Geringste Arztdichte im Kreis Gütersloh, wenigste Hausärzte im Kreis Herford
Ärztemangel auf dem Land: OWL geht am Stock

Bielefeld/Berlin/Düsseldorf (WB/dpa). Wer in Nordrhein-Westfalen einen Arzt aufsuchen will, ist oft lange unterwegs. Besonders eklatant ist der Mangel in den ländlichen Regionen Ostwestfalen-Lippes. Das zeigen die neuen Zahlen des Bundesarztregisters.

Sonntag, 05.05.2019, 05:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Demnach weist der Kreis Gütersloh mit 125,3 Ärzten und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung pro 100.000 Einwohner die niedrigste Dichte auf. Knapp dahinter liegen im Ranking auf Platz drei mit dem Kreis Lippe (132) und auf Rang vier mit dem Kreis Höxter (134) zwei weitere heimische Regionen. Im Vergleich dazu sind die Großstädte in NRW gut aufgestellt: Bielefeld taucht mit 240,5 Ärzten mit Kassenzulassung pro 100.000 Einwohner in den Top Fünf auf. Die frühere Hauptstadt Bonn (325,6) ist in NRW am besten aufgestellt und liegt damit im bundesweiten Vergleich auf Platz fünf.

Arztnetz insgesamt dichter geworden

Insgesamt ist das gesamte Arztnetz in NRW im Jahr 2018 zwar dichter geworden, doch im bundesweiten Vergleich kränkelt man im Mittelmaß: Während die Kassenärzte-Region Nordrhein (225,1) immerhin auf Platz vier von 17 liegt, wird Westfalen-Lippe (191) nur von Brandenburg unterboten. Hier fällt besonders die schlechte hausärztliche Versorgung auf. Mit gerade einmal 59,9 Ärzten auf 100.000 Einwohnern ist keine Region Deutschlands so dünn besetzt wie Westfalen-Lippe. Spitzenreiter ist hierbei der Kreis Herford, denn bundesweit gab es dort Ende 2018 mit 50,4 am wenigsten Hausärzte pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Das dichteste Netz hat Kaufbeuren (Bayern) mit 95,9 Hausärzten.

145 spezielle Studienplätze

Um dem Problem im ländlichen Bereich Herr zu werden und mehr Ärzte aufs Land zu locken, werden in Nordrhein-Westfalen ab dem Wintersemester 145 speziell ausgewiesene Studienplätze vergeben. Das Positive: die neuen »Landarzt-Plätze« sind gefragt. Von Ende März bis Ende April gingen laut Gesundheitsministerium 1312 vollständige Bewerbungen für einen der 145 Plätze ein. Somit gibt es rund neun Bewerber für jeden Studienplatz. Nach Auswertung der Bewerbungen folgen Auswahlgespräche, die im Juni an der Universität Münster stattfinden. Geplant ist, 290 Bewerber einzuladen – also zwei Kandidaten pro Platz. »Der hohe Zuspruch zeigt: Wir haben mit der Landarztquote den Nerv der Zeit getroffen«, ist sich Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sicher.

Im Wintersemester stehen die Studienplätze zur Verfügung. Wer einen Platz erhält, muss sich verpflichten, nach der Aus- und Weiterbildung zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Wer den Vertrag nicht erfüllt, muss mit einer Strafzahlung in Höhe von 250.000 Euro rechnen.

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