich glaube, dass wir prüfen müssen, welche zivilrechtlichen Haftungsmöglichkeiten es gibt in diesem Bereich»,  sagte Heil am Montag im ARD-«Morgenmagazin» . Es entstünden erhebliche Kosten für die gesundheitliche Behandlung der Menschen, «aber auch für das, was da in der Region los ist». «Ich erwarte von diesem Unternehmen, dass alles getan wird, um den Schaden zu begrenzen, um tatsächlich auch einzustehen für das, was da angerichtet wurde», sagte Heil. Im Wesentlichen gehe es um den Begriff der Verantwortung.
Von einem Boykott riet Heil ab: «Ich bin nicht für Boykottaufrufe. Ich bin dafür, dass wir Regeln einhalten, weil wir reden nicht über dieses eine Unternehmen nur.» Er sei auch die Personalisierung ein bisschen leid, auch in anderen Fleischfabriken habe es Fälle gegeben. «Es ist insgesamt in dieser Branche etwas umzukrempeln und aufzuräumen.»

9.00 Uhr: «Dagens Nyheter»: Schwedens Arroganz schreckt das Virus nicht ab

Die liberale schwedische Tageszeitung «Dagens Nyheter» (Stockholm) kommentierte in ihrer Montagsausgabe Schwedens Sonderweg in der Corona-Krise so: «Schwedens Corona-Handhabe ist die ganze Zeit verwirrend gewesen. Warum mussten Auslandsreisende nach den Ferien wieder zur Schule und zur Arbeit gehen? Wie konnten wir uns sicher sein, dass sich die Infektionen nur durch Personen mit deutlichen Symptomen ausbreiten? Als Erklärung unserer international einzigartigen Strategie heißt es: Wir sind die besten, weil wir Schweden sind. Aber es gibt schlechte Nachrichten: Das Coronavirus lässt sich weder von Arroganz noch von Selbstzufriedenheit abschrecken. Es verbreitet sich trotzdem. Und dazu wird Schweden früher oder später Stellung beziehen müssen.»

8.05 Uhr: Randale wegen Quarantäne: Eine Festnahme in Göttingen

Nach den Ausschreitungen an einem unter Quarantäne stehenden Wohnkomplex in Göttingen hat es eine Festnahme gegeben. Ein Tatverdächtiger sei am frühen Sonntagabend auf dem Gelände wiedererkannt und festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Der Mann sei zur Dienststelle mitgenommen und nach Feststellung seiner Personalien entlassen worden. Weitere Details lagen zunächst nicht vor. Bei den Ausschreitungen wurden am Samstag acht Polizeibeamte verletzt, die Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben mit Flaschen, Steinen, Metallstangen, Haushaltsgegenständen und Pyrotechnik beworfen.
Bereits seit Donnerstag dürfen die rund 700 Bewohner die Gebäude nicht mehr verlassen. Zuvor waren rund 120 von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Stadt leben die Menschen unter prekären Verhältnissen, die Wohnungen sind nur 19 bis 39 Quadratmeter groß - teils sind hier Familien mit vier Kindern untergebracht.
Am Sonntag wurden die Testungen der Bewohner fortgesetzt, laut Stadt verlief dies ohne Zwischenfälle. Ergebnisse werden am Montagabend erwartet. In der Nacht war es nach Polizeiangaben ruhig.

7.12 Uhr: Kretschmann: Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen unrealistisch

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen in Baden-Württemberg nach den Sommerferien für unrealistisch. «Unser Kernproblem ist die hohe Zahl der Lehrkräfte und Erzieher, die sich zu den vulnerablen Gruppen zählen. In den Schulen sollen das bis zu 20 Prozent sein»,  sagte Kretschmann in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» . «So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen.»
In der vergangenen Woche hatten die Kultusminister der Länder beschlossen, dass die Schulen nach den Sommerferien wieder vollständig öffnen und in den Regelbetrieb zurückkehren sollen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte angekündigt, dass sie bis Anfang Juli erklären werde, wie es mit dem Unterricht im Südwesten im neuen Schuljahr weitergehen werde. Grundsätzlich solle es so viel Präsenzunterricht wie möglich geben.

6.17 Uhr: Heimkehr ins Krisenland: Corona treibt Venezolaner zurück nach Hause

Wegen Hunger und Unterdrückung haben Millionen Venezolaner ihrer Heimat den Rücken gekehrt. In den Nachbarländern arbeiteten sie als Bauarbeiter, Tagelöhner, Zimmermädchen. Jetzt sind sie die Ersten, die wegen Corona ihre Jobs verlieren.  Vielen bleibt nur der Weg zurück.

6.12 Uhr: Japan sorgt sich um Millionen alleinstehender Senioren

Im rasant alternden Japan wächst angesichts der andauernden Corona-Krise die Sorge über Millionen von alleinstehenden Senioren. Experten rufen zu verstärkter Hilfe für die Betreuung dieser alten Menschen auf. Schätzungen zufolge leben in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt inzwischen rund sieben Millionen Senioren allein. Doch wegen der Pandemie ist es für Betreuer oft nicht möglich, die Senioren zu Hause aufzusuchen und sich in direkten Gesprächen nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dies schüre die Sorge, dass mehr alte Menschen einen einsamen Tod sterben, so die Wirtschaftszeitung «Nihon Keizai Shimbun» am Montag.
«Kodokushi» (Einsamer Tod) ist in Japan seit längerem ein ernstes gesellschaftliches Problem. Kein anderes Industrieland altert angesichts niedriger Geburtenraten so schnell wie Japan. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre. Wegen der zunehmenden Abwanderung junger Menschen in Großstädte wie Tokio sterben ganze Landstriche in dem Inselreich aus. Zurück bleiben oft nur noch die Alten. Millionen von ihnen leben auf sich allein gestellt. Der Staat hat den kommunalen Selbstverwaltungsorganen, die auf diese Menschen aufpassen, kürzlich finanzielle Hilfen zugesagt.
In der Corona-Krise wird jetzt versucht, zumindest telefonisch Kontakt zu den Senioren zu halten und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch sollten nach Meinung von Experten verstärkt moderne Kommunikationsmittel wie Tablet-Computer und Video-Anrufe zur Betreuung genutzt werden, zumal mehr Alte mit solchen Geräten umgehen könnten. Zugleich ruft der Staat die Betroffenen auf, auch selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun, zum Beispiel unter Vermeidung großer Menschenansammlungen spazieren zu gehen und ausgewogen zu essen.

5.30 Uhr: Ärzte für Krisen-Puffer bei Kapazitäten der Kliniken

Ärztepräsident Klaus Reinhardt aus Bielefeld befürwortet angesichts der Corona-Pandemie einen ständigen Krisen-Puffer bei den Kliniken. «Krankenhäuser sind keine Unternehmen, in denen man wie in einem produzierenden Betrieb nur die Auslastung optimiert»,  sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur . «Wir müssen immer einen gewissen Überhang an Kapazitäten vorhalten und natürlich auch finanzieren, um auf Krisen angemessen reagieren zu können.» Es sei wie bei der Feuerwehr: «Sie kostet Geld, auch wenn sie nicht im Einsatz ist. Aber wenn es brennt, ist sie schnell da.»

4.34 Uhr: 537 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert-Koch-Institut 537 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.359 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 22.06., 0 Uhr).

8885 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von drei im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, stieg nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche, empfindlich, wie das RKI erläutert. Insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,03 (Vortag: 1,55). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

3.55 Uhr: Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh: Weitere Tests durch mobile Teams

Die meisten Tönnies-Beschäftigten im Kreis Gütersloh sind bereits getestet. Bei den Angehörigen werden noch Proben entnommen.  Am Montag sollen wieder viele mobile Teams ausschwärmen, um die unter Quarantäne stehenden Betroffenen aufzusuchen.

3.26 Uhr: Brasilien beklagt bereits über 50.000 Corona-Tote

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 50.000 gestiegen. Insgesamt seien bisher 50.617 Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Sonntagabend (Ortszeit) auf seiner Website mit. Über eine Million Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Experten allerdings wesentlich höher sein, da Brasilien nur relativ wenig testet.
Damit liegt das größte Land Lateinamerikas sowohl bei Infektionen als auch bei Toten an zweiter Stelle hinter den USA. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus zunächst als «leichte Grippe» und wehrt sich noch immer gegen Ausgangsbeschränkungen. Der Staatschef fürchtet die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Zwar haben eine Reihe von Bundesstaaten und Städten auf eigene Faust Schutzmaßnahmen ergriffen, allerdings werden die Einschränkungen an vielen Orten bereits wieder gelockert.

0.58 Uhr: Heil: Es muss sich etwas in der Fleisch-Branche ändern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies scharfe Kritik an dem Unternehmen und der Fleischindustrie geübt. Sein Vertrauen in die Frima Tönnies sei auch «gleich Null», sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend im «Bild»-Talk «Die richtigen Fragen», wo er auf eine entsprechende Aussage des örtlichen Krisenstableiters angesprochen wurde.
Corona sei «wie ein Brennglas», sagte Heil. «Das heißt, wir sehen Dinge, die vorher schon nicht in Ordnung waren, jetzt sehr sehr deutlich. Die Ausbeutung von Menschen aus Mittel- und Osteuropa, die da offensichtlich stattgefunden hat, wird jetzt in der Pandemie ein allgemeines Gesundheitsrisiko mit erheblichem Schaden.» Deshalb müsse sich «im Grund nach in dieser Branche was ändern».
Er kritisierte, durch Verhalten, «wo Menschen sich offensichtlich nicht an Regeln gehalten haben», sei eine ganze Region «in Geiselhaft genommen worden.
Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach sich in dem «Bild»-Gesprächsformat dafür aus, Druck auf Tönnies auszuüben: «So wie die Firma im Moment arbeitet ist das absolut unverantwortlich. Und jeder, der dieses Fleisch kauft, sollte sich überlegen, was er da tut.» Die Hauptverantwortugn liege aber bei der Bundesregierung, beim Gesetzgeber, denn es müssen sich Gesetze ganz grundlegend ändern. «Das ganze System ist krank.»

Sonntag, 21. Juni

23.23 Uhr: Laschet zu Tönnies: Kontaktbeschränkungen «wie im Lockdown» denkbar

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet betont, dass es weiterhin keine Entwarnung gebe. Im «Heute Journal» des ZDF unterstrich der CDU-Politiker am Sonntagabend erneut die Möglichkeit eines regionalen Lockdowns - hierunter versteht man das massive Herunterfahren des öffentlichen Lebens. «Wir haben die Schulen und Kitas geschlossen, das ist der erste Teil eines Lockdowns. Und wir werden weitere Schritte in diesen Tagen prüfen.» Er führte aus: «Ich könnte mir vorstellen, dass wir Kontaktbeschränkungen ebenfalls wieder erlassen, so wie sie im Lockdown gegolten haben.»

20.49 Uhr: Mehrere Schulen in Dortmund schließen

Wegen Infektionen mit dem Coronavirus müssen mehrere Schulen in Dortmund bis zu den Sommerferien schließen. Ein Kind an einer Grundschule in Dortmund-Eving wurde positiv getestet, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Kontaktnachverfolgungen hätten am Wochenende weitere Fälle ergeben. Betroffen sind neben der Grundschule drei Berufskollegs und eine Hauptschule.
Seit dem ersten nachgewiesenen Auftreten des Virus in Dortmund wurden 893 Fälle nachgewiesen, wie die Stadt mitteilte. 779 Betroffene gelten als genesen.

19.46 Uhr: Corona-Warn-App mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen

Mit Spannung wurde erwartet, wie die Bevölkerung auf das Download-Angebot der offiziellen Warn-App reagiert. Nun hat die Zahl der Installationen die 10-Millionen-Marke überschritten. Die Anwendung sei «ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. «Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen.» 

19.05 Uhr: Lufthansa-Rettung droht zu scheitern

Die Lufthansa richtet sich angesichts einer niedrigen Aktionärspräsenz auf der nahenden Hauptversammlung auf eine  mögliche Insolvenz  ein. Denn die Zustimmung zu den neun Milliarden Euro schweren Staatshilfen steht nach den Registrierungen der Anteilseigener mehr denn je auf der Kippe. «Seit heute Nacht wissen wir, dass unsere Aktionäre weniger als 38 Prozent des Kapitals für diese Hauptversammlung angemeldet haben», hieß es in einem Brief von Lufthansa-Chef Carsten Spohr an die Mitarbeiter. 

«Damit steht fest, dass bei der Abstimmung eine Zweidrittelmehrheit erreicht werden muss, die nach jüngsten Äußerungen von wichtigen Aktionären insbesondere zu den Konditionen der Kapitalerhöhung nicht sicher erscheint.»

18.12 Uhr: Aktuelle Fallzahlen aus OWL

Bielefeld 

Aktuell Infizierte: 22
Fälle insgesamt: 431
Todesfälle: 5

Kreis Paderborn

Aktuell Infizierte: 20
Fälle insgesamt: 684
Todesfälle: 34

Kreis Lippe

Aktuell Infizierte: 11
Fälle insgesamt: 755
Todesfälle: 29

Kreis Herford

Aktuell Infizierte: 18
Fälle insgesamt: 354
Todesfälle: 7

Kreis Gütersloh

Aktuell Infizierte: 829
Fälle insgesamt: 1542
Todesfälle: 20

Kreis Minden-Lübbecke

Aktuell Infizierte: 4
Fälle insgesamt: 491
Todesfälle: 12

Kreis Höxter

Aktuell Infizierte: 3
Fälle insgesamt: 366
Todesfälle: 18

17.28 Uhr: Tönnies zahlt Corona-Tests

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch will das Unternehmen Tönnies  Coronatests für die Bevölkerung im Kreis Gütersloh bezahlen.  Das kündigte Unternehmenschef Clemens Tönnies am Sonntag an. 

17.05 Uhr: Quarantäne für Tönnies-Mitarbeiter im Kreis Herford

Tönnies-Mitarbeiter, die im Kreis Herford wohnen, müssen sich in Quarantäne begeben. Das hat Landrat Jürgen Müller angeordnet. Die Maßnahme gelte bis zum 3. Juli und betreffe auch die Angehörigen der Beschäftigten.  Es handele sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme.  Denn ob überhaupt Tönnies-Mitarbeiter im Kreis Herford wohnen, sei derzeit noch unklar.

15.44 Uhr: 687 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Mit dem Ausbruch in der Fleischfabrik von Tönnies überschreitet der Kreis Gütersloh den vereinbarten Grenzwert für Corona-Neuinfektionen deutlich. Im Rest des Landes ist die Lage weitgehend ruhig.

Insgesamt haben die lokalen Behörden dem Robert-Koch-Institut  687 Neuinfektionen binnen eines Tages  gemeldet. Damit liegt die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen weiter deutlich über den Werten, die noch bis etwa Mitte Juni täglich gemeldet wurden.

15 Uhr: Laschet: Kein Lockdown im Kreis Gütersloh

Es gebe zwar „ein enormes Pandemie-Risiko“, sagte  NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag in Gütersloh.  Das Infektionsgeschehen sei aber klar bei der Firma Tönnies lokalisierbar und es gebe keinen „signifikanten Übersprung“ hinein in die Bevölkerung. Deshalb gelte weiterhin der Satz, „dass wir einen flächendeckenden Lockdown im Moment nicht ausschließen können, aber solang wir alles tun, dass es gelingt, dass es nicht überspringt auf die Bevölkerung, können wir andere bessere zielgerichtetere Maßnahmen ergreifen“.

Der Ministerpräsident appelliert, „mehr als sonst“ die Regeln einzuhalten und nimmt auch Unternehmer Clemens Tönnies in die Pflicht: „Wir müssen einen Zustand herstellen - gerade als Lehre aus der Pandemie -, dass zu jeder Zeit feststellbar ist: welcher Mitarbeiter arbeitet im Unternehmen und wo wohnt er“ so Laschet. 

14.36 Uhr: Testung auf dem Tönnies-Gelände abgeschlossen

Die  Reihentestungen  auf dem Gelände der Firma Tönnies sind am Samstag abgeschlossen worden. In der Datenbank sind jedoch noch nicht alle Befunde enthalten. 

Insgesamt wurden bei der Firma Tönnies 6.139 Tests durchgeführt, davon liegen bereits 5.899 Befunde vor. 4.568 (77,4 Prozent) der Testergebnisse fielen negativ aus, 1.331 (22,6 Prozent) Tests sind positiv. Es wurde deutlich, dass die positiven Befunde vor allem den Betriebsbereich der Zerlegung betreffen. Außerhalb dieses Bereichs war die Zahl der positiven Befunde deutlich niedriger.

Bis Samstag wurden somit 1.579 Menschen im gesamten Kreis Gütersloh positiv auf das Coronavirus getestet. 

13.04 Uhr: Bundesbankpräsident: Tiefpunkt der Krise überwunden

Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach Einschätzung von Bundesbankpräsident Jens Weidmann allmählich von den Folgen der Corona-Krise.

«Wir haben in den vergangenen Monaten den schärfsten Wirtschaftseinbruch in der Geschichte der Bundesrepublik erlebt», sagte Weidmann.  «Die gute Nachricht ist: Der Tiefpunkt dürfte mittlerweile hinter uns liegen, und es geht wieder aufwärts.» Allerdings folge auf den scharfen Einbruch der deutschen Wirtschaft nur eine «vergleichsweise allmähliche Erholung».

Viele Volkswirte, Institute und Verbände äußerten sich zuletzt zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft bereits im kommenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird - auch, weil der Staat milliardenschwere Rettungspakete geschnürt hat.

11.25 Uhr: Fünf Tönnies-Mitarbeiter auf der Intensivstation

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies werden im Kreis Gütersloh derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Es handele sich „fast ausschließlich“ um Mitarbeiter von Tönnies, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Gütersloh, Beate Behlert, am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt, darunter seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet.Am Samstagnachmittag hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt.

10.40 Uhr: Karliczek: Normaler Schulbetrieb nach Ferien nicht gesichert

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien  noch längst nicht für gesichert . «Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat», sagte die CDU-Politikerin der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen. «Wir müssen weiter mit Umsicht handeln.»

8.52 Uhr: Laschet besucht Krisenstab - Sondersitzung des Landeskabinetts

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit bislang mehr als 1000 Infizierten will sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Der Regierungschef fahre mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Morgen nach Gütersloh in Ostwestfalen, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit. Dort wollten die Politiker unter anderem den Krisenstab des Kreises treffen und mit eingesetzten Kräften vor Ort sprechen.Außerdem tritt am Sonntag  das Landeskabinett in Düsseldorf zu einer Sondersitzung zusammen . Laschet wird dem Vernehmen nach per Video zugeschaltet.

Samstag, 20. Juni

20.54 Uhr: Zahlen aus OWL

Bielefeld

Aktuell Infizierte: 24 (+7)
Fälle insgesamt: 431
Todesfälle: 5

Kreis Paderborn

Aktuell Infizierte: 19
Fälle insgesamt: 682
Todesfälle: 34

Kreis Gütersloh
Noch sind nicht alle positiven Tests bei den Reihentestungen in der Firma Tönnies in die aktuelle Coronavirus-Statistik eingeflossen. 

Aktuell Infizierte: 739
Fälle insgesamt: 1437 (+344)
Todesfälle: 20

Kreis Herford

Aktuell Infizierte: 23 (+8)
Fälle insgesamt: 354
Todesfälle: 7

Kreis Lippe 

Aktuell Infizierte: 11 (+1)
Fälle insgesamt: 755 
Todesfälle: 29

Kreis Minden-Lübbecke

Aktuell Infizierte: 2 
Fälle insgesamt: 489
Todesfälle: 12

19.37 Uhr: Billigfleisch am Pranger

Nach dem erneuten großen Corona-Ausbruch in der Schlachtbranche wächst der Druck, den massiven Preiskampf bei den Arbeitsbedingungen und bei Fleisch im Supermarkt zu unterbinden.

18.54 Uhr: 157 Tönnies-Mitarbeiter wohnen in Bielefeld

In welchem Umfang die Stadt Bielefeld vom Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück betroffen ist,  zeichnet sich immer deutlicher ab . Dem Gesundheitsamt liegt inzwischen eine Liste mit den Namen und Adressen von 157 Menschen vor , die direkt bei Tönnies beschäftigt sind oder für ein Subunternehmen im Tönnies-Werk arbeiten und in Bielefeld wohnen. 

Am Samstagnachmittag waren 18 Zweierteams des Ordnungsamtes, verstärkt durch Personal aus dem Gesundheitsamt, im Einsatz. Wie Stadtsprecher Daniel Steinmeier sagt, suchen sie die 157 Personen noch am Samstag auf, um sie auf die weiteren Maßnahmen und Verhaltensweisen hinzuweisen.

18.49 Uhr: Quarantäne in Göttingen: Bewohner verletzen Polizisten

Bewohner des in Göttingen unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes haben Polizisten mit Gegenständen beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Der Gebäudekomplex mit seinen knapp 700 Bewohnern steht seit Donnerstag vollständig unter Quarantäne. Das heißt, dass seitdem kein Bewohner das Gebäude verlassen durfte, wie ein Stadtsprecher der dpa bestätigte. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden.

18.09 Uhr: Clemens Tönnies bittet um Entschuldigung

Unternehmer Clemens Tönnies hat die Vorwürfe des Kreises Gütersloh zurückgewiesen, bei der Beschaffung der Wohnadressen von Mitarbeitern unkooperativ gewesen zu sein.  Gleichzeitig bat er bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz um Entschuldigung.

Rücktritts-Spekulationen nach dem massiven Corona-Ausbruch wies Tönnies zurück. „Ich werde dieses Unternehmen aus dieser Krise führen. Und dann sehen wir weiter. Ich mach’ mich nicht aus dem Staub.“

17.10 Uhr: Verl riegelt Wohngebiet ab

Die Stadt Verl reagiert auf die Entwicklung bei der Infektionswelle in der Tönnies-Belegschaft:  ein ganzes Wohngebiet wird unter Quarantäne gestellt  und mit einem blickdichten Bauzaun weiträumig abgesperrt. Betroffen ist in Verl-Sürenheide ein Areal mit mehreren großen Wohnblöcken. Allein in drei größeren Blöcken leben nach Auskunft der Stadtverwaltung 363 Menschen - darunter 250 Tönnies-Mitarbeiter. Die Stadt kündigte an, sich um die Versorgung der Menschen zu kümmern. Verlassen werden darf das Gebiet nur mit einer Ausnahmegenehmigung.

15.44 Uhr: 1029 Tönnies-Mitarbeiter positiv getestet

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden.  Der Kreis hat sich in der Nacht zu Samstag Zugang zu den Personaldaten verschafft. Das Vertrauen in die Firma sei “gleich Null”, erklärte Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch am Samstag. 

Seit Freitag stehen alle 7000 Mitarbeiter des Unternehmens unter Quarantäne. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze. 

Die Bundeswehr hat währenddessen ihren Einsatz am Werk des Schlachtereibetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbück ausgebaut. „Wir haben noch 40 weitere Soldaten hinzu geholt“, sagte Bundeswehrsprecher Uwe Kort in einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag. 

Als Herd der Infektion scheint sich der Bereich der Zerlegung in dem Unternehmen herauszustellen. 

15.04 Uhr: Bali-Therme bleibt noch geschlossen

Für eine Wiedereröffnung der Bali-Therme im Zuge der Lockerungen in der Corona-Pandemie gibt es bislang keinen Termin. Das geht aus einer  Pressemitteilung  hervor, die das Unternehmen am Freitag herausgegeben hat.

14.11 Uhr: IG Metall sieht «Hunderttausende Stellen in Gefahr»

Die IG Metall sieht wegen den Folgen der Corona-Pandemie «Hunderttausende Stellen» bedroht und fordert ein sofortiges Gegensteuern der Politik. Allein aufgrund von Insolvenzen seien  «150.000 Arbeitsplätze akut bedroht, wenn nicht schnell sichtbar konjunkturelle Impulse gesetzt werden» , sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. 

Hofmann kritisierte, dass nur rund ein Viertel des 130 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung auf die kurzfristige Belebung der Konjunktur ziele. Offen sei zudem, welchen Nutzen die Senkung der Mehrwertsteuer habe.

12.52 Uhr: Zahl der Beschwerden über Bahn und Airlines stark gestiegen

Beschwerden von Verbrauchern über Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn haben in der Corona-Zeit deutlich zugenommen. Derzeit erhält die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (SÖP) jede Woche zwei bis dreimal so viele Schlichtungsanträge wie in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre. In den ersten beiden Juni-Wochen hat sich die Zahl der Anträge demnach mehr als verdoppelt: Von 810 auf knapp 1900. Die meisten Beschwerden betreffen Fluggesellschaften.

11.08 Uhr: 601 registrierte Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bereits am Vortag hatte die Zahl mit 770 Fällen merklich höher gelegen als an den Vortagen.

9.10 Uhr: Fleischfabriken: Aldi hinterfragt Schutzmaßnahmen

Nach einem Corona-Ausbruch bei Tönnies steht der größte deutsche Schlachtbetrieb für Schweine still. Die Politik nimmt Arbeitsbedingungen und Dumpingpreise ins Visier. Auch der Discounter Aldi will wissen, ob alle Schutzmaßnahmen eingehalten wurden.

8.10 Uhr: Nachbarkreise verhängen Quarantäne

Der Corona-Ausbruch bei Tönnies hat zunehmend Auswirkungen über den Firmensitz hinaus. Immer mehr Nachbarkreise ergreifen Maßnahmen, um eine Ausbreitung auf ihrem Gebiet zu verhindern. Der Paderborner Landrat Manfred Müller (CDU)   verhängte vorsorglich für alle 54 Beschäftigten der Firma Tönnies, die ihren Wohnsitz im Kreis Paderborn haben, eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Diese gelte unabhängig davon, ob die Menschen Symptome zeigten oder nicht. Den im Haushalt lebenden Angehörigen wurde dringend empfohlen, ebenfalls zu Hause zu bleiben.

Freitag, 19. Juni

19.01 Uhr: Antrag auf Abi-Abschluss mit Eltern im Autokino in Rahden gestellt

Wie feiert man in Corona-Zeiten sein Abitur? Ball oder Feten sind ja wegen der Abstands- und Hygieneregeln ausgeschlossen. „Eine offizielle Abschlussfeier wird es an unserer Schule in diesem Jahr nicht geben“, sagt Matthias Haverkamp, Schulleiter des Gymnasiums Rahden. „Das haben wir mit den Abiturienten bereits seit einiger Zeit besprochen. Die Schülerinnen und Schüler werden am Mittwoch kommender Woche  in internen Prozeduren ihre Zeugnisse erhalten.

18.29: 146 neue Corona-Infektionen in OWL

(In Klammern Veränderungen  zum Vortag, Quelle: Gesundheitsämter, Gesundheitsministerium NRW)

Kreis Höxter:

Aktuell Infizierte: 8 (-1)

Fälle insgesamt: 366

Todesfälle: 18 (+1)

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 0,7

Kreis Paderborn:

Aktuell Infizierte: 34 (+5)

Fälle insgesamt: 682 (+5)

Todesfälle: 34

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 2,0 (+0,4)

Kreis Lippe:

Aktuell Infizierte: 10 (+2)

Fälle insgesamt: 754 (+2)

Todesfälle: 29

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 2,3 (+0,6)

Kreis Gütersloh*:

Aktuell Infizierte: 398 (+133)

Fälle insgesamt: 1093 (+134)

Todesfälle: 20

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 94,2 (+65,6)

*Die Zahlen aus dem Kreis Gütersloh beinhalten noch nicht alle aktuellen Fälle im Tönnies-Konzern.

Stadt Bielefeld:

Aktuell Infizierte: 17 (+3)

Fälle insgesamt: 424 (+4)

Todesfälle: 5

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 3,0 (+1,2)

Kreis Herford:

Aktuell Infizierte: 15 (+1)

Fälle insgesamt: 346 (+1)

Todesfälle: 7

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 3,2 (+0,4)

Kreis Minden-Lübbecke:

Aktuell Infizierte: 3

Fälle insgesamt: 489

Todesfälle: 12

Neue Fälle in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner: 0,0

OWL gesamt:

Aktuell Infizierte: 485 (+143)

Fälle insgesamt: 4154 (+146)

Todesfälle: 125 (+1)

NRW:

Aktuell Infizierte: 1968 (+271)

Fälle insgesamt: 40.153 (+376)

Todesfälle: 1660 (+2)

17.45 Uhr: Ältere Kinder haben häufiger Antikörper gegen Sars-CoV-2

Nur etwa 1,5 Prozent der in einer Hamburger Studie getesteten Kinder und Jugendlichen haben Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Dies zeige, dass man von einer Herdenimmunität weit entfernt sei, wie die Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse sagten. Sie hatten bei insgesamt 2436 Kindern und Jugendlichen nach Antikörpern gegen das Sars-CoV-2 Virus im Blut gesucht.  Nur bei 36 von ihnen fanden sie welche.

16.30 Uhr: Corona-Warn-App fast zehn Millionen Mal installiert

Die Corona-Warn-App des Bundes wird von immer mehr Menschen in Deutschland verwendet. Am Freitagvormittag lag die Zahl der Installationen bei 9,6 Millionen, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) auf Twitter mit. Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) rief die Bevölkerung auf, die  Nutzung weiter auszudehnen.  «Bitte weitermachen!», schreib sie auf Twitter.Unterdessen reißt die Diskussion um Einschränkungen der Corona-Warn-App nicht ab. So kritisierten die Grünen erneut, dass die Mindestvoraussetzungen zu hoch seien, so dass die App nur auf neueren Smartphones laufe.

14.17 Uhr: Fünf neue Infektionen im Kreis Paderborn

Im Kreis Padebrorn haben sich fünf weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Zwei der fünf neuen fälle sind dem Ausbruchsgeschehen bei der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh zuzuordnen, mit den gestrigen drei gemeldeten Fällen somit insgesamt fünf.  Mehr dazu lesen Sie hier.

12.10 Uhr: EU-Gipfel berät Corona-Aufbauprogramm

Der EU-Gipfel um den milliardenschweren Aufbauplan zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise hat begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs wollten erstmals  über den Plan der EU-Kommission für ein 750-Milliarden-Programm beraten . Bei etlichen Fragen lagen die 27 Staaten zuletzt jedoch noch weit auseinander. EU-Ratschef Charles Michel appellierte deshalb an die Staats- und Regierungschefs, sich zu einigen. «Wir haben eine gemeinsame Verantwortung zu liefern», schrieb der Belgier auf Twitter.

Grundlage der Gespräche am Freitag war ein Vorschlag der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für einen schuldenfinanziertes Konjunktur- und Investitionsplan im Umfang von 750 Milliarden Euro. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse an die EU-Staaten fließen, der Rest als Kredite. Der Vorschlag sieht vor, dass die Schulden über mehrere Jahrzehnte hinweg über den gemeinsamen EU-Haushalt abbezahlt werden.

9.30 Uhr: Corona-Krise lässt Steuereinnahmen einbrechen

Die Steuereinnahmen des Staates (ohne Gemeindesteuern)  sind coronabedingt im Mai um 19,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat eingebrochen . «Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise getroffenen steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen im Mai 2020 signifikant», schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem neuen Monatsbericht. Beim Bund lag das Minus mit 34,8 Prozent sogar noch deutlich höher. Die Länder verbuchten einen Rückgang um 14,7 Prozent.

8.34 Uhr: Ausbruch-Ursache auf den Grund gehen

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Tönnies-Fleischfabrik mit inzwischen 730 registrierten Neuinfektionen will NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)  die Branche wissenschaftlich untersuchen lassen . „Wir müssen untersuchen, wie die Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie entstehen“, erklärte Laumann am Freitag. „Mein Ministerium wird eine wissenschaftliche Expertise auf den Weg bringen, die den Ursachen des Ausbruchs in Gütersloh epidemiologisch auf den Grund geht.“ Auf der Basis der Ergebnisse müssten dann „gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergriffen werden“, kündigte Laumann an.

7.20 Uhr: Weitere Volksfeste in OWL abgesagt

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben den Organisatoren von Volksfesten in der Region die Entscheidung abgenommen: Großveranstaltungen bleiben bis mindestens Ende Oktober verboten. Und damit steht fest:  Der Hövelmarkt 2020 kann nicht stattfinden . Auch Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch geht davon aus,  dass der beliebte Zwiebelmarkt in diesem Herbst ausfällt .

In Höxter  beraten Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft zurzeit , wie sie mit der neuen Rechtslage umgehen. Betroffen davon sind unter anderem der Huxori-Markt, der Märchensonntag und die Oktoberfeste in den Dörfern.

6.38 Uhr: Kein Versorgungsengpass durch Schlachtstopp zu befürchten

Die vorübergehende Schließung des größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück  wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern nicht zu Versorgungsengpässen führen .«Fleisch wird in Deutschland nicht knapp, auch nicht Schweinefleisch», sagt Tim Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn.

Ob der nach einem großen Corona-Ausbruch verfügte Stillstand der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück zu höheren Preisen für Verbraucher führen werde, sei erst in einigen Wochen abzusehen, sagt Koch der Deutschen Presse-Agentur. Der Handel habe in der Regel mit den Schlachtunternehmen längerfristige Verträge zu Mengen und Preisen abgeschlossen.

6.15 Uhr: Ferienhäuser an Nord- und Ostsee zu 90 Prozent ausgelastet

Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind bei Urlaubern nach Branchenangaben in der Corona-Krise gefragt. In den Ferienorten an Nord- und Ostsee seien die Unterkünfte für die Sommerferien zu 90 Prozent ausgelastet, teilte der Deutsche Ferienhaus-Verband der Deutschen Presse-Agentur mit.Hoch im Kurs stünden auch beliebte Regionen in Süddeutschland wie das Allgäu und die Bodenseeregion. Dort gebe es kaum Abweichungen zum Buchungsgeschehen des Vorjahres. Wer noch etwas buchen möchte, müsse flexibel sein, empfahl der Verband.

„Die Deutschen setzen in diesem Jahr sehr stark auf naturnahem Urlaub, der den nötigen Abstand zulässt“, erklärte Michelle Schwefel, die Geschäftsstellenleiterin des Verbands. Besonders stark seien Nord- und Ostseeküste gefragt, vor allem die Inseln wie Rügen. Auch an die Mecklenburgische Seenplatte ziehe es die Urlauber. „Freie Unterkünfte gibt es noch in den Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder dem Hochsauerland und in den Großstädten wie Berlin und München.“

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Güterslohs Landrat: „Ich glaube, Tönnies ist zu groß”
Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) aus Gütersloh führt seit zwei Monaten eine Kreisverwaltung im Ausnahmezustand. Foto: Althoff
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