Debatte um „geschlechtergerechte Sprache“ nach Talkshow
Anne Will „gendert“ gerne

Berlin (WB/as). Die Debatte über Sinn und Unsinn sogenannter „geschlechtergerechter Sprache“ wird wieder heftiger geführt. Anlass der Diskussion: ARD-Moderatorin Anne Will hatte in ihrer Talkshow am 24. Mai Reiner Holznagel als „Präsident des Bundes der Steuerzahler (Pause) Innen” vorgestellt, den Begriff wiederholt und sich einen Spaß daraus gemacht.

Donnerstag, 04.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 05:03 Uhr
ARD-Moderatorin Anne Will. Foto: Christoph Soeder/dpa

„Da staunen Sie”, sagte Will zu ihrem Gast. Doch der reagierte gelassen, denn Steuern müssten ja alle zahlen.

„Gendern“ ist bei Anne Will Standard. Vor zwei Jahren hatte sie von „Mitgliedern und Mitgliederinnen” gesprochen. „Mitglied“ ist allerdings weder männlich noch weiblich, sondern neutral und kann selbst nach Gender-Sprachregeln nicht verändert werden.

Kritiker der „geschlechtergerechten Sprache“ bringen vor, dass man zwischen grammatischem Geschlecht (Genus) und biologischem Geschlecht (Sexus) unterscheiden könne. Schließlich sei „der Mensch” maskulin, meine aber alle Menschen. Das generische Maskulinum sei geschlechtsneutral.

Die Mehrheit der Deutschen lehnt es ab, die deutsche Sprache zwanghaft zu verweiblichen. Das ergab eine Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag der „Welt am Sonntag“. Demnach halten 56 Prozent nichts vom „Gendern“ von Begriffen durch ein großes Binnen-I, ein Gendersternchen oder einen Unterstrich in journalistischen und literarischen Texten sowie in politischen Reden.

Selbst die Frauen wenden sich mehrheitlich gegen eine „geschlechtergerechte“ Sprache (52 Prozent).

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Lesen Sie dazu den Kommentar von Friederike Niemeyer.

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